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DER KLEINE LORD


auto Test - epaper ⋅ Ausgabe 1/2022 vom 29.12.2021

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DINGE, DIE KULT-STA- TUS ERREICHT HABEN, BRAUCHEN KEINE VORSTELLUNG! In der Regel auf jeden Fall. Es sind meist die banalsten Gegenstände. Das Zippo-Feuerzeug, die Rolex-Uhr, der Adidas- Treter. Im automobilen Sektor gilt das ebenso. Der Porsche 911, die Pagode, ein Citroën C6. Wer da natürlich nicht fehlen darf, der Mini. Fällt dem einen oder anderen die Identifizierung der oben genannten Modelle vielleicht schwer, erkennt selbst der frisch in den Kindergarten gebrachte Dreijährige das britische Unikat. Weltruhm dank Mr. Bean, einem ähnlich erfolgreichen Unikat, und spätestens seit der Übernahme durch BMW 2001 ein Erfolgsgarant sondergleichen.

Die nunmehr dritte Generation des F56 fährt im zweiten Coronajahr mit zweiter Modellpflege vor. Das Exterieur bleibt sich treu, die Überarbeitung fällt nicht zu stark aus, um Neu-, aber vor allem Bestandskunden nicht abzuschrecken. Die ...

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... umfangreichsten Neuerungen finden eher hinter und unterm Blech statt, die Individualisierung tritt darüber hinaus weiter in den Fokus.

Erfreulich: Die sehr beliebten LED-Scheinwerfer mit ihren Union-Jack-Rückleuchten bekleiden jetzt serienmäßig die Basis und alle darauffolgenden Exemplare. Eine neue Front- sowie Heckpartie mit größerem Rahmen um den Kühlergrill und mehr Kontur überm Auspuff spendiert München selbstverständlich auch.

! Wer das Abenteuer Mini ganz und gar erfahren möchte, sollte nicht jeden letzten Euro umdrehen müssen

Reichlich Zierrat, ein neues Infotainment sowie ein Plus an fahraktiver Assistenz sollen den deutsch-britischen Premiumabgeordneten im Kleinwagensegment weiter von der Masse abheben. Diese Differenzierung, keine Überraschung, lässt sich Mini gut bezahlen. Mindestens 19 700 Euro stehen für 75 PS und eine doch recht bescheidene Grundausstattung im Raum. Mehr als die LED-Leuchten und ein 8,8 Zoll großes Touchdisplay lässt sich an „netten“ Extras kaum nennen. Wie eingangs erwähnt, braucht es Geld und davon nicht zu wenig. Ein Beispiel: Unser Testwagen in Zesty Yellow, das John Cooper Works Cabrio, verschlingt mit zahlreichen Extras 50 450 Euro. Ganz schön zesty, dieser Preis. Der 5-Türer bringt es noch auf knappe 43 000 Euro, der geschlossene 3-Türer auf vertretbare 34 400 Euro. Was dürfen Sie für diese Summen erwarten? Gute Frage. Das Cabrio, zu seiner Rettung, bringt das volle Programm mit. 231 PS gepaart mit einem famosen Achtstufen-Wandler in der Sportausführung (siehe Bild oben), den BMW von Aisin bezieht, dazu ein ebenso lohnendes, neues adaptives Fahrwerk für faire 400 Euro. Freude am Fahren, wir borgen den Slogan einmal bei BMW, quittieren wir dem Mini auch bei stattlicher Gewichtszunahme im Vergleich zum Original.

Traditionell federt ein Mini recht straff, das gefällt oder nicht. Die Zweiliter-Vierzylinder (Cooper S und JCW) kommen dank wachem Turbo schnell vom Fleck. Der Primus fährt ungemein flotter, bewegt sich bei mittleren Geschwindigkeiten auf einem ähnlichen Level wie der S. Wer es mit der Sportlichkeit zu sehr übertreibt, dem schiebt das ESP schnell einen Riegel vor. So richtig Gokart war einmal. Und die Entscheidung, ob’s die Mehrleistung wirklich braucht, überlassen wir Ihnen.

An anderer Stelle wartet ein überarbeitetes Infotainment auf einem maximal 8,8 Zoll großen Touchdisplay. Das System übernimmt Mini in großen Teilen von BMW, setzt jedoch auf einen eigenen Look und eine etwas andere Menüstruktur. Ob Sie das System von BMW kennen, beziehungsweise das des Mini erst gänzlich neu kennenlernen, spielt keine Rolle, gut ist das System in jedem Fall. Dazu gibt’s natürlich auch den erstklassigen Dreh-Drück-Steller mit umliegenden Kurzwahltasten. Auch die noch klassische Klimasteuerung wirft keinerlei Fragen auf. Ein Rückschritt sind die unter dem Display liegenden „Tasten“. Sie bleiben in ihrer Funktion unverändert, sammeln sich aber allesamt auf einer schwarzen Bedienfläche. Das erschwert das Finden einzelner Funktionen, sammelt darüber hinaus ordentlich Fingerabdrücke. In das 2250 Euro teure Paket packt Mini zusätzlich kabelloses Laden, ein Head-up-Display, Navigation mit Echtzeitverkehrsinfos sowie unter anderem das im Umfang erweiterte Kombiinstrument (siehe Bild zwei auf Seite zehn). Bleiben Sie bei Connect Media (400 Euro), und navigieren Sie über Apple CarPlay oder Android Auto.

SITZE

Kollege Uhlig misst knapp 1,75 Meter, liegt damit zwischen dem Durchschnittsmann und der Durchschnittsfrau. Wie Sie unschwer erkennen, fällt das Platzangebot im Fond in allen drei Varianten nicht besonders üppig aus; sehr dürftig geht’s im Cabrio (Bild fünf) zu, minimal besser schlagen sich der Drei- und Fünfürer (Bild eins und drei).

Größere Fahrer und Beifahrer kommen vorn gut unter, beide Reihen bieten darüber hinaus aber guten Komfort, eine feine Polsterung, die mehr in Richtung straff tendiert.

Wir empfehlen die Sportsitze (siehe Bild zwei und vier, serienmäßig ab Classic Trim) mit einstellbarer Auflage

ABMESSUNGEN MINI 3-TÜRER, 5-TÜRER UND MINI CABRIO

TIPP ! Der Wenig- fahrer

TIPP ! Der sportliche Fahrer

KAROSSERIE

Echte Vorteile liefert Ihnen der 5-Türer gegenüber dem 3-Türer nicht, der eine Zentimeter mehr Radstand generiert nicht mehr Platz im Innenraum.

Der Zustieg in den Fond gelingt beim Cabrio am einfachsten, wenn das Dach gefallen ist. Der Türausschnitt der Fondtüren ist recht klein geraten, daher müssen sich gerade größere Mitreisende etwas bemühen, für Kinder passt’s dagegen locker. Die Rundumsicht geht in Ordnung, nur das Cabrio fällt hier aufgrund der „C-Säule“ etwas aus dem Rahmen. Vorsicht auch mit dem üppigen Überhang vorn.

FARBEN & FELGEN

Die Qual der Wahl trifft es ganz gut. Mini bestückt den Katalog für Alus üppig.

Das Angebot reicht von 15 bis hin zu 18 Zoll, an verschiedenen Varianten (ab 1000 Euro) mangelt es nicht. Eine farbenfrohe Auswahl an Metalliclacken gibt es ebenfalls, Sie müssen jedoch den Classic Trim wählen, zahlen dann aber nur noch für Enigmatic Black metallic 350 Euro Aufpreis. Die übrigen Lacke – neun weitere – erhalten Sie aufpreisfrei. In Verbindung mit dem Essential Trim, wie es der Name bereits ver- muten lässt, gibt es Grau und Schwarz.

An fahraktiver Assistenz mangelt es dem Briten ebenfalls nicht, auch hier kommt selbstverständlich die Konzernmutter ins Spiel und liefert tadellose Technik. Abstandstempomat (leider noch immer nur bis 140 km/h), Spurverlassenswarner, Fernlichtassistent und Einparkassistent finden sich im Paket Fahrassistenz Plus wieder. Die Preise variieren je nach Modell zwischen 1400 und 1800 Euro. Was fehlt? Ein optionaler Totwinkelassistent, der nach wie vor nicht erhältlich ist. Für die Nuance mehr Comfort, wie der Brite zu sagen pflegt, empfehlen wir Ihnen, wenn auch teuer (1600 Euro), das Komfortpaket Plus. Erstmals verfügbar ist eine Lenkradheizung, dazu beinhaltet das Paket schlüssellosen Zugang und Sitzheizung vorn, übernimmt zudem die Extras aus dem Komfort-Paket.

Zu den Extras sei so viel gesagt: Einzeln stellt Mini sie nur noch bedingt, orientiert sich hier an den Herstellern aus Fernost. Preise listet Mini einzeln, frei wählbar sind sie nur vereinzelt. Die Pakete halten sich, was das Preis-Leistungs-Verhältnis angeht, im vertretbaren Rahmen, wer eine solide bis üppige Ausstattung schätzt, muss, wie eingangs erwähnt, viel Geld überweisen. Recht großzügig geht es im übrigen auch: Die Bi-LEDs mit Matrixfunktion blenden zielsicher den Gegenverkehr aus, unterstützen mit Abbiege-und Schlechtwetterlicht und kosten angemessene 400 Euro.

TIPP !

! Tipp: der 5-Türer. Geringer Aufpreis bei erhöhtem Mehrwert

1) Einzeln ist der Adaptivtempomat für den Cooper S und John Cooper Works erhältlich, für One First, One und Cooper ist das Fahrassistenz-Paket (1500 Euro) erforderlich; 2) Nicht erhältlich für den One First und One, Voraussetzung sind die Mini Driving Modes (Serie ab Classic Trim, nicht für Essential); 3) Serie für den John Cooper Works; 4) Bestandteil von Connected Navi Plus; 5) erhältlich ab Classic Trim, Serie für Mini Yours Trim und John Cooper Works Trim; 6) 15" Serie bei One First und One, 16" Serie beim Cooper, 17" Serie beim Cooper S; 7) Bestandteil von Connected Media; 8) Nur für den John Cooper Works erhältlich; 9) Nur erhältlich in Verbindung mit multifunktionalem Instrumentendisplay (200 Euro); 10) Mini Yours John Cooper Works Trim nicht für One und One First erhältlich

Schwacke…

WERTENTWICKLUNG

Runde 70 Prozent Werterhalt (24 Monate, 20 000 Kilometer) im Schnitt gibt’s nicht alle Tage. Wer einen gebrauchten Mini erstehen will, muss tief in die Tasche greifen. Glasklarer Spitzenreiter in der Liste der Mini-Begehrlichkeiten: das Cabrio. Egal mit welchem Trim, Interessenten erwerben mit Vorliebe die offene Variante. Eine kleine Überraschung ist, dass vor allem die Basis mit 102 PS reichlich Anklang findet. Die leistungsstärkeren Varianten (136 und 178 PS) kommen etwas schlechter weg, stehen aber auch nicht lange beim Händler rum. Der John Cooper Works mit 231 PS spielt eine eher untergeordnete Rolle.

Die oberen Ränge belegen bis auf wenige Ausnahmen die 3-Türer mit Schaltgetriebe, ein Mini mit fünf Türen und Automatik kommt aber auch keinem Fehlkauf gleich.

Ohne Aufpreis präsentieren die drei Kandidaten vier respektive fünf Sitzplätze. Wer regelmäßig familieninternen Personenverkehr betreibt, wechselt hausintern besser zum Countryman. Wer es gern etwas praktischer mag, findet mit dem Clubman sein Glück. Das Platzangebot – erhoffen Sie sich bitte nicht zu viel – fällt hier wie da bescheiden aus, das meistert manch anderer Kleinwagen in dieser Klasse deutlich besser. Sehen wir vom Einstieg vorn einmal ab, geht es mit einem Maximum an Grazie nur in das Cabrio. Die anderen beiden erfordern etwas mehr Bereitschaft von den Mitreisenden im Fond. Ganz hinten wird der Mini seinem Namen dann vollends gerecht. Keines der drei Exemplare stellt sonderlich viel Kofferraum zur Verfügung. Auch hier gilt es zu erwähnen, dass mancher Kleinstwagen (!) ein in Summe größeres Ladeabteil offeriert.

! Wählen Sie den Classic Trim. Mit Essential entfällt zum großen Teil die beliebte Individualisierung

Bleiben die vier Trim-Varianten Essential, Classic, Mini Yours und John Cooper Works. Wir empfehlen mindestens den Classic Trim für 2000 Euro. Hier starten Nettigkeiten wie zahlreiche Metalliclacke, Sportsitze mit optionalem Lederbezug und die gehörige Auswahl an schicken Alus.

FAZIT

CHRISTOPH RICHTER

Das zweite Facelift gelingt größtenteils, schwächelt aber an der einen oder anderen Stelle. Dass es andere Kleinwagen mit mehr Ausstattung zum günstigeren Kurs gibt, müssen wir Ihnen nicht erzählen. Einen Mini sollten Sie sich leisten können, damit er nicht nur als graue Maus mit Stoffsitzen und schmucklosen Alus und ohne jeglichen Komfort an der Straße steht. Die Preise haben es in sich, da bleibt sich der Brite treu, dem steht ein guter Werterhalt gegenüber.

TIPP !

Der Wenigfahrer …

vermeidet die schmalbrüstige Basis und ersteht mindestens dreistellige PS-Zahlen.

In puncto Trim stehen Ihnen Tür und Tor offen, echten Mehrwert finden Sie hier nicht. Halten Sie es klassisch mit Classic, und investieren Sie in Optionen Ihrer Wahl.

Empfehlung: Mini One (102 PS) ab 20 700 Euro

Der Vielfahrer …

kauft keinen Mini, sondern einen Countryman, der fährt auf Wunsch noch als Selbstzünder. Bleiben Sie beim gelungenen Schaltgetriebe und dem Classic Trim. Das spart Geld, das Sie alternativ in das Fahrerassistenz-Paket Plus für die langen Reisen anlegen.

Empfehlung: Countryman Cooper D (150 PS) ab 32 700 Euro

Der sportliche Fahrer …

wählt je nach Budget entweder einen Cooper S oder John Cooper Works. Der JCW reißt mehr mit, setzt sich aber nicht weit genug vom günstigeren Cooper S ab, um den Preis zu rechtfertigen.

Empfehlung: Cooper S/J. C. Works (178/231 PS) ab 27 000/32 800 Euro