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DER NEUE SUPERSTAR


video - epaper ⋅ Ausgabe 2/2019 vom 04.01.2019

Selbst wenn das Budget keine Rolle spielt, war es bisher nicht möglich, im Heimkino einen Projektor aufzustellen, der bei Pixelschärfe und HDR-Eigenschaften einem Top-Fernseher die Stirn bieten kann. Sony geht nun mit dem VPL-VW870ES in die nächste Evolutionsrunde der Laser-Lichtquelle und erzielt den zusätzlichen Farbkick, der bislang fehlte.


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Bildquelle: video, Ausgabe 2/2019

Er ist etwas größer und fast doppelt so schwer wie Sonys restliches Line-up an 4K-Projektoren. Satte 22 Kilo Produktgewicht des neuen Laserbeamers Sony VPLVW870ES wollen erst einmal sicher unter die Decke des Heimkinos gehängt werden. Sie sind aber vielleicht auch ...

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... dafür verantwortlich, dass uns dieses Testmuster unversehrter und mit höherer Schärfe erreichte als alle anderen Sony-Beamer zuvor. Bei einem Test nach dem anderen fiel uns bei früheren Modellen eine Misskonvergenz der SXRD-Panels auf, die wir uns nur damit erklären konnten, dass sich die 12 Kilo schweren Geräte beim Transport weiter werfen ließen als dieser Bolide hier. Bei ihm ist nun alles bestens. Sein sehr aufwendiges, groß dimensioniertes Objektiv (Technikbild Seite 10) zeichnet die 4K-SXRD-Panels bis in die Ecken messerscharf. Sogar noch schärfer als zuvor, denn Detailverlust und Farbsäumen wird mit einer neuen Software entgegengewirkt. Die sogenannte „Digitale Fokusoptimierung“ ist nun ein justierbarer Teil der neuesten „Realismus“-Engine, wie Sonys ausgeklügelte Bildoptimierung seit Jahren heißt. Unseren ein bis zwei Pixel feinen Messlinien wird sie jedoch kaum auf die Sprünge helfen können. Dass diese so sauber und detailreich dargestellt werden, dürfen wir der tollen Optomechanik zuschreiben – und den drei gut überlagerten 0,74-Zoll großen SXRD-Chips. Die hohe Schärfe ist umso löblicher, wenn man sieht, wie variabel die Abbildung ist. Mit einem 2,2-fachen Zoom und großen Shiftbereichen lässt sich der VPL-VW870ES in jedes Heimkino integrieren. Es ist relativ schmalwinklig angelegt. Für Freunde der Kurzdistanz, beispielsweise Rückprojektion aus einem Technikraum, ist die Option eines Wechselobjektivs (TR 0,8-1,02) vorhanden. Und da alle Einstellungen des Objektivs luxuriös motorisch und äußerst präzise arbeiten, war es für Sony kein Problem, fünf Speicher für Objektivpositionen zu integrieren. So werden Cinemascope-Leinwände bestens ausgenutzt und dank vieler elektronischer Zoomoptionen und Schaltausgänge kommen auch anamorphotische Installationen zum Zuge. Ein paar zusätzliche Bildformate können Sonys Beamer ja immer gebrauchen, denn ihre Chips sind stets extrabreit. Sie kommen aus der Kinotechnik und besitzen nativ die dort üblichen 4096x2160 Bildpunkte, also in etwa das Bildformat 17:9. Alle Ultra-HDQuellen zu Hause liefern jedoch nur 3840x2160 Pixel in 16:9. Einen echt starken qualitativen Gewinn aus Sonys zusätzlichen Pixeln schlagen zu können ist nur schwer zu begründen.

Viele der Direkttasten der beleuchteten Fernbedienung sind für besonders schnelle Anpassungen der Bildparameter gedacht.


Unser maximal scharfes Ultra-HD Testbild zur Bestimmung des optimalen Sehabstands haben wir noch nie auf einem Projektor so klar und fehlerfrei genießen können.


Chips ahoi

Viel einfacher ist es festzustellen, dass Sonys Elektronik in der neuesten Generation jetzt alle Quellen mit allen Tricks unterstützt, die wir uns wünschen. Die beiden HDMI-Eingänge akzeptieren die volle Bandbreite von HDMI 2.0b, also 18Gbit/s. Damit werden Ultra-HD-Inhalte bei 60Hz mit mehr Farbschärfe verarbeitet als früher, 24p-Kinoinhalte gar mit hochwertigen 12 Bit bei voller Farbabtastung 4:4:4. Zudem wurde der Bildchip einem Update unterzogen, sodass er nun alle seine Fähigkeiten auch auf UHD-Material anwenden kann. Zu denen zählen ja eine gute Bewegtbildglättung und die intelligente Nachschärfung inklusive Entrauschung und Entfernung von Banding-Artefakten – alles zusammengefasst unter dem Marketing-Schlagwort „Reality Creation“. Sonys Projektoren erlauben viel mehr Verbesserungen an allen Eingangssignalen als alle anderen Marken. Gerade bei älteren Inhalten zahlt sich das voll aus, doch die grundsätzlich hochwertige Skalierung, Reinigung und Politur der Filmdaten bringt auch mehr Frische und Schärfe bei guten Blu-rays.

Dass Projektoren überhaupt HDR automatisch erkennen und die neue Kennlinie (EOTF) sauber umsetzen, ist keine Selbstverständlichkeit. Sony gelingt dies jetzt sehr gut, wobei der Clippingpunkt bei ca. 1000 Filmnits gelegt wurde. Er passt sich wie bei Beamern üblich nicht an die Metadaten an, kann aber leicht geändert werden: Man regelt die Einstellung für „Kontrast (HDR)“. HDR10 klappt also gut und sogar HLG wird verarbeitet. An DolbyVision oder HDR10+ muss in diesem Marktsegment bisher noch niemand denken.

Neben den bereits erwähnten HDMI-Eingängen bietet Sony noch einige andere digitale Optionen, jedoch nicht für Bild und Ton. So können zwei Triggerausgänge beschaltet werden, um eine automatische Leinwand oder einen Anamorphoten zu beeinflussen. Eine USB-Buchse liefert ein halbes Ampère beispielsweise für einen Android-Stick oder Funkübertrager. Hier wird auch neue Firmware eingespielt. Der serielle RS-232-An-schluss und die LAN-Buchse sind für die Einbindung in Steuersysteme, wie Crestron, AMC oder Control4 zuständig. Eine Buchse für Infrarotempfänger wird nützlich, wenn der Beamer in einem extra Technikraum installiert wird und bedient werden will. Und das ist in seiner Preisklase nicht unüblich.


Die Glühbirne in Beamern hat ausgedient. Jetzt kommt die Ära von Laser und LEDs

Sonys Projektionschips SXRD

Auch die Heimkinobeamer werden von Sonys Abteilung für professionelles Equipment entwickelt und vertrieben. Sie sind seit vielen Jahren führend bei der Ausstattung von Kinosälen mit 4K-Projektoren. Die Basistechnologie ist dabei dieselbe, nur in etwas kleinerer Ausführung: SXRD. Genau wie bei JVCs D-ILA handelt es sich um LCD-Chips, die allerdings nicht wie üblich von Licht durchstrahlt werden, sondern eine Spiegelschicht besitzen, an der inmitten der Layer das Licht reflektiert wird. Das bietet mehrere entscheidende Vorteile. Zum einen wird der Lichtweg länger. So kann die LCD-Schicht bei gleicher Dämpfung (Schwarzwert) dünner sein und schneller schalten. Des Weiteren sitzen die Ansteuertransistoren und Zuleitungen nicht im Lichtweg, was die Effizienz deutlich erhöht. Nicht zuletzt kann die volle Chipfläche von hinten leicht und effektiv gekühlt werden. Die Qualitätssteigerung der letzten Generationen (Bild links) basiert auf der Elimination von abgeschrägten Ecken und Kontaktdellen in der Chipstruktur. So entsteht weniger Streulicht und der Schwarzwert respektive Kontrast wird verbessert.

Die Eingangsbuchsen sind dezent seitlich an der Gerätebasis angebracht. Durch den Überhang des oberen Gehäuseteils sind sie dort für große Männerhände nicht optimal zugänglich.


Kaum ein Beamer besitzt so viele nützliche Bildverbesserer wie Sonys SXRDs. Die neuen Modelle glätten Bewegungen auch in 4K und schärfen gezielt dort nach, wo die Optik weichzeichnen würde.


Der Sony rechnet stets an der Schärfe herum und optimiert Details. Gewisse feine Strukturen werden dabei farbig.


Eine weitere positive Eigenschaft soll hier nicht unerwähnt bleiben. Sonys Flaggschiff ist kompatibel zu 3DFilmen, von denen ja noch viele exzellente produziert werden. Während man bei Fernsehern nicht mehr fündig wird, kann der Fan des dreidimensionalen Kinos hier aus dem Vollen schöpfen. Die SXRD-Panel sollen mit 240 Hz schalten können, was den Einsatz von Funk-Shutterbrillen nahelegt.

Die gibt es von Sony als Zubehör zu kaufen. Leider lag unserem Exemplar keine bei, sodass wir das Feature nicht testen konnten.

HDR vom Feinsten

Davon, in unserem Testkino Filme zu schauen, konnten wir allerdings kaum genug kriegen. Endlich ist die Projektionstechnik dort angekommen, wo die neuen Medien sie brauchen. Neben mehr (Ultra-HD-)Details gibt es auch mehr Farben bei sensationellen Kontrasten. Hier ist natürlich Sonys schnell schaltende Laserlichtquelle ein immenser Vorteil, um die Lichtstärke dynamisch anzupassen. Die arbeitet jedoch in Koordination mit einer zusätzlichen Irisblende und erzeugt einen besonders satten Schwarzwert in dunklen Szenen. Auch bei voller Aktivierung der Lichtdynamik hielten sich Negativeffekte wie Bildpumpen im Hintergrund. Eher waren die Augen überanstrengt von den Bilderfluten. Bei diesem Kontrast waren die gut 2000 Lumen des Sony absolut hinreichend für unsere kleine (2,7 m) Steward Leinwand. Die Laser liefern erst einmal schmalbandiges blaues Licht, wie man an den Spektren unserer Messdiagramme (S. 10) leicht erkennen kann. Problematisch wird es meist, wenn sie auf gelbe Farbstoffe treffen, mit denen zusammen sie weißes Licht erzeugen sollen. Ist nämlich Rot nicht anständig von Grün getrennt, bleibt der maximale Farbraum viel zu klein für HDR. Sony nennt seine Laser-Engine, die 20.000 Arbeitsstunden problemlos überstehen soll, „Z-Phosphor“. Ebenfalls an den Messdiagrammen sieht man, wie feinfühlig Gelb gefiltert wird, um sattere Grundfarben Rot und Grün zu erzielen. Das gelingt unter wenig Verlust von Nutzlicht und bringt den DCI-Farbraum immerhin auf 91 %. Mitbewerber nutzen Schaltfilter, verlieren dann aber für den erweiterten Farbraum so viel Lichtenergie, dass es für HDR nicht mehr reicht. Sony kann hingegen jetzt sehr bunt und sehr bril-lant bei sehr viel Schärfe. Und wenn Gammakurve und alle Farbnuancen so gut abgestimmt sind wie hier, bleibt kein Auge im Heimkino trocken. Die Komposition ist in HDR wie normalem HD (Blu-ray) völlig stimmig. Detailreichtum, Kontrast, Bildtiefe und Farbgebung sind auf Profiniveau. Und wenn Letztere über die Zeit driftet, gibt es sogar eine eingebaute Autokalibration, die ohne jegliche externe Software oder Messgeräte den Weiß-und Farbraumabgleich richtet.

Sonys Objektiv „ARC-F“ (All-Range Crisp Focus) besteht aus 18 besonders großen Glaslinsen. So bleibt das Bild trotz großer Zoom-und Shiftoptionen bis in die Ecken messerscharf.


Bei unseren HDR-Tests wurden volle zehn Bit an Panelquantisierung erreicht, jedoch ist ein leichtes Rauschen zu verzeichnen, das auf eine Glättung durch Quantisierung hinweist. Tatsächlich treten bei Bewegtobjekten Falschkonturen auf, die genau dies belegen. Diverse feine Helligkeitsstufen werden zeitlich hintereinander erzeugt, um sich im Auge zu Zwischentönen zu addieren. DLP-Projektoren tun dies um ein Vielfaches schlimmer.

Unser letztes Lob gilt dem leisen Lüfter von Sony, der seine Drehzahl im großen Umfang regelt und meist dezenter bleibt als die Irisblende.

Fazit

Sonys neuer 4K-Laserbeamer VPLVW870ES ist alles in allem der beste Projektor, den wir je in unserem Labor und Testkino hatten. Mit messerscharfer HDR-Leistung bei hohem Farbraum macht sein supersatter Kontrastumfang so richtig Spaß. Ein Traum von einem Beamer, den sich leider nicht viele erfüllen können werden.

Optimale Einstellungen

Bildmodus: Benutzer
Kontrast: 96
Helligkeit: 52
Schärfe: 50
Farbe: 52
Farbtemperatur: Nutzer1
RGB-Gain: 10, 0, -20
RGB-Offset: 0,0,0
Gamma: aus

Gewaltiger Zoom

Durch den 2,2-fachen Zoom läßt sich der Sony variabel aufhängen. Der großzügige Lensshift (vert. +/-80%, hor +/- 31%) tut ein Übriges. Falls das nicht reicht gibt´s ein Wechselobjektiv.

AUS DEM MESSLABOR

Bildmessung HDTV

Auch ohne Farbanpassung und Gammakorrektur werden die Normwerte bestens getroffen. Nur die etwas hohen Farbpegel resultieren in einem eher kräftigen, aber natürlichen Bild. Im Spektrum erkenn man den blauen Laser nebst Gelbfilter.

Bildmessung UHD-HDR

In gut abgestimmten HDR liefert der Sony seine 2000 Lumen ab. Dabei wird die EOTF-Kurve schön abgebildet, aber Clipping in Weiß und Schwarz vermieden. Mischfarben werden weise gewählt.