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DER KOSMOS IM NAPF


Der Hund - epaper ⋅ Ausgabe 3/2021 vom 03.02.2021

Eine bedarfsgerechte Ernährung ist einer der Grundpfeiler, auf dem die Gesundheit von Hunden ruht. Was zu ihren Bedürfnissen gehört und dementsprechend zum täglichen Leben und Füttern gehören sollte, lesen Sie hier.


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Bildquelle: Der Hund, Ausgabe 3/2021

Um zu leben, braucht jeder Organismus Nahrung. Die wiederum liefert essenzielle Nährstoffe, die sich in sechs Kategorien aufteilen lassen: Fette, Kohlenhydrate, Mineralstoffe, Proteine, Vitamine und Wasser.

Ein voller Napf ist ein voller Napf ist ein … Kosmos unterschiedlichster Futterbestandteile und Nährstoffe. Unabhängig davon, für welche der zahlreichen Fütterungsarten wir uns entschieden ...

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... haben, lohnt sich ein Blick in die Welt von Eiweißen, Mineralstoffen, Vitaminen & Co.: denn so können wir unsere Hunde und ihre Bedürfnisse noch besser verstehen und erfüllen.

Um zu leben, braucht jeder Organismus Nahrung. Die wiederum liefert essenzielle Nährstoffe, die sich in sechs Kategorien aufteilen lassen: Fette, Kohlenhydrate, Mineralstoffe, Proteine, Vitamine und Wasser. Soweit, so gut – diese Begriffe hat jeder schon einmal gehört und auf Futterverpackungen gelesen. Wenn es allerdings um die Aufgaben der einzelnen Nährstoffe geht, wird es schon ein bisschen kniffliger. Aber dafür haben Sie ja uns!

Eiweiß/Protein

Das Eiweiß oder Protein gehört zu den Futterbestandteilen, über die Hundefreunde besonders oft diskutieren: Wie viel Eiweiß brauchen Hunde tatsächlich und aus welchen Quellen sollte es stammen? Protein kann tierischen ebenso wie pflanzlichen Ursprungs sein. Es versorgt den Körper mit essenziellen Aminosäuren, denn aus diesen besteht es. Auch in der Energieversorgung spielt Eiweiß eine Rolle. Zu seinen Aufgaben gehört es, die Funktion der Körperzellen aufrechtzuerhalten. Darüber hinaus braucht der Organismus diesen Nährstoff, um unterschiedlichste Enzyme bilden zu können. Diese wiederum übernehmen im Stoffwechsel wichtige Aufgaben.

Protein ist nicht gleich Protein: Je nach der Quelle unterscheiden sich die Zusammensetzung der Aminosäuren und die Verdaulichkeit. Als hochwertig gilt ein Protein, wenn die Verdaulichkeit hoch ist und es alle essenziellen Aminosäuren – also jene, die der Körper nicht selbst herstellen kann – in einem für den Bedarf passenden Verhältnis liefert. An dieser Stelle wird bereits klar, dass sich keine absolut allgemeingültigen Aussagen darüber treffen lassen, wie viel Eiweiß Hunde brauchen. Der Bedarf wird von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst und ist individuell verschieden. So benötigen zum Beispiel wachsende Hunde wesentlich mehr Eiweiß im Vergleich zu ausgewachsenen. Für letztere gibt es zumindest einen Richtwert, wie Futterexpertin Nadine Wolf erklärt: „Der Wert beläuft sich für erwachsene, gesunde Hunde auf fünf Gramm Eiweiß pro Kilogramm metabolischem Körpergewicht. Man potenziert bei dieser Rechnung das Gewicht mit 0,75.“ Diese und weitere komplizierte Rechnungen überlassen wir am besten Fachleuten: Jeder Hundehalter tut der Gesundheit seines Vierbeiners etwas Gutes, wenn er eine individuelle Rationsberechnung anfertigen und diese auch immer wieder überprüfen lässt.

Fett und Fettsäuren

Auch Fette haben ihre Rolle im Napf-Kosmos, denn sie dienen Hunden, ebenso wie Proteine, als Energielieferanten. Tatsächlich können Hunde Fette sogar effektiver verstoffwechseln. „Ein Hund, der Energie aus Fett bekommt, muss weniger Kalorien aufnehmen, als ein Hund, der kohlenhydratbasiertes Futter konsumiert“, erklärt die Expertin. Der Körper braucht Fette darüber hinaus, um fettlösliche Vitamine – die Vitamine A, D, E und K – verwerten zu können.

Die Fettsäuren sind kleinere Bestandteile von Fetten. Viele kann der Körper selbst bilden. Andere muss der Hund über die Nahrung aufnehmen, wie Linolsäure und a-Linolensäure. Fettsäuren werden in die zwei Kategorien „gesättigt“ und „ungesättigt“ geteilt. Letztere lassen sich wiederum in Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren aufgliedern. Deren Verhältnis im Futter muss ausgewogen sein. Omega-3-Fettsäuren sind in sehr viele Prozesse im Körper eingebunden. So wirken sie etwa entzündungshemmend, verzögern den Alterungsprozess und helfen auch dabei, die Nierenfunktion zu stabilisieren und zu unterstützen. Omega-6-Fettsäuren sind entzündungsfördernd.

Ein mittelgroßer Hund benötigt jeden Tag circa 1.000 Milligramm Omega 3-Fettsäuren. Werden unsere Vierbeiner unzureichend mit essenziellen Fettsäuren versorgt, kann sich das zum Beispiel negativ auf ihr Immunsystem und den Hautstoffwechsel auswirken. Je nach Fütterungsform und Fett(säuren)quelle, kann es nötig sein, Fischöle oder ausgewählte Pflanzenöle wie Leinöl zuzugeben, die einen Überschuss an Omega-6-Fettsäuren ausgleichen.

Kohlenhydrate

Dritter im Bunde der Energielieferanten für Hunde sind die Kohlenhydrate. Sie kommen zum Beispiel als Stärke in Getreide, Kartoffeln oder auch Hülsenfrüchten vor, denn Pflanzen speichern in dieser Form Energie. Um Stärke zu verdauen, muss der Körper diese zunächst in ihre Grundbausteine spalten. Dazu benötigt er das Enzym Amylase, das vor allem in der Bauchspeicheldrüse produziert wird. Anders als Katzen ist der Körper von Hunden dazu in der Lage, mehr Amylase zu produzieren, wenn er Futter bekommt, in dem viel Stärke steckt. Und während bei uns Menschen die Verdauung bereits im Mund startet, da unser Speichel Amylase enthält, beginnt sie beim Hund erst im Dünndarm.

Faserstoffe/Rohfaser/ Ballaststoffe

Während der Hund in Form von Kohlenhydraten pflanzliche Nährstoffe aufnimmt, enthalten Obst und Gemüse auch sogenannte Faserstoffe. Diese kann der Hund nicht verdauen und sie liefern kaum Energie, sind aber dennoch wichtig – insbesondere für den Darm und dessen Bewohner. Lösliche Faserstoffe wie Pektin, Inulin oder Oligofruktose dienen den nützlichen Bakterien im Darm als Nahrung. „Sie fungieren daher als Präbiotikum“, sagt Nadine Wolf. Auch die sogenannten unlöslichen Faserstoffe, zu denen beispielsweise Zellulose und Lingin gehören, erfüllen eine Aufgabe: „Sie erhöhen den Füllungsdruck im Verdauungskanal und fördern damit die Darmperistaltik und -passage, also die Durchmischung und Weiterbeförderung des Nahrungsbreis.“ Da sie zur Sättigung beitragen sollen, enthalten zum Beispiel Diätfutter einen höheren Rohfasergehalt. Faserstoffe helfen zudem dabei, Beschwerden beim Kotabsatz oder auch Verstopfungen vorzubeugen.

Mineralstoffe

Mineralstoffe braucht der Hund, da sie an sehr vielen unterschiedlichen Funktionen in seinem Körper beteiligt sind. Calcium, Phosphor und Magnesium etwa finden sich zum Beispiel im Skelett. Eisen, Zink, Kupfer und Mangan sine Enzymbestandteile und erfüllen darüber hinaus noch weitere Rollen. Mineralstoffe werden abhängig von ihrer Konzentration im Körper in Spuren- und Mengenelemente eingeteilt: Zu den essenziellen Spurenelementen für den Hund gehören Eisen, Jod, Kupfer, Mangan, Selen und Zink. Sie werden so bezeichnet, weil der Körper von ihnen nur winzige Mengen benötigt. Andere Mineralien wie Calcium, Chlor, Kalium, Magnesium, Natrium, Phosphor, und Schwefel sind im Vergleich dazu in größeren Mengen nötig. Sie werden daher auch Mengenelemente genannt.


Da Mineralstoffe im Körper so viele und vielfältige Aufgaben haben, ist auch die Liste möglicher Probleme im Fall von Mängeln lang.


Da Mineralstoffe im Körper so viele und vielfältige Aufgaben haben, ist auch die Liste möglicher Probleme im Fall von Mängeln lang. So können verringertes Wachstum und geringere Knochenstabilität etwa mit einem Mangel an Calcium zusammenhängen. Fehlen dem Körper Natrium und Chlorid, wirkt sich das negativ auf den Wasserhaushalt aus – der Hund erbricht sich möglicherweise, wirkt müde und erschöpft. Mineralstoffe werden üblicherweise im Zusammenspiel miteinander betrachtet, da der reibungslose Ablauf der Körperfunktionen eben davon abhängt.

Vitamine

Ebenso wie Mineralstoffe sind Vitamine für eine sehr lange Reihe verschiedener Prozesse im Körper nötig. Vitamin A beispielsweise ist daran beteiligt, Haut und Schleimhäute zu schützen. Vitamin D wiederum wird für den Aufbau und Erhalt der Knochen benötigt. Vitamin E fungiert als ein Antioxidans. Da der Hund – ebenso wie wir Menschen – Vitamine nicht oder nicht in ausreichender Menge produzieren kann, muss er sie von außen zugeführt bekommen. Wären sie kein Bestandteil im Napf-Kosmos, käme es zu Mangelerscheinungen.

Vitamine sind entweder fettlöslich – A, D, E und K – oder wasserlöslich – Vitamin-B-Komplex, Vitamin C und Cholin. Sie beeinflussen nicht nur Prozesse im Inneren, die für uns unsichtbar bleiben: Sie können sich auch auf das Verhalten auswirken. So unterstützen beispielsweise Vitamine aus dem Vitamin-B-Komplex die Konzentration. Zu den B-Vitaminen gehören Thiamin (B1), Riboflavin (B2), Niacin (B3), Panthotensäure (B5), Pyridoxin (B6), Biotin (B7), Folsäure (B9) und Cobalamin (B12). Sie wirken häufig eng zusammen und ergänzen sich. Daher sollten sie auch alle dem Hund gleichermaßen ausreichend zur Verfügung stehen.

Antioxidantien

Um die Rolle von Antioxidantien nachzuvollziehen, müssen wir zunächst einen kurzen Blick auf die Oxidantien werfen: Oxidantien sind reaktionsfreudige Moleküle, die ganz natürlich im Körper entstehen und in der richtigen Menge sogar hilfreich sind: Sie können zum Beispiel Bakterien unschädlich machen. Nehmen sie allerdings überhand, sorgen sie für Ärger, indem sie sich gegen körpereigenes Gewebe richten. Das nennt sich oxidativer Stress. Antioxidantien können diesen reduzieren. Enthalten sind sie zum Beispiel in Omega-3-Fettsäuren. Hilfreich können auch Vitamin E und C sein ebenso wie Flavonoide. Letztere sind in vielen Gemüse- und Obstsorten enthalten. Aber Vorsicht: Nicht jeder Lieferant von Antioxidantien, den wir Menschen uns schmecken lassen können, darf auch im Napf landen. Während Trauben beispielsweise für Menschen gute Lieferanten von Flavonoiden sind, ist das Obst für Hunde giftig. Greifen Sie für Ihren Liebling daher besser zu anderen Früchten, wie Äpfeln oder Brombeeren.

Gesund/giftig

Für Menschen unbedenklich, aber für Hunde giftig sind zum Beispiel:

Avokado

Feige

Traube

Zwiebel (Lauchgewächse)

Okay im Napf sind unter anderem:

Apfel
Aprikose
Banane
Birne
Blaubeere
Brombeere
Himbeere
Karotte
Kirsche (ohne Steine!)
Rote Beete


Foto: Pixel-Shot/stock.adobe