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Der Junge aus dem Wald lernt fliegen


SUPERillu Sonderheft - epaper ⋅ Ausgabe 1/2018 vom 12.04.2018

Buchdrucker, Pionierleiter, Kampfpilot – bevor Sigmund Jähn ins Weltall flog, übte er eine Reihe anderer Berufe aus


Artikelbild für den Artikel "Der Junge aus dem Wald lernt fliegen" aus der Ausgabe 1/2018 von SUPERillu Sonderheft. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: SUPERillu Sonderheft, Ausgabe 1/2018

Sommer 1940: Der dreijährige Sigmund stromert durch den Wald hinter seinem Elternhaus


Jähn (links), der hier mit zwei Freunden in den Ferien „abhängt“, war nach dem Krieg als Pionier und FDJler aktiv


Idyllisch: Morgenröthe-Rautenkranz im Vogtland. Eine Postkarte von 1907


Vater Paul und Sohn Sigmund im Sonntagsstaat. Wegen eines Augenleidens musste der Vater nicht in den Krieg


Nur wenige Menschen genossen in der DDR eine solche Popularität. Seinen Namen, sein Gesicht kannte jeder. Kein Zweifel: ...

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Nur wenige Menschen genossen in der DDR eine solche Popularität. Seinen Namen, sein Gesicht kannte jeder. Kein Zweifel: Sigmund Jähn war das, was man heute einen Promi nennt.
Der legendäre Kosmonaut stammt aus einfachen Verhältnissen. 1937 wurde er im sächsischen Morgenröthe-Rautenkranz geboren, einem 1 000-Einwohner-Dorf im waldreichen Vogtland. Vater Paul arbeitete als Sägewerker, Mutter Dora als Näherin. Beide waren 23, als ihr Sohn zur Welt kam; Geschwister hatte er keine. Seine früheste Kindheitserinnerung, so steht es in seiner Biografie „Der fliegende Vogtländer“: Ein Osterfest in der Vorschulzeit – er und andere Kinder suchen bunt bemalte Eier. Vielleicht blieb dieses Erlebnis haften, weil er seine Mutter vermisste? Sie war krank, weshalb er damals bei Verwandten lebte.
Auch an das Kriegsende 1945 erinnert Jähn sich lebhaft. Im Gespräch mit SUPERillu erzählt er, wie er, der Achtjährige, neugierig am Straßenrand stand, und Hunderte Wehrmachtssoldaten an ihm vorbei gen Westen flüchteten. „Einer schenkte mir ein Pappflugzeug, das Modell einer Messerschmitt. Ich hatte es noch viele Jahre heimlich in meiner Schlafkammer hängen, über und über mit Buntstiften bemalt. Die Fliegerei fand ich also schon damals interessant.“ Nach der 8. Klasse wurde er als Einziger aus seinem Dorf zur Oberschule nach Auerbach delegiert. Doch der Vater war dagegen, meldete seinen Sohn stattdessen bei einer Buchdruckerei als Lehrling an.


„Ich liebte Karl Mays Abenteuerromane. Die waren zwar verpönt, aber sie standen nun mal daheim im Regal. Also las ich sie auch.“


Nebenbei war er aktiver und begeisterter FDJler. Er organisierte Film- und Tanzabende, ging auch auf „Landagitation“, um neue Mitglieder zu werben. Offenbar hatte er dabei Erfolg, denn nach abgeschlossener Lehre machte ihn die Jugendorganisationzum Pionierleiter an einer Schule in Hammerbrücke. Als die FDJ 1955 im Kalten Krieg ihre Mitglieder aufrief, zum „Schutz der sozialistischen Errungenschaften“ die Kasernierte Volkspolizei zu verstärken (die NVA existierte noch nicht, sie wurde erst 1956 gegründet), gab es für Jähn kein Zögern: „Ich wollte nicht warten, bis man mich fragt.“ Als gelernter Buchdrucker hätte er sofort beim Militärverlag anfangen können. Doch der 18-Jährige wollte etwas Aufregenderes: Pilot werden!

1955 ging Jähn zu den NVA-Luftstreitkräften. Nach der Grundausbildung an der Fliegerschule Kamenz war er beim Jagdgeschwader 8 in Marxwalde stationiert


Jähn machte Karriere beim DDR-Militär

Er absolvierte die Fliegerschulen Kamenz und Bautzen, wurde 1958 zum Jagdfliegergeschwader 8 versetzt, das ab 1960 in Marxwalde (heute Neuhardenberg) stationiert wurde. Hier war er zunächst Jagdflieger und steuerte alles, was es an Maschinen gab: von der Jak-18, einem rumpeligen Schul-Zweisitzer, bis zur MiG-21, einem Überschalljäger. Später, inzwischen war er Oberstleutnant, wurde er Polit-Kommandeur und Chef für Lufttaktik und Luftschießen. Noch als Offiziersschüler lernte Jähn die technische Zeichnerin Erika kennen. Sie heirateten 1958 und bekamen zwei Töchter: Marina und Grit.
1966 begann ein neues Karriere-Kapitel für ihn: Die NVA delegierte ihren Top-Piloten nach Moskau. Vier Jahre studierte Jähn an der Militärakademie der sowjetischen Luftstreitkräfte. Die trug übrigens den Namen „Juri Gagarin“ – ein Wink des Schicksals?

1983 bereitet sich Jähn (Mitte) auf einen Fallschirmsprung vor. Nach seinem Raumflug 1978 musste er keinen regelmäßigen Flugdienst mehr leisten


Im Museumshangar auf dem Flugplatz Neuhardenberg steht Sigmund Jähn am 20. Januar 2007 vor einer MiG-21. An diesem Tag wurde er zum ersten Ehrenbürger Neuhardenbergs (bis 1990 Marxwalde) ernannt


Das Fliegen lernte Jähn auf einer solchen Jak-18, einem zweisitzigen sowjetischen Schulflugzeug


Top-Pilot Jähn konnte alle MiG-Modelle fliegen. In 35 NVA-Dienstjahren brachte er es auf über 2 500 Flugstunden in Jagdfliegern


FOTOS: ddp images, privat (3)

FOTOS: SUPERillu, ddp images, akg-images/ddrbildarchiv.de, privat (3)