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Der Riese erwacht 2022


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GOLF MAGAZIN - epaper ⋅ Ausgabe 10/2023 vom 12.12.2022

DEUTSCHER JAHRESRÜCKBLICK

Artikelbild für den Artikel "Der Riese erwacht 2022" aus der Ausgabe 10/2023 von GOLF MAGAZIN. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Na endlich! 2022 war das beste Jahr seit langer Zeit für die deutschen Profis, denn auf (fast) allen Touren gab es Erfolge zu vermelden. Dass Bernhard Langer Titel auf der Champions Tour einfährt, wissen wir. In diesem Jahr erlöste uns Max Kieffer. Er gewann mit dem Czech Masters erstmals auf der DP World Tour und fuhr damit auch den ersten Sieg für Deutschland seit knapp acht Jahren (2014 Marcel Siem, BMW Masters) ein. Bei der Mallorca Golf Open legte Yannik Paul im Oktober nach. Die große Golfnation Deutschland, so lange im Spitzensport ziemlich abgehängt, mischt endlich vorn mit. Erstmals in der Geschichte hatten sich mit Marcel Schneider, Yannik Paul, Hurly Long und Max Kieffer gleich vier deutsche Pros für die DP World Tour Championship qualifiziert. Fantastisch. Wobei man festhalten muss, dass die DP World Tour gelitten hat: Zahlreiche Spieler haben sich für das Geld ...

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... und LIV Golf entschieden, andere versuchen ihr Glück auf der PGA Tour.

Gleich zehn Spieler sind – allerdings in unterschiedlich starken Kategorien – auf der DP World Tour 2023 vertreten, jedenfalls theoretisch, denn Matti Schmid wird trotz Spielberechtigung zunächst auf der PGA Tour antreten.

Auch bei den Damen lief es hervorragend: Esther Henseleit, die hauptsächlich auf der amerikanischen Ladies European Tour (LPGA) spielt, war eigens für die Magical Kenya Open auf den afrikanischen Kontinent gereist, um dort wiederholt das Saisoneröffnungsturnier der Ladies European Tour (LET) zu gewinnen. Olivia Cowan gelang nach 96 LET-Starts im Oktober der längst überfällige erste Einzeltitel bei der Hero Women’s Indian Open. Und da wäre noch Chiara Noja: Nach einem Durchmarsch auf den LET-Access-Series, holt sich die deutsche Nachwuchshoffnung gleich einen Titel auf der LET – und das mit 16 Jahren. Diese junge Dame könnte ganz nach oben durchstarten.

Kleiner Wermutstropfen: Auf den stärksten Touren (PGA Tour und LPGA Tour) müssen wir noch auf deutsche Siegspieler warten. Yannik Paul, der höchstplatzierte Deutsche auf der Weltrangliste der Herren, liegt auf Platz 139. Bei den Damen rangiert Caro Masson im Rolex Ranking mit Rang 82 noch unter den Top 100. Doch aufgrund der Babypause, wird diese Position nicht zu halten sein. Sowohl bei den Herren als auch bei den Damen ist noch Luft nach oben. Wir freuen uns auf den Tag, wenn ein deutscher Pro wieder in den Top 100 und eine Proette vielleicht sogar unter den Top 50 gelistet sein wird. Angesichts der vielen guten Ergebnisse in den letzten Monaten sind wir für das Jahr 2023 optimistisch und fiebern der neuen Saison, die bereits Ende November gestartet ist, entgegen.

Nick Bachem

Birdie \

Fotos: Getty Images (4)

Was für ein Jahr! Spielt als Rookie zahlreiche Top-10-Platzierungen auf der Challenge Tour ein und ist beim Grand Final dabei. Es klappt nicht ganz mit der Beförderung, also versucht er es wenige Tage später bei der Q-School. Da kassiert er einen Dämpfer mit einer 76 zum Auftakt. Bachem gibt nicht auf und legt eine 61 hin, die beste Runde des Turniers: Der 23-Jährige steigt am Ende souverän in Liga 1 auf. Markenzeichen des Kölners: Er haut einen brutal langen Ball. Da staunen selbst die Mitspieler. Genau das ist eine Grundvoraussetzung, um ganz oben mitzuspielen.

• Road to Mallorca: Platz 25

• Preisgeld 2022: 95.057 Euro

• Tour 2022: Challenge Tour

• Tour 2023: DP World Tour

Alex Cejka

Par \

Das beste Ergebnis seiner US-Saison hob sich Alex Cejka bis zum letzten Auftritt auf. Bei der Charles Schwab Championship hatte der 52-Jährige zwar keine Chance gegen den furios aufspielenden Padraig Harrington, er freute sich aber mit Platz zwei über den gelungenen Ausklang der Saison in Amerika. Ceijka konnte nicht an seine spektakuläre Rookie-Saison inklusive doppeltem Major-Sieg anknüpfen, aber ein derartiges Feuerwerk brennt man eben nicht jedes Jahr ab. Dennoch war der gebürtige Tscheche (ein Sieg auf der Legens Tour) weitestgehend solide unterwegs; sammelte unaufgeregt sieben Top-10-Platzierungen und beendete die Saisonwertung auf Platz zehn. Auch in diesem Jahr war die große Stärke seines Spiels, dass es keine Schwächen gab.

• Charles Schwab Cup: Platz 10

• Preisgeld 2022: 1.426.6492 US-Dollar

• Tour 2022: Champions Tour

• Tour 2023: Champions Tour

Olivia Cowan

Birdie \

Erster Einzelsieg auf der Ladies European Tour: Wir sind begeistert! Ihr Titel bei der Hero Women’s Indian Open 2022 war eigentlich schon der zweite, denn immerhin war sie 2021 Kapitänin des Teams, das die Aramco Team Series London gewann. Dennoch: Einzeltitel sind die wahre Währung im Golfsport. Die 26-Jährige hatte auch eine LPGA Tour-Karte, konnte in Übersee allerdings nicht performen.

• Race to Costa del Sol: Platz 19

• Preisgeld 2022: 184.154 Euro

• Tour 2022: LET/LPGA

• Tour 2023: LET

Isi Gabsa

Bogey \

Zwanzig Turniere auf der LPGA Tour ohne Top-Ten-Platzierung: Damit verliert sie trotz einiger vielversprechender Runden auch die Tour-Karte, wenngleich knapp.

• Race to CME Globe: Platz 107

• Preisgeld 2022: 142.359 US-Dollar

• Tour 2022: LPGA Tour

• Tour 2023: unklar

Marc Hammer

Birdie \

Den Sommer 2022 dürfte Marc Hammer so schnell nicht vergessen. Zunächst triumphierte er bei der Weihenstephan Open der Pro Golf Tour, um nur wenige Tage später eine Liga höher einen Pokal in Empfang zu nehmen. Der Team-Europameister von 2020 holte sich den Sieg bei der Euram Bank Open im Golf Club Adamstal. Fortan wirbelte der 24-Jährige auf der Challenge Tour und schaffte es bis zum Saisonfinale. Am Ende verpasste er den doppelten Aufstieg als 27. der Gesamtwertung nur knapp; auch bei der Q-School lief nicht viel zusammen. Er darf aber auf den ein oder anderen Start im Oberhaus hoffen. Ein eindrucksvoller Start in die Profi-Laufbahn, auch wenn dem Badener am Ende die Luft ausging.

• Road to Mallorca: Platz 27

• Preisgeld 2022: 91.872 Euro

• Tour 2022: Challenge Tour

• Tour 2023: Challenge Tour

Leonie Harm

Birdie \

Es reichte zwar nicht zum Sieg, aber mit einem zweiten und einem dritten Platz und weiteren fünf Top-Ten-Platzierungen war Leonie Harm die beständigste LET-Deutsche. Die 25-jährige Stuttgarterin will unbedingt auf die LPGA Tour wechseln und verzichtete deswegen auf die letzten Saisonevents in Europa.

• Race to Costa del Sol: Platz 16

• Preisgeld 2022: 176.946 Euro

• Tour 2022: LET

• Tour 2023: LET

Sophie Hausmann

Par \

Profigolf ist für Newcomer immer auch ein Pokerspiel. Wo sind meine Chancen am besten, nach ganz oben aufzusteigen? Sophie Hausmann spielt 2022 nur ein einziges LET-Turnier, wird dort beachtliche Vierte – und entscheidet sich dann, ihr Glück auf der Epson Tour zu versuchen, dem Zubringer zur LPGA Tour. Dort verpasst sie allerdings, wie Landsfrau Polly Mack, den Sprung unter die Top Ten und die Tourkarte für die Erste Liga.

• Epson Tour, Ascensus Race for the Card: Platz 26

• Preisgeld 2022: 63.503 Dollar

• Tour 2022: Epson Tour •

• Tour 2023: unklar •

Esther Henseleit

Par \

Was für ein Jahresbeginn für die junge Wahl-Hamburgerin: Titelverteidigung bei der Magical Kenya Ladies Open auf der Ladies European Tour. Doch als es auf die LPGA Tour geht, bleiben die Resultate aus. Besonders das erste Halbjahr war schwierig für die 23-Jährige. Ein Ausrufezeichen kam erst im September mit einem dritten Platz: 2021 hingegen waren es noch vier Top-Platzierungen gewesen. Dennoch hält »Eschti« ihre Spielberechtigung und findet im nächsten Jahr bestimmt zu ihrer Unbekümmertheit zurück.

• Race to CME Globe: Platz 89

• Road to Costa del Sol: Platz 44

• Preisgeld 2022: 282.539 US-Dollar

• Tour 2022: LPGA Tour/LET

• Tour 2023: LPGA Tour/LET

Stephan Jäger

Birdie \

Stephan Jäger galt lange als klassischer Fahrstuhl-Spieler. Auf- und Abstiege wechselten sich ab. Einerseits zu gut für die Korn Ferry Tour, andererseits lange Zeit nicht gut genug für die PGA Tour. Anders 2022: Jäger schaffte als 94. des FedExCup sicher den Klassenerhalt und durfte erstmals bei den Playoff-Turnieren ran. Zuvor landete er mit Platz fünf bei der Rocket Mortage Classic sein bestes Ergebnis überhaupt. Vor allem beim Spiel um die Grüns ist selbst auf der PGA Tour kaum einer besser. Das Eigengewächs des GC München Eichenried will nun auch um Siege mitspielen – und dauerhaft aus dem Lift aussteigen. Nicht unmöglich, wenn die stetige Entwicklung des 33-Jährigen so weitergeht. Vielleicht beflügelt ihn auch die anstehende Vaterrolle.

• FedExCup: Platz 94

• Preisgeld 2022: 1.289.503 US-Dollar

• Tour 2022: PGA Tour

• Tour 2023: PGA Tour

Martin Kaymer

Bogey \

Was für ein ereignisreiches Jahr, das hat allerdings nichts mit seiner Leistung auf den Golfplätzen zu tun. Der zweimalige Major-Sieger nahm sich zu Jahresbeginn eine Auszeit, um nach der Geburt seines Sohnes Sam die ersten Monate mit der Familie in Florida zu genießen. Dann der Paukenschlag: Kaymer erlag dem süßen Duft des Geldes und wechselte zu LIV Golf. Nicht ausgeschlossen, dass sein Auftritt bei der BMW International Open in der Heimat auf unbestimmte Zeit sein letzter war. Der elffache European-Tour-Sieger fühlt sich auf der DP World Tour nicht mehr willkommen und trat stattdessen ausschließlich bei der LIV-Serie an. Seine Bilanz auf dem Platz: schwach mit einem einzigen Top-10-Ergebnis. Am Ende fiel er wegen einer Handgelenksverletzung aus und musste im November sogar operiert werden. Sportlich ein Jahr zum Vergessen.

• LIV Golf: Platz 29

• Preisgeld 2022: 1.947.525 US-Dollar

• Tour 2022: DP World Tour/LIV Tour

• Tour 2023: LIV Tour

Maximilian Kieffer

Eagle \

Der Rheinländer ist die deutsche Größe auf der DP World Tour. Der 32-Jährige mischt seit zehn Jahren unentwegt in dieser Liga mit, schaffte jedes Jahr den Klassenerhalt, wurde vier Mal Zweiter, aber niemals Sieger. Ob er wirklich selbst noch daran geglaubt hat? Bis zum August, als sich der Düsseldorfer beim auf drei Runden verkürzten Czech Masters durchsetzt und nach 249 Starts erstmals einen Pokal in Liga eins gen Himmel stemmt. Es ist der erste deutsche Sieg seit fast acht Jahren im Oberhaus. »Kiwi« erlöste durch seine starke Vorstellung nicht nur sich selbst, sondern die ganze Golfnation. Zudem begeisterte er die deutschen Golffans als Albatros-Schütze bei der BMW International Open 2022.

• DP World Tour Rankings: Platz 33

• Preisgeld 2022: 881.866 Euro

• Tour 2022: DP World Tour

• Tour 2023: DP World Tour

Alexander Knappe

eagle \

2022 war für Alex Knappe ein enorm wichtiges Jahr. Nach fünf Jahren ohne feste Spielberechtigung auf der DP World Tour wollte es der 33-Jährige noch einmal wissen. Und die Saison begann furios mit einem Sieg in Südafrika. Spätestens nach Titel Nummer zwei in Belgien stand der Aufstieg fest, den er letztendlich als Dritter der Challenge Tour souverän meisterte. Für den Kopfmensch Knappe erfüllt sich 2023 ein Traum: Er wird aller Voraussicht auch zwei Mal auf der PGA Tour abschlagen dürfen. Will mit neuem Management (Sportyard) nun endlich auch in Liga eins für Furore sorgen und nicht wieder abgeworfen werden.

• Road to Mallorca: Platz 3

• Preisgeld 2022: 178.580 Euro

• Tour 2022: Challenge Tour

• Tour 2023: DP World Tour

Helen Tamy Kreuzer

Par \

Eine solide Saison mit vielen überstandenen Cuts, darunter einem elften Platz bei der KPMG Women’s Irish Open. Der Lohn: Tourkarte gehalten, Finalturnier allerdings verpasst. Die Tendenz zeigt aber nach oben. Wir freuen uns auf die nächste Saison!

• Race to Costa del Sol: Platz 83

• Preisgeld 2022: 42.437 Euro

• Tour 2022: LET

• Tour 2023: LET

Karolin Lampert

Bogey \

Immerhin gab es einen Pokal: Erneut Platz eins bei der Aramco Team Series in New York. In den Einzelwettbewerben fehlt Konstanz und Durchschlagskraft.

• Race to Costa del Sol: Platz 88

• Preisgeld 2022: 45.779 Euro

• Tour 2022: LET

• Tour 2023: LET

Bernhard Langer

eagle \

Nein, er dominiert nicht mehr die Champions Tour. Aber er gewinnt. Einmal mit 64 Jahren und einmal mit 65 Jahren. Dabei unterspielte Bernhard Langer auf der PGA Tour Champions regelmäßig sein Alter. »Modern Marvel« titelte Golf Digest und verleiht der deutschen Golf-Legende zurecht den Status eines Superhelden. Langer konnte sich immer wieder gegen die um mindestens ein Jahrzehnt Jüngeren, also die Harringtons, Strickers, Alkers und Co. der Seniorenwelt behaupten und beendete die Saison mit zwei Titeln sensationell auf Platz sechs im Schwab Cup. Zuletzt verriet er, dass sein Karriereende näher rückt, aber solange er siegt, wird er weiter spielen. Nur ein Titel fehlt noch auf Hale Irwins Bestmarke von 45 Siegen. Und die Frage ist nicht, ob, sondern wann. Wir reservieren schon einmal ein Kapitel für den Jahresrückblick im nächsten Jahr.

• Charles Schwab Cup: Platz 6

• Preisgeld 2022: 1.831.985 US-Dollar

• Tour 2022: Champions Tour

• Tour 2023: Champions Tour

Hurly Long

eagle\

Auch wenn er im Gegensatz zu Max Kieffer und Yannik Paul (noch) nicht gewonnen hat – er war 2022 der konstanteste Deutsche auf der DP World Tour und schaffte als Aufsteiger zehn Top- 10-Platzierungen, darunter jeweils einen 2., 3., 4., 5., 6. und 7. Platz (schöne Reihung übrigens). Zu Saisonende ging ihm die Luft aus und er haderte mit seiner

Performance auf den Grüns. Das Ziel fürs nächste Jahr ist klar: Der erste große Titel soll her.

• DP World Tour Rankings: Platz 27

• Preisgeld 2022: 978.622 Euro

• Tour 2022: DP World Tour

• Tour 2023: DP World Tour

Caroline Masson

Par \

Caro Masson gleicht seit über einem Jahrzehnt einem Uhrwerk. Neben ihren vier Solheim-Cup-Teilnahmen, den meisten einer deutschen Spielerin, rangiert sie auf der LPGA Tour seit zehn Jahren unter den Top 60. Das ist bemerkenswert konstant und beweist sowohl spielerische als auch mentale Stärke. Ihr letzter und insgesamt zweiter Turniersieg der Manulife LPGA Classic 2016 ist allerdings sechs Jahre her. Kurz vor der Tour Championship gab die 33-Jährige bekannt, dass sie schwanger ist und eine Pause einlegen wird.

• Race to CME Globe: Platz 58

• Preisgeld 2022: 430.413 US-Dollar

• Tour 2022: LPGA Tour

• Tour 2023: LPGA Tour

Chiara Noja

Hole-in-one \

Das Titel-Gesicht der aktuellen GM-Ausgabe: Die 1,83 Meter große Chiara Noja wechselte dieses Jahr ins Profilager und zündete wie eine Rakete. Wer als 16-Jährige auf der Ladies European Tour gewinnt – und dann noch im Stechen gegen die zehn Jahre ältere Engländerin Charley Hull (sechsfache Turniersiegerin, fünffache Solheim-Cup-Spielerin) – hat für uns die beste Leistung des Jahres erbracht. Die in Dubai lebende Berlinerin ist das deutsche Damen-Talent schlechthin. Noja spielte sich souverän neben der Schule durch die LET-Access-Series. Auch auf Instagram hat @thechiaranoja mit 35,7K viele Follower – Dank eines wundervollen

Schwungs und ohne, wie bei einigen Tourkolleginnen üblich, viel Haut zu zeigen. Weiter so!

• Race to Costa del Sol: Platz 67

• LET Access Series: Platz 2

• Preisgeld 2022: 160.678 Euro

• Tour 2022: LET Access Series/LET

• Tour 2023: LET

Yannik Paul

Hole-in-one \

Der gebürtige Frankfurter, der den golferischen Feinschliff an der University of Colorado bekam, ist auf der Überholspur. »Ich bin mit meiner Saison sehr zufrieden«, sagte er GM nach seinem letzten Putt bei der DP World Tour Championship. Das kann der 28-Jährige auch sein: Als Rookie gewinnt er nicht nur seinen ersten Titel (Mallorca Open), er schließt die Gesamtwertung als bester deutscher Pro ab (20.) und ist auch in der Weltrangliste Deutschlands Nummer 1 (139.).

Abschied des Jahres

Sebastian Heisele

Sorgte mit seinem TV-Interview beim Portugal Masters für einen der emotionalsten Momente des Jahres. Offen sprach er über den anstehenden Ruhestand und blickte unter Tränen zurück auf eine Laufbahn, die er als schwierig bezeichnete. In Portugal wollte er nur noch mal Spaß haben und schloss seine Profi-Laufbahn mit dem höchsten Scheck seiner Laufbahn ab (T5, 77.500 Euro). Nun beginnt ein neues Kapitel als Golflehrer in GC Wörthsee. Hut ab vor dieser Entscheidung.

Fotos: Getty Images (6); LET/Tristan Jones (1)

• DP World Tour Rankings: Platz 20

• Preisgeld 2022: 1.109.210 Euro

• Tour 2022: DP World Tour

• Tour 2023: DP World Tour

Sophia Popov

Bogey \

2020 war sie die erste deutsche Major-Siegerin, 2021 Solheim-Cup-Spielerin. 2022 war hingegen eine enttäuschende Saison, gemessen an ihren Fähigkeiten, die sie in den Vorjahren so eindrucksvoll gezeigt hat. Ein zehnter Platz und viele verpasste Cuts stehen in den Statistiken. Ärgerlich: Weil sie ihren Major-Titel holte, bevor sie LPGA-Mitglied war, hat sie auch keine fünfjährige Spielberechtigung und muss nun auf Einladungen hoffen. (Die Regel ist inzwischen geändert worden – ohne dass sie selbst davon noch profitieren kann.)

• Race to CME Globe: Platz 122

• Preisgeld 2022: 105.083 Dollar

• Tour 2022: LPGA Tour

• Tour 2023: unklar

Matti Schmid

Birdie \

Dem Oberpfälzer muss man Effizienz bescheinigen. Mit wenigen Auftritten holte er sich die Tour-Karte. Dort spielt er als Rookie unauffällig solide und behält die Spielberechtigung. Ganz nebenbei zündet er auf den Events, die in Kooperation mit der PGA Tour stattfinden und ist so bei den Finals der Korn Ferry Tour dabei. Kaum einer hat’s gemerkt: Schmid ergattert sich eine PGA Tour-Berechtigung und verabschiedet sich in die USA. Das war der Plan von Anfang an.

• DP World Tour Rankings: Platz 109

• Preisgeld 2022: 422.429 Euro

• Tour 2022: DP World Tour

• Tour 2023: PGA Tour/DP World Tour

Patricia Isabel Schmidt

Birdie \

Ein Sieg und zwei zweite Plätze in 19 Turnieren der Access Tour. Eine starke Vorstellung in der zweiten europäischen Liga. Willkommen auf der Ladies European Tour!

• LET Access Series: Platz 4

• Preisgeld 2022: 34.311 Euro

• Tour 2022: LET Access Series

• Tour 2023: LET

Max Schmitt

Par \

Wenn es zeitlich passt, teet Max Schmitt noch für seinen Heimatclub, den GC Rheinhessen, in der DGL auf. An Spieltag Nummer 5, dem Heimspieltag, notierte der 24-Jährige bei elf Birdies und einem Eagle einen Fabelscore von 59 (bei Par 72). Auf der Tour hingegen ganz bitter: Bis zum letzten Turnier der Challenge Tour lag er auf einem Aufstiegsplatz, um dann doch noch aus den Top 20 zu rutschen; auch in der Q-School lief es nicht. Er muss einen neuen Anlauf in der zweiten Liga starten, um sich zurück auf die DP World Tour zu kämpfen. Immerhin: positive Tendenz.

• Road to Mallorca: Platz 23

• Preisgeld 2022: 126.784 Euro

• Tour 2022: Challenge Tour

• Tour 2023: Challenge Tor

Marcel Schneider

Birdie \

Ende gut, alles gut. Was für eine verrückte Saison für den 32-Jährigen. Der Auftakt ging vollkommen daneben: sechs Starts, sechs Mal am Cut gescheitert. Schneider schüttelte sich ab und erspielte sich unter anderem mit sechs Top-10-Platzierungen die Tourkarte 2023. Bonus: Er qualifizierte sich zudem erstmals fürs Finalturnier. Eine prima Saison nach vielen Rückschlägen in den vergangenen Jahren.

• DP World Tour Rankings: Platz 50

• Preisgeld 2022: 731.831 Euro

• Tour 2022: DP World Tour

• Tour 2023: DP World Tour

Freddy Schott

eagle \

Der 21-Jährige ist erst seit 2021 im Profi-Zirkus und startete zunächst mit einer schwachen Spielberechtigungskategorie in die Challenge-Tour-Saison 2022. Doch Freddy Schott spielte formidabel auf. Mit seinem Sieg der finnländischen Frederikshavn Challenge Mitte August war er durch mit dem Thema Spielkategorie. Der sichere Aufstieg auf die DP World Tour war ihm nicht mehr zu nehmen, den restlichen Saisonverlauf konnte er an seine tolle Performance nicht mehr anschließen. Egal, da könnte ein Großer heranwachsen.

• Road to Mallorca: Platz 9

• Preisgeld 2022: 133.946 Euro

• Tour 2022: Challenge Tour

• Tour 2023: DP World Tour

Marcel Siem

Par \

Großartig, dass der 42-Jährige sich im November über die Q-School die Spielberechtigung für die DP World Tour sichern konnte. Für diese Leistung hat er sich ein Birdie verdient. Aber: Hier geht es ja um die gesamte Saison, und 2022 war insgesamt kein zufriedenstellendes Jahr. Wir bewundern ihn für seinen Biss und wünschen dem Entertainer, dass er Ende 2023 nicht wieder die Q-School besuchen muss.

• DP World Tour Rankings: Platz 132

• Preisgeld 2022: 273.029 Euro

• Tour 2022: DP World Tour

• Tour 2023: DP World Tour

Velten Meyer

Birdie \

Ein Spieler, den GM bereits vor einem Jahr auf seiner Liste hatte. Das Jahr begann für den Oldenburger, der 2019 einen schweren Autounfall in China überlebte, mit mäßigem Erfolg auf der PGA Tour Latinoamerica in Südamerika. Im Sommer nahm der 28-Jährige Globetrotter einige Einladungen auf der Challenge Tour an – und startete durch. Durch den Sieg in Finnland etablierte er sich in der Sprungbrett-Liga und schaffte es bis zum Saisonfinale. Bei der Q-School gelang der Sprung in die Finalrunden. Er wird 2023 sogar ein paar Starts auf der DP World Tour bekommen. Velten Meyer, der in Louisiana studierte, macht wenige Fehler, schlägt präzise Eisen und bleibt auch unter Druck stabil. Wir sind gespannt, wie die Reise weitergeht.

• Road to Mallorca: Platz 31

• Preisgeld 2022: 94.005 Euro

• Tour 2022: Challenge Tour

• Tour 2023: Challenge Tour

Nicolai von Dellingshausen

Par \

So schnell kann es im Profigolf gehen. Als Nicolai von Dellingshausen die Reise nach Palma zur Mallorca Golf Open antrat, war die Zukunft ungewiss. Der durchaus selbstbewusste 29-Jährige befand sich trotz seines Top-Ergebnisses in München-Eichenried mitten im Abstiegskampf – bei nur noch zwei ausstehenden Turnieren. 270 Schläge später sah die Welt anders aus: Von Dellingshausen schlosss inSonMuntanerals Zweiter ab und sicherte sich durch dasTop-Ergebnis erneut den Klassenerhalt und durftesogar noch bei der ersten Station der Finalseriein Südafrika ran. Direkt im Anschluss ging es in den wohlverdienten Mauritius-Urlaub. Fazit: Zum richtigen Zeitpunkt gezündet.

• DP World Tour Rankings: Platz 75

• Preisgeld 2022: 487.636 Euro

• Tour 2022: DP World Tour

• Tour 2023: DP World Tour

Sophie Witt

Birdie \

Mit gerade einmal 20 Jahren legte die sympathische Hubbelratherin mit den top Eisenschlägen in ihremallererstenProfi-Jahr eine ganz souveräne Saison hinund verbuchte drei Top-Ten-Ergebnisse, unter einen dritten Platz bei der Big Greenen EggdarOpen.

• Race to Costa del Sol: Platz 52

• Preisgeld 2022: 104.115 Euro

• Tour 2022: LET

• Tour 2023: LET

Der Rest des Feldes

Will er es noch einmal wissen? Bernd Ritthammer trainiert mit Martin Borgmeier an seiner Länge. Aber für ihn wird es schwer, an Startplätze zu kommen. Außerdem nimmt die Verantwortung als Familienvater zu, die Geburt der Zwillinge steht kurz bevor. Jeremy Paul, Yanniks Zwillingsbruder, bleibt dank solider Ergebnisse auf der Korn Ferry Tour, Thomas Rosenmüller wird mit ihm dank der Q-School dort die deutschen Fahnen vertreten. Max Rottluff konnte sich auf der Challenge Tour erneut nicht durchsetzen, ebenso Allen John und Dominic Foos. Vielleicht sollte sich das Trio an Sebastian Heisele oder Moritz Lampert ein Beispiel nehmen und über Konsequenzen nachdenken.

Für Leticia Ras-Anderica (Foto), Verena Gimmy, Luisa Dittrich, Carolin Kauffmann, Laura Fünfstück und Franziska Friedrich geht es in die Q-School für die Ladies European Tour, die am 21. Dezember endet. Auch die Q-School-Serie für die LPGA Tour, bei der noch einige deutsche Spielerinnen für Überraschungen sorgen können, endet im Dezember.