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Der Masterplan


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Auto Zeitung - epaper ⋅ Ausgabe 25/2022 vom 23.11.2022

BMW Neue Klasse

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Bildquelle: Auto Zeitung, Ausgabe 25/2022

AUSBLICK Das L K ogo der ?Neuen Klasse 2025? transportiert das Design der Modelle der 60er-Jahre in die Zukunft

Bei BMW gestaltet man die Zukunft mit einem offenen Blick für Vielfalt. Niemand kann heutee sagen, wie sich die Welt und damit der in ternationale Automarkt in der nächsten Dekade entwickeln werden. Da ist die strikte Abkehr von vorhandenen Antriebstechnologien hin zur alleinigen Fokussierung auf die batterieelektrische Mobilität verschie- dener Aut omobilhersteller für BMW noch keine Option. Man setzt vielmehr weiterhin auch auf Ver- brenner in verschiedenster Form. Achtzylinder mit zusätzlichem E-Boost sind da ebenso in der Planung wie kleine, leicht elek- trifiizierte Diesel- und Otto-Aggregat e. Auch die Euro-7-Hürde wird für das BMW-Motorenport- folio kein Problem darstellen, wie Entwicklungsvorstand Frank We ber am Rande der Präsenta- tion des neuen X1 bestätigte. Aber der Masterplan bis ins Jahr 2025 hinein, mit dem die Bay ern die neue T echnologie-Epoche mit der „Neuen ...

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... Klasse“-Architektur ins Ra mpenlicht rollen, zeigt nun doch eine noch stärkere Orientiehin zur reinen E-Mobilität. rung An- ders als in den ersten Statements, in denen von einer Misch-Architektur die Rede war, bei der die neue Te chnologie-Plattf orm ab 2025 alle Antriebsformen – vom Verbr enner über Plug-in-Hybride bis hin zu reinen batterieelektrischen Modellen – integrieren sollte, wird die „Neue Klasse“ nun doch der rein elektrisch hen Idee vorbehalt en bleiben.

Jeder zweitee BMW wird 2030 einen rein elektrischen Antrieb haben

Die aktuellen Entwicklungen und die positive Perspektive bei BMW in Bezug auf den Absatz von E-Fahrzeugen beflügelt den Strategiewechsel. Wie Oliver Zipse gegenüber Bloomberg erst kürzlich in einem Interview erklärte, bestimmt die E-Mobilität die Pace. Zu dieser Aussage, dass die elektrifizierten Fahrzeuge den Takt in der Branche vorgeben, passt auch, dass laut BMW mit der Markteinführung des bereits präsentierten iX1 und des künftigen, auf gleicher Basis stehenden iX2 schon 2024 jeder dritte BMW ein elektrischer sein wird. Bis 2030 bereits soll es sogar jeder zweite sein. Neben i4, iX3, i7, iX1, iX2 und iX wird auch der neue, bereits Ende 2023 debütierende i5 in verschiedenen Derivaten seinen Teil dazu beitragen. Bei der kommenden BMW 5er- Generat ion wird es im Vo rfe ld des Strategiewechsels zudem zu einem ganz besonderen Kampf der Systeme kommen. Neben dem M5, der den V8-Plug-in-Hybrid-Antriebsstrang des BMW XM mit bis zu 7 48 PS nutzen wird, arbeit et BMWa uch an einem i5M – dem ersten vollelektrischen M High Perfor - mance Fahrzeug. Auch die M-GmbH schaltet um: „Die Elektrifizierung eröffnet uns ganz neue Freiheitsgrade, um M-typische Dynamik zu erzeugen“,sagt Dirk Häcker, Leiter Entwicklung der BMWM GmbH. „Und wir sehen schon jetzt, dass wir dieses Potenzial maximal nutzen können, damit unsere High-Performanc e-Sportwagen auch in der lokal emissionsfreien Zukunft die M-typische und unv ergleichliche Kombination aus Dynamik, Agilität und Präzision bieten.“

„Schon Ende des Jahr zehnts soll die Neue Klasse mehr als die Hälfte unseres weltweiten Absatzes ausmachen “

Oliver Zipse, Vorsitzender des V orstands der BMW AG

Der Entwicklungsleiter bezieht sich auf den Prototyp auf Basis des i4 mit spektakulärem elek- trischen High-Performanc e-Antrieb, der über , vier E-Motoren verfügt. Aufgrund der Tatsac he, dass alle vier Räder von jeweils einem Elektro-Motor angetrieben werden, ergeben sich BMW zufolg e vollkommen neue Möglichkeiten für eine höchst variable, extrem präzise und zugleich sehr schnelle Ver teilung des Antriebsmoments – daraus resultiere dann eine Dynamik, die mit herkömmlichen Antriebssys stemen unerreichbar sei. Leistung und Drehmomentwerte im vierstelligen Bereich ließen sich dabei schnell realisieren. Ob es schon beim i5M zu vier Motoren kommen wird oder ob dieser Ansatz einem zukünftigen i3M vorbehalten bleibt, ist noch unklar. Aber auch je eine E-Maschine an Vorder- und Hinterachse dürften bereits den dynamischen Vorgaben der BMW-Performanc eabteilung beim kommenden i5M gerecht werden.

Die leistungsstarke 800-Volt - Te chnologie kommt er k st 2025

Neben den Dynamik-Modellen und dem vielfältigen Angebot an Dieseln sowie Benzinern mit und ohne Elektrifizierung werden natür- lich eine i5 Limousine und auc uch der elektrische i5 Touring an den Start gehen. Unterschiedliche Antriebskonfigurationen mit einer E-Maschine an der Hinterachse oder einem elektrischen xDrive über zwei separate E-Motoren werden beim i5 zur Wahl stehen. Wie beim i7 soll auch der elektrifizierte 5er noch mit 400-Volt-S ys- tem arbeiten. Kürzer e Ladezeiten als die 34 Minuten für eine Schnellladung mit bis zu 195 kW von zehn auf 80 Prozent des i7 sind daher auch beim i5 mit maximal 101,7 kWh großem Akkupack nicht zu erwarten. Reichw eiten von deutlich über 600 km sollten mit dem Top-Akku für den 400 kW/54 4 PS starken i5 xDrive60 aber machbar sein. Etwas weniger Reichw eite dürfte eine Basisvariante mit rund 213 kW/290 PS, Heckantrieb und gut 80 kWh Energie im Akku erzielen. Zudem werden sich alle i5-V arianten mit bis zu 22 kW an geeigneten Wallbo xen laden lassen. Dennoch sind dem bisherigen Gen- 5-Syst em in der aktuellen Mischarchitektur,r das auch der i5 noch nutzen wird, Grenzen gesetzt.

Die Freude am Fahren bleibt

Mit dem bis zu 1000 PS starken, vollelektrischen BMW i5M (o.) schaltet auch die M GmbH den Strom ein. Neben dem i5M soll es auch weiterhin einen M5 geben – mit dem 748-PS-Plug-in-Hybrid-Antriebsstrang aus dem BMW XM Label Red. Vorher sorgen aber noch der neue M2 und der auf maximale Performance getrimmte M3 CS (r.) für Furore.

Gen 6 und 800 Volt

BMW schwenkt bei der Neuen Klasse 2025 von prismatischen auf runde Zellen um. Im Vergleich zur aktuellen prismatischen Variante wird auf der Kathodenseite der Nickelgehalt erhöht und der Kobaltanteil gleichzeitig reduziert und der Siliziumanteil auf der Anodenseite erhöht. Die neue Zelle erreicht so eine um 20 Prozent höhere Energiedichte, die Ladegeschwindigkeit wird, mit der Umstellung auf die 800-Volt-Technik, um bis zu 30 Prozent gesteigert. Auch die Reichweite profitiert mit einer Verbesserung um 30 Prozent. Zudem sinken die CO2-Emissionenin der Zellfertigung um bis zu 60 Prozent, die Produktionskosten reduzieren sich im Vergleich zu denen der aktuellen fünften Generation um maximal 50 Prozent. So will BMW die Herstellungskosten von vollelektrischen Modellen auf das Niveau von modernen Verbrennern bringen. Die neuen Zellen und deren Integrationskonzept verringern nicht nur die Kosten, das Speichersystem über- nimmt auch eine tragende Rolle in der Karosse- riestruktur. Gen 6 nutzt einen Stahlmantel für die Zellen statt der bei Gen 5 verwendeten Aluminium- hülle – dadurch kann auf die Modulebene verzichtet werden. So lässt sich die Größe des Akkus hochflexi- bel gestalten, der wegen der Steifigkeit platzsparend in jede Karosserieform integriert werden kann.

Die „Neue Klasse“ wird über alle BMW-Baureihen ausgerollt

Erst mit den Modellen der „Neuen Klasse“, auf der ab 2025 alle batterieelektrischen Modelle in allen Baureihen – von 1er/ X1 bis 7er/ X7 – aufbauen werden, wird BMW die vielfältigen Vor teile der damit eingeführten Gen-6-Tec h- nologie ausrollen. „Überzeugende Produkte sind die beste Antwort auf ein herausfor derndes Umfeld. Sie verleihen uns Stabilität in der Gegenw art und Wac W hstumsperspektiven für die Zukunft. Deswegen inv estieren wir konsequent in die Technologie-Cluster unserer Neuen Klasse und sind überzeugt: Mit diesen hochinnovativen Produkten werden wir unser Angebot auf ein völlig neues Nivea eau he heben“, erklärte Oliver Zipse, Vorst andsvorsitzender der BMW AG, erst Anfang November.

Kerntechnologie ist dabei die neu entwickelte sechste Generation der Batteriezellen, bei der BMW von prismatischen auf runde Lithium-Ionen-Zellen umstellt. Mit diesen neu entwickelten Batterie-Bausteinen steht ein enormer Tec hnologie-Sprung bevor: Die Energiedichte wird um mehr als 20 Prozent erhöht, die Ladegeschwindigk eit um maximal 30 Prozent gesteigert und die Reichw eite um bis zu 30 Prozent verbessert. Reichw eiten von um die 1000 km rücken so in greifbare Nähe. Mit der Umstellung verringert BMW auch die CO2-Emissionenin der Zellproduktion um bis zu 60 Prozent. Versc hiedene Zellhöhen und eine unterschiedliche Zellchemie ermöglichen zudem eine große Bandbreite an Einsatzzwecken von höchster Effizienz bis hin zu maximaler Performanc e. Mit den neuen Zellen verbunden ist außerdem der Übergang von der 400- auf die leistungsstarke 800-Volt- Technik.

„Wir verringern die CO2-Emission enin der Zellprodukl - tion um bis zu 60 Prozent“

Frank Weber, Mitglied des Vorstands der BMW AG für Entwicklung

Das neue Gen-6-Speichersystem, bei dem die Ebene des Zellmoduls entfällt, übernimmt zudem eine tragende Rolle in der Karosseriestruktur der Neuen Klasse. Je nach Modell kann die neue, runde und in Stahl statt Aluminium gefasste Zelle flexibel und platzsparend in den vorhandenen Bauraum integriert werden – BMW nennt das „Pack-to-open-body“. Akku-Größen zwischen 50 bis 150 kWh sind denkbar. Große, schw ere Akkus sind aber nicht das Ziel. BMW will durch die höhere Energiedichte das Gewicht bei gleicher Reichw eite im Vergleic h zu dem der aktuellen Stromer deutlich reduzieren, dabei die Aerodynamik effizienter gestalten und natürlich die hohen Kosten senken, die die individuelle Integration der Elektro-Tec hnik von Baureihe zu Baureihe in die derzeitige Technologiestruktur noch fordert. Die Kosten können laut BMW im V ergleich zur heuteve verwendeten fünften Generation um bis zu 50 Prozent reduziert werden. BMW will so die Herstellungskosten von vollelektrischen Modellen auf das Niveau von Autos mit Ver- brennungsmotor bringen. Dass die Neue Klasse rein elektrisch werden soll, bedeutet nicht, dass sie batterieelektrisch bleibt. Wasserst offbetriebeneFahrzeuge bieten die ideale Te chnologie, um batterieelektrische Modelle, da wo es sinnvoll ist, zu ergänzen – Prototypen des iX5 Hydrogen sammeln bereits wertvolle Erfahrungen für den Serienstart.

Erstes Modell auf Basis der „Neuen Klasse“ wird ein BMW i3 in komplett neuer Form sein, also ein vollelektrisc e her 3er der näc hste en Generation.e Der Stromer und der 3er mit klassischem Antrieb werden allerdings mit dem Debüt der E-Plattform nicht mehr wie Zwillinge à la i7/ 7er auftreten. Bei der neuen Elektro-Architek-k tur, die vom Heckantrieb bis hin zum eDrive mit vier Motoren hochflexibele Arrangements bietet, wird die Vorderachse zugunsten eines langen Radstands weiter nach vorn rücken, wodurch der vordere Überhang kürzer ausfällt – es wird sich quasi alles ändern.  

Das betrifft auch das Design. BMW präsen tierte 2021 mit dem i-Vision-Cir cular-Concept-Car eine erste Idee mit breitem Nierengrill und schmalen Leuchteinheiten, die nicht zuletzt das markante Design der Neuen Klasse von 1962 zitiert. Wie stark sich der i3 2025, der als „Enabler“ für ein neues, charakterstarkes BMW -Design dienen soll, daran orientieren wir d, hält BMW noch unter Versc hluss. Sicher ist aber , dass die Verbrennervarianten, die parallel zur Einführung der Neuen Klasse weiter auf der alten CLAR-Architektur produziert werden, mit einem großen Faceli lift ans neue Design angepasst werden. Daraus folgt, dass der aktuelle 3er wohl deutlich über 2025 hinaus weiter produziert wird. BMW plant, dem i3 direkt eine sportliche SUV-Va V riante à la iX4 zur Seit e zu stellen. Insgesamt also gute Aussichten für Kunden, die auf innovative Fahrzeuge zu akzept ablen Preisen warten – und auch für Aktionär e, die trotz der hohen Inv estitionen auf eine gute Rendite hoffenf dürfen.

BMW iX5 Hydrogen

Der Serieneinsatz der Brennstoffzelle in der Neuen Klasse ist für BMW perspektivisch vorstellbar. Auch, weil Wasserstoff als Energieträger in vielen Teilen der Welt eine wichtige Rolle spielen wird. Die von einer 374 PS starken E-Maschine angetriebene iX5-Kleinserie zeigt bereits beste Ergebnisse. Die Brennstoffzelle (125 kW kontinuierliche Leistung) erhält BMW von Toyota. Beide Unternehmen arbeiten seit 2013 auf diesem Gebiet zusammen.

KOMMENTAR

Der Masterplan in den BMW-Entwicklungsabteilungen steht. Die „Neue Klasse“-Ar chitektur wird mit ihrer Einführung 202 5 die E-Mobilität neu organi sieren, hoch flexible P e roduktionsabläufe ermöglichen, die Kos- ten reduzieren und innovative sowie nachhaltige Produkte hervorbringen. BMW hat damit die richtigen Weic hen für die Zuk unft ge f stellt. Dass man in München nun doch so intensiv die E-Mobilität bevorzugt, zeigt, welches Po tenzial BMW – nicht zuletz t wegen der hohen Nachfrage nach aktuellen E-Modellen – in der rein elektris chen Idee sieht.