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DER LKW-Irrsinn


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HÖRZU - epaper ⋅ Ausgabe 18/2019 vom 26.04.2019

Das alltägliche Chaos: Eine TV-Doku geht der Frage nach, welche Nachteile derLkw-Verkehr mit sich bringt


STAUS ABGASE TÖDLICHE UNFÄLLE

Artikelbild für den Artikel "DER LKW-Irrsinn" aus der Ausgabe 18/2019 von HÖRZU. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: HÖRZU, Ausgabe 18/2019

BLECHLAWINE Auf deutschen Autobahnen bilden Lkw Tag für Tag lange Schlangen


GEFÄHRDUNG Bei schweren Unfällen mit Lkw sind oft Todesopfer zu beklagen


Ein ganz normaler Tag auf einer Autobahn in Deutschland: Lkw reiht sich an Lkw, im Schneckentempo schleichen sie über den Asphalt. Das macht eines offensichtlich: Es sind zu viele Lkw unterwegs! Etwa 800.000 rollen täglich über unsere Straßen. Und es werden immer mehr: Das Bundesverkehrsministerium rechnet damit, dass ...

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... der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigt. Über Auswirkungen dieser Entwicklung berichtet die Arte-Reportage „Wahnsinn Lkw“ von Jens Niehuss (siehe TV-Tipp).

Umweltsünder Lkw

„72 Prozent aller Waren und Güter werden in Deutschland mit dem Lastwagen transportiert“, sagt Niehuss. „Die Hauptschuld an dieser hohen Zahl trägt die Automobilindustrie und ihr Logistiksystem just in time, das seit den 60er-Jahren perfektioniert und von anderen Wirtschaftsbereichen übernommen wurde. Es bedeutet, dass Ware, die bei Zulieferern bestellt wird, nicht ins Lager kommt, sondern exakt zu dem Zeitpunkt angeliefert wird, zu dem sie gebraucht wird. Die Lager der Industrie befinden sich in den Lkw auf den Straßen.“

Die Lkw, die für Handel und Industrie unterwegs sind, verursachen nicht nur Staus sowie Wutausbrüche bei den anderen Verkehrsteilnehmern. Sie bedeuten auch eine enorme Belastung für die Umwelt: Wie das Umweltbundesamt errechnete, emittieren die Lkw-Modelle heute im Durchschnitt zwar weniger Treibhausgase und Luftschadstoffe als 1995. Weil aber deutlich mehr Lkw im Einsatz sind als 1995, fallen die gesamten Kohlendioxid-Emissionen im Straßengüterverkehr sogar um 20 Prozent höher aus. Besonders ärgerlich in diesem Zusammenhang: Mehr als ein Drittel aller deutschen Lkw-Fahrten sind Leerfahrten. Die Fahrer liefern also die Ware ab und fahren leer wieder zurück. Laut Bundesverkehrsministerium verursachen allein die deutschen Lkw jedes Jahr 6,5 Milliarden Leerkilometer.

Ein weiteres Problem: Laut Schätzungen richtet ein einziger Lkw an Autobahnen und Brücken so viel Schaden an wie 60.000 Pkw. „Die meisten Autobahnbrücken wurden in den 1970er-Jahren gebaut und waren für einen 80-jährigen Betrieb geplant“, so Prof. Gernot Liedtke vom Berliner Institut für Verkehrsforschung. „Doch schon jetzt, also nach 50 Jahren, kommt eine Erhaltungswelle auf uns zu. Viele Brücken müssen sogar neu gebaut werden. Dies geht zu einem großen Teil auf die schweren Lkw zurück. Zwar werden die Kosten durch die Maut finanziert. Aber es ist trotzdem ein Problem, wenn Brücken in einem solch massiven Umfang erneuert werden müssen, weil es dann zu Sperrungen und Staus kommt.“


»Bei uns werden 72 % aller Güter mit dem Lkw transportiert.«


Massive Straßenschäden

Die Lkw-Fahrer sind das schwächste Glied in der Kette. „Die Speditionen stehen in einem harten Wettbewerb miteinander“, sagt Liedtke. „Der Druck wird an die Fahrer weitergegeben. Diese müssen dann Mittel und Wege finden, die vereinbarten Liefertermine einzuhalten.“ So werden sie zum Risiko. Der Unfallforscher Siegfried Brockmann schätzt die Zahl der Todesopfer durch Auffahrunfälle mit Lkw auf mehr als 300. Ursache seien häufig unaufmerksame und abgelenkte Lkw-Fahrer. Doch gibt es Alternativen zum Lkw? „Wünschenswert wäre eine verstärkte Nutzung der Schiene“, so Liedtke. „Dafür muss die Bahn aber auch Angebote machen, die den Anforderungen moderner Logistik entsprechen. Für den Transport kleiner Mengen ist sie etwa unattraktiv.“ Wichtig sei es, die Kapazität des Schienennetzes zu erhöhen: „Die Bahn muss auch dorthin, wo die Nachfrager sind. Kombiverkehrsterminals in Gegenden, in denen die Verlader sind, wären da eine gute Maßnahme. An solchen Punkten können Waren von der Schiene auf die Straße verladen werden und umgekehrt. Die Alternativen zum Lkw sind also bekannt, sie müssen nur politisch gewollt und von Unternehmern umgesetzt werden. Damit Letztere aktiv werden, sollten auch die Regulierungen der Bahn entschlackt werden.“ Zum Schutz der Umwelt. Und der anderen Verkehrsteilnehmer.


FOTOS: EYB/STRATENSCHULTE/DPA PICTURE-ALLIANCE (2)