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Der Hype ums Grün


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florieren! - epaper ⋅ Ausgabe 8/2022 vom 03.08.2022

GRÜNPFLANZEN SIND COOL UND ZEITLOS

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Anders als Beet- und Balkonpflanzen, die in diesem Jahr nicht überall gut liefen, stehen Grünpflanzen weniger in Konkurrenz zu Reisen und Events.

Sie werden gerade in der Jahreszeit gerne gekauft, in der die Kunden wieder vermehrt zu Hause bleiben – und es je nach Corona-Lage vielleicht vermehrt müssen.

Grünpflanzen sind Begleiter fürs Leben, sind als lebender Teil mit passendem Gefäß fest in die Einrichtung eingegliedert.

Sie sorgen für Wohnlichkeit und Behaglichkeit und haben oft eine „coole“ Funktion in der Innendekoration. Insofern sind sie von sich aus schon eine nachhaltige Anschaffung, die über eine lange Zeit des Jahres angeboten werden kann. Und so sollten sie auch angeboten werden.

Der in den letzten Jahren aufkommende Hype hat sich in der letzten Zeit gerade bei jungen Menschen weiter positiv entwickelt: Der Umgang mit Grünpflanzen ist für viele schon fast ...

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... selbstverständlich, auch wenn die Pflege nicht immer klappt.

Hier nun können Floristen kompetente Ansprechpartner sein: bei der Auswahl und bei allen Fragen rund um Zubehör und Pflege. Gleich vorweg: Es muss gar nicht immer „die“ Grünpflanzen-Besonderheit sein, vielmehr geht es um das Komplettpaket aus Pflanze, Präsentation, Beratung und Kundennähe.

Auf die Frage, wo in Sachen Zimmerpflanzen noch Chancen für Floristen sind, antwortet Sonja Dümmen, die über „Green me up“ einen speziell auf junge Kunden zugeschnittenen Grünpflanzen-Onlineshop betreibt: „Es kommt sehr auf den Kunden an, den man bedienen möchte.

Die Pflanzenfreaks in den Foren suchen stark nach Besonderheiten. Besondere Blattfärbungen sind da ganz weit vorne, auch besondere Blattformen oder rankende Pflanzen.“ Bediene man aber „normale Leute“, steht vor allem die einfache Pflege im Vordergrund. Als Beispiel nennt sie Philodendron oder Kroton, der wieder hoch im Kurs stehe. „Wenn man die Augen offen hält, findet man auch im Großhandel tolle Sachen“, so Sonja Dümmen.

1, 2 + 4 Calathea mit unterschiedlich gemusterten Blättern, Epipremnum und Ficus lyrata gehören laut Online-Magazin Senseofhome zu den Urban-Jungle-Trendpflanzen 2022. Epipremnum ist auch Teil der Trendkollektion Frühling/Sommer 2022.

3 Gut bezahlter Favorit ist nach wie vor die Fenster-Monstera ‘Monkey Leaf’, aber auch Monstera mit panaschierten Blättern sind begehrt.

5 Wer bei seinen Kunden mit Fachwissen punkten will, sollte informiert sein, welches Zubehör gerade als i-Tüpfelchen angeboten werden könnte. Neuester Schrei ist der Sus-Tee: Ein stiftgroßer Stab als „Aquameter“, der bis zur Markierung in die Erde gesteckt wird. Ist ausreichend verfügbares Wasser (pF-Wert) vorhanden, färbt er sich blau, ist er weiß, sollte gegossen werden. Es gibt den Stift in verschiedenen Größen (für unterschiedliche Topfgrößen) und Farben.

Kundenbindung ist das A und O

Sie würde Floristen allerdings raten, mit Service zu punkten. Dazu gehöre der schöne Übertopf, der passende Dünger und biologischer Pflanzenschutz genauso wie die Beratung, was die Pflege betrifft.

Wenn Kunden für diese Infos einen lokalen Anlaufpunkt haben, sei das Gold wert.

Weil Kundenbindung „für alle heutzutage das A und O ist“, empfiehlt die Unternehmerin noch, mit Kunden ständig – auch online – in Kontakt zu bleiben. „Kleine Läden haben einen großen Vorteil, weil sie ihre Kunden persönlich kennen.“

Was laut Sonja Dümmen wieder interessant für die jungen Verbraucher ist, sind Hydropflanzen. Da sind Substrat und Bewässerungssystem eher ein Garant, dass richtig bewässert wird. Da sich das Unternehmen mit seinen Online-Angeboten immer mehr auf Kunden spezialisiert, die gerade erst in das Thema Pflanzen einsteigen, werden seit Kurzem Probierpakete inklusive Pflanzen-Crash-Kurs angeboten, die die Basics vermitteln.

Wie ticken Grünpflanzenfans?

Um herauszufinden, wie Grünpflanzenfans ticken, lohnt es sich, die Social Media zu verfolgen. Spannend sind die Instagram-Foren von Plantfluencern, mancher Blog bietet zudem Ideen, wie die Urban-Jungle-Generation mit ihren Grünpflanzen lebt und eingerichtet ist. Oder man sucht einmal in E-Bay nach Grünpflanzenstecklingen: 55A für einen besonderen Monstera-Kopfsteckling sind da keine Seltenheit – und glaubt man Berichten aus Gartencentern, so müssen dort besonders begehrte Grünpflanzen sogar weggesperrt werden, damit niemand heimlich Stecklinge schneidet. All diese Infos helfen, diese Kunden besser zu verstehen und neue Vermarktungsideen und Warenpräsentationen zu entwickeln.

6 + 10 Pflanzen im passenden Übertopf, hier Tradescantia zebrina ‘Nanouk’, und eine wohnliche Warenpräsentation, hier in Kombination mit blühenden Pflanzen, fördern den Verkauf von Zimmerpflanzen.

7 Viel Interesse erregten auf der IPM Summer Edition bewurzelte Grünpflanzenstecklinge in Glaskolben.

Hersteller Lofe aus den Niederlanden nennt das Komplettpaket aus Pflanze und Gefäß „Green Jewel“.

8 Der „Cuddely Cactus“ des Unternehmens Oriental Group wird auch als „Familienkaktus“ oder „Kuschelkaktus“ beworben: Der südamerikanische, baumartige Kaktus hat keine Stacheln. Diese Pflanze sei absolut perfekt für das Zuhause, wo Haustiere oder Kinder mit den Pflanzen in Kontakt kommen können, so der Anbieter.

9 Im Discovery Center auf der IPM Summer Edition wurde unter anderem ein grünes Outdoorbüro mit vielen Pflanzen in Szene gesetzt.

Die beliebtesten Pflanzen

Schaut man auf die Erfahrungen des Handels, so werden hauptsächlich traditionelle Gattungen und Arten verkauft. Hier sollte man schauen, welche Neuheiten zu den Kunden passen und selbst gefallen, denn eigene Favoriten verkauft man auch selbst mit Inbrunst.

Zu den Top 10 der Grünpflanzen gehören bei Waterdrinker Alocasia zebrina, Calathea ‘Medallion’, Ficus elastica ‘Robusta’, Ficus benjamina ‘Danielle’ und Howea forsteriana. Das Online-Magazin Senseofhome ergänzt als Urban-Jungle-Trendpflanzen 2022 Ficus lyrata, Calathea orbifolia, Begonia maculata, Epipremnum pinnatum, Sansevieria, Dracaena, Pilea peperomioides und Strelitzia reginae.

Ein Raumgefühl vermitteln

Dass Grünpflanzen ihren Weg zum Kunden auch immer mehr im Sommer finden, war auf der IPM Summer Edition in Essen von Trendscout Romeo Sommers zu erfahren: Völlig im Trend sind grüne Outdoorbüros, sogenannte „Tiny Offices“, mit Schreibtisch und Regalen im Garten, überdacht oder in der Gartenhütte, die man mit Grünpflanzen gestaltet.

Wer Grünpflanzen richtig präsentieren möchte, sollte versuchen, den Kunden ein Raumgefühl zu vermitteln, empfiehlt Romeo Sommers. Wenn dafür keine passende Ecke zur Verfügung steht, lässt sich eine Teilung mit Fotowänden und bedruckten Folienbahnen erreichen.

Alles in allem: Grünpflanzen passen, richtig angeboten, präsentiert und beraten, in jedes Geschäft. Wichtig aber ist, die neuen Medien zu nutzen, um auf das grüne Angebot hinzuweisen. Auf Instagram, Pinterest und Co. sollte man jungen Pflanzenkunden regelmäßig Anreize bieten. Einfach eine neue Pflanze, eine coole Präsentation, einen kleinen Tipp posten! Unser Fazit: Grünpflanzen erfolgreich anzubieten, erfordert den Sinn für das Besondere, Pflanzenwissen, das man auffrischen sollte, und Ideen, wie man Pflanzen auf kleinem Raum in einem wohnlichen und regelmäßig wechselnden Ambiente präsentiert. Man kann Pflanzen zum Beispiel mit Sessel und Kisten oder in einem Glaskasten und mit Accessoires aller Art in Szene setzen. Das muss von der Nutzung nicht unbedingt zueinander passen – auch eine passende Handtasche kann die Kauflust wecken. Dabei sollte man von großen Einzelpflanzen immer auch kleinere Exemplare für den kleineren (Sammler-)Geldbeutel parat haben.

Substrate, Dünger, Pflanzenschutz

Ein wichtiges Profilierungsmerkmal ist das Substrat: Im Rahmen einer Veranstaltung des BMEL zum Thema Torfreduktion wurde noch einmal klar gesagt:

Hobbysubstrate werden ab 2026 nur noch torffrei erhältlich sein. Hier ergibt sich eine Riesenchance für Floristen, denn torffreie Substrate sind für den Kunden völlig anders im Handling. Und Testkäufe in Gartencentern und Baumärkten haben gezeigt, dass sich die Verkäufer mit diesem Thema überhaupt noch nicht auskennen.

Was man wissen muss: Torffreie Substrate haben viel schneller eine trockene Oberfläche, auch wenn sie darunter noch ausreichend nass sind. Zudem muss man Pflanzen in solchen Substraten öfter, aber in kleineren Dosen und Mengen gießen und düngen. Vorteil solcher Substrate: Sie sehen durch die oft enthaltenen groben Holzfasern etwas „öko-trendig“ aus und die Oberflächen werden durch das schnellere Austrocknen weniger verkalken und vermoosen als normale Erde.

Inzwischen sind gerade Grünpflanzen, die nicht so viel Wasserspeicher benötigen, schon recht häufig in Holzfasersubstraten zu finden, berichtet Sonja Dümmen. „Gerade bei Sansevierien und anderen Sukkulenten ist das der Fall, aber auch bei Glückspalmen. Viele Grünpflanzen kommen aus holländischen Gärtnereien und die Holländer sind da in der Tat schon sehr innovativ.“ Es ist also möglich, Grünpflanzen in torffreiem Substrat und torffreies Substrat zum Mitnehmen anzubieten und die Kunden entsprechend zu beraten. Gleiches gilt für den Pflanzenschutz.

Bieten sie ein kleines, aber feines Angebot an organischen Grünpflanzendüngern, Pflanzenstärkungsmitteln, effektiven Mikroorganismen (beispielsweise von Multikraft) und alternativen Pflanzenschutzmitteln (Neudorff) an und informieren Sie sich vorab gut über Vorteile und Anwendungen dieser Präparate. Wer richtig gut ankommen will, hat auch gleich Tipps parat, wo Hobbygärtner Nützlinge beziehen können. Denn Sie sind der Profi und viele Kunden sind hier noch wenig informiert.