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Der Raveberry streamt Musik von Youtube und Spotify Party-Player Der Raveberry streamt Musik von Youtube und Spotify: Party-Player


Raspberry Pi Geek - epaper ⋅ Ausgabe 8/2020 vom 04.06.2020

geMit dem Raveberry machen Sie den Raspberry Pi zur demokratischen DJ-Plattform: Jeder Gast Ihrer Party kann zur Musikauswahl beisteuern.


Artikelbild für den Artikel "Der Raveberry streamt Musik von Youtube und Spotify Party-Player Der Raveberry streamt Musik von Youtube und Spotify: Party-Player" aus der Ausgabe 8/2020 von Raspberry Pi Geek. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Raspberry Pi Geek, Ausgabe 8/2020

Die Rolle des Gastgebers einer Party ist eine wunderschöne, aber oft auch undankbare: Die Vorbereitung der Feier macht viel Arbeit, hinterher gibt es unendlich viel aufzuräumen, und währenddessen ist man auch immer gut ausgelastet. Die Gäste wollen essen und trinken, man möchte selbst mit seinen Freunden sprechen und Zeit mit ihnen verbringen, zur Unterhaltung soll Musik spielen.

Die Musikauswahl lässt sich inzwischen gut vorbereiten: Eine mit viel Liebe ...

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... zusammengestellte Playlist erspart einem, als DJ tätig werden zu müssen. Aber hin und wieder gilt es, doch einmal ein anderes Stück zu spielen als das, das gerade in der Liste ansteht, oder Gäste wünschen sich einen besonderen Song, sodass man doch wieder zur Stereoanlage laufen muss.

Diese Aufgabe lässt sich perfekt auf den Raspberry Pi auslagern. Mit Raveberry stellt sich ein Projekt vor, das den Mini-Rechner zu einem Multiuser- Musikserver macht, der sich demokratisch von jedem Gast per Smartphone steuern lässt. Die Songs streamt Raveberry dabei von Youtube oder Spotify oder lädt die Lieder von der lokalen Festplatte, sodass der Player selbst ohne eine Internet-Verbindung funktioniert.

Raveberry installieren

Als Basis benötigt die Software ein aktuelles Raspbian, das Sie wie gewohnt auf einer Micro-SD-Speicherkarte installieren. Viel Platz benötigt Raveberry nicht. Beachten Sie allerdings, dass der Raveberry auch Speicherplatz für Musik benötigt. Starten Sie daher idealerweise gleich mit einer Speicherkarte mit 32 oder mehr GByte Kapazität. Das Raspbian- System müssen Sie dabei nicht zwingend neu aufsetzen. Sie sollten allerdings darauf achten, das System auf einen aktuellen Stand zu bringen (Listing 1).

Für die Wiedergabe greift Raveberry auf das Mopidy-Projekt zurück. Der zum Klassiker MPD kompatible Musikserver, spielt jedoch nicht nur lokal ge speicherte Musik, sondern ist außerdedm in der Lage, Songs von Spotify und anderen Online-Quellen zu streamen. Mopidy gibt es in einer Variante für Raspbian auf dem RasPi. Aktivieren Sie wie in Listing 2 gezeigt eine Paketquelle und spielen Sie alle für Raveberry nötige Komponenten in das System ein. Der Vorgang dauert eine Weile, da eine ganze Reihe von Abhängigkeiten mitgeladen werden.

Das Installationsskript lädt Raveberry in einem Rutsch auf das System und konfiguriert ohne Interaktion des Nutzers alle benötigten Dienste.


Die Installation von Raveberry selbst erfolgt über den Python Package Installer Pip3 (Listing 3). Das Kommando lädt die Module aus dem Netz und richtet sie im System ein. Beachten Sie, dass dabei die $PATH-Variable angepasst wird. Loggen Sie sich daher einmal aus dem System aus und melden Sie sich wieder neu an. Dann starten Sie die Software mittels raveberry run und das Frontend des Mediaplayers über die IP-Adresse in einem Webbrowser öffnen. Die URL lautet http://RasPi‑IP:8080. Mit [Strg]+[C] brechen Sie den Player dann wieder ab. Um Raveberry fest in das System zu integrieren, installieren Sie das Programm mit raveberry system‑install in die Ordnerstruktur des Systems. Sie rufen das Kommando ohne administrative Rechte auf, diese fordert das Installationsskript später selbstständig an

Das Skript kopiert nicht nur die Files in das Dateisystem, sondern sorgt auch dafür, dass die von Raveberry benötigten Dienste automatisch starten. Zudem ändert es den Hostnamen des Systems: Er lautet ab jetzt raveberry. Entsprechend erreichen Sie das Webfrontend des Raveberry- Players nach einem letzten Neustart nun auch unter http:// raveberry - die Angabe des Ports kann jetzt entfallen.

Die Party kann starten

Das Webfrontend des Raveberry präsentiert sich recht schlicht. Oben finden Sie eine Suchleiste, darunter die Wiedergabesteuerung und am unteren Ende die aktuelle Playlist 2. Um den Raveberry nun mit Musik zu befüllen, kopieren Sie entweder Ihre MP3-Musiksammlung direkt auf die Speicherkarte (etwa nach /home/ pi/Musik/), oder Sie verbinden sich mit einem netzwerkfähigen Dateimanager über SSH und übertragen Ihre Musik übers Netz.

Das Webfrontend des Raveberry-Players: Die hier auf einem Desktop-PC geladene Oberfläche passt allerdings auch gut auf einen Smartphone-Bildschirm.


In den Einstellungen aktivieren Sie unter anderem das Voting System. Nutzer können so unerwünschte Songs aus der Playlist werfen.


Damit Raveberry Ihre Sammlung in seine Datenbank aufnimmt, loggen Sie sich mit den während der Installation eingetragenen Nutzerdaten unter http:// raveberry/ login ein und wechseln in die Einstellungen 3. Im Abschnitt Local Library geben Sie den Pfad zum Musikordner an, mit einem Klick auf Scan Folder lesen Sie die Daten ein.

Raveberry verzichtet auf eine klassische Musikbibliothek, die sich nach Lied, Album und Künstler organisiert. Stattdessen läuft alles über das zentrale Suchfeld: Tippen Sie hier etwas ein, durchsucht Raveberry sowohl die lokale Datenbank als auch die Streaming-Dienste von Youtube und Spotify - zumindest nach entsprechender Konfiguration (siehe Kasten Spotify).

Ein Icon vor dem jeweiligen Treffer zeigt dabei die Quelle an 4. Mit einem Klick auf einen der Einträge übernimmt Raveberry den Titel in die Playlist. Im Falle von Youtube-Songs lädt der Player den Titel automatisch aus dem Internet herunter und legt ihn unter /var/www/Music/ raveberry/ auf der SD-Karte ab.

Mehr als nur ein Player

Der Einstellungsdialog bietet noch eine Reihe weiterer interessanter Optionen. So lässt sich hier zum Beispiel die Wieder gabe auf Zusatz-Hardware wie den HiFiBerry oder auf Bluetooth-Speaker umleiten. Sie finden hier auch die Konfiguration, um einen WLAN-Zugang einzurichten. Optional aktivieren Sie einen Hotspot, sodass der Raveberry auch ohne einen Netzwerkanschluss funktioniert. Die Nutzer können sich dann mit ihren Smartphones in das vom Raveberry aufgespannte WLAN einbuchen.

Raveberry spielt lokal gespeicherte Songs, lädt allerdings auch Musik von Youtube und Spotify. Das Icon vor dem Suchtreffer zeigt die Quelle an.


Ohne Netzwerkzugang spielt der Raveberry aber nur auf dem System gespeicherte Musik ab. Bei Bedarf lässt sich allerdings Musik mit der Shareberry-App von Android-Smartphones aus auf den Player laden . Ein Link zur APK-Datei der App findet sich im Hamburger-Menü des Raveberry-Webfrontends. Die Songs müssen allerdings direkt auf dem Smartphone gespeichert sein. Von Spotify gestreamte Musik auf den Raveberry weiterzuleiten ist nicht möglich.

Mit dem Voting System „demokratisieren“ Sie dann letztendlich die Wiedergabe. Sind ausreichend Feiernde mit ihren Smartphones beim Raveberry angemeldet, können sie über den Inhalt der Playlist abstimmen. Bei zu vielen Downvotes wirft Raveberry dann Einträge automatisch wieder aus der Playlist. So füllt sich die Musikauswahl automatisch mit den Songs, die Ihre Gäste hören möchten.

Fazit

Raveberry vereint viele interessante Ansätze in einem kleinen Projekt, das sich ohne große Hürden mit wenigen Kommandos auf einem Raspberry Pi aufsetzen lässt. Dazu brauchen Sie keinen RasPi der neuesten Generation, selbst ein Raspberry Pi Zero W funktioniert. Der Player lädt Musik direkt von der Speicherkarte oder streamt Inhalte von Youtube oder Spotify, als Nutzer merkt man dabei praktisch keinen Unterschied. Die komplette Bedienung erfolgt über eine einheitliche Oberfläche.

Aktuell spürt man zudem sehr deutlich, dass den Entwicklern noch viel an ihrem Werk liegt. Während der Arbeit an diesem Artikel traten ein paar kleine Bugs auf. Nur Minuten nach dem Erstellen der entsprechenden Fehlermeldungen im Github des Projekts waren diese bereits behoben. Man darf also gespannt sein, welche Ideen das Projekt in Zukunft noch umsetzt. (cla)

Spotify

Um Raveberry an Spotify zu binden, legen Sie zuerst in den Account-Einstellungen von Spotify ein Gerätepasswort an, das Ihnen der Dienst anschließend per E-Mail zusendet . Danach öffnen Sie die Mopidy- Spotify-Konfiguration im Webbrowser und autorisieren den Player mit einem Klick auf den Schalter Authenticate Mopidy with Spotify gegenüber Spotify. Dieser Schritt liefert Ihnen eine client_ id sowie ein client_secret. Diese Daten tragen Sie dann im letzten Schritt in den Einstellungen von Raveberry unter dem Abschnitt Spotify ein.

README

Der Raveberry lädt nicht nur Musik von der Festplatte, sondern streamt Inhalte auch von Youtube und Spotify. Die Playlist lässt sich dabei demokratisch organisieren. Jeder Gast darf nämlich über die Musikauswahl mitbestimmen - ein Smartphone genügt.

TIPP

Für den Betrieb des Raveberry benötigen Sie weder Maus noch Tastatur oder einen Bildschirm. Die Musikwiedergabe wird komplett über das Webfrontend gesteuert. Verbinden Sie den Raveberry dennoch mit einem Monitor, zeigt er während des Playbacks eine attraktive Animation an