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Der große Versicherungs - CHECK


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Leben & erziehen - epaper ⋅ Ausgabe 10/2021 vom 30.09.2021

Krankenkasse – gesetzlich oder privat?

Unser Experte

Artikelbild für den Artikel "Der große Versicherungs - CHECK" aus der Ausgabe 10/2021 von Leben & erziehen. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Leben & erziehen, Ausgabe 10/2021

Bastian Landorff

… ist Fachberater im Bereich Krankenversicherung bei der Verbraucherzentrale Bayern mit Sitz in München.

Infos: verbraucherzentralebayern.de

1

Ein Elternteil ist berufstätig und gehört einer gesetzlichen Krankenkasse an, der Ehepartner ist nicht berufstätig und mitversichert.

Dann ist das Baby kostenlos mitversichert. Bastian Landorff von der Verbraucherzentrale Bayern e. V. sagt: „In der Familienversicherung bleibt das Kind mindestens bis zum 18. Lebensjahr.“ Allerdings nur, wenn es selbst kein höheres Gesamteinkommen als 470 Euro im Monat hat.

2

Beide Elternteile sind berufstätig und gehören verschiedenen gesetzlichen Krankenkassen an.

Dann könnt ihr wählen, bei welcher ihr euer Baby kostenlos mitversichern möchtet. Der Tipp vom Experten: „Bei der Entscheidung kann ein Blick auf die Sonderleistungen der Krankenkassen helfen. Manche ...

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... bieten zum Beispiel Zusatzleistungen wie die Behandlung mit alternativen Heilmethoden an.“

Auch Leistungen wie Bonusprogramme und 24-Stunden-Hotlines bei medizinischen Fragen können bei der Wahl berücksichtigt werden.

3

Ein Elternteil ist berufstätig und privat versichert; sein Einkommen liegt über der Jahresarbeitsentgeltgrenze (2021: 64 350 Euro brutto). Der Ehepartner gehört einer gesetzlichen Krankenkasse an, sein Einkommen ist niedriger.

Dann kann euer Baby nicht familienversichert werden, sondern braucht eine eigene Versicherung, für die ihr einen eigenen Beitrag zahlt. Bastian Landorff erklärt:

„Eltern können sich in diesem Fall entscheiden, ob sie ihr Kind privat versichern oder ob sie sich für eine freiwillige gesetzliche Krankenversicherung entscheiden. Dabei gilt zu bedenken: Wenn das Kind erst mal in die private Versicherung gewechselt ist, dann kommt es nicht mehr so leicht in die gesetzliche Versicherung zurück. Außer es ändert sich etwas an den Verhältnissen, zum Beispiel den Einkommensverhältnissen der Eltern.“

4

Ein Elternteil ist berufstätig und privat versichert; der Ehepartner gehört einer gesetzlichen Krankenkasse an, sein Einkommen ist aber höher.

Dann kann der Ehepartner das Baby kostenlos mitversichern.

5

Beide Elternteile sind privat versichert.

Euer Baby muss dann entweder ebenfalls in der privaten Krankenversicherung versichert oder freiwilliges Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung werden. Die Kosten für eine freiwillige Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung sind laut Verbraucherzentrale mit rund 200 Euro etwa gleich hoch wie bei einer privaten Krankenversicherung für Kinder.

6

Die Eltern sind nicht verheiratet.

Dann sind die Einkommensverhältnisse für die Familienversicherung des Kindes grundsätzlich nicht wichtig. Das bedeutet, dass das Kind beim gesetzlich versicherten Elternteil unabhängig vom Einkommen des privat versicherten Elternteiles familienversichert werden kann. Ihr könnt euer Kind aber auch privat versichern, wenn ihr das möchtet.

7

Kein Elternteil ist krankenversichert.

Das solltet ihr schleunigst ändern, denn in Deutschland besteht gesetzliche Versicherungspflicht. Entweder wendet ihr euch direkt an eine gesetzliche Krankenkasse oder an das Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums unter 030 340606601.

Was müsst ihr außerdem wissen?

Wie melde ich mein Baby bei der Krankenversicherung an?

Wenn ihr die Geburtsurkunde beim Standesamt beantragt habt, bekommt ihr automatisch auch ein Exemplar für die Anmeldung bei der Krankenkasse. Dieses schickt ihr mit einem formlosen Schreiben an eure Versicherung und informiert sie so über euren Nachwuchs. Das sollte innerhalb der ersten zwei Monate nach der Geburt passieren (siehe gesetzliche Versicherungspflicht, S. 76). Die Krankenversicherung für das Neugeborene wirkt rückwirkend bis zur Geburt. Wenn ihr euer Kind privat versichern wollt, solltet ihr die Krankenkasse am besten vor der Geburt auswählen und euch für die Abwicklung der Anmeldung dort vorab individuell beraten lassen.

Wie lange sind Kinder mitversichert?

Kinder können im Regelfall bis zum 18. Lebensjahr familienversichert werden. Das heißt, sie sind kostenlos bei der Krankenversicherung ihren Eltern mitversichert. Geht der Nachwuchs nach der Volljährigkeit noch zur Schule, kann die Familienversicherung bis zum 23. Lebensjahr, bei Studium und Ausbildung bis zum 25. Lebensjahr verlängert werden.

Das gilt auch für Pflegekinder, Stiefkinder und Enkel, wenn diese überwiegend bei dem Versicherten leben. Kinder, die sich aufgrund einer Behinderung nicht selbst versorgen können, bleiben unbegrenzt familienversichert.

Wer kann familienversichert werden?

Nicht nur Kinder, auch Ehepartner und eingetragene Lebenspartner können in der Familienversicherung mitversichert werden. Voraussetzung: Wohnsitz in Deutschland, nicht selbst versichert, nicht hauptberuflich selbstständig, und das Einkommen darf 470 Euro/Monat nicht übersteigen (Stand 2021). Diese Art der Familienversicherung wird zum Beispiel von Elternteilen genutzt, die nach der Elternzeit nicht in den Beruf zurückkehren.

Wann ist eine Familienversicherung für das Baby nicht möglich?

Die beitragsfreie Mitversicherung des Kindes ist ausgeschlossen, wenn alle der folgenden drei Punkte erfüllt sind:

•Der mit dem Kind verwandte Lebenspartner ist nicht gesetzlich versichert,

•der Lebenspartner ist der Hauptverdiener und

•sein regelmäßiges Gesamteinkommen überschreitet die monatliche Versicherungspflichtgrenze (5 362,50 brutto/Monat).

Welche Versicherungen sind noch wichtig?

• Eine private Haftpflichtversicherung macht spätestens dann Sinn, wenn der Nachwuchs mobil wird und anfängt, Dinge zu werfen und auseinanderzunehmen. Auch hier gibt es den Status der Familienversicherung, bei dem das Kind bis zum Abschluss der Ausbildung oder des Studiums mitversichert ist. Im Regelfall reicht ein formloses Schreiben an die Versicherung mit einer Kopie der Geburtsurkunde, um die bestehende Haftpflichtversicherung anzupassen.

• Eine Kinderunfallversicherung und Kinderinvaliditätsversicherung schützt vor den finanziellen Folgen im Falle eines Unfalls. Das kann zum Beispiel die Kostenerstattung für die Nachhilfe bei einem langen Krankenhausaufenthalt sein oder eine lebenslange Rente, wenn das Kind nach einem schweren Unfall Beeinträchtigungen (Invalidität) zurückbehält.

• Bei geplanten Reisen außerhalb Deutschlands sollte eine Auslandskrankenversicherung bestehen. Sie schützt die Familie vor hohen Behandlungs-und Transportkosten, wenn ein Familienmitglied im Ausland erkrankt oder einen Unfall hat.