Lesezeit ca. 8 Min.
arrow_back

Der Gartenbo den


Logo von Weck LandJournal
Weck LandJournal - epaper ⋅ Ausgabe 1/2023 vom 05.01.2023

GRUNDLAGEN FÜR GEDEIHEN UND WACHSTUM

Artikelbild für den Artikel "Der Gartenbo den" aus der Ausgabe 1/2023 von Weck LandJournal. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Weck LandJournal, Ausgabe 1/2023

W er wünscht sich nicht in seinem Garten ein üppiges, gesundes Wachstum von Pflanzen, die robust sind gegenüber Krankheiten und Schädlingen. Auch sollen die Pflanzen leicht zu pflegen sein, nicht bei jeder auftretenden Trockenphase gleich schlapp machen und auch einmal ungemütlicher Witterung standhalten. Nicht zuletzt sollen Obst, Gemüse und Kräuter aus dem Garten geschmackvoll und reich an wertvollen und gesunden Inhaltsstoffen sein. Das sind viele Anforderungen. Für alle diese Eigenschaften spielt der Boden, in dem die Pflanzen wachsen, eine entscheidende Rolle.

Das gesunde Ökosystem Boden ist belebt von zahlreichen unterschiedlichen Mikroorganismen, Tieren, Pilzen, Bakterien und Pflanzen. Kaum vorstellbar, aber Milliarden von Lebewesen bewohnen eine Handvoll gesunden Boden. Er ist ihr Lebensraum und in ihm finden sie ihre Nahrung.

Der Boden bildet die oberste ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 3,49€
NEWS Jetzt gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Weck LandJournal. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 0 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 1/2023 von Traumhaft fruchtig. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Traumhaft fruchtig
Titelbild der Ausgabe 1/2023 von Warmes im Winter. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Warmes im Winter
Titelbild der Ausgabe 1/2023 von Hack im Glas. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Hack im Glas
Mehr Lesetipps
Blättern im Magazin
MiniGarten im Glas
Vorheriger Artikel
MiniGarten im Glas
Moment mal!
Nächster Artikel
Moment mal!
Mehr Lesetipps

Der Boden bildet die oberste Schicht auf unserem Planeten Erde und ist über Jahrtausende entstanden. Er liegt zwischen Atmosphäre und Gestein. Bis aus Gestein 1cm Boden entsteht dauert es mindestens 100 Jahre. Durch Frost, Hitze und Niederschläge verwittert Gestein zu immer kleineren Bruchstücken. Pflanzen, die mit ihren Wurzeln in Gesteinsrisse einwachsen, tragen ebenfalls zu dieser Verwitterung bei. Durch physikalische, chemische und biochemische Vorgänge verwittert das Ursprungsgestein zu immer kleineren Teilchen bis hin zu Sand und Ton. Die oberste Schicht bildet der Humus oder Mutterboden. Je mehr Leben in dieser Humusschicht vorhanden ist, umso besser wachsen die Kulturpflanzen. Ein fruchtbarer Boden kann gut Wasser speichern und ist ausreichend belüftet. Ebenso wichtig ist ein Gleichgewicht zwischen Krankheitserregern, Schädlingen und deren Gegenspielern. Das stärkt die Pflanzen und sorgt für deren Vitalität.

Die meisten Böden sind keine reinen Sand- oder Tonböden. Meist besteht der Boden aus einer Mischung der unterschiedlichen Teilchengrößen. Eine Mischung aus Sand, Schluff und Ton wird als Lehm bezeichnet. Bei einer günstigen Mischung der drei Bodenarten ist Lehm ein optimaler Gartenboden. Sand macht ihn locker, Schluff hält das Wasser gut und Ton hält viele Nährstoffe. Je größer der Anteil an Sand (sandiger Lehm), desto lockerer wird der Boden. Je größer der Anteil an Ton (toniger Lehm), desto schwerer wird er.

Humus und Bodenleben

Abgestorbene Tier- und Pflanzenreste bleiben in der Natur auf dem Boden liegen. Sie dienen vielen verschiedenen Bodenlebewesen als Nahrungsgrundlage. Diese Verwertung und Umwandlung von Tier- und Pflanzenresten nennt man Humifizierung. Zersetzte organische Substanzen bilden den Humus, der den Boden bedeckt. Durch Aktivität der Bodenlebewesen vermischt sich der Humus mit dem Boden. Hier werden aus den Tier- und Pflanzenresten Nährstoffe freigesetzt, die den Pflanzen das Wachstum ermöglichen. Einer der fleißigsten Akteure bei der Bodenbearbeitung ist der Regenwurm. Regenwürmer graben oder besser bohren unermüdlich Löcher in den Boden, die bis zu 7 Meter in die Tiefe reichen können. Die Gänge auf einer Fläche von 1 m² können bis 20 Meter lang sein. Der Regenwurm ernährt sich von Blättern, Pflanzenresten und Mikroorganismen. Die Ausscheidungen von Regenwürmern sind ein wertvoller Dünger für den Boden. Regenwürmer arbeiten den Boden durch und sorgen für dessen Belüftung. Regenwürmer, Asseln, Tausendfüßler, diverse Käfer und andere größere Tierchen sind für uns im Gartenboden sichtbar. Es arbeiten außerdem für uns unsichtbar im Boden unzählige Bakterien, Pilze, Milben, Algen und andere Mikroorganismen an der Zersetzung organischer Substanz und der Gewinnung von Nährstoffen für die Kulturpflanzen im Garten.

Welche Bodenart ist in meinem Garten?

Die Bodenart im eigenen Garten zu kennen kann beim Anbau von Obst und Gemüse, aber auch von Zierpflanzen von großem Vorteil sein und Enttäuschungen oder Schwierigkeiten bei Wachstum und Ernte ersparen. Nicht jede Pflanze wächst auf jedem Boden gleich gut. Auch ist die Pflanzenpflege je nach Bodenart unterschiedlich.

Auf sandigen Böden muss mehr bewässert werden. Tonige Böden machen es den Pflanzenwurzeln schwerer und sind mühsamer zu bearbeiten. Wurzelgemüse wächst zum Beispiel schlecht auf verdichteten Böden. Weißkraut gedeiht besser auf schweren Böden als auf leichten.

Im Garten vorhandene Böden sind meist eine Mischung aus den Hauptbodenarten Sand, Schluff und Ton. Die jeweiligen Anteile können sehr unterschiedlich sein. Wenn Sie wissen, wie sich Ihr Boden zusammensetzt, können Sie bei Bedarf gezielt Verbesserungsmaßnahmen ergreifen. Auch kann gezielter mit Düngemitteln umgegangen werden.

MÖGLICHKEITEN ZUR FESTSTELLUNG DER BODENART

Der Hand-Test

Entnehmen Sie dafür mit einer Schaufel Erde aus Ihrem Gartenboden. Entfernen Sie daraus Pflanzenteile und Wurzeln. Ist die Erde trocken, geben Sie etwas Wasser hinzu. Die Erde soll sich feucht anfühlen. Nehmen Sie eine Handvoll Erde und drücken Sie diese in der Hand zusammen. Nun wird sich je nach Bodenart ein unterschiedliches Bild ergeben:

• Sandboden: die Erde hält nicht zusammen und rieselt aus der Hand

• Lehmiger Sand: die Erde fällt krümelig aus der Hand

• Sandiger Lehm: die Erde bröckelt auseinander

• Lehm: die zusammengedrückte Erde bricht in der Hand

• Schwerer Lehm mit Tonanteil: die Erde lässt sich formen, bekommt aber Risse

• Ton: die Erde lässt sich zu einer festen Rolle formen

Die Schlämmprobe

Für diese Probe benötigen Sie außer Gartenerde ein zylindrisches Glas, eventuell mit Schraubdeckel. Geben Sie eine Handvoll Erde in das Glas. Füllen Sie mit der dreifachen Menge Wasser auf. Nun rühren Sie das Ganze kräftig um oder schütteln das Glas so lange, bis sich alle Klümpchen gelöst haben. Danach warten Sie, bis sich die verschiedenen Teilchen abgesetzt haben und das Wasser darüber klar ist. Die groben Teile setzen sich zuerst ab, nach oben hin wird es immer feiner. Die Reihenfolge der Schichten sieht (von oben nach unten) dann so aus:

• Humus

• Wasser

• Ton

• Schluff

• Sand

• Kies Tonteilchen setzen sich erst nach etwa 8 Stunden ab. Daher braucht es etwas Geduld bis zum Ergebnis dieser Probe. Nach dem Absetzen der Schichten ist gut erkennbar, welche Anteile Sand, Schluff und Ton im Gartenboden einnehmen und wie viel Humus vorhanden ist. Durch Abmessen der Schichtdicken kann das prozentuale Verhältnis der Bodenbestandteile errechnet werden. Beträgt die Schichtdicke aller Bestandteile zum Beispiel 8 cm und die Dicke der Sandschicht ist 4 cm, so enthält der Boden 50 Prozent Sand. Je dunkler die Schichten sind, umso mehr Humus enthält der Boden. Humus kann auch noch oben auf der Wasserfläche schwimmen. Bildet sich auf der Wasseroberfläche Schaum, so ist das ein Hinweis auf Bodenlebewesen. Ein guter Gartenboden enthält zu gleichen Teilen Sand, Schluff und Ton.

DIE BODENARTEN

Je nach vorhandener Gesteinsart und vorhandenem Klima finden sich an verschiedenen Standorten unterschiedliche Bodenarten. Aus der an einem Standort vorhandenen Gesteinsart entsteht durch Verwitterung über Hunderte oder Tausende Jahre eine für diesen Ort typische Bodenart. Die Bodenart wird bestimmt durch die Größe der Teilchen, die im Boden vorhanden sind.

• größer als 2 mm Diese Teilchen werden als das „Bodenskelett“ bezeichnet. Es handelt sich bei diesen Bruchstücken um Kies und Schotter. Sie entstehen, wenn Gesteinsbruchstücke vom Wasser mitgerissen und über längere Wegstrecken mitgeschoben werden. Dabei werden sie immer mehr abgeschliffen und verkleinert.

• 2 mm bis 0,063 mm Bei diesen Teilchen handelt es sich um Sand. Sandboden ist leicht zu bearbeiten, da er luftig und locker ist. Er kann aber Wasser schlecht speichern, da er viele Hohlräume besitzt. Sandboden kann sich im Frühjahr schnell erwärmen, er kann aber auch rasch austrocknen. Nährstoffe halten sich in Sandböden nicht gut, da sie leicht ausgewaschen werden. Außerdem wird Sand leicht durch Wind abgetragen. Durch regelmäßiges Einarbeiten von Kompost können Sandböden verbessert und zu guten Gartenböden gemacht werden.

• 0,063 mm bis 0,002 mm Diese Teilchengröße wird als Schluff bezeichnet. Reiner Schluff kommt eher selten vor. Er bildet jedoch einen großen Anteil in Lehmböden. Schluff kann Wasser gut speichern und an Pflanzen abgeben. Man bezeichnet ihn deshalb als fruchtbaren Boden.

• Kleiner als 0,002 mm Bei diesen sehr kleinen Teilchen spricht man von Tonböden. Ton kann Wasser sehr gut aufnehmen und speichern. Ist er jedoch trocken, wird er hart wie Stein und bekommt Risse. Pflanzen können ihn schlecht durchwurzeln. Er enthält viele Nährstoffe. Die Bearbeitung von Tonboden ist nur möglich, wenn er nicht zu nass und nicht zu trocken ist. Tonböden erwärmen sich schlecht. Eine Verbesserung von Tonböden ist möglich durch Zugabe von Sand, den Anbau von Gründüngung und die Gabe von organischem Dünger.

Die Bodenanalyse

Wer genau wissen möchte, was für eine Bodenart im Garten vorliegt, welche Nährstoffe in welchem Maß vorhanden sind und wie der pH-Wert des Bodens ist, der kann eine sogenannte Bodenanalyse in Auftrag geben. Eine solche Analyse macht auch Sinn, wenn Pflanzen trotz guter Pflege nicht wachsen wollen und Sie den Problemen im wahrsten Sinne des Wortes „auf den Grund“ gehen wollen. Nährstoffe sind zwar wichtig für das Pflanzenwachstum, aber zu viele davon können auch das Gegenteil bewirken. Zudem können ungenutzte Nährstoffe wie zum Beispiel zu viel Stickstoff aus dem Boden ausgewaschen werden und ins Grundwasser gelangen, wo sie zur Belastung werden.

Wenn Sie aus Unkenntnis zu viel düngen, schaden Sie der Umwelt und nicht zuletzt auch Ihrem Geldbeutel, denn Dünger sind teuer. Neben Bodenart, pH-Wert und Humusgehalt des Bodens wird bei einer Bodenanalyse auch die Konzentration der wichtigsten Nährstoffe Phosphor, Kalium und Magnesium bestimmt. Der Stickstoff-Gehalt im Boden schwankt sehr stark und wird bei Analysen für den Hobbygarten nicht immer mitbestimmt. Ausführlichere Analysen bestimmen auch den Gehalt an Spurenelementen wie Mangan, Zink, Kupfer und Bor. Von den Spurenelementen benötigt die Pflanze nur geringe Mengen. Meist sind diese Elemente schon in ausreichender Menge im Boden vorhanden, besonders dann, wenn mit Kompost gedüngt wird.

Mit dem Ergebnis einer Bodenanalyse erhalten Sie auch eine Düngeempfehlung für Ihren Garten. Außerdem wird der Salzund Schwermetallgehalt im Boden bestimmt. Angeboten werden solche Untersuchungen von den Landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalten (LUFA). Hier gibt es auch Formulare und Anleitungen für die Probenentnahme.

DER PH-WERT DES BODENS

Mit dem sogenannten pH-Wert wird das Verhältnis von Säuren zu Basen im Boden bestimmt. Ein pH-Wert von 7 wird als „neutral“ bezeichnet. Unterhalb des Wertes von 7 spricht man von „sauren“ Böden, oberhalb von 7 von „basischen“ Böden. Je nach der Gesteinsart, die für die Bildung des Bodens vorhanden ist, kann der pH-Wert im Boden unterschiedlich sein. Die Fruchtbarkeit von Böden wird durch den pH-Wert stark beeinflusst. Je nach pH-Wert sind im Boden enthaltene Mineralstoffe und Spurenelemente gut oder weniger gut für die Pflanzen verfügbar. So sind zum Beispiel Eisen, Zink, Kupfer und Mangan bei niedrigerem pH-Wert leichter löslich und besser für Pflanzen verfügbar. Stickstoff, Kalzium und Magnesium können bei neutralem pH-Wert besser aufgenommen werden. Für das Bodenleben ist ein saurer Boden eher ungünstig. Der optimale pH-Wert eines Bodens ist nicht für alle Böden gleich. Je nach Bodenart ist das Optimum unterschiedlich:

• Leichte Böden pH 5,3 – 5,7

• Mittelschwere Böden pH 5,7 – 6,5

• Schwere Böden pH 6,3 – 6,9

Der pH-Wert eines Bodens kann am einfachsten mit Hilfe von Tests aus dem Fachhandel bestimmt werden. Ist der Boden zu sauer, kann durch die Zufuhr von Kalk der pH-Wert angehoben werden. Ein zu hoher pH-Wert kann zum Beispiel durch Zugabe von Nadelholz-Kompost gesenkt werden.

Probenentnahme

Bodenproben aus dem Gemüsegarten werden aus einer Tiefe von 0 – 30 cm entnommen. Nehmen Sie Proben von unterschiedlichen Stellen des Gemüsebeetes. Etwa 500 g Probenmaterial wird dann gut durchmischt und in einem Beutel verpackt eingeschickt. Lassen Sie eine Bodenanalyse am besten im Frühjahr oder im Herbst machen, bevor es mit Bodenbearbeitung und Düngung wieder losgeht. Eine Bodenanalyse ist nur alle paar Jahre notwendig. Nach 3 – 5 Jahren können Sie wieder eine Kontrolle vornehmen lassen, um etwaige Veränderungen festzustellen.

Die Bodenqualität spielt beim Anbau von Pflanzen eine große Rolle. Durch den richtigen Umgang mit Ihrem Gartenboden und die richtige Pflege können Sie viel für das gute Gedeihen Ihrer Pflanzen tun und dabei auch zum Schutz der Umwelt und der Artenvielfalt beitragen. Also kümmern Sie sich gut um Ihren Boden!

Ihre Annemarie Groß