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DER LANGE WEG zurück in mein Leben


Happy Way - epaper ⋅ Ausgabe 4/2021 vom 09.09.2021

MEIN WENDEPUNKT

Artikelbild für den Artikel "DER LANGE WEG zurück in mein Leben" aus der Ausgabe 4/2021 von Happy Way. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Happy Way, Ausgabe 4/2021

An den besagten 29. März 2012 kann ich mich gar nicht so genau erinnern. Ich weiß noch, dass ich meine Tochter – damals dreieinhalb – in die Kindergruppe brachte. Wieder zu Hause sagte ich zu meinem Mann: „Du, ich fühl mich heute nicht so gut, ich leg mich lieber wieder hin.“ Er meinte, kein Problem, er würde erst arbeiten und später unsere Tochter von der Kindergruppe abholen. Und dann passierte es: Mein Herz hörte auf dem Weg ins Schlafzimmer auf zu schlagen, ich kippte vor dem Bett um und „war weg“. Mein großes Glück war, dass mein Mann eine Eingebung bekam. Er hatte nämlich ein Fax vergessen, kam zurück in die Wohnung und sah nach mir. Ich war zu diesem Zeitpunkt schon blau im Gesicht. Er reanimierte mich, rief den Notarzt. Man jagte mir Spritzen in den Körper, mit dem Defibrillator wurde ich erneut mehrfach wiederbelebt. Ein Hubschrauber brachte mich in die Klinik – ich lag im ...

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... Koma. Meine Überlebenschance war zwar hoch, weil ich vermutlich nur kurz ohne Sauerstoff gewese war. Aber: Die Ärzte sagten, sie wüssten nicht, in welchem Zustand und ob ich überhaupt wieder aufwachen würde …

1.

ICH LAG IM KOMA, ABER ICH BEKAM ALLES MIT

Auf der Intensivstation erlebte ich mich außerhalb meines Körpers. Ich konnte später genau sagen, wie meine Herzkurven auf dem Monitor ausgesehen hatten, welche Ärzte zu mir gekommen waren und was sie sagten, welche Medikamente in der Infusion waren. Auch meinen Besuch sah ich, meine Mutter, meine beste Freundin und natürlich meinen Mann. Ich wusste, was er anhatte, was er zu mir sagte. Unserer Tochter hat mein Mann den Schock erspart, die eigene Mutter in diesem Zustand zu sehen. Sie wartete immer draußen in Begleitung auf dem Spielplatz und wusste genau: Dort oben, bei diesem Fenster, da schläft die Mama.

Ich werde oft gefragt, wie sich dieser Zustand anfühlt. Meine Antwort: Man kann es sich nicht vorstellen. Es gibt kein Denken, keine Polarisation, keine Dualismen. Es ist einfach ein Seinszustand. Vielleicht auch deshalb war mir gar nicht so klar, dass ich die ganze Zeit im Koma lag. Denn als ich nach einer Woche aufwachte, hab ich erst einmal meinen Mann gefragt, was eigentlich passiert war.

Zurzeit schreibe ich meine Autobiographie und habe viel über Menschen recherchiert, die ebenfalls ein Nahtod-Erlebnis hatten. Viele berichten von negativen Gefühlen, weil sie „zurückkommen mussten“. Sie konnten das Erlebte nicht in ihren Alltag integrieren. Ich empfinde das überhaupt nicht so. Bei mir steht die Dankbarkeit im Vordergrund, nochmals eine Chance bekommen zu haben. Ich hatte auch nie Angst, dass sich der Herzstillstand wiederholt, obwohl das passieren kann. Nach insgesamt zwei Wochen im Krankenhaus habe ich mich selbst entlassen. Die Ärzte konnten das überhaupt nicht verstehen und haben mich mehr oder weniger dazu gezwungen, mir später einen Defibrillator einbauen zu lassen. Während der OP gab es Komplikationen und ich war schon wieder an der Grenze zum Tod … Drei Jahre hatte ich den Defi, dann war er kaputt und ich ließ ihn auch nicht mehr erneuern. Seitdem nehme ich keine Medikamente mehr und habe keine weiteren Beeinträchtigungen.

Damals wollte ich meinen Alltag wieder aufnehmen und erneut als Pharmareferentin arbeiten. Ich glaubte ja, alles würde einfach so weitergehen wie gehabt. Womit ich nicht gerechnet habe: In Wahrheit war mein Koma der Wendepunkt in meinem Leben.

2.

PLÖTZLICH SAH ICH DINGE, DIE ANDERE MENSCHEN NICHT SAHEN

Denn nichts war wie vorher. Ich saß zum Beispiel mit meinen Mann auf dem Balkon und fragte ihn, ob er den Mann neben mir auch sehen könne. Ich beschrieb ihn genau, aber mein Mann sah niemanden. Wir fanden das beide schräg, und ich weiß noch, dass ich dachte: Hoffentlich geht das wieder weg. Weil: Das konnte ich in meinem Leben überhaupt nicht gebrauchen. Aber es ging nicht weg. Es kam noch mehr dazu. Als Pharmareferentin sitzt man viel in Wartezimmern. Einmal saß mir gegenüber ein Mann. Ich dachte bei mir: Wahnsinn, was er wohl an den Lungen hat! Als ich zum Arzt ins Behandlungszimmer ging, wir kannten uns gut, fragte ich ihn nach dem Mann. Der Arzt war total erstaunt, dass ich wusste, dass der Mann lungenkrank war. Ich konnte also einem Menschen plötzlich ansehen, wo es in seinem Körper ein Problem gab! Ich sehe an der Stelle dann ein Störfeld, Schwingungen, so als wenn man einen Stein in einen See wirft.

Und dann war ich mit meinem Sohn schwanger. Und er ist in meinem Bauch gestorben. Als das passierte, habe ich Schreie gehört. Ich glaubte zuerst, dass meine Tochter geschrien hätte. Aber sie war es nicht. Sondern es war mein Sohn. Seine Todesschreie hörte nur ich. Und das war der große, ausschlaggebende Punkt. Denn nach dieser Totgeburt sagte ich: So, jetzt reicht´s. Ich kündigte meinen Job und nahm eine Auszeit. Und ab diesem Zeitpunkt wurden meine astralen Fähigkeiten mehr. Weil endlich der Raum dazu da war. Was ich noch gar nicht erwähnt habe: Meinen Sohn habe ich Neo genannt, schon am Tag, als ich erfuhr, dass ich schwanger war. Es war für mich klar, dass es ein Sohn würde. Neo bedeutet Neuanfang. Und mit seinem Tod wurde aus meinem Wendepunkt ein Neuanfang.

3.

ICH LERNTE, MEINE FÄHIGKEITEN BEWUSST EINZUSETZEN

Viele Dinge, die ich sah und nun nach dem Tod meines Sohnes auch hörte, konnte ich nicht einordnen. Es war deshalb anfangs so, dass ich meine Mitmenschen „zwangsbeglückt“ habe, so drücke ich es aus. Zum Beispiel saß ich mit Freunden zusammen und sagte zu einem von ihnen: „Du, der Opa Ignaz steht hinter dir, der sieht so und so aus.“ Und er sah mich an und fragte: „Woher weißt du das?“ Und ich antwortete: „Ich sehe das.“

Oder beim Einkaufen an der Kasse, da hab ich Menschen vor mir in der Schlange kurzerhand angesprochen und gesagt: „Du wirst begleitet von der und der Person.“ Das war schwierig für mein Umfeld. Einige Menschen können an meine Fähigkeiten nicht wirklich glauben, wie zum Beispiel meine Mutter oder auch mein Bruder. Aber das ist in Ordnung. Jedenfalls habe ich schnell gemerkt: So geht es wirklich nicht. Nach dem Tod meines Sohns sah ich ja nicht nur Dinge, die andere Menschen nicht sahen, sondern hörte permanent drei unterschiedliche Stimmen. Ich musste das abstellen können, denn ich konnte nicht 24 Stunden immer präsent sein. Also habe ich angefangen zu lernen, meine astralen Fähigkeiten bewusst einzusetzen und bewusst wieder abzustellen.

4.

VON DER PHARMAREFERENTIN ZUR SPIRITUELLEN MENTORIN

Um herauszufinden, welche Fähigkeiten ich genau habe, machte ich eine Channel-Ausbildung. Das half mir sehr. Ich begriff: Ich bin hellsichtig, hellfühlend, hellhörend und hellwissend. Und ich habe ganz viel Ruhe und Stille in mir gesucht. Von der Pharmareferentin, die sich nur mit Schulmedizin beschäftigte, bis zur spirituellen Mentorin war es ein langer Weg. Wobei ich bei Kopfschmerzen auch immer noch eine Tablette nehme und meinen Klienten empfehle, bestimmte Dinge erst einmal beim Arzt abklären zu lassen.

Mein Gewerbe hab ich dann 2016 angemeldet. Ich hatte bereits viele Ausbildungen, zum Beispiel eine Marketing- sowie eine Coaching-Ausbildung. Ich ließ mich noch zur Energetikerin ausbilden, weil ich wollte, dass das Ganze Hand und Fuß hat, und nenne mich heute spirituelle Mentorin. Ich unterstütze Menschen, hauptsächlich sind es Frauen, zum Beispiel neue Impulse für ihr Leben zu finden. Oder ich helfe bei Schmerzen. Auch Mütter mit hyperaktiven Kindern oder mit Schreibabys kommen zu mir. Ich schaue mir dann zum Beispiel die Ahnenreihe an, die ich durch meine Hellsichtigkeit sehe, und die Aura der Menschen. Es gibt eine Familienaufstellung auf dem Brett und ich erspüre die Schwachstellen im Körper. Bei der dritten oder vierten Sitzung machen wir dann eine Seelenreise, also eine besondere Form der Meditation.

ALL DIE JAHRE FEHLTE MIR EINE SÄULE: MEIN GLAUBE.

HEUTE GLAUBE ICH AN MEIN LEBEN!

5.

ALS MEIN VATER STARB, FEHLTE MIR DIE ORIENTIERUNG

Und erst jetzt gelang es mir, mit meiner Vergangenheit Frieden zu schließen. Erst jetzt fand ich nach Jahrzehnten des Suchens wirklich zurück in mein Leben. Denn so lange Zeit hatte ich mit meinem Glauben gehadert, war oft melancholisch und depressiv gewesen. Der Grund dafür: Zwar wuchs ich als wohl behütetes Mädchen in einer Mittelschichtfamilie auf. Aber mein Vater erlag im Alter von 48 Jahren einem Herzstillstand, während er seinem geliebten Hobby, dem Tennisspielen, nachging. Ich war 17 und von heute auf morgen fehlte mir die Orientierung. Ich habe Gott gefragt: Warum nimmst du mir meinen Vater? Ich konnte mich damit nicht aussöhnen, habe gehadert und schließlich gesagt: Okay, es gibt nichts auf der Welt. Keinen Gott, keinen was auch immer. Man ist alleine. Erst heute weiß ich, dass das nicht so ist.

Damals habe ich die Schule, ich war auf dem Gymnasium, abgebrochen und wollte für ein Jahr ins Ausland gehen. Ich kehrte aber nach drei Wochen zurück, weil ich in eine Familie mit zwei kleinen Kindern gekommen war, in der der Vater immer präsent war. Und mich diese Situation natürlich total an meinen eigenen Vater erinnert hat. Deswegen war es unmöglich, dort zu bleiben. Ich kam also zurück und holte in der Abendschule meine Matura nach. Anschließend arbeitete ich in ganz vielen Jobs. Ich habe damals nie wirklich gewusst, was ich mit meinem Leben anfangen soll.

Mir fehlte mein Vater als mein Mentor so unendlich, und es war schwer für mein Umfeld, diese Lücke zu füllen. Es hat zehn Jahre gedauert, bis ich auf einer Brücke in Linz meine Trauer um meinen Vater in die Donau verabschiedet habe. Dann erst begann ich eine Psychotherapie.

6.

ENDLICH KONNTE ICH FRIEDEN MIT DEM SCHICKSAL SCHLIESSEN

Aber: Richtigen Frieden mit seinem Tod konnte ich erst nach meinem Herzstillstand schließen. Als ich meinen Vater in einer Meditation sah. Es waren keine Worte nötig, er sah mich an und an seinem Gesichtsausdruck konnte ich erkennen, dass er mir sagte: „Jetzt ist alles gut. Jetzt bist Du angekommen.“ Und so war es auch. Denn erst jetzt, durch meine astralen Fähigkeiten, fühle ich mich so ganz und stark wie nie in meinem Leben zuvor. Ich erkläre es einmal so: Seit 1984 führe ich Tagebuch. Darin habe ich damals eine Palast gezeichnet, mit drei Säulen. In der Zeichnung fehlte aber die vierte Säule. Nach dieser Säule habe ich all die Jahre gesucht, in meinen unterschiedlichen Berufen, in unzähligen Seminaren, in der Psychotherapie. Aber es hat wahrscheinlich diesen Herzstillstand gebraucht, um endlich zu erkennen, welche Säule das ist. Nämlich mein Glaube. Damit meine ich nicht den katholischen oder irgendeinen religiösen Glauben, sondern den Glauben an mich und mein Leben. Erst jetzt kann ich das Leben in seiner Ganzheit erkennen.

Jeden Morgen stehe ich zwischen 4 und 5 Uhr auf. Ich sitze dann nur mit mir bei einem Kaffee und einer Zigarette. Und dabei spüre ich mich und meine Bedürfnisse. Ich beschreib das immer anhand des Films „Die Braut, die sich nicht traut“ mit Julia Roberts. Vor dem Altar läuft sie ja immer davon! Und auf die Frage „Wie magst du dein Frühstücksei?“ antwortet sie: „So wie du.“ Weil sie nicht ihr eigenes Leben lebt, kann sie sich nicht einlassen. Bis sie sich irgendwann sämtliche Frühstückseier kocht – pochiert, Rührei, Spiegelei und so weiter –, um herauszufinden, wie sie denn eigentlich ihr Ei mag. Und dann heiratet sie. Weil sie herausgefunden hat, was sie möchte. Und darum geht es bei uns allen: Herauszufinden, wie ich mein Ei will. Das heißt, herauszufinden, was ich will und brauche, damit ich in meiner Todesstunde sagen kann: Ja, ich habe mein Leben wirklich gelebt.

Ursula Embacher

Nach einem Herzstillstand entdeckte Ursula Embacher ihre astralen Fähigkeiten. Heute unterstützt sie mit ihrer Hellsichtigkeit, Hellfühligkeit, Hellhörigkeit und Hellwissenheit Menschen auf ihrem Weg. Vor Kurzem hat Ursula Embacher außerdem ein „Seelen-Impuls-Kartenset“ gestaltet. Ursula Embacher lebt in Kirchbichl (Tirol). Weitere Infos zu ihrem Angebot gibt es hier: www.dichjetzterleben.at, www.instagram.com/dichjetzterleben, www.facebook.com/dichjetzterleben und auf dem Youtube-Kanal „Ursula von Dich Jetzt Erleben“.

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