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Der Duft-Zyklus


myself - epaper ⋅ Ausgabe 12/2018 vom 14.11.2018

Mit dem richtigen Parfum zum richtigen Zeitpunkt kriegt man hormonell bedingte Stimmungsschwankungen in den Griff


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Bildquelle: myself, Ausgabe 12/2018

Ein Spritzer von Muglers „Alien“ und die miese Laune verpufft? Na ja, ganz so einfach ist es nicht. Aber fast. Mittlerweile ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass Düfte Körper- und Gehirnfunktionen beeinflussen und somit auch den Gemütszustand. Der Mediziner, Biologe und Chemiker Hanns Hatt erforscht seit Jahren den Geruchssinn an der Ruhr-Universität Bochum. Eines seiner Ergebnisse: Düfte können wie Pharmaka wirken, sobald sie beim Einatmen oder Einreiben ins Blut gelangen. Überall im Körper gibt es Riechrezeptoren, die auf Duftmoleküle mit Zellaktivität reagieren. Riecht man zum Beispiel Lavendel, wirkt das auf die Rezeptoren im Gehirn beruhigend, man entspannt sich. Andere Noten wirken belebend oder stimmungsaufhellend. Außerdem kann man sich selbst antrainieren, wie man auf ...

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... welche Düfte reagiert. „In der Fachsprache heißt das konditionieren. Man wählt einen möglichst ungewöhnlichen Duft und riecht diesen mehrmals in derselben Situation. Zum Beispiel kurz bevor man schlafen geht“, sagt Professor Hatt. Irgendwann genüge der Duft und der Körper schalte in den Schlafmodus. Das funktioniere auch bei konzentriertem Arbeiten, Glücksempfinden und bis zu einem gewissen Grad auch bei der Schmerzlinderung. Dieser Mechanismus lässt sich auch während der Periode beobachten, denn: Je nachdem, in welcher Zyklusphase man ist, nimmt man Gerüche stärker oder schwächer wahr. „Während der ersten Zyklushälfte, also vom ersten Tag der Menstruation bis zum Eisprung, schärft der steigende Östrogenspiegel den Geruchssinn. Duftnoten können besser unterschieden und aufgenommen werden“, erklärt die Buchautorin und Hormonexpertin Gabrielle Lichterman. Erreicht der Östrogenpegel seinen Höhepunkt – zum Zeitpunkt des Eisprungs –, ist auch das Duftempfinden am stärksten. Was zuvor noch als gut riechend empfunden wurde, könnte mit einem Mal zu intensiv sein. „In der zweiten Zyklushälfte sorgt das steigende Progesteron dafür, dass man sich mit süßen, ausdrucksstarken und würzigen Noten wohler fühlt.“

Tag 1 bis 7

Am ersten Tag der Periode fühlen sich viele müde und träge, manche kämpfen mit Unterleibsschmerzen. Am besten wären jetzt leichte, spritzige Parfums mit Zitrus-, Pfefferminz-, oder Zimtnoten. „Sie stimulieren Bereiche des Gehirns, die wacher machen“, erklärt Gabrielle Lichterman. Wer zu Krämpfen neigt, verwendet zusätzlich Lavendel, das entspannt. Gegen Ende dieser Phase ruhig auch mal Kaffeenoten nehmen, die haben laut Expertin einen stärkenden Effekt.Von oben: Fruchtiger Mix aus Pfirsich und Mandarine: „Icon“ vonAigner, ab 44 Euro. Die „ck One Platinum Edition“ belebt mit rotem Zimt. VonCalvin Klein, ab 31 Euro. Der Name ist Programm: „Joy“ vonDior duftet nach Zitrusfrüchten und Blüten. Ab 68 Euro. Sinnlich: „The Only One“ mit Kaffee. VonDolce & Gabbana, ab 64 Euro.

Tag 8 bis 14

Va, va, voom! Nach der Periode bis zum Eisprung fühlen sich die meisten Frauen am attraktivsten. Das Östrogenlevel steigt erst langsam, dann relativ steil an. Gleichzeitig reift eine befruchtungsfähige Eizelle in einem der beiden Eierstöcke. „Der Geruchssinn wird in dieser Phase immer schärfer und ist am Tag des Eisprungs am ausgeprägtesten“, erklärt Gabrielle Lichterman. Parfums, die an nackte Haut erinnern und mit sinnlichen Nuancen verführen, unterstreichen das Selbstbewusstsein. Am besten nur wenig verwenden, damit man den Geruchssinn nicht überfordert.Von oben: Verstärkt den eigenen Körpergeruch durch fünf Moleküle: „Genetic Bliss“ von27 87, 185 Euro. Als Öl: „For Her Oil Musc Parfum“ duftet intensiv nach Moschus. VonNarciso Rodriguez, 96 Euro. Verführt: „Blanc Poudre“ mit weißem Moschus und Sandelholz. Sexy! VonJames Heeley, 130 Euro. Herrlich feminin: „Attrape-Rêves“ mischt weichen Kakao und Litschi. VonLouis Vuitton, ab 210 Euro.

Tag 15 bis 22

Nach dem Eisprung sinkt der Östrogenspiegel langsam, gleichzeitig steigt das Progesteronlevel. Diese Phase dauert rund acht Tage, der Geruchssinn ist in dieser Zeit weniger empfindlich, gleichzeitig fühlt man sich ausgeglichener – zumindest zu Beginn. Ausdrucksstarke Statement- Parfums, die maskuline, pfeffrige oder würzige Duftnoten enthalten, kommen jetzt am besten an. Gegen Ende der Phase sorgt der steigende Progesteronspiegel für Heißhunger- Attacken, die Lust auf süßes und fettiges Essen wird immer größer. „Man kann sich selbst mit süßen Düften austricksen“, erklärt die Hormonexpertin. Wer jetzt süßlichere Düfte verwendet, könne zumindest kurzzeitig die Lust auf Schokolade mindern.Von links: „Boss The Scent Private Accord for Her“ mit würziger Ingwernote. VonHugo Boss, ab 61 Euro. Duft-Statement: „N°5 Eau de Parfum Red“ vonChanel, limitiert, 150 Euro. Den vergisst keiner so schnell: Pfeffer und Tuberose stecken in „Mutiny“ vonMaison Margiela, ab 99 Euro. Statt Schoko: „Angel Iced Star“ vonMugler – duftet zuckersüß. Limitiert, 70 Euro. „Eau de Parfum Intense“ mit pudriger Vanillenote. VonTiffany & Co., ab 72 Euro.

Tag 23 bis 28

Wurde die Eizelle nicht befruchtet, fällt das Progesteron- und Östrogenlevel rapide ab. Die Folge: Stimmungsschwankungen, Stress und Schlafstörungen. „Jede Frau empfindet PMS anders“, so die Hormonexpertin. „Was jetzt guttut, ist Weihrauch oder Damaszener Rose. Beides sorgt dafür, dass man weniger gereizt und ängstlich ist.“ Wer schneller einschlafen will, wählt schon tagsüber beruhigende Parfums mit Jasmin-, Zeder-, Orange- oder Lavendelnoten.Von links: Der Anti-Stress-Duft „1681“ mit Weihrauch und Lavendel vonCarthusia, 90 Euro. Das neue Parfum „Poème d’Azar“ duftet nach bulgarischer Rose und Mandelmilch. VonRituals, limitiert, ab 39 Euro. Ein schweres, sinnliches Parfum mit warmer Orangenblüte: „Goldea The Roman Night Absolute“ vonBulgari, ab 60 Euro. Nicht zu aufdringlich: „Mon Guerlain Eau de Toilette“ duftet leicht nach Jasmin. VonGuerlain, ab 65 Euro.


FOTOS: GETTY IMAGES (3)