Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 9 Min.

Der große DAB-Plus-Autoantennentest


Digital Fernsehen Sonderheft - epaper ⋅ Ausgabe 1/2019 vom 05.07.2019

Seit Jahren hat sich die Autoindustrie auf Scheibenantennen eingeschworen. Wohl

deshalb, weil sie absolut unauffällig sind und so den ästhetischen Gesamteindruck

eines Fahrzeugs nicht beeinträchtigen


Artikelbild für den Artikel "Der große DAB-Plus-Autoantennentest" aus der Ausgabe 1/2019 von Digital Fernsehen Sonderheft. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Digital Fernsehen Sonderheft, Ausgabe 1/2019

DAB-Plus-Dach- oder Scheibenantenne


Auch DAB-Plus-Nachrüstradios liegen in der Regel Scheibenklebeantennen bei. Grund genug, um uns mit ihren Empfangsleistungen im Vergleich zu Magnetfußantennen fürs Autodach auseinanderzusetzen.

Scheibenklebeantenne

Die Scheibenklebeantenne vermittelt den Eindruck, binnen weniger Minuten installiert zu sein. Auf die gereinigte Windschutzscheibe aufkleben, am Radio anschließen ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 2,99€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Digital Fernsehen Sonderheft. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 1/2019 von Die Vorteile von DAB Plus. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Die Vorteile von DAB Plus
Titelbild der Ausgabe 1/2019 von Ausbaustand in Deutschland. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Ausbaustand in Deutschland
Titelbild der Ausgabe 1/2019 von Musik in jedem Winkel. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Musik in jedem Winkel
Titelbild der Ausgabe 1/2019 von DAB-Radioübersicht Teil 1. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
DAB-Radioübersicht Teil 1
Titelbild der Ausgabe 1/2019 von High-End-Geräte. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
High-End-Geräte
Titelbild der Ausgabe 1/2019 von CD-Radios. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
CD-Radios
Vorheriger Artikel
Kompaktanlagen
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel DAB-Plus-Empfang im Auto verbessern
aus dieser Ausgabe

... und fertig. Soweit die Theorie. Doch diese Antennen bestehen nicht nur aus dem metallischen Folienstück, das an die Scheibe zu klemmen ist, sondern zusätzlich auch aus einem weiteren Drahtstück mit Magnetpille oder einer seitlich abgehenden, ebenfalls mit Klebefolie versehenen Lasche. Dabei handelt es sich um den Masseanschluss. Man kann davon ausgehen, dass man dort, wo man die Scheibenantenne hinkleben möchte, garantiert keinen Masseanschluss vorfindet. Die Metallkarosserie ist in der Fahrgastzelle schließlich gut hinter Verkleidungen versteckt. Also wäre als erster Schritt die Verkleidung der A-Säule zu entfernen. Schenkt man zahllosen Beiträgen in einschlägigen Internetforen Glauben, kann dies mit den bloßen Fingern oder mit Keilen gelingen. Jedes Mal jedoch unter erheblichem Kraftaufwand, unter der gar nicht so wenige Verkleidungen Schaden nehmen und gegen neue zu ersetzen sind.

Also einfach auf Masse verzichten?

Offen gestanden haben wir keine Lust, an unserem Testfahrzeug die bis zur B-Säule reichende A-Säulen-Verkleidung für den Masseanschluss herunterzureißen. Also gehen wir einen anderen Weg. Bei unserer Scheibenklebeantenne ist der Masseanschluss als Draht mit einem Magneten am Ende ausgeführt. Das bringt uns auf die Idee, diesen Draht mit einer Zange durchzuzwicken und eine Verlängerung einzulöten. Das gibt uns die Chance, den Magneten an einem in der Nähe der A-Säule befindlichen blanken Metallteil der Karosserie zu platzieren. Das gibt uns auch die Chance, auszuprobieren, wie groß die Unterschiede bei den Empfangsleistungen mit und ohne angeschlossener Masse sind.

Einige Grundlagen

Die durchweg sehr schlechten Empfangsleistungen von Scheiben(klebe)antennen sind dem Umstand geschuldet, dass sie quasi im Inneren der Fahrgastzelle montiert sind. Die Blechkarosserie des Fahrzeugs hat eine stark dämpfende Wirkung auf Funksignale aller Art. Besonders das Autodach kann man als Funkwellensperre betrachten. Ebenso die Säulen des Fahrzeugs, die die Scheibenantenne oft genug in den Funkschatten wandern lassen. Auch die Verglasung unserer Autos dämpft Funkwellen. Aufgrund der Metallbedampfung der Scheibe gelangen sie somit deutlich weniger ins Fahrzeug, als wenn die Antenne außerhalb des Wagens zur Verfügung stehen würde. Mit anderen Worten: Es gibt keinen schlechteren Ort für eine Antenne, egal ob für DAB Plus oder UKW. Mit diesem Antennentyp wird man nur das gut hören, was vor Ort mit hoher Signalstärke verfügbar ist. Es wäre also gut, wenn man einen möglichst leistungsstarken Sender vor Ort hätte. Ein weiterer Nachteil der Scheibenantennen ist ihre geringe Montagehöhe. Der Empfang ist nämlich in Bodennähe schlechter als weiter oben. Man kann durchaus sagen, dass Antennenhöhe Reichweite bringt. Erinnern wir uns an die großen TV-Antennen, mit denen man zum Beispiel im deutschen Osten westdeutsches Fernsehen empfangen hat. Ihre Montagehöhe war eines der grundlegenden Kriterien für guten Fernempfang.

Aktivantenne

Die Schwächen der Scheibenantennen versucht man mit einem eingebauten Signalverstärker wett zu machen. Eine Aktivantenne ist demnach eine mit Verstärker. Simpel ausgedrückt ist ein Verstärker ein ziemlich dummes Bauteil. Er verstärkt alles, was er von der Antenne angeliefert bekommt. Ist das in erster Linie Rauschen, verstärkt er eben dieses. Ein Verstärker ist nicht in der Lage, Multiplexe aus dem Grundrauschen zu erkennen. Damit kann er auch nicht zur Verbesserung des Signals beitragen. Das ist nicht nur bei DAB Plus so, sondern auch bei UKW und TV. Früher wussten Profis, dass ein Verstärker nur dazu dient, um Leitungsverluste auszugleichen. Für guten Empfang ist es somit unerlässlich, dass die Antenne selbst schon ein brauchbares Signal empfangen muss. Das was sie nicht zustande bringt, vermag ein Verstärker nicht auszubügeln. Eine schlechte Antenne wird durch den Einsatz eines Verstärkers nicht besser. Vor allem kann eine aktive DAB-Plus-Scheibenantenne nicht annähernd einen Ersatz für eine DAB-Plus-Magnetfuß- oder fest eingebaute Digitalradioantenne am Autodach sein.

Magnetfußantennen

Die DAB-Plus--Magnetfußantenne von Hama ist unsere Referenzantenne. In Dachmitte platziert sorgt sie für ausgezeichneten Empfang


An die Empfangsleistungen der Hama und Antenne Bad Blankenburg kommt die von Tiny Audio nicht ganz heran und muss sich knapp geschlagen geben


Antennensysteme ab Werk

Die klassische Stabantenne hat bei vielen Autoherstellern ausgedient. Ihnen sind weitgehend unsichtbare Antennen wichtig. Da diese häufig an suboptimalen Orten verbaut sind, wird mitunter auch zu umfangreichen Antennendiversity-Systemen gegriffen, die für optimalen Empfang sorgen sollen. Tatsache ist jedenfalls, dass die in den Autos verbauten Antennenanlagen selten an die Leistungsfähigkeit einer guten alten Stabantenne heranreichen. Gemeinsam mit den eingebauten Radios sind sie oft nur Mittelmaß. Was für UKW und DAB Plus gleichermaßen zutrifft. Die besten Karten hat man in der Hand, wenn im Fahrzeug ab Werk eine UKW-Stabantenne verbaut ist. Diese lässt sich durch eine für DAB Plus geeignete Antenne austauschen. Wobei gegebenenfalls zum nachgerüsteten Digitalradio eine zusätzliche Antennenleitung zu verlegen ist.

Dachantenne

Für DAB Plus ist eine Dachantenne die mit Abstand beste Wahl. Egal, ob es sich um eine fest eingebaute Lösung mit Bohren am Dach oder eine Magnetfußantenne handelt. In ihren Empfangsleistungen sind beide gleichwertig. Sie profitieren vom höchsten Punkt des Fahrzeugs und der freien Rundumsicht. Funkwellen werden somit aus allen Richtungen gleich gut und ungedämpft empfangen. Die Außenantenne gibt auch sehr schwachen Signalen eine Chance, die mit Scheibenantennen durch den Rost fallen.

Kein Kabel-Problem

Wer noch nie mit Magnetantenne unterwegs war, möchte meinen, dass das frei am Autodach liegende Antennenkabel und seine Durchführung ins Innere durch die Tür, die größten Schwachpunkte sind. Aus unserer rund 16-jährigen Erfahrung mit DAB-Plus-Magnetantennen können wir berichten, dass die Kabel selbst dann noch im einwandfreien Zustand waren, nachdem sich die Magnetfüße der Antennen längst im Rost aufgelöst hatten. Die Durchführung ins Wageninnere erfolgt übrigens durch die Autotür. Das dünne Antennenkabel lässt sich teils sogar in den Türdichtungen verstecken. Sie sorgen auch dafür, dass es keinen Schaden nimmt.

Test 1

Nachdem landesweites Digitalradio in Österreich erst in diesem Mai startet, waren wir bislang auf DAB Plus aus dem benachbarten Ausland angewiesen. Dieses lässt sich in weiten Teilen Österreichs auch mobil gut nutzen. Da durchweg nur schwache Signale zur Verfügung stehen, kommt es extrem auf die Güte des verbauten Digitalradios und der Antenne an. Sie entscheiden, wie weit man mit bayerischem DAB Plus etwa auf der Autobahn von Salzburg über Linz nach Wien kommt. Mit manchen Werkslösungen ist bereits kurz nach der Grenze bei Salzburg Schluss. Mit den meisten Scheibenklebeantennen schafft man rund 35 Kilometer ins österreichische Hinterland. Wobei die Autobahnraststätte Mondsee für schlechte Anlagen meist das Ende des Digitalradioempfangs markiert. Ab hier trennt sich der Weizen von der Spreu. Mit ausgesuchtem Equipment, Dachantenne und Radio schaffen wir weitgehend ungestörten Digitalradioempfang weitere 110 Kilometer. Für Scheibenantennen ebenso ein Ding der Unmöglichkeit, wie für, soweit uns bekannt, auch den ab Werk verbauten DAB-Plus-Lösungen.

Test 2

In der zweiten Versuchsreihe mussten sich unsere Antennen auf unserer Teststrecke zwischen dem osttiroler Lienz und dem südtiroler Toblach bewähren. Wobei wir unser Augenmerk darauf richten, ab oder bis wo die immer schwächer werdenden Signale des bei Bruneck befindlichen leistungsschwachen DAB-Plus- Senders reichen. Mit unserer Referenzantenne, einer passiven Magnetfußantenne von Hama mit der Nummer 00107229, ist weitgehend ununterbrochener Empfang ab etwa 6 Kilometer westlich von Lienz gegeben. Der Antennenstab der Hama ist rund 27,5 Zentimeter lang und um etwa 20 Grad von der Senkrechten nach hinten geneigt. Sie ist fest mit dem Magnetfuß verbunden. Das 3 Meter lange Antennenkabel geht rückwärts ab, was für den Einsatz am Autodach eher ungünstig ist. Für eine positive Überraschung sorgte auch die DAB-Plus-Magnetfußantenne von Antenne Bad Blankenburg, Type 4403.80. Ihr senkrechter Antennenstab ist 27,5 Zentimeter lang.

Die Länge der Anschlussleitung ist mit 3 Metern leider etwas kurz geraten und erfordert bei Bedarf eine SMB-Verlängerung. Dieses kleine Manko wird aber von den Empfangsleistungen der Magnetantenne aus Bad Blankenburg wieder wett gemacht. Sie liegen etwa gleichauf mit jenen der Hama. Wobei sich nicht eindeutig sagen lässt, wer letztlich wirklich die bessere der beiden ist. Die Dach-Magnetfußantenne von Tiny Audio ist unser dritter Testkandidat. Sie ist 30 Zentimeter lang und besitzt im unteren Drittel eine Spule. Ihre Anschlussleitung ist 5 Meter lang. Sie ist ideal für größere Fahrzeuge und wenn es darum geht, die Antenne in Dachmitte, von wo aus Magnetfußantennen in alle Richtungen am besten funktionieren, zu platzieren. Als wir uns mit dieser Antenne der Geradenoch- Empfangszone nähern, bleibt das Radio zunächst stumm. Abgesehen von einigen wenigen Stellen, wo kurz Audio zu hören ist. Erst ab 2 Kilometer später, also 8 Kilometer von Lienz entfernt, beginnen drei von mit den anderen Antennen vier mögliche Multiplexe dauerhaft zu spielen. Etwa einen Kilometer weiter können wir auch mit der Tiny-Magnetantenne aus dem Vollen schöpfen. Weiter bieten sich für DAB-Plus Breitband-Magnetfußantennen an, so wie sie im Amateurfunk Anwendung finden. Unser Modell ist für den Frequenzbereich von 1 bis 1 300 MHz ausgelegt und besteht aus einem großen, extrem gut haftenden Magnetfuß. An ihm ist eine in fünf Teile zerlegbare Stabantenne mit zwei Spulen angeschraubt. Ihre Länge beträgt 60 Zentimeter. Am Ende ihres 4 Meter langen Kabels ist eine BNC-Buchse angebracht. Um sie an die SMB-Antennenbuchse eines DAB-Plus-Autoradios anschließen zu können, braucht man mehrere Adapterstecker. Die Länge der drei Stabteile lässt sich per Innensechskantschlüssel auf den gewünschten Frequenzbereich anpassen. Was bei uns ohne Erfolg blieb. Die Empfangsleistungen der Antenne waren katastrophal, wohl weil sie zu lang war. Also haben wir sie mit dem beiliegenden Werkzeug den gesamten Teil über der ersten Spule demontiert. Womit wir auf eine Länge von 25,5 Zemtimeter kommen. Schaut zwar, zumindest aus der Sicht eines Funktechnikers fürchterlich aus, sorgt aber für exzellente Empfangsleistungen. Sie verweist sogar unsere Referenzantenne auf die Plätze und lässt das Digitalradio sogar teilweise noch an Orten spielen, an denen mit anderen guten Antennen kein Empfang mehr möglich ist. Zwar mit größeren Unterbrechungen, ist mit ihr DAB-Plus-Empfang bereits ab etwa 2 Kilometer von Lienz entfernt möglich.

Kabelführung bei Magnetfußantennen

Von den anderen Magnetfuß-Dachantennen unterscheidet sich die Tiny Audio durch die Spule im unteren Drittel des Antennenstabs


Die einzelnen Segmente dieser No-Name-Breitband-Antenne lassen sich abschrauben. Wir entfernen den oberen Teil


Das sehr dünne Antennenkabel von DAB-Plus-Magnetfußantennen wird einfach durch die Tür ins Innere geführt


Selbst etwas dickere Kabel lassen sich gut hinter die Tür-Gummidichtung schieben und stören so nicht. Die Dichtung sorgt auch für Schutz


Mit den Scheibenklebeantennen betreten wir eine ganz neue Liga in Sachen DAB-Plus-Empfang. Zum Test kamen primär jene Klebeantennen, wie sie DAB-Plus-Nachrüstgeräten oder DIN-Digitalradios beigepackt sind. Bei unserem ersten Klebekandidaten ist der Masseanschluss als Magnet ausgeführt, der an einer blanken Stelle der Karosserie zu platzieren ist. Während der ersten Scheibenantennen- Testfahrt sind wir also mit angeschlossener Masse unterwegs. Eine langweilige Fahrt. Denn das Radio bleibt stumm. Dass es etwas später zu spielen beginnen würde, davon waren wir ausgegangen. Aber wir spulten Kilometer um Kilometer ab, ohne auch nur einen Ton wahrzunehmen. Kontrollen mit der Dachantenne belegten, dass wir uns längst in der bestens versorgten Region befanden. 22 Kilometer westlich von Lienz näherten wir uns jenem Punkt, an dem bis dato selbst die schlechtesten an die Dachantenne angeschlossenen DAB-Plus-Autoradios allmählich zu spielen beginnen. Hier sorgte auch die Scheibenantenne für ein erstes Audio. Für zwei Sekunden. Das war’s auch schon wieder. Es geht weiter in Richtung Westen. An der Staatsgrenze zu Italien, rund 34 Kilometer westlich von Lienz und nach 28 Kilometern, auf denen wir normalerweise ohne Einschränkungen Digitalradio genießen, ist mit der Scheibenantenne noch immer nichts zu hören. Bis hierher hatten wir unsere Testfahrt bereits mehrmals unterbrochen, weil wir uns nicht vorstellen konnten, dass die aktive Scheibenantenne noch immer nicht liefert. Kontrollen belegten aber, dass alles in Ordnung war.

Nach insgesamt 38 Kilometern Fahrt beginnt das DAB-Plus-Radio nun doch zu spielen. Inzwischen sind wir fast in Innichen angelangt und dürfen uns freier Sicht zu unserem DAB-Plus-Sender erfreuen. Jedes Mal, wenn diese etwa durch ein Haus kurz unterbrochen wurde, verstummten auch die Lautsprecher. Westlich von Toblach, 47 Kilometer von unserem Startpunkt entfernt, haben wir unser Ziel, einen Parkplatz mit sehr gutem DAB-Plus-Empfang, erreicht. Drei Multiplexe kommen hier mit Bombensignal. Wie uns die Signalstärke des Digitalradio- Adapters Tiny C5 belegt, sind es an der Magnetfuß-Dachantenne rund 34 dB. Über die Scheibenantenne kommen diese Pakete mit bis zu 16 dB. Der vierte, etwas schwächere Multiplex kommt mit der Außenantenne mit rund 28 dB und mit der Scheibenantenne mit maximal 10 dB. Wobei die Wiedergabe ständig aussetzt. Von Mux 5 fehlt mit der Scheibenantenne überhaupt jede Spur. Tags darauf sind wir dieselbe Strecke noch einmal, diesmal ohne angeschlossene Masse, gefahren, bei gleichem Resultat. Zum Vergleich haben wir auch noch eine zweite Scheibenklebeantenne versucht. Mit ähnlich niederschmetterndem Resultat. Scheibenantennen sind nicht einmal als Notlösung in Erwägung zu ziehen. Sie sind, in aller Härte ausgedrückt, Schrott. Wer mit Scheibenantenne fährt ist entweder selbst schuld oder hat seinen eigenen DAB-Sender im Kofferraum verstaut. DAB Plus mit einer Scheibenantenne ist etwa so sexy, als wenn man auf einen Ferrari eisenbeschlagene Holzräder aufzieht und damit zu fahren versucht.

Testresultate mehrfach bestätigt

Glossar

SMB

Sub-Miniature-B. Dieses koaxiale Steckernorm wird bei DAB-Plus-Autoradios für den Anschluss der Antenne genutzt.

Dass Scheibenantennen für Frust und Ärger sorgen, wird uns immer wieder in Telefonaten berichtet. Bemerkenswert ist, dass die Fahrer in Regionen mit bestens ausgebauten DAB-Plus-Sendernetzen unterwegs sind, wie etwa im Großraum München oder Augsburg. Ständige Aussetzer lassen sie jede Freude an DAB Plus vermiesen. Nur zu verständlich. Wären wir verdammt, mit einer Scheibenantenne fahren zu müssen, würden wir wohl reuig zu UKW zurückkehren.

Abhilfe

Dabei braucht es nicht viel für guten DABPlus- Empfang nur einen DAB-Plus-Adapter mit Magnetfußantenne am Dach. Alles ohne Mühen und ohne Bohren binnen weniger Minuten installiert. So macht Digitalradio echt Spaß. DAB-Plus-Nachrüstradios finden sich vermehrt übrigens nicht nur in alten Autos, die nur ein UKW-Radio an Bord haben, sondern auch bei neuen mit DAB Plus ausgestatteten Modellen. Warum? Weil die preiswerten Nachrüstlösungen in der Regel hörbar besser funktionieren, als die teuren ab Werk eingebauten Geräte und Antennen. 3

Alternative Fensterklebeantenne

Als Masseanschluss dient bei dieser Antenne ein kleiner Magnet. Leider ist dessen Kabel etwas kurz geraten


Wir zwicken das Massekabel kurzerhand auseinander und fügen ein Drahtstück ein. Das gibt uns die Chance, im Fahrzeug einen geeigneten Massepunkt zu erreichen


Um mehreren DAB-Plus-Scheibenklebeantennen austesten zu können, verzichten wir darauf, die Antennen fest auf die Windschutzscheibe zu kleben


Die Grafik zeigt den gewaltigen Unterschied zwischen unseren getesteten Magentfuß- Dachantennen und den Scheibenantennen


Bilder: Auerbach Verlag/Thomas Riegler

Bilder: Auerbach Verlag/Thomas Riegler