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DER FEINE UNTERSCHIED


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Auto Bild - epaper ⋅ Ausgabe 43/2022 vom 27.10.2022
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Nicht einmal Designunterschiede bei diesen beiden Vertretern des reinen ?Badge-Engineerings? (ein Auto, zwei Marken). Aber: Die Ausstattung und vor allem die Preisgestaltung unterscheiden sich sehr wohl

Toyota Yaris Hybrid

116 PS 5,7 l S/100 km Testverbrauch ab 22 040 Euro

Mazda 2 Hybrid

116 PS 5,5 l S/100 km Testverbrauch ab 22 190 Euro

WENIGERALS VIER METER LANGsind die eineiigen Zwillinge, die da vor uns parken – damit stehen sie in der Tradition knubbeliger Parklückensuchgeräte, mit denen die Japaner in den 1960er- und 1970er-Jahren groß wurden. In der Großstadt erleichtert die Kürze (3,94 Meter) das Autofahrerleben ungemein.

Was manchen irritiert: Seit dem Frühjahr gibt es den im Sommer 2020 eingeführten Yaris auch als Mazda. Letztgenannte Marke hat seinem – nach wie vor erhältlichen – konventionellen Mazda-2-Benziner keine selbst entwickelte Hybridversion hinzugesellt, sondern kurzerhand den Toyota Yaris Hybrid umgeflaggt. Damit ist der Hybrid-2er nebenbei der einzige Mazda, der in Europa gebaut wird. Beide entstehen im gleichen Toyota-Werk im französischen Valenciennes und sind baugleich; ...

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... bis auf das Logo existieren nicht einmal Designunterschiede.

Aber: Die Ausstattungs- und die Aufpreispolitik beider Marken unterscheiden sich derart, dass das Studium der Preislisten auch uns zunächst konfus zurücklässt. Die Broschüren sind so gestaltet, dass es schier unmöglich ist, zwei exakt gleich konfigurierte Autos gegenüberzustellen. Das erschwert Preisvergleiche.

Zwar starten beide Minis um die 22 000 Euro, aber dann geht’s los mit den Ungereimtheiten: Beim von uns gefahrenen Mazda in Select-Ausstattung (der höchsten) kostet Zweifarblack 990 Euro, beim Toyota 1000 (mit Dach in Schwarz, das Mazda-Dach ist weiß). Ein großes Panorama-Glasdach mit fürchterlich hakeligem mechanischen Rollo kostet beim Mazda 1100 Euro Aufpreis, beim Toyota 490. Allerdings nicht für die Ausstattungslinie GR Sport.

Beim Mazda gibt es ein Navi auch nicht für Geld und gute Worte, immerhin sind aber Apple CarPlay und Android Auto dabei – wenn auch kabelgebunden. So kann man per Handy navigieren, was die meisten ja eh tun. Der von uns gefahrene Toyota in der sportiven GR-Ausstattung ist gegen 1000 Euro Aufpreis mit dem jüngsten Toyota-Navi zu haben, das kürzlich mit dem Corolla eingeführt wurde und mit Ausnahme der Navi-Maßstabswahl simpel zu bedienen ist. Wer aber ein Head-up-Display haben möchte, wird wiederum bei Mazda besser bedient: Es ist Serie selbst bei der Grundversion Pure.

Der ganze Wirrwarr endet dennoch bei einem fast einheitlichen Testwagenpreis von jeweils rund 30 000 Euro. Es ist der Hybridantrieb, der diese Zwerge so teuer macht. Ansonsten gibt es für den stolzen Preis dünnwandige, nicht ganz knister- und klapperfreie Karosserien und viel schwarzes Hartplastik. Den Yaris gab es noch 2020 in einer weniger tristen, da im Interieur zweifarbigen Ausstattung namens „Elegant“. Die ist leider aus dem Programm geflogen.

Beim Fahren gibt es erst einmal wenig Unterschiede. Der seit Jahren bekannte, leistungsverzweigte Hybridantrieb legt bei Einlegen der EV-Taste rein elektrisch los, schafft es so aber wegen des kleinen Akkus nur wenige Hundert Meter weit. Meist bei 49 km/h meldet sich der Dreizylinder knurrend zu Wort – Gewichtsreduzierung, Materialwahl und das Toyota-typische stufenlose Planetenradgetriebe können keinen Leisetreter entstehen lassen.

Während die Kleinen beim Beschleunigen doch kratzig und laut wirken, bergen sie bei Konstantfahrt eine Überraschung: Plötzlich werden sie viel leiser. Eine schnelle Autobahnetappe mit 160 km/h ist möglich, ohne das Hörvermögen der Insassen zu gefährden.

Der Mazda mit seinen Bridgestone-Ecopia-Energiesparreifen mit eher hochflankigem 55er-Querschnitt auf 16-Zoll-Rädern bietet naturgemäß mehr Abrollkomfort auf Kopfsteinpflaster. Zur Sänfte macht ihn das noch lange nicht, aber das Harte, Hölzerne des vor Sommer 2020 angebotenen alten Yaris ist passé. Ungewöhnlich für Fronttriebler: Der Mazda übersteuert, wenn man eine Kurve zu schnell angeht. Was keineswegs als Nachteil zu sehen ist, hilft es doch dem Fahrer, einzudrehen und den Radius zu verkleinern – gut kontrollierbar, nie tückisch.

Der Yaris GR Sport nutzt eine kurzhubigere Feder-Dämpfer-Kombination. Lange Wellen verarbeitet sie spürbar straffer. Seine 18-Zöller mit Michelin Pilot Sport und 40er-Querschnitt rauben dem Kleinen weniger Komfort, als man hätte befürchten können. Die größeren Räder erhöhen minimal das Leergewicht und den Verbrauch. Der Yaris wiegt in diesem Vergleich acht Kilogramm mehr, schluckt auf unserer Verbrauchsrunde alle 100 Kilometer 0,2 Liter extra. Die Sportbereifung beschert dem Toyota aber einen Punktevorsprung wegen signifikant kürzerer Bremswege: 33,5 statt 38,5 Meter kalt aus 100 km/h – alles andere als eine Kleinigkeit.

Die sportivere Bereifung des Yaris macht auch die sonst nur mäßig mitteilsame Lenkung etwas direkter, verbindlicher. Und von der leichten Übersteuertendenz des Mazda ist nun gar nichts mehr zu spüren. Übrigens ist der GR Sport keine echte Sportversion: Bis auf die größeren Räder und die etwas kurzhubigere Federung finden sich wenig Unterschiede. Auch die GR-Sitze unterscheiden sich nur mittels Sitzbezügen und roten Ziernähten.

Wie kommt bei so viel Gemeinsamkeit eine derart deutliche Punktedifferenz zustande? Nun, es summiert sich: Für den Mazda ist kein höhenverstellbarer Ladeboden erhältlich. Daher stört im Laderaum stets ein Absatz, und der kostet Punkte. Kurios: Wer als Mazda-Fahrer diesen Ladeboden haben will, muss zum Toyota-Händler fahren.

Das fehlende Navi kostet den Mazda zudem zehn Punkte. Und so entsteht eine erhebliche Punktedifferenz bei Autos, die von der Hardware her identisch sind.

Was die beiden Hybrid-Zwerge grundsätzlich etwas infrage stellt: Der Saugbenziner Yaris 1.5 VVT-i ohne Hybridtechnik, der im Sommer dieses Jahres bei uns zum Test antrat, produzierte auf unserer standardisierten Testrunde ähnliche Verbrauchswerte. Und der reine Benziner kostet in vergleichbarer Ausstattung 2900 Euro weniger. Allerdings gibt es ihn nur mit manueller Schaltung. Wer Automatik bevorzugt, muss zwangsläufig zum Hybrid greifen.

Den konventionellen Benziner mit CVT-Automatik, vor zwei Jahren noch im Angebot, gibt’s nicht mehr – keine Tränen, bitte: Der Gummibandeffekt war viel schlimmer als beim Hybrid.

PLATZIERUNG

Punkte maximal 800

Toyota Yaris HybridKürzere Bremswege, das moderne Navi und die bei regelmäßiger Wartung großzügigere Garantie heben ihn ab.

Mazda 2 HybridWer auf ein Head-up-Display Wert legt und lieber mit seinem Handy navigiert, ist mit dieser Version besser bedient.

FAZIT

ROLF KLEIN, MIRKO MENKE

Mit längerer Garantie, reifenbedingt besseren Bremsleistungen und modernerem Infotainment entscheidet das Original – der Toyota Yaris – diesen Vergleich für sich. Die Testwagenpreise um 30 000 Euro haben uns bei beiden ein wenig erschrocken. Den teuren Hybridantrieb muss man schon wollen.