Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 5 Min.

Der große ORGANCHECK


Hörzu Gesundheit - epaper ⋅ Ausgabe 2/2019 vom 07.06.2019

Leber, Nieren, Herz und Lunge arbeiten 24 Stunden am Tag. Und das ein Leben lang. Umleistungsfähig zu bleiben, brauchen sie Pflege – und regelmäßig einen Check-up


Artikelbild für den Artikel "Der große ORGANCHECK" aus der Ausgabe 2/2019 von Hörzu Gesundheit. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Hörzu Gesundheit, Ausgabe 2/2019

ALLES IM BLICK
Unser Körper ist das Wertvollste, was wir haben. Eine Art regelmäßiger Wartung sollte man ihm gönnen


7-10 Jahre beträgt dasDurchschnittsalter sämtlicher Zellen eines Erwachsenen


Prof. Dr. Dietmar Daichendt

Der Allgemeinmediziner arbeitet in eigener Praxis in München und ist Lehrbeauftragter für Allgemeinmedizinder Universität München (LMU)

Keiner von uns könnte sich vorstellen, komplett aufs Zähneputzen zu verzichten und ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 3,99€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Hörzu Gesundheit. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 2/2019 von HORZU Gesundheit: Das sind unsere Experten. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
HORZU Gesundheit: Das sind unsere Experten
Titelbild der Ausgabe 2/2019 von Wenn alles möglich scheint …. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Wenn alles möglich scheint …
Titelbild der Ausgabe 2/2019 von … und sich Perspektiven. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
… und sich Perspektiven
Titelbild der Ausgabe 2/2019 von Schmerz, LASS NACH. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Schmerz, LASS NACH
Titelbild der Ausgabe 2/2019 von Neue Strategien gegen chronische Schmerzen. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Neue Strategien gegen chronische Schmerzen
Titelbild der Ausgabe 2/2019 von SCHMERZMITTEL: im Check. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
SCHMERZMITTEL: im Check
Vorheriger Artikel
Die besten Tipps für gesunden Schlaf
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel Die Kraft der Meditation
aus dieser Ausgabe

... zeitlebens den Zahnarztbesuch zu schwänzen. Wir haben gelernt: Regelmäßige Pflege und Kontrolle schützen unseren Kauapparat vor Karies und Parodontose! Dass alle unsere Organe auch ein bisschen Unterstützung brauchen, um lange leistungsfähig zu bleiben, vergessen wir dagegen schon mal. Viel zu sehr verlassen wir uns auf die körpereigenen Reparaturmechanismen, die ständig Zellen erneuern und Organe instand halten. Tatsächlich: Unsere Leber ist so nach zwei Jahren komplett überholt, unser gesamtes Skelett nach zehn Jahren. Aber: „Fehlen dem Körper die dazu notwendigen Nährstoffe oder belasten ihn sogar schlechte Ernährung, Umweltgifte, UV-Strahlung oder Zigarettenrauch, kann er seine Reparaturarbeiten nicht mehr ausreichend durchführen“, sagt Prof. Daichendt aus München (praxisklinik-isar.de). Ähnlich wie beim Auto, das kaputtgeht, wenn man Wartungsarbeiten vernachlässigt, kann es beim Körper dann zur Schwächung oder gar zur Schädigung kommen.

Der Körper sendet Warnsignale: Das können Schmerzen im Knie, häufiges Unwohlsein im Magen oder auch Wassereinlagerungen in den Beinen sein. HÖRZU GESUNDHEIT hat zusammengestellt, auf welche Veränderungen Sie achten sollten, wann ein „Checkup“ beim Spezialisten angesagt ist (siehe Seite 112) und welche „Reparaturmaßnahmen“ wirklich wichtig sind.

KRAFTPAKET
Bitterstoffe der Artischocke regen die Leber an, mehr Gallensäure zu bilden


Sensible Mitte Magen & Darm

Warnsignale:Völlegefühl, Blähungen, Verstopfung, Sodbrennen
Der Magen-Darm-Trakt regelt die Speiseaufnahme und Verdauung. Immer mehr Menschen klagen jedoch über Probleme damit. „Üppige fette Mahlzeiten belasten den Verdauungstrakt“, so Prof. Daichendt. Auf zu viel Alkohol, Rauchen und Schmerzmittel reagiert der Magen sauer. Ständiges Sitzen, Stress und zu wenig sportlicher Ausgleich machen den Darm träge. Völlegefühl, Blähungen, Sodbrennen und Verstopfung können also Folgen unserer Lebensweise sein.
Reparatur: Geduld beim Kauen – schon das hilft dem Magen, denn er kann die Nahrung dann besser zersetzen. Ratsam sind drei Mahlzeiten am Tag und dazwischen Essenspausen. So kann sich der Verdauungsapparat regenerieren, auch der Insulinspiegel bleibt niedrig. „Vermeiden Sie zu viel Fleisch, da dessen Eiweiß den Magen belastet. Setzen Sie reichlich Gemüse und Vollkornprodukte auf den Speiseplan“, rät der Mediziner. Das sorgt auch für eine gesunde Darmflora.

STARTHILFE
Laufbänder sind eine gute Möglichkeit, auch bei schlechtem Wetter Ausdauertraining zu betreiben


10,6 Mio. Deutsche sind Mitglied in einemFitness-Studio


Labor des Körpers Leber

Warnsignale:Druckschmerzen im Oberbauch, Bauchkrämpfe, Müdigkeit
Das größte Stoffwechselorgan gleicht einem Chemielabor: Die Leber führt dem Blut Nährstoffe zu, stellt Hormone her, baut Giftstoffe ab, bildet Gallenflüssigkeit für die Fettverdauung. Alkohol, falsche Ernährung und Medikamente belasten das Organ. Völlegefühl, Müdigkeit, hoher Cholesterinspiegel und manchmal auch eine juckende Haut sind Folgen einer überlasteten Leber. Immer häufiger kommt es auch zu einer Leberzellverfettung. „Obwohl sie anfänglich kaum Beschwerden bereitet, kann die Fettleber zu schweren gesundheitlichen Schäden wie etwa Leberzirrhose führen“, erklärt Prof. Daichendt.
Reparatur: Bitterstoffe aus Artischocke, Löwenzahnwurzel oder Minzblättern helfen der Leber bei ihrem 24-Stunden-Job. Auch Extrakte der Mariendistel regen die Regeneration der Leberzellen an. Ein feuchtwarmer Leberwickel sorgt dafür, dass das Organ stärker durchblutet wird, und unterstützt die natürliche Entgiftungsfunktion.

Sauerstoffspender Lunge

Warnsignale:Husten, Kurzatmigkeit, Leistungsschwäche
Sauerstoff ist unser Lebenselixier, jede Zelle braucht ihn. „Vor allem Rauchen, aber auch Allergien und Luftverschmutzung belasten unser Atmungsorgan“, sagt Prof. Daichendt. „Die Folge: Unsere Ein- und Ausatemwege, die Bronchien, sind in ihrer Funktion vermindert.“ Eine weitere Einschränkung der Lungenfunktion ist die Reduktion des Lungengesamtvolumens. „Hiervon sind vor allem übergewichtige Personen betroffen, da der dicke Bauch im Bauchraum das Zwerchfell nach oben drückt und dann die Lunge im Brustraum weniger Platz hat“, so der Experte.
Reparatur: Tägliches Bewegen wie etwa Joggen und Fahrradfahren trainiert das Lungenvolumen. „Aber auch Zwerchfelltraining hilft. Das Beste ist herzhaftes Lachen“, empfiehlt der Allgemeinmediziner. Dampfbäder und scharfe Speisen wie etwa Chili tun der Lunge ebenfalls gut. Raucher sollten natürlich nicht mehr zur Zigarette greifen.

AUFTANKEN
Zitronenwasser fördert im Körper die Ausscheidung gefährlicher Giftstoffe


GUTE NACHT
Vor allem im Schlaf sind die Reparaturmechanismen des Körpers aktiv, die ständig Zellen erneuern und Organe instand halten


Starke Filter Nieren

Warnsignale:Wassereinlagerungen, Müdigkeit, Konzentrationsschwäche
Die Nieren reinigen unser Blut und befreien es von Giftstoffen. Doch im Lauf des Lebens lässt die Funktion des Doppelorgans nach. Das Risiko für eine eingeschränkte Nierenfunktion steigt. Die Auswirkungen sind vielfältig: Wassereinlagerungen in den Beinen, Müdigkeit und Konzentrationsschwäche können Anzeichen sein. Dabei kann ein einfacher Urintest Hinweise auf Störungen geben.
Reparatur: Täglich so viel trinken, dass der Urin klar und hell bleibt. Ideal ist Wasser.

Bei Kälte: die Nieren warm einpacken. Kühlen sie aus, sind sie nicht gut durchblutet, das schwächt die Harnproduktion, Bakterien können sich einnisten.

Fleißige Pumpe Herz

Warnsignale:Bluthochdruck, Müdigkeit, Wassereinlagerungen
Bewegungsmangel, Übergewicht, Rauchen, unausgewogene Ernährung und Dauerstress belasten Herz und Blutgefäße. Auch ein Mangel an den Vitaminen B6, B12 und Folsäure kann schaden. „Diese Nährstoffe sind maßgeblich am Abbau von Homocystein beteiligt – ein Stoffwechselendprodukt, das bei erhöhten Werten die Zellwand angreift und zu Arterienverkalkung führt“, so der Mediziner. Homocystein-Wert im Blut testen lassen!
Reparatur: Regelmäßige Ausdauersportarten, ausreichend Schlaf und Entspannung halten unser Herz fit. Die Einnahme des Weißdorn-Spezialextrakts WS 1442 kann zudem die Pumpkraft steigern. Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und zweimal die Woche Fisch liefert wertvolle Antioxidantien, Omega-3-Fettsäuren und die Aminosäure Arginin, die unsere Blutgefäße schützen und elastisch halten.

Stützendes Gerüst Knochen & Gelenke

Warnsignale:geschwollene Gelenke, Gelenkschmerzen, Osteoporose
Instabile Knochen, die Brüche begünstigen: Das ist längst keine Alterserscheinung mehr. Als Ursache gelten Bewegungsmangel, Fast Food und Rauchen. Problem: Man merkt Knochenschwund zuerst nicht. Dagegen macht sich der Abbau an Knorpelmasse früher durch Schmerz bemerkbar. Anlaufschmerz nach langem Liegen und Sitzen oder geschwollene, warme Knie nach dem Sport können erste Anzeichen für eine beginnende Arthrose sein.
Reparatur: Knochen brauchen Kalzium. „Seinen Bedarf von etwa 1200 mg Kalzium pro Tag sollte man jedoch nicht nur über Milchpro dukte decken, denn ein Zuviel des enthaltenen Caseins schädigt die Knochen sogar“, erklärt Prof. Daichendt. Gut zu wissen: Mandeln, Rucola und Mineralwasser enthalten ebenfalls Kalzium. Um die Gelenke beweglich zu halten und vor Arthrose zu schützen, ist regelmäßige Bewegung wichtig. Studien zeigen, dass Sportarten wie Aerobic, bei denen Druck- und Zugbelastungen auf den Knochen ausgeübt werden, eine höhere Knochendichte bringen.

RICHTIGE HAUTPFLEGE
Reifere Haut braucht meist Cremes mit einem höheren Fettanteil, da ihre Talgdrüsen weniger produktiv arbeiten


UV-SCHUTZ
Eine kurze Zeit darf man ungeschützt in die Sonne (hilft der Vitamin-DBildung), danach Sonnencreme nicht vergessen!


KONTROLLE
Ältere Menschen und Bluthochdruckpatienten sollten regelmäßig ihren Blutdruck messen


Guter Durchblick Augen

Warnsignale:Verschlechterung der Sehfähigkeit und Linseneintrübung
Es trifft ausnahmslos jeden: Etwa ab dem 45. Lebensjahr verlieren wir die Fähigkeit zur Nahsicht. Grund: Die Linse des Auges verliert mit den Jahren an Elastizität. Des Weiteren sind typische Erkrankungen im Alter der graue Star, eine Eintrübung der Linse, sowie die Makuladegeneration, die zum Verlust der Sehkraft führen kann.

Reparatur: Einseitige Anstrengung der Augenmuskulatur, etwa am Computer, kann man durch Augenübungen ausgleichen. Zu den wichtigsten Nährstoffen fürs Auge zählen die sogenannten Carotinoide, die etwa in Grünkohl, Brokkoli, Karotten und Orangen stecken. „Die ausreichende Zufuhr an Lutein kann einem grauen Star vorbeugen“, rät der Allgemeinmediziner. Ebenfalls wichtig: Sonnenbrille mit UV-Schutz.

Sanfte Abgrenzung Haut

Warnsignale:Trockenheit, fehlende Spannkraft, Falten
Etwa ab dem 30. Lebensjahr produziert die Haut jährlich ein Prozent weniger Kollagen. Falten, schlaffe und trockene Haut sind die unübersehbaren Folgen.
Reparatur: „Wichtig für die Hautfestigung und Kollagenbildung ist Vitamin D, das unsere Haut durch Sonnenbestrahlung selbst bildet“, so der Experte. Daneben spielen auch Steroidhormone wie etwa Östrogen fürs Hautbild eine Rolle. Untersuchungen zeigen: Krafttraining fördert die Hormonbildung.


FOTOS: SHUTTERSTOCK, GETTY IMAGES (2), STEFAN NIMMESGERN

FOTOS: HATLING/KUYLENSTIERNA/GETTY IMAGES (4)

FOTOS: CIROU/KIRCHHERR/GETTY IMAGES (4)