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DER OPTIMALE TRAUM-PC: Maßgeschneidert


PC Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 11/2018 vom 05.10.2018

Ein PC-System von der Stange wird die persönlichen Anforderungen nie perfekt erfüllen. Wir zeigen Ihnen, wie Ihr individueller Traum-PC aussehen muss.


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Bildquelle: PC Magazin, Ausgabe 11/2018

Welche PC-Komponenten bringen bei einem Upgrade welche Mehrleistung? Und zu welcher Hardware muss man greifen, um sich sein persönliches Top-System aufzubauen? Um diese Fragen detailliert zu beantworten, haben wir sechs Testplattformen aufgebaut, die jeweils stellvertretend für eine PC-Konfiguration stehen. Grundlage des Ratgebers und Ausgangspunkt aller Messungen ist unser Basis-System oder System 1, dessen Einsatzzweck sich am besten mit Günstiger ...

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... Office-PC umschreiben lässt und das den preiswertesten Einstieg in den PC-Eigenbau repräsentieren soll.

Mit Upgrades nach Maß zum Traum-PC

Das Basissystem haben wir anschließend Zug um Zug mit neuer Hardware ausgestattet und überprüft, was sie in der Praxis bringt. Die neuen PC-Zutaten sind stets performanter als die zuvor verwendeten, sodass die Systemleistung – und damit leider auch die Kosten für das Gesamtsystem – kontinuierlich steigen. Durch die Hardware-Upgrades verwandelt sich das System 1 nach und nach in die Testsysteme 2 bis 5 (Details auf Seite 52), die ebenfalls ein bestimmtes Einsatzgebiet beziehungsweise Leistungsniveau darstellen sollen. Aufsteigend nach ihren Gesamtkosten respektive ihrer Leistung sind das: Guter Office-PC (System 2), Allround-PC (System 3), Gaming-Einsteiger-PC (System 4) und der Gaming-PC (System 5). Am Ende der Upgrade-Evolution steht System 6, der High-end-PC, ausgestattet mit der besten und teuersten Hardware. Die Preise beginnen bei 470 Euro für das Basissystem und steigen am anderen Ende des Performance-Spektrums auf etwas mehr als 1500 Euro für das System 6. Die Kosten sollte man jedoch nur als Orientierungshilfe für den Eigenbau verstehen, da sie abhängig vom individuellen System deutlich nach oben oder unten abweichen können. Damit die einzelnen Systeme trotz neuer Hardware vergleichbar bleiben, erfolgen die Upgrades in kleinen Schritten. In der Regel haben wir nur ein oder zwei System-Bausteine ausgetauscht, also etwa eine neue Grafikkarte eingebaut oder dem Rechner mehr RAM spendiert. Den größten Upgrade-Sprung machen wir bei der letzten Ausbaustufe, dem High-end-PC, indem mit Mainboard, CPU, RAM und NVMe-SSD gleich vier neue Elemente kommen.

Ältere PC-Komponenten weiter nutzen

Bei den Upgrades liegt der Fokus auf den fünf PC-Komponenten Mainboard, CPU, RAM, Grafikkarte und Massenspeicher. Natürlich sind andere PC-Bausteine für das neue System mindestens genauso wichtig. Im Idealfall bekommt man sie aber zum Nulltarif, weil sie bereits im alten PC stecken. Das sind beispielsweise das Rechner Gehäuse, das optische Laufwerk sowie das Netzteil. Speziell beim Netzteil muss man darauf achten, ob es sich für das neue System eignet. Um aktuelle CPUs und Grafikkarten befeuern zu können, muss es einen 20+4-Pin-ATX-Stecker für das Mainboard sowie einen 8-Pin-oder zwei 4-Pin-Anschlüsse für die Stromversorgung der CPU mitbringen. Dazu kommen PCIe-Stromstecker mit sechs oder acht Pins für die Grafikkarte. Leistungshungrige Exemplare, wie etwa die Nvidia GeForce GTX 1080, benötigen mitunter zwei 8-polige Stecker.
Hinsichtlich seiner Leistung darf das Netzteil nicht zu klein dimensioniert sein. Während ein Office-PC ohne Gaming-Ambitionen bereits über ein 300-Watt-Netzteil mit ausreichend Strom versorgt wird, verlangt ein Spiele-System deutlich mehr Watt-Reserven. Nvidia empfiehlt für seine Highend-GPUs ein 650-Watt-Netzteil, AMD sogar ein 750-Watt-Netzteil

Vorteil AMD: Ein Sockel für alle CPUs

Geht es um die Skalierbarkeit eines PC-Systems, hat AMD derzeit die Nase vorne, weshalb wir für die Testsysteme durchgehend zu AMD-Mainboards beziehungsweise deren aktuellen Sockel AM4 gegriffen haben. Hintergrund: Wer einen älteren Intel-Rechner mit neuer Hardware bestücken will, läuft Gefahr, in die Upgrade-Falle zu tappen. Für seine aktuelle achte Prozessorgeneration mit der Coffee-Lake-Mikroarchitektur hält der Intel am Sockel LGA 1151 fest, den bereits die CPUs der älteren Kaby-Lakeund Skylake-Mikroarchitekturen nutzen. Allerdings ist Coffee Lake elektronisch zu beiden inkompatibel. Deshalb startet eine Coffee-Lake-CPU nur auf einem Mainboard mit 300er-, nicht aber mit 200er-Chipsatz (Kaby Lake, Skylake). Achtgeben müssen Käufer auch im umgekehrten Fall, denn in Mainboards mit 300er-Chipsatz laufen keine Kaby-Lake- und Skylake-CPUs.
Zurück zu AMD: Hier ist eine Sockel-Verwirrung nach Intel-Art ausgeschlossen, weil alle auf der Zen-Mikroarchitektur basierten CPUs nicht nur den gleichen Sockel AM4 verwenden, sondern auch ohne Probleme darauf starten. Damit könnte man theoretisch ein System von der kleinsten bis zur leistungsstärksten AMD-CPU immer neu aufrüsten, ohne jemals die Hauptplatine wechseln zu müssen, also etwa eine Low-Budget-CPU wie den Ryzen 32200G (rund 95 Euro) durch das Topmodell Ryzen 72700X (330 Euro) austauschen, das auch im Testsystem 6 zum Einsatz kommt. Natürlich hätten wir die Testsysteme mit Intel-CPUs aufsetzen können – dann wären sie aber teurer geworden. Mit Prozessoren der Coffee-Lake-Mikroarchitektur würde die Konfiguration so aussehen: Der Intel Core i5-8500 (220 Euro) zieht leistungsmäßig etwa mit dem im System 1 bis 3 eingesetzten AMD Ryzen 51500X (140 Euro) gleich. Die AMD-CPUs Ryzen 71800X und Ryzen 72700X (240 respektive 330 Euro) der Systeme 4 bis 6 könnte man durch den Intel Core i7-8700K (420 Euro) ersetzen.

Vierstelliger Datendurchsatz: NVMe-SSDs, wie die im platzsparenden M.2-Format gehaltene WD Black 1 TB, sind wegen ihrer PCIe-Anbindung wesentlich schneller als SATA-SSDs.


Vorteil Intel: stets integrierte Grafik

Systeme auf Intel-Basis haben AMD dafür den integrierten Grafikbeschleuniger voraus. In allen CPUs mit Coffee-Lake-Mikroarchitektur sitzt der Intel UHD Graphics. Bei den Kaby-Lake- und Skylake-CPUs gehören integrierte GPUs ebenfalls zur Standardausstattung. Bei AMD verfügen Ryzen- und künftig auch Athlon-Prozessoren mit dem Codenamen Raven Ridge über einen integrierten Grafikprozessor aus der AMD RX Vega-Serie. AMD bezeichnet diese Kombination nicht als GPU, sondern als APU (Accelerated Processing Unit). Mit einer dedizierten Grafikkarte kann keine der in den AMD- und Intel-CPUs integrierten Grafikprozessoren mithalten, doch für grafisch einfache Spiele reicht ihre Leistung aus.

Benchmarks

Um die Leistung der Systeme 1 bis 6 detailliert analysieren zu können, haben wir sie durch einen langen Testparcours geschickt. Bei der ersten Prüfung geht es um die 3DPerformance von Grafikkarte und CPU. Sie analysieren wir mit dem OpenGL-Test von Cinebench 15 sowie mit den Testszenarien Fire Strike (DirectX 11) und Time Spy (DirectX 12) von 3DMark, der Referenz unter den Grafikbenchmarks. Wie schnell der Prozessor läuft, zeigt zum einen der CPU-Benchmark von Cinebench 15, indem er eine fotorealistische Szene berechnet und dabei alle Prozessor-Threads ausnutzt. Zweiter CPU-Benchmark ist das Open-Source-Tool Handbrake, das wir ein 4KVideo in das Full-HD-Format umrechnen lassen. Dann folgt der System-Benchmark PCMark 10, der die Leistung des Gesamtsystems in einer Punktzahl zusammenfasst. Den sequenziellen und 4-KB-Datendurchsatz des Massenspeichers liefert AS-SSD, während der JavaScript-Benchmark Google Octane 2.0 misst, wie flott der Browser Webseiten lädt. Zu guter Letzt stoppen wir mit, wie lange jedes System zum Booten benötigt. Dabei nehmen wir die Zeit vom BIOS-Screen bis zum Erscheinen des Windows-Desktop.

System 1, Günstiger Office-PC: Fast 200 Euro Sparpotenzial

Unser Office-PC ist streng genommen schon so etwas wie ein Deluxe-Office-PC. Mit dem Mini-ATX-Mainboard MSI B350I PRO AC und dem 4 GByte großen RAM-Modul PNY An-archy setzt er auf günstige Standard-Hardware und bietet rund um Word, Excel, Websurfen und Youtube mehr als ausreichend Leistung. Warum also Deluxe? Die Festplatte (Seagate NAS HDD 1 TB), die Grafikkarte (Nvidia GeForce GTX 1050) und die CPU (Ryzen 51500X) sind für sein Einsatzgebiet eigentlich überdimensioniert und können daher ohne weiteres auch durch günstigere Alternativen ersetzt werden, ohne dass sich dadurch die Systemleistung nennenswert verschlechtert. Statt der NAS-Festplatte tut es auch eine Standard-HDD, die bei gleicher Kapazität rund 10 Euro weniger kostet. Noch deutlich mehr sparen kann man bei der CPU: Ersetzt man den Ryzen 51500X durch eine AMD-APU mit integrierter GPU, etwa den Ryzen 32200G (rund 95 Euro), wird keine zusätzliche Grafikkarte mehr benötigt. Statt 470 Euro für das Office-System zu bezahlen, würden sich die Kosten durch die neue Festplatte und CPU auf sparsame 285 Euro reduzieren.

Klassenunterschied: Beim Full-HD-Benchmark 3DMark Fire Strike erzielt das System 1 (links, 6308 Punkte)


im Mittel nicht mehr als 30 fps. Jeweils fast dreimal so viel sind es beim High-end-System 6


System 2, Guter Office-PC: SSD-Upgrade mit großer Wirkung

Um spürbar mehr Systemleistung zu erhalten, braucht es nicht unbedingt ein großes Update. Der kleine Eingriff, der System 1 in System 2 verwandelt, ist ein Upgrade-Klassiker: Das System 2 läuft mit einer SSD statt einer Festplatte, was in unserem Fall Mehrkosten von 120 Euro bedeutet; allerdings nur deshalb, weil wir eine 1-TByte-SSD verwendet haben. In der 250-GByte-Version wäre sie kaum teurer als die HDD gewesen. Geht es nur darum, überhaupt eine SSD ins System einzubauen, bieten sich 120-GByte-Laufwerke an, die es schon für weniger als 30 Euro gibt. Das SSD-Upgrade hat trotz sehr überschaubarer Investitionskosten große Wirkung: Gegenüber dem System 1 verkürzen sich beim System 2 die Ladezeiten immens – die Bootzeit halbiert sich sogar –, und der Rechner wird insgesamt deutlich reaktionsschneller. Durch das nun schnellere Gesamtsystem steigt die Punktzahl bei PCMark 10 von 3821 auf 4319 Zähler.

System 3, Allround-PC: Mehr RAM beschleunigt Windows

Was passiert, wenn man dem PC mehr RAM spendiert? Der Sprung von System 2 auf System 3 zeigt das sehr schön. Nachdem wir den Arbeitsspeicher mit einem weiteren PNY Anarchy RAM-Modul von 4 auf 8 GByte verdoppelt haben, reagiert Windows 10 nochmals etwas flüssiger. Deutlich wird das am Beispiel des CPU-Benchmarks Handbrake, der ein 4K-Video konvertiert. Weil zuvor der Arbeitsspeicher nur halb so groß war, musste das Betriebssystem mehr Videodaten aus dem schnellen RAM auf die langsamere SSD auslagern, wodurch das System ausgebremst wurde. Mit gelöster Handbremse beziehungsweise doppelt so großem RAM rendert Handbrake das Video in deutlich kürzeren 6:03 statt vormals 6:45 Minuten, obwohl nach wie vor die gleiche CPU im System steckt. Mehr RAM verkürzt bei unserem Testsetup erneut das Booten: Windows 10 fährt nun in 8 statt 10 Sekunden hoch. Tipp: Je mehr RAM im PC steckt, desto eher kann man sich daran wagen, die Windows-Auslagerungsdatei zu deaktivieren und damit zusätzlichen Speicherplatz freizuräumen. Wie das funktioniert, zeigt der Kasten Tuning-Tipps auf Seite 55.

Übersicht: 6 Systeme von 470 bis 1545 Euro

Schnellsurfen: Google Octane 2.0 testet, wie flott der Browser Webseiten lädt. Dabei ist bereits das Einsteiger-System 1 (links) so flink, dass es gefühlt keinen Unterschied zum High-end-System 6 (rechts) gibt. Wenn Sie also nur Surfen und E-Mails verschicken, dann reicht unser System 1 völlig aus.


System 4, Einsteiger-Gaming-PC: Flüssiges Spielen in Full-HD

Eine stärkere Grafikkarte (Nvidia GeForce GTX 1060) und eine schnellere CPU (AMD Ryzen 71800X) verwandeln den Allround-PC in eine Spielemaschine, die Games in Full-HD-Auflösung flüssig darstellt. Der Gaming-Einsteiger-PC (Gesamtpreis 830 Euro) setzt damit wie erwartet neue Bestmarken von 10441 Punkten bei 3DMark Fire Strike und 4015 Punkte bei 3DMark Time Spy, insgesamt fast doppelt so hoch wie bei System 3. Die neue CPU erledigt auch die Rechenaufgaben von Cinebench R15 und Handbrake in wesentlich kürzerer Zeit. Auf den Alltagsbetrieb hat das Upgrade aber keine Auswirkungen. Infolge derselben RAM-/ Massenspeicher-Konfiguration wie System 3 bootet Windows nicht schneller und zeigt sich auch nicht reaktionsfreudiger. Auch das Surfen im Web läuft genauso flott ab. Bereits die Hardware des Basissystems war dafür mehr als leistungsstark genug.

System 5, Gaming-PC: Die 4K-Spieleplattform

Für den Gaming-PC greifen wir zur ehemals schärfsten Grafik-Waffe, die Nvidia bis zur Vorstellung seiner GeForce-RTX-Serie zu bieten hatte: Die GeForce GTX 1080 bildet mit dem AMD Ryzen 71800X des Gaming-Einsteiger-PCs ein zugkräftiges Gespann, mit dem Spiele auch flüssig in 4K laufen; vorausgesetzt, man hat den passenden Monitor. Einen entsprechend großen Sprung machen daher die Punktzahlen bei 3DMark. Anstelle der SATA-SSD bauen wir die M.2-NVMe-SSD Samsung SSD 970 EVO 250GB ein, was den sequenziellen Datendurchsatz auf vierstellige Werte vervielfacht. Viel interessanter für den Windows-Betrieb sind jedoch die 4-KByte-Reads/Writes. Hier läuft die Samsung-SSD zwar nicht viel flotter als ihr SATA-Verwandter, doch der Vorsprung reicht aus, damit Anwendungen noch etwas schneller laden. Auch Windows dankt uns das Upgrade und bootet in nunmehr 7 statt 8 Sekunden. Durch ihre extradünne Bauform empfehlen sich M.2-SSD vor allem für den Einbau in kompakte Systeme.

System 6, High-end-Gaming-PC: Kaum Vorsprung gegenüber System 5

Mit dem System 6 (Gesamtpreis 1545 Euro) treiben wir die Upgrades auf die Spitze. Das Asus-Mainboard ROG Crosshair VI Hero, 16 GByte RAM vom Typ Corsair Vengeance LPX, der AMD-Prozessor Ryzen 72700X und die 1 TByte große M.2-NVMe-SSD WD Black machen aus dem System einen High-end-Gaming-Rechner, der sich auch optimal für die Videobearbeitung eignet. Wie erwartet fährt dieses System in fast jedem Benchmark die Höchstpunktzahl ein, kann sich abgesehen von reinen CPU-Benchmarks aber praktisch nicht vom System 5 absetzen: Bereits der über 500 Euro günstigere Gaming-PC ist für fast jedes Spiel mehr als ausreichend dimensioniert. Allerdings nur fast, denn das High-end-System hält für Gamer noch zwei Trumpfkarten parat: einmal die noch etwas höheren Leistungsreserven für Spiele im Allgemeinen und zum anderen das Potenzial, bei niedrigeren Auflösungen um Full-HD oder WQHD wirklich die maximalen Frameraten herauszuholen.
Selbst dem High-end-PC hätten wir noch zu mehr Performance verhelfen können, denn sein Asus-Mainboard basierte lediglich auf dem X370-Chipsatz. Der X470-Chipsatz wäre für ein kleines Leistungsplus gut gewesen, denn erst damit lassen sich auch sämtliche Features der Ryzen-2000-CPUs ausreizen. X470 unterstützt zum Beispiel XFR2 für effektiveres automatisches Übertaken sowie schnelleres RAM.

Von 3DMark bis zum Windows-Start: Benchmarks der Systeme 1 bis 6

Fazit: Preis und Leistung genau treffen

Passt die Hardware auf der Einkaufsliste wirklich zu dem, was man mit dem Rechner vorhat, oder läuft man Gefahr, zu viel Geld für PC-Zutaten auszugeben, deren Potenzial gar nicht ausgeschöpft wird oder werden muss? Wie System 6 zeigt, ist schließlich irgendwann auch der Punkt erreicht, an dem noch schnellere und kostspieligere Hardware wenig bis keine Leistungsverbesserung mehr bringt. Unser Upgrade-Ratgeber hilft Ihnen, unmittelbar davor zu landen: Die Hardware, die im Ideal-PC steckt, soll die bestmögliche Performance für den individuellen Einsatzzweck liefern, dabei aber nicht zu viel kosten.

Bei nur 4 GByte RAM muss Windows Daten häufig auf die HDD/SSD auslagern und wird so ausgebremst.


Windows-Tuning: Auslagerungsdatei anpassen

Besitzt Ihr PC mehr als 8 GB RAM, kann es sich lohnen, die Windows-Auslagerungsdatei pagefile.sys auszuschalten oder zu verschieben. Das schafft viel freien Speicherplatz.

■ Swapping: Sinnvoll bei wenig RAM

Die Windows-Auslagerungsdatei pagefile. sys liegt versteckt im Hauptverzeichnis des Bootlaufwerks und dient als virtueller Arbeitsspeicher. Wird der physische Arbeitsspeicher knapp, lagert das OS Teile von Anwendungen und Prozessen darin aus. Das geschieht unabhängig von der Systemkonfiguration und ist bei viel RAM – ab etwa 8 GByte oder mehr – eigentlich gar nicht mehr nötig. In diesem Fall können Sie die Auslagerungsdatei abschalten. Alle Daten bleiben damit im schnellen RAM, anstatt auf dem langsameren Massenspeicher zu landen. Praktischer Nebeneffekt: Der von der Auslagerungsdatei belegte Speicherplatz wird frei; das sind normalerweise mehrere Gigabyte.

■ Auslagerungsdatei deaktivieren

Die Auslagerungsdatei deaktivieren Sie wie folgt: Öffnen Sie mit Windows + R das Dialogfeld Ausführen und geben dort das Kommando sysdm.cpl ein. Im neuen Fenster Systemeigenschaften klicken Sie im Register Erweitert unter dem Abschnitt Leistung auf Einstellungen. Dort geht es wieder zum Register Erweitert, wo Sie mit Ändern schließlich zum Fenster Virtueller Arbeitsspeicher gelangen. Standardmäßig setzt Windows dort ein Häkchen bei Auslagerungsdatei für alle Laufwerke automatisch verwalten. Um das zu ändern, entfernen Sie es und klicken auf Keine Auslagerungsdatei. Nach Bestätigung durch Festlegen starten Sie Windows neu.

■ Alternative: Speicherort ändern

Manche Programme verweigern ohne Auslagerungsdatei ihren Dienst oder stürzen ab. Auf Nummer sicher gehen Sie, wenn Sie den Speicherort der Auslagerungsdatei ändern, etwa auf Laufwerk D:\ statt C:\. Klicken Sie dazu im Fenster Virtueller Arbeitsspeicher auf den gewünschten Laufwerksbuchstaben. Bei viel RAM können Sie auch eine Benutzerdefinierte Größe eingeben und so Platz sparen.

Virtuelles RAM: 2 GByte und mehr beträgt die Größe der Auslagerungsdatei von Windows. Deaktiviert man sie, wird auch der Speicher frei.