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Der lange Weg zum ersten Barrakuda \


Petri-Heil - epaper ⋅ Ausgabe 5/2019 vom 30.04.2019

Nicht in weit entfernten exotischen Gewässern, sondern im nahen Mittelmeer stellt «Petri-Heil»-Redaktor Robin Hrovatic dem Barrakuda nach. Doch der Erfolg liess erst mal auf sich warten …


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Foto:Twenty20 - stock.adobe.com

Barrakudas in Griechenland? Als ich das zum ersten Mal hörte, war ich etwas ungläubig, zumal ich das Vorkommen dieser Fischart mit tropischen Gewässern und der Karibik in Verbindung gebracht hatte. Ich liess mich aber eines Besseren belehren und mir sagen, dass der europäische Barrakuda(Sphyraena sphyraena) neben seinem küstennahen Vorkommen im Atlantik, z. B. bei Madeira, den Azoren ...

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Barrakudas in Griechenland? Als ich das zum ersten Mal hörte, war ich etwas ungläubig, zumal ich das Vorkommen dieser Fischart mit tropischen Gewässern und der Karibik in Verbindung gebracht hatte. Ich liess mich aber eines Besseren belehren und mir sagen, dass der europäische Barrakuda(Sphyraena sphyraena) neben seinem küstennahen Vorkommen im Atlantik, z. B. bei Madeira, den Azoren oder den Kanarischen Inseln, durchaus auch im Mittelmeer und sogar im Schwarzen Meer anzutreffen ist.

Als es in die Familienferien nach Kreta ging, packte ich neben der Naturköder-Standardausrüstung auch einen Meereswobbler ein, von dem ich glaubte, er würde mir dabei helfen, den ersehnten ersten Barrakuda zu überlisten. Mein erster und vorerst einziger Versuch auf die auch Pfeilhechte genannten Barrakudas führte mich noch vor Sonnenaufgang zum kleinen Hafen vor der Hotelanlage, wo ich es zuerst mit Würfen in Richtung offenes Meer versuchte, leider ohne jeglichen Fischkontakt.

Was lange währt, wird endlich gut: Mein erster Barrakuda! Als Beifang gabs noch einen ebenso wohlschmeckenden Zackenbarsch(Mycteroperca rubra)auf der Grundmontage.


Drehen die Barrakudas vielleicht sogar im seichten Wasser im Hafen selber ihre Runden? Ich wechselte also bald einmal auf die innere Seite des Hafens und siehe da, schon bald gab es den ersten Nachläufer, den ich gerade noch so im dämmrigen Lichtkegel der Laterne ausmachen konnte. Der Fisch drehte zwar wenige Meter vor mir ab, die pfeilgerade Form war aber dennoch ganz deutlich zu erkennen – ein Barrakuda im Hafenbecken! Die nächsten Würfe blieben folgenlos bis endlich noch so ein Silberpfeil dem Wobbler folgte. Diesmal zog er bis vor meine Füsse nach, wo aber mein Einkurbeln ein Ende fand. Das einzige, was mir noch blieb, war ein Spiel mit der Rute selber in Form einer Achterschlaufe – und tatsächlich, der Barrakuda liess sich noch ein bisschen an der Nase herumführen, biss aber schlussendlich doch nicht zu …

Recherche führt zum Fisch

Zwei Jahre später zog es die Familie wieder nach Kreta. Weil ich diesmal unbedingt erfolgreich sein wollte, machte ich mich im Vorfeld online darüber schlau, welche Wobbler die lokalen Fischer benutzen bei ihrer Fischerei auf Barrakudas. Das passende Modell war schnell gefunden und so freute ich mich riesig darauf, den Silberpfeilen aufs Neue nachzustellen. Um mir einen besseren Überblick über die Unterwasserstrukturen im weiteren Umkreis ums Hotel zu verschaffen, analysierte ich über Navionics.com die entsprechenden Karten, die mich schliesslich zum Hafen von Sissi führten. Beim ersten Versuch kletterte ich, noch im Dunkeln, aber mit Hilfe der Stirnlampe über die künstlich angelegte Felsenmole bis zuvorderst an die Spitze, wo mir der grösstmögliche Radius zur Verfügung stand.

Der Duo Tide Minnow Slim 140 im Dekor Sardine war es schliesslich, der den langersehnten Erfolg brachte. Am Mittelmeer ein Garant für eine Vielzahl unterschiedlicher Räuber.


Keine Menschenseele weit und breit und die ganze Hafeneinfahrt in herrlicher Sonnenaufgangsstimmung für mich alleine: So gute Bedingungen sind am Mittelmeer eine Seltenheit.


Vom Grill mit Rosmarin

Die Würfe im Dunkel der Nacht blieben folgenlos, aber mit den ersten Sonnenstrahlen änderte sich das rasch. Wieder war es die innere Seite der Mole in Richtung Ufer, die den ersten Fischkontakt brachte. Ich zupfte den Wobbler relativ zügig ein, machte immer wieder kurze Pausen, und auf einmal, als der Wobbler gerade pausierte, schoss es nur so in meine Rute. Ich musste nicht einmal anschlagen, der Biss war dermassen aggressiv, dass sich der Räuber gleich selber hakte. Als ich den Fisch dann zum ersten Mal vor mir sah und bald darauf landen konnte, war die Freude riesig: Mein erster Barrakuda! Kein Riese, aber mit knapp 60 cm allemal gross genug für die Küche. Der Hotelkoch bereitete ihn am Abend für uns zu, indem er ihn zuerst grillierte, anschliessend in einer Sauce aus Olivenöl und Limettensaft wendete und mit Salz, Pfeffer und Rosmarin würzte. Ein Gedicht. Rosmarin, dachte ich bis anhin, passe nur zu Fleischgerichten. Welch ein Irrtum.

Der eigene Fang, in der Hotelküche mediterran zubereitet – Ferien pur.