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Der Königstiger mit Porsche-Turm von Meng: Die weiße Anneliese


ModellFan - epaper ⋅ Ausgabe 12/2019 vom 18.11.2019

Mehr als ein Jahr nach dem Tiger II mit Henschel-Turm offerierte Meng die Ausführung mit Porsche-Turm. Auch für diese Variante bietet der Hersteller separat eine Inneneinrichtung, ein bewegliches Laufwerk sowie ein Zimmerit-Set an. Der Bau out-of-Box überzeugt aber bereits


Sd.Kfz. 182 Königstiger (Porsche-Turm) I Maßstab 1:35 I Bau out-of-Box

Artikelbild für den Artikel "Der Königstiger mit Porsche-Turm von Meng: Die weiße Anneliese" aus der Ausgabe 12/2019 von ModellFan. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: ModellFan, Ausgabe 12/2019

Meng erweitert die Tiger-II-Serie. Die Ausführung mit Porsche-Turm benötigt aber unbedingt einen Zimmerit-Belag


Schon als ich das Modell des Königstiger mit Henschel-Turm baute (Modell-Fan 12/2017), entschloss ich mich, auch die Meng-Variante mit Porsche-Turm zu ...

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Schon als ich das Modell des Königstiger mit Henschel-Turm baute (Modell-Fan 12/2017), entschloss ich mich, auch die Meng-Variante mit Porsche-Turm zu fertigen, auch wenn der Kit damals noch gar nicht auf dem Markt war. Schaut man sich den Bausatz genau an, zeigt sich, dass Meng seine Hausaufgaben wirklich gut gemacht hat und ein erstklassiges Modell offeriert. Der Einbau der optionalen Inneneinrichtung ist vorbereitet. Zu beachten ist allerdings, dass zwingend ein Zimmerit-Anstrich erforderlich ist, den alle Serienfahrzeuge mit Porsche-Turm aufwiesen.

Laufwerk korrigieren

Schon bei dem Modell mit Henschel-Turm zeigte sich das Problem, dass die Schwingarme nicht exakt gerade einzubauen waren. Verwendet man die Inneneinrichtung oder das bewegliche Laufwerk nicht, soll man in die einteilige Wanne Montagehilfen für die Schwingarme einsetzen (C3 und C4). Baut man danach die Schwingarme an, haben sie einen negativen Sturz und zeigen leicht schräg nach unten. Nun könnte man die Aufnahmelöcher in der Wanne oder die Schwingarme bearbeiten, bis dieses Problem beseitigt ist. Die einfachste Methode ist aber, von den Einbauteilen C3 und C4 nur den Bereich für die Leiträder zu verwenden (1 ). Um die Schwingarme trotzdem exakt einbauen zu können, habe ich unter der Wanne Plastikprofile in der Stärke von 3,2 Millimetern mit zweiseitigem Klebeband befestigt, um die korrekte Bodenfreiheit der Konstrukion festzulegen (2 ). Die Schwingarme sind in der Höhe korrekt ausgerichtet, wenn sie den Boden berühren. Ist alles verklebt, kann man die Profile einfach wieder entfernen (3 ).
Laufrollen, Leit- und Antriebsräder sind mit Polycaps versehen, zudem liegen sehr gut gemachte Einzel- und Segmentketten bei. Für den oberen Kettenstrang gibt es sogar eine Lehre zur Darstellung des genauen Durchhangs. Arbeitet man sorgsam, passen die Gleisketten genau und lassen sich mit dem gesamten Laufwerk zur Bemalung wieder vorsichtig demontieren.

Geschickte Aufteilung

Meng teilt die Oberwanne sehr geschickt auf, so sind die kompletten oberen Panzerplatten als Einzelteile ausgelegt. Baut man die Inneneinrichtung ein, kann man durch das Abheben der Deckpanzerung den vollen Einblick in die Wanne gewähren. Für ausreichende Stabilität der Oberwanne auch ohne den Einbau von Motor und Kühlern sorgt zudem ein extra Teil, auf das die Panzerplatten am Heck zu kleben sind.
Vor dem Verkleben von Ober- und Unterwanne musste ich noch das Bug-MG zusammen- und einbauen. Das Rohr ersetzte ich durch ein gedrehtes Messingteil von Aber (4 ). Den Anbau weiterer Details konnte ich erst erledigen, nachdem das Zimmerit auf allen Flächen angebracht war. Hierbei kann man nach Bauplan vorgehen. Lediglich am Fahrzeugheck musste ich für die „Weiße Anneliese“ den Unterlegblock des Wagenhebers gegen einen Benzinkanister samt Halterung austauschen. Und hinter die Auspuffrohre hatte die Besatzung zwei zusätzliche Ersatzkettenglieder geklemmt. Mir fielen diese Details zu spät auf, daher musste ich hier nachbessern (5 ).
Für die Lüftergrätings liegen passende Ätzteile bei. Ein besonderer Clou sind die Werkzeuge zum Biegen der großen Abdeckungen der Grätings unter dem Turmheck. Hierzu gibt es eine Matrize, in die man das Ätzteil einlegt und dann durch Zusammendrücken exakt in die passende Form presst. Eine tolle Lösung, die gut funktioniert (68 )!
Beim Ankleben der vorderen Kettenabdeckungen ist mir ein kapitaler Fehler unterlaufen. Daher musste ich diese Teile wieder abtrennen. Ich ersetzte sie durch neue aus der gut gefüllten Grabbelkiste, die sich deutlich farblich vom Rest absetzen (4 ).

Das Heck von „Anneliese“ weist einige Abweichungen wie die Ersatzkettenglieder und den Kanister auf


Turmdetils beachten

Aufgrund der optionalen Inneneinrichtung und der dadurch benötigten maßstäblichen Panzerstärke setzt sich der Turm aus zwei Lagen zusammen. Hierbei ist darauf zu achten, für die linke Seitenwand das Teil E40 zu verwenden. Es liegt eine weitere linke Turmseitenwand bei, die allerdings Details des Prototypen zeigt. Nun konnte ich den Grundaufbau des Turmes mit Kanonenhalterung, Turmunterseite und -dach abschließen. Alle weiteren Details sollte man hier nach dem Aufbringen des Zimmerits anbauen.
Für die Halterungen der Ersatzkettenglieder sind im Zimmerit von Atak keine Aussparungen vorhanden, da nicht alle Fahrzeuge Ersatzketten am Turm führten. Um später die Position der Halterungen noch genau bestimmen zu können, habe ich die entsprechenden Stellen mit einem dunklen, wasserfesten Stift markiert (9 ). Durch die dünne Zimmeritfolie scheinen diese Punkte durch und ermöglichen das genaue Anbringen der Halterungen. Für die Waffe liegen zwei verschiedene Rohre und Mündungsbremsen bei, das einteilige ist zudem on top aus Aluminium gedreht vorhanden.
Die Ersatzkettenglieder wollte ich verfeinern. Ein Problem bei fast allen Modellen sind die nicht vorhandenen Löcher für die Kettenbolzen und die Bolzen selbst, denn diese Details sind sichtbar. Hierzu bohrte ich Löcher mit einem feinen und entsprechend langen Bohrer. Den jeweiligen Kettenbolzen sollte man zumindest am unteren Kettenglied ergänzen, da es mit diesem auch an der unteren Halterung befestigt ist. Ich verklebte somit jeweils zwei Ersatzkettenglieder mit Kettenbolzen und den Halterungen (10 ). Um sie ohne Verklebung genau platzieren zu können, brachte ich auf der Rückseite kleine Magneten und das jeweilige Gegenstück am Turm an (11 ,12 ). So konnte ich diese Details erst nach der Bemalung endgültig fixieren.

Zwingend: Zimmerit

Da alle Königstiger mit Porsche-Turm einen Zimmerit-Auftrag hatten, muss sich der Modellbauer dem Thema definitiv stellen. Wer in der Lage ist, mit einer der gängigen Modelliermassen oder ähnlichen Materialien diesen Schutzbelag selbst herzustellen, ist fein raus. Die meisten Modellbauer greifen aber wohl auf Produkte aus dem Zubehörhandel zurück. Meng bietet ein eigenes Set an. Dieses besteht aus passenden Decals, auf die der Belag reliefartig aufgedruckt ist. Leider fehlt es ein wenig an Tiefe. Da die Originale einen recht dünnen und gering strukturierten Auftrag zeigten, sind die recht günstigen Decals von Meng durchaus eine Alternative. Man sollte die Flächen, auf die sie aufzubringen sind, unbedingt vorher grundieren. Nacharbeit ist sicherlich an einigen schwierigen Stellen wie dem Bug-MG nötig. Ich verwendete das extra dafür konzipierte neue Set von Atak. Es besteht aus sehr dünn gegossenen Teilen, die aufzukleben sind.

1 Die Montagehilfe für die Schwingarme nur im Bereich der Leiträder verwenden. Dies verhindert einen negativen Sturz der Achsen


2 Schwingarme in der Höhe ausrichten: 3,2 Millimeter Plastikprofile mit doppelseitigem Klebeband unter die Wanne heften


3 Berühren alle Schwingarme den Boden, sind sie korrekt justiert. Die Profile lassen sich leicht wieder abziehen (Klebeband)


4 Das Bug-MG aus dem Bausatz ist hier durch ein Messingteil von Aber ersetzt, das korrekter und feiner detailliert ist


5 Am Heck von „Anneliese“ befindet sich nun ein Benzinkanister statt dem üblichen Unterlegklotz für den Wagenheber


Gewusst wie: So setzt man die Biegehilfe ein

6-8 Für die großen Grätings der Hecklüfter liegt eine Biegehilfe bei. Durch das Zusammenpressen der beiden Matrizenteile lässt sich das eingelegte Ätzteil in Form biegen (Mitte). Das so gebogene Detail passt nun exakt auf den Plastikrahmen des Lüftergrätings


9 Die schwarz markierten Montagepunkte für die Ersatzkettenhalter scheinen nach dem Aufkleben der Zimmeritteile durch


10 Die Ersatzkettenglieder sollte man unbedingt mit Kettenbolzen und ihren jeweils drei Halterungen versehen


11 Um die Ersatzkettenglieder zur Bemalung wieder abnehmen zu können, sind hier kleine Magnete verbaut


Entgegen dem ursprünglichen Plan ist der „Nebendarsteller“ Schwimmwagen letztendlich nun deutlich aufgerödelt


Stimmige Optik

Für komplexe Bereiche wie Bug-MG, Kanonenblende und Turmheck liegen komplett mit Zimmerit versehene Ersatzteile bei (13 ). Die benötigten Zimmerit-Teile trennte ich zunächst grob aus der Platte heraus und schliff und glättete sie vorsichtig von der Rückseite (14 ), erst danach schnitt ich sie genau aus (15 ). Zum Verkleben empfiehlt sich Sekundenkleber in Gelform, da dieser eine längere Korrekturzeit hat. An den Ecken und Kanten kann man später mit dünnflüssigem Sekundenkleber nacharbeiten. Kleine Fehlstellen an den Übergängen muss man eventuell mit verdünnter Spachtelmasse ergänzen (16 ). Insgesamt stimmt die Optik. Eigentlich als Zubehör für die geplante Szene gedacht, entwickelte sich der Bau des Schwimmwagens zu einer kleinen Detaillierungsorgie. Zunächst kramte ich ein altes Set von Verlinden und ein Ätzteilset von Aber aus der Versenkung. Beide sind explizit für den Tamiya-Schwimmwagen.
Aus dem Verlinden-Set verwendete ich die breiten Geländereifen, die verpackte Frontscheibe, die Plane und die abgetarnten Scheinwerfer, alles aus Resin (17 ).
Die Räder bestehen aus je zwei plan zu schleifenden Hälften, die zu verkleben sind. Vorteil: Die hinteren Felgenteile aus dem Tamiya-Bausatz sind verwendbar, die Räder kann man so exakt am Modell anbauen und mit Plastikkleber fixieren.
Die Ätzteile aus diesem Set kamen nicht zum Einsatz. Aus dem sehr umfangreichen Aber-Set verwendete ich nur wirklich sinnvolle Teile für die Verfeinerung der Wanne und des Propellers (18 ). Zudem kamen Lüftergitter sowie Werkzeug- und Haubenverschlüsse zum Einsatz (19 ). Bei einem grundsoliden Modell wie dem Schwimmwagen von Tamiya machen solche Detaillierungsmaßnahmen großen Spaß, da man sich beim Verfeinern nicht um grundlegende Änderungen kümmern muss.

Es wird winterlich

Eine Wintertarnung stellt am Modell eine gewisse Herausforderung dar. Der Tarnanstrich darf zum einen nicht zu gleichmäßig wirken und zum anderen nicht einfach nur weiß sein. Um dies zu erreichen, ist ein wenig Vorarbeit unbedingt nötig.
Unter dem weißen Tarnanstrich verbirgt sich im Original natürlich das ursprüngliche dreifarbige Tarnmuster. Dieses ist durch Abnutzung und den unregelmäßigen Auftrag der weißen Farbe hier und da mehr oder weniger stark sichtbar. Ich habe mein Modell daher zunächst sandgelb grundiert und dann mit einem Tarnmuster in Braun und Grün versehen (20 ). Hierbei muss man nicht sonderlich exakt arbeiten, da das meiste davon später unter der weißen Farbe verschwindet. Einzig an der Kanonenblende, dort, wo ich später die Schriftzüge mit dem Namen „Anneliese“ anbrachte, sollten sich unbedingt dunkelgrüne oder braune Tarnflecken befinden. Alle Ausrüstungsgegenstände bemalte ich bereits nebenbei.
Das Modell versiegelte ich mit seidenmattem Klarlack und brachte nach ausreichender Trockenzeit die Decals auf. Die Turm- nummern entnahm ich dem alten Tamiya-Modell, da diese vom Schrifttyp dem Original am besten entsprachen. Sie zeigen die Nummer „314“ in roter Outline. Ich habe die Farbe später in Schwarz geändert.

12 Die Gegenstücke der Magnete lassen sich genau platziert am Turm anbringen und später leicht wieder abnehmen


13 Komplexe Bereiche wie die Heckluke, das Bug-MG und die Kanonenblende liegen dem Atak-Set als komplette, mit Zimmerit versehene Austauschteile bei


14 Produktionsbedingt muss man die Zimmeritteile aus Resin (Atak Model) von der Rückseite leicht glätten und anrauen


15 Nacharbeit erforderlich: Vor dem Verkleben sind die Zimmeritteile genau auszuschneiden, etwa mit einem Skalpell


16 Übergänge und Kanten der Zimmeritteile lassen sich mit stark verdünnter Spachtelmasse leicht nachbessern. Hier hat sich „Tangit“-Reiniger als Lösungsmittel bewährt


17 Räder und weitere Resinteile am Modell des Schwimmwagens sind einem alten Set von Verlinden entnommen


18 Zuerst gar nicht geplant: Ätzteile von Aber verfeinern nun den Innenraum des Schwimmwagens von Tamiya


19 Weitere Ätzteile aus dem Aber-Set wie Verschlüsse, Lüftergrätings und Teile der Schraube kommen außen zum Einsatz


Der Tiger II von Meng bietet viel für relativ wenig Geld. Separat sind Inneneinrichtung, ein bewegliches Laufwerk sowie ein Zimmerit-Set zukaufbar


Die Namenszüge entstammen einem Set von Star Decals. Die entsprechenden aus dem Meng-Bausatz sind leider mit einer grellgrünen Fläche hinterlegt (21 ). Damit sich Nummern und Balkenkreuze genau der Zimmerit-Struktur anpassen, kam ein Weichmacher von Daco Products zum Einsatz. Abschließend versiegelte ich die Decals nochmals mit Klarlack.

Problem Wintertarnung

Ich habe lange überlegt, wie ich die Wintertarnung aufbringen soll. Schlussendlich entschied ich mich dafür, es im Modell so zu machen, wie man es auch am Original handhabte – mit einem großen Pinsel! Hierzu verwendete ich einen sogenannten „Wassertank-Pinsel“. Diese speziellen Ausführungen verfügen über einen Wassertank und werden in der Aquarellmalerei eingesetzt. Es gibt sie in verschiedenen Breiten und mit unterschiedlichen Spitzen.
Mit einem solchen Pinsel konnte ich nun die weiße Farbe auftragen und sie gleichzeitig durch die Zugabe von Wasser verdünnen und mehr oder weniger auswaschen (22 ). Hinzu kommt die Eigenschaft der Mission-Models-Farben. Dünn aufgetragen, decken sie nicht sehr stark. So kann man das ursprüngliche Tarnmuster gut durchscheinen lassen. Dieser Effekt lässt sich durch die Zugabe von Wasser noch verstärken. Ein mehrmaliger Auftrag von weißer Farbe ist möglich, man sollte allerdings unbedingt abwarten, bis die jeweilige Farbschicht getrocknet ist.
Um das Weiß noch ein wenig zu brechen und den Zimmerit-Auftrag zu betonen, brachte ich einen stark verdünnten Filter von Mig auf und hob Schrauben, Plattenstöße, Schweißnähte und andere Details zusätzlich mittels Panel Liner verstärkt hervor (23 ). An einigen Stellen kam auch noch mal reines Weiß zum Einsatz, um Details herauszuarbeiten. Kratzer und Abnutzungsspuren stellte ich mit den drei Farben der ursprünglichen Tarnung dar (24 ). Die Gleisketten grundierte ich schwarz und übernebelte sie mit Lederbraun. Danach baute ich das Laufwerk zusammen.

Es schneit

Für die Darstellung von Schnee benutze ich sehr gerne feine Glashohlkugeln – ein Material, das man eigentlich zum Sandstrahlen benutzt. Vermischt mit „Sand & Gravel Glue“ von Amm by mig ergibt sich ein sehr schöner, leicht glitzernder Schneematsch, den man mit einem alten Pinsel am Modell auftragen kann. Die Konsistenz des Matsches sollte man dabei ruhig etwas flüssiger halten. Gegebenenfalls lassen sich auch nach dem Auftragen noch Glashohlkugeln auf die Mischung streuen. Für „dreckigen“ Schneematsch kann man der Mischung braune Pigmente beimischen. Abschließend arbeitete ich im Bereich des Laufwerkes noch mit „Fresh Mud“ von AK, um gröbere Verschmutzungen darzustellen (25 ). Die Bemalungs- und Verschmutzungsmethoden, die beim Königstiger zur Anwendung kamen, nutzte ich natürlich auch für den Schwimmwagen (26 ).

20 Trotz Wintertarnung ist zunächst eine Dreifarb-Tarnung aufzubringen. Die scheint später durch das Weiß leicht hindurch


21 Damit sich die Decals dem Zimmeritmuster anpassen, kommt ein Weichmacher aus dem Zubehörhandel zum Einsatz


22 Überzeugend: Mithilfe eines „Wassertank-Pinsels“ lässt sich die Wintertarnung unregelmäßig verwaschen auftragen


23 Damit der Winteranstrich nicht zu eintönig wirkt, kommen verschiedene Filter und Panel Liner (hier von AK) zum Einsatz


24 Abschließend sind Abnutzungsspuren und Kratzer zu ergänzen und Bereiche mit Panel Liner oder Weiß zu betonen


25 Schneematsch und Dreck hinterlassen Spuren im Laufwerk, hier mit Glashohlkugeln und „Sand & Gravel Glue“ umgesetzt


26 Auch der Schwimmwagen ist, mit denselben Hilfsmitteln wie beim Panzer angewendet, winterlich verschmutzt


Figuren und Diorama

Die Figuren im Schwimmwagen stammen von Mantis Miniatures und sind unverändert (27 ). Um zu gewährleisten, dass Lenkrad und Figur später so zusammenpassen wie vorgesehen, sollte man es gleich mit der Figur verkleben. Die beiden Panzersoldaten sind erstklassig modellierte Figuren von der Firma Evolution (ebenfalls unverändert). Die verschneite Landschaft baute ich auf einer Styrodurplatte auf, zunächst grundiert mit weißer Farbe. Es folgte ein dicker Auftrag mit Strukturfasermix von Rubens. Diesem Acrylgel sind feine Fasern beigemischt und es bildet eine gute und nicht zu glatte Grundmasse. In noch feuchtem Zustand verteilte ich darauf großzügig Glashohlkugeln. Abschließend kam dann wieder „Sand & Gravel Glue“ zum Einsatz, um die Glas- hohlkugeln zu verkleben. In die noch feuchte Mischung ließen sich Fahrzeuge, Spuren (eine Mischung aus „Sand & Gravel Glue“ und Pigmenten) und Figuren eindrücken. Mit dieser Porsche-Turm-Variante hat Meng einen weiteren sehr attraktiven Bausatz dieses schweren deutschen Panzers auf den Markt gebracht. Dieser überzeugt sowohl mit Details wie auch bei der Passgenauigkeit, und das zu einem sehr attraktiven Preis. Lediglich der Zukauf des zwingend benötigten Zimmerit schlägt mit zusätzlichen Kosten zu Buche. Wer das hauseigene Zimmerit-Set von Meng verwendet, kann diese allerdings in überschaubaren Grenzen halten. Will man die Inneneinrichtung und das bewegliche Fahrwerk verwenden, steigt der Preis allerdings erheblich an und liegt damit deutlich über dem von vergleichbaren Modellen anderer Hersteller.

Winter ist angesagt, dementsprechend sind die Fahrzeuge stark zu verschmutzen – ein Schritt, an den man sich erst mal herantrauen muss


Frank Schulz Im Alter von knapp zehn Jahren fand Frank beim Stöbern in der Spielwarenabteilung eine Schachtel, deren Inhalt zu verkleben war und ein Segelschiff bildete. Dies war der Anfang einer Leidenschaft, die ihn nicht mehr loslassen sollte. Seit über dreißig Jahren verschreibt er sich dem Militärfahrzeug- und Dioramen-Modellbau von Wehrmachtsfahrzeugen in 1:35. Auch der kleine Maßstab ist ihm nicht fremd. Frank schreibt seit Jahren für deutsche Modellbauzeitschriften und ist seit Langem Mitglied in der IMM.

Das Vorbild: Königstiger Sd.Kfz. 182

Einer der nach dem Krieg zur Erprobung an Schweden gelieferten Königstiger mit Porsche-Turm


Foto: Archiv Frank Schulz

Die Entwicklung des Tiger II begann bei Henschel im April 1942. Geplant war ein Chassis für einen Turm mit einer „8,8 cm KwK L/71“. Den ersten Entwurf VK 45.02 (H) verwarf man schnell. Ab Oktober 1942 entstand der VK 45.03, dieser Entwurf enthielt noch viele Komponenten des VK 45.01 (H) wie zum Beispiel gummigefederte Laufrollen und zunächst nur eine Frontpanzerung von 100 Millimeter. Im Februar 1943 forderte man Henschel auf, den Entwurf zu ändern und möglichst viele Teile des bei MAN geplanten Panther II zu übernehmen. Die Türme entwickelte ebenfalls Henschel, sie wollte man auch für den Porsche-Entwurf VK 45.02 (P) verwenden. Nachdem dieser nicht zum Tragen kam, fertigte Henschel die ersten 50 Tiger II Ausf. B mit ebendiesen Türmen. Ab Fahrgestell-Nr. 280048 kam dann der sogenannte Produktionsturm zur Verwendung, der einen größeren Stauraum für Munition bot. Das erste Fahrgestell entstand im Oktober 1943.


Fotos: Frank Schulz