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Der große Dreh-Test


ANGELSEE aktuell - epaper ⋅ Ausgabe 80/2021 vom 03.10.2021

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Bildquelle: ANGELSEE aktuell, Ausgabe 80/2021

Test mit Erfolg: Lasse Hinrichsen ging diese makellose Forelle ins Netz bzw. an den neuen Iron Trout Spinner.

Wenn wir Freiwillige suchen, um neue Köder am Forellensee zu testen, wie zuletzt in der Juni-Ausgabe von Angelsee-aktuell, können wir uns über einen Mangel an Bewerbern nicht beklagen. Die 60 Test-Sets waren schnell vergeben. Allerdings hatten weder wir noch die ausgewählten Leser die Tücken der Jahreszeit in Betracht gezogen. Wer beim Testen der neuen Iron Trout Forellenspinner zu einem einigermaßen stichhaltigen Ergebnis kommen wollte, musste reichlich Zeit und Ausdauer investieren.

Viele Angelseen wurden im Testzeitraum Juli-August überhaupt nicht mit Forellen besetzt, und wo es Forellen gab, waren die im Hochsommer ziemlich abgeneigt, vermeintlichen Beutefischen hinterher zu jagen. So blieb einigen Teilnehmern nichts anderes übrig, als den Test an Fließgewässer zu verlagern oder die Spinnköder auf andere Fischarten einzusetzen. David Hövelmann zum Beispiel, probierte die Spinner zuerst in ...

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... einem Bach aus, wo immerhin kleine Bachforellen bissen, dann an einem Stausee im Sauerland („2. Wurf 1 Barsch, 3. Wurf 1 Barsch“). wich auf die Elbe aus – und fing prompt einen Zander von 53 cm. fuhr über die Grenze in die Niederlande, und und nah-men die Iron Trout Spinner sogar mit in den Urlaub nach Österreich.

An dieser Stelle gebührt erst einmal allen Testern der Dank der Redaktion und der Firma Sänger für ihren Einsatz. Kompliment, meine Herren (Damen waren diesmal leider nicht dabei)! Kommen wir nun zu den Ergebnissen.

WURF-EIGENSCHAFTEN

Spinnangler müssen, wollen sie fangen, erst einmal werfen, werfen und werfen. Und Spinner müssen fliegen, gezielt und eventuell auch weit. Dabei spielen Gewicht und „Windschnittigkeit“ eine (ge)wichtige Rolle. Das Test-Set bestand aus 4 Spinnern (1,7 g, 3 g, 3g und 4 g), im Prinzip alles Leichtgewichtsklasse, wie die Boxer sagen würden. Entsprechend setzten alle Tester ihre leichten bzw. ultraleichten Spinnruten ein.

Johann Falkenhagen benutzte abwechselnd eine 2,40 m Telerute (Wurfgewicht 5 bis 20 g) mit 0,25er Monofil und eine UL-Rute von 2,10 m (Wurfgewicht 0,8 bis 4 g) mit 0,08er geflochtener Schnur. „Der 1,7-g-Spinner wurde ausschließlich an der UL-Rute geführt, da die Wurfweite mit der größeren Rute erwartungsgemäß nicht überzeugte. Die 3 und 4g schweren Spinner ließen sich mit beiden Ruten und mit überraschend großer Weite werfen. Selbst mit Gegen- und Seitenwind waren noch sehr präzise Würfe möglich.“ Dass sich die Spinner beim Werfen nicht überschlagen, hat auch Jens Staudinger positiv angemerkt. Nebenbei bemerkt, damit sich der Haken auch unter widrigen Windverhältnissen während des Wurfs oder bei der Landung nicht in der Schnur verfängt, empfiehlt Johann Falkenhagen generell ein „leichtes Abbremsen der Schnur vor dem Aufprall“.

Alexander Weis probierte den schwersten Spinner sogar an einer Rute bis 60 g Wurfgewicht aus und war mit dem Ergebnis zufrieden, auch wenn sich die Wurfweiten nicht mit denen vergleichen ließen, die er mit seiner UL-Rute erzielte. Auch Claus Berchtold vermerkte in seinem Testbericht, dass bei kleineren Ködergewichten auch die Wurfweiten geringer waren und das 1,7-g-Modell die kürzesten Weiten erreichte.

Bei der Gewichtsobergrenze gingen die Meinungen auseinander. Während Felix Wadewitz die 4 g-Variante etwas zu schwer war, hätte Mike Dytkiewicz einen Spinner von 5g gewünscht, um sein Gewässer, das Angelparadies Burgdorf, weitläufiger abfischen zu können. Auch Phillip Goltermann, der am Forellensee Peine/Vöhrum unterwegs war, stellte fest, dass die Spinner sich eher für die Jagd auf die Fische eigneten, die an den Uferkanten entlang patrouillierten.

Wie fast alle Testangler betonte Nicolas Blöcker, der am Forellensee Brokenlande unterwegs war, dass sich die Spinner dank ihres großen Öhrs problemlos an jedem Karabinerwirbel oder Snap-Einhänger befestigen ließen. „Die Montage war bei allen vier Exemplaren sehr einfach, auch das Wechseln hat einwandfrei geklappt.“

LAUF-EIGENSCHAFTEN

Spinnangler müssen werfen und werfen, ihre Spinner müssen sich drehen und drehen. Und immer noch drehen. Hier waren sich die Tester einig. „Im Wasser arbeitet das Blatt sauber und konstant, wie man es sich wünscht“ (Eric Schütz). „Man kann die Spinner gut in den verschiedenen Gewässerschichten sowie in unterschiedlichem Tempo führen“ (René Wiese).

Apropos Tempo: Viele Spinner brauchen eine gewisse Mindestgeschwindigkeit beim Einholen. Nicht so die Iron Trout Spinner. „Im klaren Wasser (des Leutascher Angelsees in Tirol) konnte ich mit der Polbrille sehen, dass die Spinner schon beim geringsten Zug arbeiteten“ (Uwe Reinhardt). „Es benötigt nur eine sehr geringe Einholgeschwindigkeit (2 bis 3 Sekunden/Umdrehung, bei 5 : 1 Übersetzung der Rolle), um die Spinner in Rotation zu versetzen“ (Johann Falkenhagen). „Man kann sogar einen Spinnstopp machen und den Spinner kurz nach unten taumeln lassen; beim kleinsten Zug fängt er wieder an zu laufen und erzeugt auch sichtbar gute Druckwellen“ (Claus Berchtold). Mit der gleichen Taktik hatten auch andere Erfolg: „Ich habe zwischenzeitlich immer wieder Spinnstopps eingelegt oder mit meinem Finger leicht auf die Rute getippt, und das hat mir ein paar Fische gebracht“ (René Wiese).

Extra Pluspunkte sammelte übrigens der 1,7 g leichte Spinner. „Mein Favorit war definitiv der leichteste der Spinner. Er ließ sich super extrem langsam und trotzdem sehr flach führen und hat trotz der langsamen Führung nicht an Rotation verloren“ (Lasse Hinrichsen). „Der Spinner mit 1,7 g Gewicht liegt sehr schön an der Oberfläche und erfüllt seinen Zweck auch bei langsamem Ziehen“ (Alexander Weis). Und das mit Erfolg: „Man kann gerade dieses Modell extrem langsam führen, worauf die meisten Forellen (an der Forellenanlage Klein Wall in Grünheide) bissen“ (Dirk Dähn). „Die Forellen standen an der Oberfläche und es war schwer, sie für irgendwas zu begeistern. Mit dem 1,7-g-Spinner, ohne Absinken geführt, wurde beim zweiten Wurf gefangen“ (Matthias Richter).

Stefan Eue hat die Bewertungen kurz auf einen Nenner gebracht: „Super Lauf-Eigenschaft“.

FARB-AUSWAHL

Über nichts kann man mit Spinnanglern besser streiten als über die Farben ihrer liebsten Köder. Da gehen die Meinungen weit auseinander und jeder hat einen eigenen Favoriten. Bei den Forellen scheint das übrigens auch der Fall zu sein ... Aber im Ernst: Mit 4 Spinnern kann man sicher nicht das gesamte Farbspektrum abdecken – und nicht alle Angler zufriedenstellen. Immerhin bescheinigt Uwe Reinhardt dem Test-Set insgesamt „attraktive Farben“. Phillip Goltermann hält das Farbsortiment zumindest für „angemessen“, Mario Heinrich für „sehr gelungen“.

Eric Schütz hätte sich farblich eine größere Palette gewünscht, zumal die Farbauswahl mit den Fluo-Farben (Grün-Gelb-Orange) „doppelt belegt war“. Gerade diese Farbe wurde aber nach Aussage von Claus Berchtold besonders oft attackiert. Claus hat bei näherem Hinsehen übrigens festgestellt, dass der Hersteller hier nicht nur ein wichtiges Werbe-Argument auf der Verpackung verschenkt, sondern auch einen realen Pluspunkt verbirgt. „Man hat vergessen zu erwähnen, dass die Spinner UV-aktiv sind. Alle Perlen sind UV-aktiv, die Lackierung selbst ist teilweise extrem, teilweise weniger stark UV-aktiv.“ Die roten Perlen haben auch Felix Wadewitz als Zusatzreiz gefallen, auch wenn er sich mehr „passive Farben wie Braun oder Schwarz“ gewünscht hätte.

Sehr zufrieden mit der einfarbigen Version des 3 g-Spinners war dagegen Mike Dytkiewicz.

„Der fängigste Spinner war bei mir der silberfarbene, der sogar zu Bissen und Nachläufern geführt hat, obwohl die Fische bei anderen Angelmethoden nicht mehr gebissen haben.“ Bei Nicolas Blöcker war auch ein 3 g-Spinner am fängigsten, allerdings der dreifarbige.

Wie man sieht, kann man bei der Farbgebung von Spinnern wohl weder allen Anglern noch allen Forellen gerecht werden.

MATERIAL UND HAKEN

Spinner werden strapaziert, beim Werfen, im Drill, bei Hängern, durch Korrosion. Da ist eine gewisse Stabilität Voraussetzung für langes Leben. Hier gab es vereinzelt Kritik an den Iron Trout Spinnern. Als „zu weich“ befand Stefan Eue die Achse, da sie sich bei Hängern verbiegen könne. „Ein kleines Manko monierte Uwe Reinhardt auch bei den Einzelhaken. „Sie biegen sehr schnell auf und müssen nachgebogen werden. Ich werde die Spinner mit Qualitätshaken bestücken.“ Alexander Weis dagegen lobte speziell die Schärfe der Haken: „Die Haken sind spitz und sobald sie richtig sitzen, hat der Fisch kaum eine Chance sich zu befreien.“ „Extrem scharfe Haken“ vermerkte auch Lasse Hinrichsen, und David Hövelmann notierte: „Die Haken sind superspitz und haben sauber und sicher gehakt.“ Auch Dirk Dähn ist von der Griffigkeit der Haken überzeugt, hätte sich aber ein dickdrahtigeres Modell gewünscht. „Ich musste ihn mehrfach zurechtbiegen, um die Fängigkeit zu erhalten.“ Felix Wadewitz machte dagegen nur gute Erfahrungen: „Die Haken halten auch dem Gewicht großer Forellen problemlos stand.“ Und auch Phillip Goltermann berichtete, dass sich weder eine Tigerforelle von 1,27 kg noch eine 45er Regenbogenforelle „trotz der wuchtigen Kopfschläge“ vom Haken befreien konnten. Übereinstimmend befanden unsere Tester die neuen Iron Trout Spinner als Bereicherung des Kunstköder-Angebots. Mit den Worten von Erich Schütz: „Klare Kaufempfehlung für Einsteiger und Fortgeschritten“ oder, wie René Wiese es formulierte, „Diese Köder dürfen in keiner Angelbox fehlen.“.

Gesamturteil: sehr gut ★ ★ ★ ★