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Der Neusiedler See und die pannonische Ebene


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Österreich mein Sehnsuchtsland - epaper ⋅ Ausgabe 2/2022 vom 07.06.2022
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Bildquelle: Österreich mein Sehnsuchtsland, Ausgabe 2/2022

Abends am Neusiedler See. Es ist die Zeit, in der es ruhiger wird am See. Die Badegäste haben ihre sieben Sachen eingepackt und sind Richtung Futterkrippe in den Hotels verschwunden. Stille breitet sich aus, nur die Rufe einiger Vögel klingt aus dem dichten Schilf herüber. Ich sitze am Steg, lasse die Füße baumeln und schaue hinüber auf das andere Ufer, wo langsam die ersten Lichter von Podersdorf über den See blinken.

Von Wien ist nicht weit ins nördliche Burgenland. Da ist die alte Budapester Straße, die heutige Bundesstraße 10, die über Schwechat und Fischamend nach Nickelsdorf, dem Grenzübergang nach Ungarn, führt und hinter Bruck an der Leitha das Burgenland erreicht. Auch die Autobahn A4 folgt dieser Route. Die Leitha, sie kommt aus der Buckligen Welt in Niederösterreich, war immer schon Grenzfluss, so trennt sie in ihrem Unterlauf das Burgenland von Niederösterreich.

Romantische ...

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... Flusslandschaft Leitha - Auen

Hier im nördlichsten Teil des Burgenlandes, am Dreiländereck Österreich-Ungarn-Slowakei, liegt das sanft touristische Gebiet der „Leithaauen“. Es ist eine stille, unspektakuläre Landschaft, imm scfhon durchgangsgebiet wischen Ost und West und die meisten Leute fahren achtlos vortbei. Leider, den es gibt durchaus etwas zu sehen und zu erleben. Der Skulpturenpark in Deutsch-Jahrndorf die Genussregion Kittseer Marille, das geschichtsträchtige kroatische Pama, der Agrar- und Weinort Edelstal, die Liszt-Gemeinde Gattendorf und das Reiterdorf Zurndorf sind durchaus attraktive Reiseziele, dies es zu entdecken gilt. Schon berühmt sind das Jazz-Festival und das Nova Rock in Nickelsdorf. Die malerischen Orte und die romantische Flusslandschaft der Leitha mit ihrer außerordentlichen Tier- und Pflanzenwelt laden zum Erkunden per Rad, Pferd, Kanu oder zu Fuß ein. Die Parndorfer Heide, eine trockene Schotterebene, die von der Urdonau angeschwemmt wurde, liegt südlich der Leitha. Sie wird heute „energetisch“ genutzt: Ein ganzer Wald von Windrädern beherrscht das, was früher einmal eine Landschaft gewesen ist.

Eisenstadt ist immer eine Reise wert!

Die andere Straße von Wien ins Burgenland ist die Bundesstraße 16, die über Laxenburg nach Süden führt und in Wimpassing das Burgenland erreicht und schließlich nach Eisenstadt führt. Früher einmal, zur Zeit der K.u.K.

Monarchie, führte der Straßenzug von Wien über Ödenburg (heute Sopron) und Steinamanger (Szombathey) nach Varazdin und Zagreb in Kroatien.

Eisenstadt, die burgenländische Landeshauptstadt, liegt am Fuße des Leithagebirges und zählt mit ihren rund. 14.000 Einwohnern zu den kleinsten Landeshauptstädten in Österreich. Sie ist auch die jüngste, hat sie doch diese Ehre erst seit den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts. Doch Eisenstadt ist viel älter: erste Siedlungsspüren stammen aus der Hallstadtzeit, Kelten und Römer hinterließen ihre Spuren ebenso wie Stämme aus der Völkerwanderungszeit. Eine erste Siedlung wird 1264 in einer Urkunde erwähnt, im 14. Und 15. Jahrhundert bestimmt die Adelsfamilie der Kanizsai die Geschicke der Stadt, die in dieser Zeit das Marktrecht erhielt und einen Mauerring erhielt. 1622 erhielt die Graf Nikolaus Esterhazy die Herrschaft Forchtenstein und Eisenstadt als kaiserliches Pfand zum Dank für die Unterstützung Kaiser Ferdinands II. Fortan bestimmte die Famile Esterhazy die Geschicke der der Stadt. Doch nicht ganz: 1648 konnten sich die Bürger der Stadt für 16.000 Gulden und 3000 Eimer Wein (1 Eimer = 56 Liter) freikaufen.

Die ehemalige Residenzstadt der Fürsten Esterházy hat seinen Besuchern eine Menge zu bieten. Eisenstadt fasziniert zunächst einmal durch sein besonderes Flair. Es ist die besondere Mischung aus vertrautem Österreich und doch schon ein bisschen südöstliche Ferne, Fremdheit. Die großteils denkmalgeschützte Altstadt ist das Herzstück der Stadt -Tausende Besucher flanieren täglich durch die Fußgängerzone, um einen Schaufensterbummel zu machen, einzukaufen oder sich bei einer guten Tasse Kaffee zu entspannen. Lassen auch Sie sich von der Haydnstadt Eisenstadt verzaubern! Neben der Historie und Kultur hat es die Landeshauptstadt aber auch nicht verabsäumt auf die Erfordernisse einer modernen Stadt einzugehen und den Bedürfnissen der Besucher gerecht zu werden.

Zahlreiche Kaffeehäuser, Gastronomiebetriebe, Boutiquen, Geschäfte und Freizeiteinrichtungen machen Eisenstadt mit seinen beiden Ortsteilen St. Georgen und Kleinhöflein zu einem Erlebnis. Kleinhöflein liegt am Westrand der Stadt und ist ein Weinbauort mit ungefähr 1.000 Einwohnern. Die auf einem Hügel stehende weithin sichtbare spätgotische Kirche stammt aus dem 15. Jahrhundert und ist dem hl. Veit geweiht. Ende Juni wird Kleinhöflein alljährlich zum gesellschaftlichen Mittelpunkt der Stadt - dann findet nämlich der Winzerkirtag statt. St. Georgen ist das „Grinzing von Eisenstadt“. Zahlreiche Heurige haben die 1.280 Seelen-Gemeinde im ganzen Land bekannt gemacht.

Sehenswert sind neben dem Schloss Esterházy, das Haydn Haus, die Bergkirche, der Martinsdom oder der Schlosspark - ein ehemals barocker Garten, der um 1800 in einen englischen Landschaftsgarten umgebaut wurde, mit seinen revitalisierten Gewächshäusern. Der Attilastein, ein römischer Grabstein aus dem 1. Jahrhundert nach Christus, ist das Wahrzeichen der Gemeinde. Die burgenländische Landeshauptstadt ist in jedem Fall einen Besuch wert.

UNESCO Welterbe Region Neusiedler See

Mit der Aufnahme in die UNESCO-Welterbeliste im Dezember 2001 ist die Landschaft des Neusiedler Sees (ungarisch: Fertőtó) mit ihren Ortschaften, Kulturgütern und Naturwerten als Kulturlandschaft „von außergewöhnlichem und universellem Wert“ ausgezeichnet worden. Bereits die Nominierung zum Welterbe ist von Ungarn und dem Burgenland gemeinsam vorgenommen worden, so dass das Welterbe Fertő-Neusiedler See eine der wenigen grenzüberschreitenden Welterbestätten darstellt. Das Verhältnis der beiden Nachbarn wurde dadurch noch einmal gestärkt.

Der See, die Landschaft, die Ortschaften - eine Einheit Der Neusiedler See und die umgebende Landschaft sind eine natürliche geographische Einheit. Diese einzigartige Landschaft zwischen den Alpen und der Ungarischen Tiefebene bildete sich über Jahrtausende im Wechselspiel zwischen Natur und Kultur. In der Seelandschaft bilden Natur und Landschaftsbild eine geschlossene Einheit, in die klar abgegrenzte, kompakte Ortschaften eingebettet sind. Weil das flache Land in der Vergangenheit jedem feindlichen Angriff offen preisgegeben war, mussten die Häuser eng zusammenrücken: dicht aneinander gereihte, manchmal gestaffelte Wohn- und Wirtschaftsgebäude der Anger- und Straßendörfer.

Eine Vielfalt, wie selten wo ...

Die Region Fertő-Neusiedler See ist geologisch und geomorphologisch von einzigartiger Vielfalt geprägt. Der Neusiedler See ist der westlichste Stepppensee Eurasiens. Die Region Neusiedler See weist in jeder Hinsicht eine große Vielfalt auf, geprägt von Schilf, Wasser und den in den Hügeln gelegenen Weingärten. Die Kulturlandschaft Fertő-Neusiedler See bildet ein grünes Herz im europäischen Städtedreieck Wien – Bratislava – Győr. Die regionalen Akteure sind sich der Notwendigkeit bewusst, eine nachhaltige Regionalstrategie zu erarbeiten, in der wirtschaftliche, soziale und ökologische Zielsetzungen gleichermaßen berücksichtigt werden.

Wir sind Welterbe!

Auf österreichischer Seite gehören Apetlon, Breitenbrunn am Neusiedler See, Donnerskirchen, Frauenkirchen, Gols, Illmitz, Jois, Mörbisch am See, Neusiedl am See, Oggau am Neusiedler See, Oslip, Pamhagen, Podersdorf am See, Purbach am Neusiedler See, Rust, Schützen am Gebirge, St. Andrä am Zicksee, St. Margarethen, Weiden am See und Winden am See zur Welterbe Region

Neusiedler See.

Als Welterbe hat die Kulturlandschaft Fertő-Neusiedler See weltweite Bedeutung. In erster Linie ist die nachhaltige Entwicklung des Lebensraumes jedoch eine Initiative für die hier lebende Bevölkerung und unsere Gäste. Eine verstärkte Bewusstseinsbildung für das Welterbe ist eine zentrale Aufgabe des Welterbe Vereins.

Neusiedler See - Welterbe und Erlebnislandschaft

Er ist einer der wenigen Steppenseen in Europa, der Neusiedler See, und er liegt sowohl auf österreichischem als auch auf ungarischem Staatsgebiet. Das alleine machte dieses Gewässer schon spannend. Sein wesentlich größerer österreichischer Anteil macht ihn zum größten österreichischen Gewässer! Die ganz auf österreichischem Gebiet liegenden Seen, etwa im Salzkammergut, sind um einiges kleiner und Österreichs Anteil am größeren Bodensee ist eher gering. Der See selbst zeichnet sich durch seinen unvergleichlichen Schilfgürtel, seine geringe Tiefe und sein mildes, aber windiges Klima aus. Übrigens wird das Schilf des Neusiedler Sees immer noch für die typischen pannonischen Dächer verwendet! Seine einzigartige Fauna und Flora macht ihn nicht nur seit Jahrzehnten zum Ziel von Forschern und Fachleuten, sondern wurde durch die Errichtung der beiden Nationalparks Neusiedler See-Seewinkel und Fertö-Hanság sowie durch die Ernennung zum UNESCO-Welterbe mit der Bezeichnung Kulturlandschaft Fertö/Neusiedler See geschützt.

Einige Fakten:

Ausmaße

Die Seefläche beträgt je nach Wasserstand durchschnittlich 285 km², wovon 220 km² in Österreich und 65 km² in Ungarn liegen. Der österreichische Teil bildet damit die größte Seefläche in Österreich. Das Einzugsgebiet des Sees beträgt 1120 km². Die Hauptausdehnung in nord-südlicher Richtung beträgt 34 Kilometer, die Breite (von Ost nach West) zwischen 4,5 und 8 Kilometer. Die Höhe der Erdkrümmung beträgt zwischen Neusiedl am See und Mörbisch 9,60 Meter. Damit kann man in Bodennähe nicht von einem Ende zum anderen sehen!

Schilfgürtel

Der den See fast vollständig umgebende Schilfgürtel bietet Lebensraum für eine einzigartige Tierwelt und ist nach dem Donaudelta das größte zusammenhängende Schilfgebiet in Europa. Durch die vorherrschende nordwestliche Luftströmung wächst am Ostufer deutlich weniger Schilf als am Westufer. Bei Donnerskirchen ist der Schilfgürtel bis zu fünf Kilometer breit. Podersdorf dagegen liegt am einzigen schilffreien Strandabschnitt von zwei Kilometern Länge. Der Schilfgürtel ist ab 1909 bis 1965 stark aber natürlich angewachsen und bedeckt heute eine Fläche allein auf österreichischem Staatsgebiet von annähernd 100 km².

Umland

Der See selbst liegt in der Kleinen Ungarischen Tiefebene, die den westlichen Ausläufer der Ungarischen Tiefebene darstellt. Er wird im Nordwesten von den letzten Ausläufern der Alpen, dem Leithagebirge, und im Norden von der Parndorfer Platte begrenzt. Weiters liegt der Seewinkel im Osten, das Ruster Hügelland im Südwesten und der Waasen, ungarisch auch Hanság genannt, im Süden und Südosten.

Wasserhaushalt

Der seichte See wird überwiegend durch Niederschläge gespeist und durch Verdunstung entwässert. Dadurch ist der Wasserstand den Wetterbedingungen unterworfen und schwankt naturgemäß stark. Der Wasserspiegel liegt im Mittel bei etwa 115,45 m ü. A., die maximale Tiefe beträgt nur 1,8 Meter. Die jährliche Schwankungsspanne liegt bei 60 bis 80 Zentimeter. Im August werden normalerweise die niedrigsten Wasserstände gemessen.

Wassertemperatur

Das Wasser des seichten Sees nimmt rasch die Temperatur der Luft an. So werden an besonders heißen Tagen leicht Wassertemperaturen bis an die 30 °C erreicht; allerdings kühlt der See bei Durchzug einer Gewitterfront auch wieder rasch ab. Im Sommer werden durchschnittlich 22 bis 23 °C gemessen.

Bade-und Hafenanlagen am Neusiedler See

Bade- und Hafenanlagen rund um den Neusiedler See haben im Bezirk Neusiedl am See die Orte Illmitz, Podersdorf, Weiden, Neusiedl am See, Jois und im Bezirk Eisenstadt-Umgebung Breitenbrunn am Neusiedler See, Purbach am Neusiedler See, Oggau, die Freistadt Rust und Mörbisch am See in Österreich sowie Fertörákos in Ungarn

Nationalpark Neusiedler See -Seewinkel

Der mit Ungarn grenzüberschreitende Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel wurde 1993 gegründet und hat eine Gesamtfläche von etwa 300 km², davon rund 100 km² auf österreichischem Staatsgebiet. Das Neusiedler See-Gebiet ist ein für Österreich einmaliger Naturraum. Aufgrund seiner Lage am Ostrand der Alpen und am Westrand der Kleinen ungarischen Tiefebene ist es aus historischer, aber auch aus biologischer Sicht ein Grenzraum, in dem Pflanzen- und Tierarten aus alpinen, pannonischen, asiatischen, mediterranen und nordischen Gebieten zu finden sind. Ohne Vielfalt an Lebensräumen wäre dieser Artenreichtum nicht möglich: Mosaikartig liegen hier großflächige und verschiedenartige Feuchtgebiete, Weideflächen, Wiesengebiete, Trockenrasen, Sandsteppen und Salzstandorte nebeneinander.

Artenvielfalt Die internationale Bedeutung dieses Naturraums liegt sowohl in der außergewöhnlichen Artenvielfalt, als auch in seiner unverzichtbaren Funktion für den europäisch-afrikanischen Vogelzug. Hier rasten, fressen oder mausern abertausende Zugvögel von mehr als einhundert Arten auf ihrem Weg zwischen Winterquartier und Brutplatz. Auch als Brutgebiet kommt der Neusiedler See-Region große Bedeutung zu. So brüten hier Arten wie Silberreiher, Löffler, Säbelschnäbler, Großtrappe und Bienenfresser.

Besucherprogramm und Führungen

Der Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel bietet ganzjährig geführte Exkursionen an, bei denen man von geschulten Exkursionsleitern Wissenswertes über den Lebensraum und die vorkommenden Arten erfährt. Die Exkursionen finden an vorgegebenen Terminen statt und dauern rund 3 Stunden. Zudem steht es jedem Besucher frei, auf eigene Faust die Natur im und rund um den Nationalpark zu erkunden. Im ganzjährig geöffneten Informationszentrum in Illmitz sind Broschüren, Karten und Informationen über Beobachtungsmöglichkeiten erhältlich. Das Informationszentrum bietet darüber hinaus wechselnde Ausstellungen und Videovorführungen

Ökopädagogikzentrum

Mit dem 2010 eröffneten Ökopädagogikzentrum stehen für Schulklassen, Kinder- und Jugendgruppen wesentlich erweiterte Möglichkeiten zur Verfügung. Die Angebotspalette im Bildungsprogramm reicht von Halbtages- über Ganztagesprogramme bis hin zu mehrtägigen Veranstaltungen oder Projektwochen. Es stehen dabei verschiedene Themenkomplexe zur Auswahl, die im Rahmen ganzoder mehrtägiger Veranstaltungen auch kombinierbar sind.

Artenreicher Welterbe Naturpark am Leithagebirge

Schmalanger und Scheunenreihe, Wehrkirche und Streckhof, Kellergasse und Storchennest: Im Herzen des erweiterten Europas, direkt am Übergang zwischen der pannonischen Tiefebene und den Ausläufern der Alpen liegt am Ufer des westlichsten europäischen Steppensees der Welterbe-Naturpark Neusiedler See-Leithagebirge mit den fünf Orten Breitenbrunn am Neusiedler See, Donnerskirchen, Jois, Purbach am Neusiedler See und Winden am See. Die Ortskerne atmen allesamt Geschichte und sind voll pulsierendem Leben. Die ausgewogene Mischung aus den Natur- und Landschaftsschutzgebieten, die kleinstrukturierte gepflegte Kulturlandschaft, die historische Bausubstanz in den Orten und die tausende Jahre zurückreichenden Einflüsse vieler Volksstämme machen diesen Naturpark so einzigartig.

Besucherprogramm

Um die artenreiche Fauna und Flora im Naturpark kennenzulernen, wird ein breit gefächertes, ganzjähriges Besichtigungsprogramm zusammengestellt. Neben den geführten Wanderungen, Seminaren und Kursen werden auch Fachexkursionen und Expertentage, sowie Bootsexkursionen zur Einmündung der Wulka in den Neusiedler See angeboten. Sehr speziell auch die Kanutouren entlang des Schilfgürtels im Neusiedler See und die Kräuterwanderungen mit der Kräuterhexe auf der Purbacher Heide.

Ruster Hügelland: Östlichster Alpen-Ausläufer 

Das Ruster Hügelland („Szarhalmer Wald“ in Ungarn) ist ein schmaler, parallel zum Neusiedler See verlaufender Höhenzug, der sich auf rund 12 Kilometer Länge von Schützen am Gebirge im Norden über Mörbisch am See bis in ungarisches Staatsgebiet nach Fertörakós (Kroisbach) hineinzieht. Die höchste Erhebung ist der Goldberg südlich von Schützen am Gebirge mit 224 m. Hier wurde 1973 ein kleines Naturschutzgebiet mit einer Fläche von 1 ha ausgewiesen. Zudem ist der Goldberg mit seinen vorgelagerten Flächen seit dem Jahr 2000 Teil des Natura 2000 Gebietes Neusiedler See-Seewinkel. Gemeinsam mit dem Leithagebirge gelten die Hänge des Ruster Hügellandes als östlichste Ausläufer der Alpen. Der Kern dieses Höhenzuges besteht aus kristallinem Urgestein, ummantelt von Leithakalk, Kalksandstein und Lockersedimenten. Nur an wenigen Stellen gelangt das Grundgebirge bis an die Oberfläche. Hier verraten dann schroffe, unregelmäßig geformte Gesteinsstücke in Weingärten oder auf dem Waldboden das anstehende kristalline Gestein. Trotz seiner vergleichsweise geringen Höhe bildet das Ruster Hügelland eine effektive Barriere gegen Schlechtwetterfronten aus dem Westen. Hagelunwetter werden zumeist in Richtung Südosten nach Ungarn hin abgelenkt, während Gewitter in der Regel dem Leithagebirge folgend in Richtung Nordosten ziehen.