Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 7 Min.

Der leichte Einstieg: Kleine NAS-Systeme


Chip Heimnetzwerk & NAS - epaper ⋅ Ausgabe 1/2018 vom 11.04.2018

Der günstigste Einstieg in die Welt der NAS-Systeme führt über Geräte mit nur einer Festplatte. Wir zeigen die Vor- und Nachteile der verschiedenen Modelle


Artikelbild für den Artikel "Der leichte Einstieg: Kleine NAS-Systeme" aus der Ausgabe 1/2018 von Chip Heimnetzwerk & NAS. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Chip Heimnetzwerk & NAS, Ausgabe 1/2018

Die Einstiegshürde ist bei kleinen Netzwerkspeichern mit nur einem Laufwerk wirklich niedrig: Diese sogenannten 1-Bay-NAS-Systeme sind nicht viel teurer als herkömmliche externe USB-Festplatten – das macht die Geräte mit Netzwerkanschluss für einen großen Kundenkreis sehr attraktiv. Dass sie mit einer NAS jedoch ein viel mächtigeres Gerät als einen schlichten Datenspeicher erwerben, ist vielen Käufern womöglich gar nicht bewusst.

Dabei liegen die ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 6,50€
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Chip Heimnetzwerk & NAS. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 1/2018 von Viel Leistung und immer mehr Extras. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Viel Leistung und immer mehr Extras
Titelbild der Ausgabe 1/2018 von Die NAS im Heimnetzwerk. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Die NAS im Heimnetzwerk
Titelbild der Ausgabe 1/2018 von NAS-Systeme für zwei Festplatten im Test. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
NAS-Systeme für zwei Festplatten im Test
Titelbild der Ausgabe 1/2018 von Passende Festplatten für Ihre NAS. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Passende Festplatten für Ihre NAS
Titelbild der Ausgabe 1/2018 von So bestücken Sie eine leere NAS. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
So bestücken Sie eine leere NAS
Titelbild der Ausgabe 1/2018 von So bringen Sie Ihre NAS zum Laufen. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
So bringen Sie Ihre NAS zum Laufen
Vorheriger Artikel
Die NAS im Heimnetzwerk
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel NAS-Systeme für zwei Festplatten im Test
aus dieser Ausgabe

... Vorteile einer NAS auf der Hand: Immer mehr Anwender schließen zu Hause zwei oder drei Rechner zu kleinen Netzwerken zusammen. Da ist es einfach clever, Daten rund um die Uhr für alle bereitzustellen, selbst wenn nicht alle Computer laufen. Außerdem will man auch mit Handy und Tablet oder auch mit dem Fernseher auf Filme, Musik und Fotos zurückgreifen. Diese Daten permanent hin- und herzukopieren wäre ziemlich lästig. Hier leisten die NAS-Systeme mit nur einem Laufwerk einen wichtigen Beitrag und ermöglichen den Einstieg in eine völlig neue Art des Umgangs mit persönlichen Daten zu Hause. Ganz neue Wege versuchte dabei Qnap mit dem Modell TAS-168. Es bietet neben dem herstellereigenen QTS auch Android als Betriebssystem an. Auf diese Weise können Sie zum Beispiel auf das Angebot des Google Play Stores zurückgreifen und Apps wie Netflix direkt auf der NAS ausführen. Wenn Sie Monitor, Maus und Tastatur direkt an die NAS anschließen, verwandeln Sie die TAS-168 sogar in einen Desktop-Rechner mit Android- System. Allerdings scheint der Erfolg ausgeblieben zu sein – Qnap verfolgt diesen Ansatz jedenfalls nicht mehr weiter.

Weniger Datensicherheit ohne RAID

Wer sich für eine NAS mit nur einem Laufwerksschacht entscheidet, verzichtet im Grunde genommen lediglich auf die Möglichkeit, die Festplatten im RAID-Verbund zu betreiben. Denn um ein solches RAID-Array einzurichten, sind mindestens zwei Festplatten erforderlich. Welche Vorteile die einzelnen RAID-Modi in der Praxis bringen, lesen Sie im Beitrag auf Seite 120. Vereinfacht ausgedrückt: Spielt die Sicherheit der auf der Netzwerkfestplatte abgelegten Dateien für Sie eine lediglich untergeordnete Rolle – etwa weil die NAS ausschließlich als Multimedia-Zuspieler zum Einsatz kommt –, macht der Kauf eines 1-Bay-Modells durchaus Sinn. Denn im Gegenzug sparen Sie Geld, da solche NAS-Systeme in der Regel günstiger sind als Geräte, die über mehrere Laufwerksschächte verfügen.

Ein kurzer Blick auf die CHIP-Testergebnisse, die in der Tabelle auf Seite 15 zusammengefasst sind, genügt, um festzustellen, dass Qnap und Synology bei den 1-Bay-NAS-Systemen dominieren. Ein Grund dafür ist zweifellos die Qualität der Betriebssysteme. Syno-logy stattet seine Geräte mit dem DiskStation Manager (DSM) aus, aktuell ist die Version 6.2 (Beta); Qnap setzt auf QTS in der Version 4.3.4 Beide Betriebssysteme überzeugen nicht nur durch die klar strukturierte, übersichtliche Bedienoberfläche, die die tägliche Nutzung zum Vergnügen macht. Unter der bunten Haube warten auch zahlreiche Funktionen, die nicht nur die Ansprüche von Privatanwendern erfüllen. Angefangen bei Web-, FTP- und Druckerservern über Backup-Funktionen bis hin zum Streaming von Multimedia- Inhalten – nur Geräte von Qnap und Synology bieten alle Funktionen. Darüber hinaus lässt sich der Funktionsumfang durch Apps, die in den herstellereigenen Paketverwaltungen angeboten werden, beliebig erweitern. Ein weiteres Plus: Beide Hersteller stellen Mobil- Apps für Android und iOS zur Verfügung, sodass Sie auch unterwegs auf die Funktionen Ihrer NAS zugreifen können (mehr dazu ab S. 32).

Eher einfach gehalten und aufs Notwendige reduziert ist die Bedienoberfläche der Buffalo-Geräte. Nutzer, die ihre NAS einmal einrichten und dann nie wieder umkonfigurieren, dürfte dies aber nicht stören, zumal auch die Buffalo LinkStations alle wichtigen Server- und Streaming-Funktionen bieten. Allerdings verzichtet Buffalo ebenso wie WD My Cloud auf einen Webserver. Dafür setzt WD auf Assistenten, die die erste Konfiguration erleichtern. Überhaupt ist es ein Prinzip von WD, seine Kunden bei der Konfiguration nicht zu überfordern. Ist diese erst einmal durchgeführt, brauchen sich die Nutzer nicht weiter um Details zu kümmern.

Kleiner Chip, ordentliche Leistung

Kehren wir zu unserer Testtabelle zurück: Dort sehen Sie, dass statt Intel- oder AMD-Prozessoren, wie sie etwa in herkömmlichen PCs stecken, bei den kleinen NAS-Systemen zumeist integrierte Chips zum Einsatz kommen. Die stromsparenden Marvell- oder ARM-CPUs genügen den Ansprüchen an einen einfachen Datenspeicher, reichen aber nicht für komplexere Anwendungen und Virtualisierung aus. Wer also etwa mit mehreren Geräten in voller HD-Auflösung streamen will oder einen Webserver auf seiner NAS betreiben möchte, sollte zu einem größeren Gerät greifen.

Eine Empfehlung noch zum Arbeitsspeicher: Sofern mehrere Zugriffe parallel erfolgen sollen, greifen Sie besser zu Geräten mit 1.024 MByte RAM. Die große Ausnahme im Test ist die Qnap TAS-168, die mit 2 GByte RAM gut bestückt ist. Beachten Sie zudem, dass von den neun getesteten NAS-Systemen nur drei mit vorinstallierter Festplatte ausgerüstet sind. Bei allen anderen Geräten müssen Sie diese separat kaufen und einbauen. Außerdem bieten einige Hersteller verschiedene Modellvarianten an: So gibt es etwa die Qnap TS-131P ohne oder mit 1 bis 10 TByte großer Festplatte.

Schnittstellen und Extras

Alle NAS-Systeme sind mit einem Gigabit-Netzwerkanschluss ausgestattet. Einen doppelten LAN-Anschluss gibt es jedoch bei keinem Gerät im Testfeld. Einen HDMI-Port zum direkten Anschluss an den Fernseher bietet lediglich die Qnap TAS-168. Bei den Anschlussmöglichkeiten für USB- und eSATA-Equipment sieht es durchwachsen aus: Nur die Topmodelle im Testfeld haben mehr als einen schnellen USB-3.0-Anschluss. eSATA hat kein einziges Modell an Bord. Wenn Sie noch eine externe eSATA-Festplatte besitzen, sollten Sie eher zu einem 2-Bay-Modell mit einem solchen Anschluss greifen.

Bedienerführung

Ein wichtiges Kriterium bei der Wahl des passenden NAS-Systems ist die Eingängigkeit der Bedienoberfläche.

Qnap: Die aufgeräumte Bedienoberfläche erleichtert die Nutzung, zusätzliche Funktionen rüsten Sie durch Apps nach

Synology: Ebenfalls beispielhaft ist die bedienerfreundliche Oberfläche mit jeder Menge Apps zum Nachinstallieren

Buffalo: Einfach und klar strukturiert ist die Benutzeroberfläche der NAS-Systeme von Buffalo gehalten

WD: Das einfache Bedienkonzept der WD My Cloud ist darauf ausgelegt, Einsteiger nicht unnötig zu verwirren

Viel Speicher für wenig Geld

Seagate Personal Cloud

Die Personal Cloud von Seagate wird nur vorab bestückt mit wahlweise 3, 4 oder 5 TByte Speicher verkauft. Daneben gibt es die NAS auch mit zwei Festplatten mit 4, 6 oder 8 TByte. Verglichen mit den anderen Geräten in unserer Liste bekommen Sie bei der Seagate mit 5 TByte für 230 Euro viel Speicherplatz für wenig Geld. Denn für eine vergleichbare NAS-Festplatte alleine müssten Sie schon in etwa so viel berappen (siehe Seite 21). Damit wird die Personal Cloud zum richtigen Schnäppchen. Im Test präsentierte sich die Seagate als ordentliche Einsteiger-NAS. Dank der integrierten Festplatte ist das System sofort einsatzbereit. Die Performance und Funktionalitäten sind guter Durchschnitt, der Stromverbrauch ist angenehm niedrig. Die Personal Cloud verfügt über 512 MByte Arbeitsspeicher und ist mit den nötigsten Anschlüssen ausgestattet: ein Port für LAN, einer für USB 2.0 und einer für USB 3.0. Ein kleines Manko sind die Betriebsgeräusche auch im Standby – so was geht auch leiser. Man sollte die NAS also trotz angenehm unauffälliger Optik nicht unbedingt ins Wohnzimmer stellen, vom Schlafzimmer ganz zu schweigen.

+Ausgezeichnetes Preis- Leistungs-Verhältnis, geringer Stromverbrauch, solide Ausstattung

-Verhältnismäßig laut, kein HDMI, kein eSATA, Festplatte fest verbaut

Testsieger mit Bestwertung

Synology DS118

Das ist mal eine Ansage: Die Synology DS118 setzt in der Bestenliste der kleinen NAS-Systeme mit nur einem Laufwerk gleich zweimal den 100er-Wert. Sowohl bei der Funktionalität als auch bei der Performance ist sie spitze. Mit einem Preis von 160 Euro für das Gerät ohne Festplatte ist die Synology dabei sogar verhältnismäßig günstig. Dank des Realtek-Prozessors sowie einem GByte Arbeitsspeicher erzielte die Synology DS118 mit bis zu 110 MByte/s die besten Transferleistungen. Damit reizt sie die LAN-Schnittstelle quasi vollständig aus. Viele Pluspunkte gibt es bei der Bedienung: Die Synchronisierung der Dateibestände mit PCs, Notebooks, Smartphones und anderen Geräten im Haus lässt sich unkompliziert regeln. Auch die Installation läuft einfach und schnell ab. Zudem nervt das Gerät nicht durch unnötige Lüftergeräusche.

+Ausgezeichneter Funktionsumfang, verhältnismäßig günstig, beste Transferraten, leise

-Kein HDMI-Ausgang, kein eSATA

Qnap TAS-168: Multimedia-NAS fürs Wohnzimmer

Die Qnap TAS-168 ist leider ein Auslaufmodell. Dabei ist sie aus mehreren Gründen ungewöhnlich und besonders interessant für alle, die neben der eigenen Film- und Musiksammlung von der NAS auch Inhalte von verschiedenen Streamingdiensten konsumieren. Sie ist die einzige NAS im Testfeld mit einem HDMI-Anschluss und kann dadurch direkt an einen Fernseher angeschlossen werden. Neben dem klassischen Qnap-Betriebssystem ist auf der TAS-168 auch eine speziell angepasste Android-Version verfügbar. Die Android-Oberfläche erreichen Sie nur über den HDMI- Anschluss. Hier kommt die mitgelieferte Fernbedienung zum Einsatz – für die einfache Navigation am Fernseher. Über die Android- Oberfläche können Sie auf den hauseigenen Qmarket von Qnap zugreifen, aber auch Apps aus dem Google-App-Store installieren. So haben Sie etwa die Möglichkeit, auf alle gängigen Streamingdienste zuzugreifen. In der Kategorie Ausstattung liegt die TAS-168 damit auf Platz eins. Auch bei der Leistungsaufnahme erzielt die Qnap mit nur 8,3 Watt im Ruhemodus eine sehr gute Wertung. Die Performance allerdings kann da nicht mithalten. Das drückt die Platzierung gewaltig. Denn obwohl die TAS-168 mit 2.048 MByte und damit dem größten Arbeitsspeicher antritt, ist sie mit 36,1 MByte/s beim Schreiben die langsamste im Test.

Je mehr Anschlüsse für externe Geräte, desto besser. Bei der Qnap TAS-168 sind es vier USB 2.0- und ein USB-3.0-Port sowie ein bei NAS noch recht rarer HDMI-Anschluss


+Überragend in der Ausstattung und vielseitig, Android, Fernbedienung, sparsam im Stromverbrauch

-Sehr langsam beim Schreiben und Lesen

Qnap TS-131P: Multitalent in allen Bereichen

Die Zweitplatzierte im Test, die Qnap TS-131P, ist eine gute Wahl. Zwar erzielt sie in keiner Kategorie den Bestwert, jedoch liegt sie in sämtlichen Bereichen auf hohem Niveau und ist somit der perfekte Allrounder. Die NAS besitzt 1.024 MByte Arbeitsspeicher und einen ARM-V7-Dual-Core-Prozessor mit 1,7 GHz. Sie verfügt über drei USB-3.0-Anschlüsse: zwei auf der Rückseite, der dritte befindet sich an der Front. Die Performance ist vorbildlich: Bei einer Schreibrate von 108,7 MByte/s und einer Leserate von 109 MByte/s ist die 131P die drittschnellste NAS im Test. Dafür ist sie vergleichsweise stromhungrig. Bei der Leistungsaufnahme im Betrieb kam sie mit 14,2 Watt auf den höchsten Wert. Hinter der schlichten Front verbergen sich viele sinnvolle Funktionen: So bietet das Gerät Server für HTTP, FTP, Multimedia, iTunes sowie Druckdienste. Dank Qnaps Betriebssystem QTS stehen zudem prinzipiell alle Apps zur Verfügung, die es auch für die „großen“ Qnap-Modelle gibt – etwa Clouddienste, eine Download-Station und Antivirensoftware.

+Hohe Transferraten, sehr gute Ausstattung

-Hoher Stromverbrauch, kein eSATA

Die Qnap TS 131P verzichtet auf einen eSATAAnschluss, bietet dafür aber gleich drei USB-3.0- Anschlüsse



FOTOS: SEAGATE (AUFM.); HERSTELLER (PRODUKTE)