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„Der Europapokal passt noch besser zu meinen Haaren...“


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Sport Bild - epaper ⋅ Ausgabe 13/2022 vom 30.03.2022

BUNDESLIGA

Artikelbild für den Artikel "„Der Europapokal passt noch besser zu meinen Haaren...“" aus der Ausgabe 13/2022 von Sport Bild. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Sport Bild, Ausgabe 13/2022

— Von Stefan Krause und Anika Dollmeyer (Fotos)

SPORT BILD: Herr Kampl, Sie können mit RB diese Saison noch zwei Titel holen: Die Quote auf einen Sieg im DFB-Pokal liegt bei 1,65 – also 16,50 Euro Gewinn bei zehn Euro Einsatz. In der Europa League ist die Quote 4,2. Auf welchen Titel würden Sie eher wetten?

KEVIN KAMPL (31): Als Spieler selbst darf ich ja nicht zocken. Aber: Die Wahrscheinlichkeit den DFB-Pokal zu gewinnen, ist natürlich größer. Da haben wir zwar das schwere Halbfinale gegen Union Berlin, aber insgesamt fehlen nur zwei Siege zum Titel. In der Europa League müssten wir vier Spiele erfolgreich gestalten, um ins Finale zu kommen. Und Bergamo im Viertelfinale wird jetzt ein dickes Brett. Atalanta habe ich gegen Leverkusen im Achtelfinale (3:2-und 1:0-Sieg der Italiener; d.Red.) gesehen, die waren wirklich gut.

Wir haben Ihnen schon mal Foto-Montagen ...

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... mitgebracht, auf denen Sie beide Pokale in den Händen halten. Welchen Titel hätten Sie lieber?

Völlig egal – Hauptsache beide (lacht). Wenn man im Frühjahr die Chance auf zwei Titel hat, will man sie auch holen, wobei das Programm im April jetzt sehr hart sein wird. Da müssen wir sehen, dass wir ohne großeVerletzungen und mit viel Power durchkommen.

Der DFB-Pokal wiegt 5,7 Kilo. Die Trophäe der Europa League sogar 15 Kilo. Könnten Sie beide stemmen?

Pah, das wäre gar kein Problem! Ich würde die beide schön in meinen Arm nehmen. Wenn ich mir die Fotos so anschaue, passt der Europa-League-Pokal fast noch ein bisschen besser zu mir und meinen Haaren (lacht). Darf ich die Bilder eigentlich behalten?

Kein Problem. Warum?

Ich klebe sie mir in den Spind oder hänge sie zu Hause auf – dann sehe ich sie jeden Tag und ziehe daraus weitere Motivation.

Warum holt RB diese Saison den ersten Titel?

Ganz ruhig, erst mal müssen wir die Hürden Union und Atalanta nehmen. Aber grundsätzlich sind wir alle reif dafür! Die Mannschaft, der Verein, die Fans. Ich bin seit 2017 hier, wir waren zweimal ganz dicht dran in den Pokalfinals 2019 (0:3 gegen Bayern; d. Red.) und 2021 (1:4 gegen Dortmund; d. Red.) – und es ist ein mieses Gefühl, wenn du ohne etwas in der Hand nach Hause kommst. Wenn wir es jetzt wieder ins Finale schaffen sollten, müssen wir uns auch endlich für die harte Arbeit der letzten Jahre belohnen. Und es wird Zeit, dass wir in der Stadt mal wieder eine Riesenparty mit den Fans feiern!

„Ich klebe mir die Fotos in den Spind oder hänge sie auf – als weitere Motivation“

Die Europa League, damals noch Uefa-Cup, hat zuletzt vor 25 Jahren ein deutscher Klub mit Schalke 04 gewonnen. Wie haben Sie das damals verfolgt?

Da war ich sechs Jahre alt und bin gerade zu Leverkusen in die F2-Jugend gewechselt. An die Eurofighter habe ich keine großen Erinnerungen. Ich war nie ein großer Schalke-Fan – als Kind habe ich tatsächlich in Dortmund-Bettwäsche geschlafen. Später war Leverkusen mein Lieblingsklub.

Der BVB ist der nächste Gegner in der Liga im Kampf um die Champions-League-Qualifikation. Wie schlecht ist es für Sie, dass Erling Haaland wieder fit ist?

Der hat uns leider oft geärgert in den vergangenen Spielen. Obwohl der BVB zuletzt vielleicht ein paar Probleme hatte:

„Es wird Zeit, dass wir in ginn an da der Stadt mal wieder und haben eine Riesenparty mit Top-Leistungen abgerufen. den Fans feiern“

Gegen uns sind die immer von Be- Außer im Hinspiel in dieser Saison, das wir 2:1 gewonnen haben. Das wissen sie aber selbst und wollen bestimmt einiges gutmachen. Für Marco Rose ist es auch ein besonderes Spiel, da er aus Leipzig kommt – der wird die Jungs heißmachen.

Sie haben beim BVB unter Klopp, und in Leipzig unter Rangnick und Nagelsmann gespielt. Wer war Ihr bester Trainer?

Es wäre unfair, einen herauszupicken, da mich alle weitergebracht haben. Aber wenn ich einen nennen soll, dann Roger Schmidt. Ihm habe ich den größten Sprung in meiner Karriere zu verdanken. Er hat damals gesehen, was ich in der Lage bin, leisten zu können, wenn alles passt. In Osnabrück hatte ich 3. Liga gespielt, bin dann nach Aalen in die 2. Liga gegangen. Nach drei Spielen kam er und hat mich für drei Millionen Euro Ablöse nach Salzburg geholt, wo mich kein Mensch kannte. Roger war meinMentor und ist es immer noch. Wenn ich Fußballfragen habe und mit jemanden reden will, kann ich ihn immer anrufen.

Wie hat Domenico Tedesco, der im Dezember für Jesse Marsch übernahm, RB wieder in die Spur gebracht?

Das Wichtigste war: Er ist cool geblieben. Selbst nach dem 0:2 gegen Bielefeld zu Hause im letzten Hinrunden-Spiel, als wir alle am Boden waren, hat er uns den Rücken gestärkt. Dazu kam, dass Oliver Mintzlaff nach dem Spiel ein paar sehr emotional-kritische, aber komplett richtige Worte an uns gerichtet hat. Ich bin direkt nach dem Spiel allein zurück in meine Heimat Solingen gefahren – und musste die ganze Zeit darüber nachdenken. Das hat mich extrem beschäftigt. Und nicht nur mich.

Was meinen Sie genau?

Nach dem Urlaub, gleich am ersten Trainingstag, hat man gemerkt, dass sich jeder Spieler an der Ehre gepackt gefühlt hat. Wir wollten unser wahres Ich, unsere wahre Stärke zeigen. Dabei hat uns der Trainer sehr geholfen. Er hat uns das mitgegeben, was uns auch unter Julian stark gemacht hatte: Wieder mehr Ballbesitz, den Gegner dominieren, unser Tempo durchdrücken, hoch pressen. So haben wir uns den Respekt der anderen Mannschaften zurückgeholt.

In der Tedesco-Tabelle seit dem 15. Spieltag ist RB Zweiter hinter Bayern. Wenn Christopher Nkunku im Sommer bleibt – können Sie dann auch die Münchener und damit die Meisterschaft angreifen?

Wir waren ja schon mal dran und haben sie geärgert. Das müssen wir aber auch mal konstant über eine Saison zeigen. Natürlich ist es hilfreich, wenn wir eine gewachsene und starke Mannschaft haben, alle bleiben. Aber es ist eben auch Profi-Fußball: Wenn wir diese Saison einen Titel holen sollten, werden noch mehr Vereine auf unsere Spieler aufmerksam und Angebote machen. Die Frage ist dann, wie der Spieler reagiert – und was passiert, wenn der Klub auf Verträge besteht und Spieler nicht verkauft. Das sind Sachen, die die Leute im Verein abwägen und entscheiden müssen. Das stelle ich mir schon schwierig vor.

Haben Sie Marcel Sabitzer, der im Sommer zu Bayern ging und dort unglücklich ist, schon gesagt, dass er zurück nach Leipzig kommen soll?

Nein, das mache ich nicht. Er war schon mein Nachbar in Salzburg, wir kennen uns ewig und sind wirklich gute Freunde. Aber wenn wir reden, dann nicht über Fußball. Sondern über die Familien, über Privates, was es sonst noch Neues gibt. Klar ist es schwierig für ihn. Er braucht einfach Erfolgserlebnisse, vielleicht mal zwei starke Spiele hintereinander. Er ist ein fantastischer Fußballer und hat das auch schon oft bewiesen. Ich finde die Kritik an ihm nicht gerechtfertigt.