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Der deutsche ERP-Markt tritt in die nächste Konsolidierungsphase ein


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Computerwoche - epaper ⋅ Ausgabe 1/2022 vom 07.01.2022

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Sammelt Softwarehäuser: Dean Forbes, CEO von Forterro.

Die zunehmende Cloud-Orientierung der Anwender verändert die Anbieterlandschaft im deutschen ERP-Markt.

Forterro, ein europäischer Anbieter von Business-Software mit fast 8.000 mittelständischen Kunden aus produzierenden Unternehmen, hat die Übernahme von Myfactory bekannt gegeben. Der 2002 gegründete Softwarehersteller Myfactory bedient mit seinen cloudbasierten ERP-Lösungen mehr als 2.000 Kunden aus Handel, Produktion und Dienstleistungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH).

Battery Ventures sammelt Softwareprodukte

„Myfactory ist ein enormer Gewinn für uns“, kommentierte Dean Forbes, CEO von Forterro, die Akquisition. „Wir haben ein gut geführtes Unternehmen gewonnen, das in den letzten 20 Jahren stetig gewachsen ist und alle Schritte unternommen hat, um sowohl sein Produkt als auch seine Kunden in die Cloud zu überführen.“ Primäres Ziel werde sein, das weitere Wachstum voranzutreiben. Forterro zufolge erweitert die Akquisition den adressierbaren Markt in der DACH-Region und verdoppelt fast die Anzahl der Kunden, die von der Gruppe in dieser Region bedient werden.

Seit seiner Gründung im Jahr 2012 hat sich Forterro mit Sitz in London in aller Stille zu einem der größeren Softwareanbieter in Europa gemausert. Hinter dem Unternehmen steht Battery Ventures als Kapitalgeber. Übernahmen gab es zuletzt einige: 2019 schluckte Forterro den deutschen Manufacturing-Spezialisten Abas. In Frankreich gehören die ERP-Hersteller Clipper, Helios, Silog und Sylob zum Unternehmen, in Schweden die Anbieter Jeeves und Garp, in Polen die ebenfalls auf die fertigende Industrie fokussierte BPSC, in England 123Insight und in der Schweiz Proconcept.

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Mit diesem Portfolio verfügt Forterro über eine Reihe lokaler und vertikaler Branchenlösungen, die von mittelständischen ERP-Herstellern speziell für die Anforderungen von Kunden aus dem Mittelstand entwickelt wurden. Die meisten Kunden bedient das Unternehmen im deutschsprachigen Raum. Abas versorgt rund 3.000 Kunden mit ERP. Durch die Übernahme von Myfactory kommen mehr als 2.000 weitere Kunden hinzu.

Myfactory soll eigenständig bleiben

Myfactory werde als eigenständiges Un ternehmen innerhalb der Firmengruppe agieren, heißt es bei Forterro. David Lauchenauer, CEO von Myfactory, werde die Geschäfte weiter in der Rolle des General Managers mit Unterstützung des bestehenden Management-Teams leiten. Laut Richard Furby, Geschäftsführer der Abas Software GmbH und President für den Bereich M&A bei Forterro, passt die Myfactory-Lösung perfekt in das Angebotsportfolio der Briten.

Die Lösung bediene eher das untere Kundensegment, während Abas auf den gehobenen Mittelstand ziele. Die Kernkompetenz von Myfactory liege in den Bereichen Handel und Vertrieb, während sich Abas ERP vor allem für die diskrete Fertigung und Produktion eigne. „Durch die Kombination dieser beiden Angebote verfügt Forterro über das erforderliche Know-how, um nahezu den gesamten industriellen Mittelstand im DACH-Raum zu adressieren“, sagte Furby.

Myfactory-Chef Lauchenauer betont, dass es der richtige Zeitpunkt gewesen sei, „einen strategischen Käufer zu finden, der uns helfen würde, mit dem, was wir aufgebaut haben, noch weiterzugehen.“ In Forterro habe man einen Partner gefunden, der über die Infrastruktur und das Kapital für Wachstum verfüge.

Im ERP-Markt geht‘s rund

Der ERP-Markt ist in den vergangenen Jahren für Investoren interessanter geworden. Unter den Dächern verschiedener Kapitalgeber haben sich regelrechte ERP-Konglomerate gebildet. Bei Proalpha stieg 2017 die Intermediate Capital Group (ICG) ein. In den darauffolgenden Jahren wurde eine ganze Reihe weiterer Softwarehäuser geschluckt, wie zum Beispiel Böhme & Weihs, ein Spezialist für Manufactu- ring Execution Systems (MES), sowie der eProcurement-Spezialist Curecomp und der Risiko- Management-Provider Skill-Software.

Im Portfolio der Investoren von KKR finden sich ebenfalls zahlreiche Softwarehäuser wieder, darunter die ERP-Hersteller Exact Software und Epicor. Der IT-Anbieter Aptean aus den USA übernahm Ende 2020 die Modula GmbH. Dieses Unternehmen war Anfang 2019 durch den Zusammenschluss der Softwarehersteller Cimdata, Logis, Oxaion und Syncos entstanden. Hinter Aptean stecken die Investoren von TA Associates und Vista Equity Partners.

Mitte 2019 hatte die heute über 80 Milliarden Dollar schwere Investmentgesellschaft EQT Partners, Eigentümerin des ERP-Anbieters IFS, die Akquisition von Acumatica, einem Spezialisten für Cloud-ERP, bekannt gegeben. Man wolle, so die Ankündigung vor zwei Jahren, gegen Anbieter wie SAP, Oracle, Microsoft, Infor und Sage antreten.

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