Weiterlesen mit NEWS. Jetzt testen.
Lesezeit ca. 6 Min.

DER SACD EFFEKT


Audio - epaper ⋅ Ausgabe 10/2021 vom 09.09.2021

Titel-SACD › ARS PRODUKTION

Artikelbild für den Artikel "DER SACD EFFEKT" aus der Ausgabe 10/2021 von Audio. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.
ENSEMBLE ESPERANZA

Ars Produktion/Note 1 (Hybrid-SACD)

1. KOMITAS TANZ NR. 8 (aus dem Album „Southern Tunes“) Das Ensemble Esperanza aus Liechtenstein reist musikalisch in den Süden. Inspiriert von der Bedeutung des Mittelmeeres als Brücke der Kulturen, machen Eduard Toldràs See-Stücke („Vistes al mar“) den lichtvollen Auftakt. Für die in der katalanischen Heimat des Komponisten verwurzelten Musik finden die jungen Streicher die richtige Sprache. Das gilt genauso für die historischen Rückbezüge in Ottorino Respighis Suite und Nino Rotas Concerto sowie für die Miniaturen, die Sergei Aslamazian aus den Sammlungen des armenischen Komponisten Komitas arrangierte. Ein Album, das mit seiner Frische, Risikobereitschaft und Lebendigkeit begeistert.

Miquel Cabruja

Ars Produktion/Note 1 (Hybrid-SACD)

2. ASTOR PIAZZOLLA LIBERTANGO (aus dem Album „Tango Concertante“) Im vielfältigen Konzert ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 4,99€
NEWS 30 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Audio. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1000 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 10/2021 von Eine sehr glückliche Konstellation. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Eine sehr glückliche Konstellation
Titelbild der Ausgabe 10/2021 von NEWS. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
NEWS
Titelbild der Ausgabe 10/2021 von SUPER-PLAYER. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
SUPER-PLAYER
Titelbild der Ausgabe 10/2021 von DIE HOHE TONKUNST. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
DIE HOHE TONKUNST
Titelbild der Ausgabe 10/2021 von DIE „KLEINE“ WILSON. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
DIE „KLEINE“ WILSON
Titelbild der Ausgabe 10/2021 von Das Ende ALLER Kompromisse. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Das Ende ALLER Kompromisse
Vorheriger Artikel
SUPER-PLAYER
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel DIE HOHE TONKUNST
aus dieser Ausgabe

... musikalischer Stile, die Lateinamerika aus dem Aufeinandertreffen des europäischen, indigenen und afrikanischen Erbes hervorgebracht hat, weist der Tango die größte Nähe zur Kunstmusik des Alten Kontinents auf. Mit Astor Piazzollas Tango Nuevo eroberte der argentinische Tanz die klassischen Konzertsäle. Zum 100. Geburtstag des Komponisten widmet sich das deutsch-argentinische arde-Trio bekannten Werken Piazzollas. Im Dialog mit Stücken, in denen Bandoneonist Omar Massa das Genre behutsam modernisiert, machen die Musiker einen fulminanten Auftakt zu ihrer SACD-Reihe „Tango Concertante“.

Miquel Cabruja

Ars Produktion/Note 1 (Hybrid-SACD)

3. NICOLAY AFANASYEV HOUSEWARMING DOUBLE QUARTET (aus dem Album „Slavic Soul“) Mit den beiden Oktettsätzen op. 11 von Schostakowitsch setzt das Oberton String Octet gleich eine Hörmarke: Expressiv, mit Mut zur sarkastischen Übertreibung, gestaltet es die diese Jugendwerke von 1924/25. Eingängiger sind Afanasyevs Doppelquartett und Glières Streichoktett, beide stark von russischer Volkweisen geprägt. Auch hier liefert das seit 2015 bestehende Ensemble eine Interpretation voller Spielfreude und Leidenschaft: Das Zusammenspiel der Musiker ist herausragend. Nicht zuletzt verdient es das warme, streichertypische Klangbild, hervorgehoben zu werden. Diese SACD heißt nicht nur „Slawische Seele“, sie hat diese auch.

Andreas Fritz

4. BENYAMIN NUSS ELEGIE FÜR FUKUSHIMA (aus dem Album „Debut“)

Mundharmonika und Klavier? Eine exotische Besetzung mit Fernweh-Touch, für die es kaum Originalwerke gibt. Egal, Konstantin Reinfeld und Benyamin Nuss greifen auf Bearbeitungen zurück, und heraus kommt verdammt gute Musik. Quer durch alle Stile: von Bachs sensibel gezirptem Siciliano über bluesig gefärbte Filmmusik („Mann aus Eisen“) bis hin zu Chick Coreas fulminant aufgefrischtem Evergreen „500 Miles High“. Da haben sich zwei Tausendsassas gefunden. Ihre improvisierten Intermezzi: stark. Und wie die beiden den brasilianischen Popklassiker „Carinhoso“ mit großen Gefühlen und jazzigem Feeling beflügeln: umwerfend. Otto Paul Burkhardt

5. DMITRI SCHOSTAKOWITSCH KLAVIERKONZERT NR. 2, OP. 102, 3. SATZ, ALLEGRO (aus dem Album „A Light In The Dark“)

Mit seiner 9. Sinfonie (1945) ging Schostakowitsch den Machthabern zu weit: Statt einer heroischen Siegessinfonie hatte er eine akademische, ironische Musik vorgelegt. Erst nach Stalins Tod (1953) änderte sich das repressive Klima für den Komponisten: Die „Festliche Ouvertüre“ (1954) atmet neue Freiheit. Das Klavierkonzert Nr. 2 schrieb der Komponist 1957 für seinen Sohn; Sabine Weyer wahrt die Balance in dem spritzigen Werk mit seinen Extremen. Die Nordwestdeutsche Philharmonie unter Erich Polz zeigt knackige Direktheit, rhythmische Spannung und strahlenden Klang. Miquel Cabruja

6. JOSEPH SUK KLAVIERQUINTETT IN G-MOLL OP. 8 3. SATZ, SCHERZO (aus dem Album „Josef Suk“)

Josef Suk (1874–1935) war der Freund, Lieblingsschüler und Schwiegersohn Dvoráks. Dass er auch ein hervorragender Geiger und Komponist war, der zusammen mit Janácek die tschechische Moderne einläutete, ist kaum bekannt. Diese balanciert klingende SACD entreißt zwei seiner Werke dem Vergessen: das Klavierquintett, das Kiveli Dörken und Mitstreiter so sensibel wie temperamentvoll musizieren, und den biografischen Klavierzyklus „Erlebtes und Erträumtes“, dessen intime Atmosphäre Dörkens differenzierter Anschlag toll heraufbeschwört. Trouvaillen in starken Interpretationen. Andreas Fritz

7. GEORGE ENESCU AUBADE (1899) (aus dem Album „Paris–Moscow“)

Von Paris bis nach Moskau sind es Luftlinie rund 2500 Kilometer, und von Haydns Streichtrio op. 53 Nr. 1 bis zu Krásas „Tanz“ fast 160 Jahre. Dementsprechend abwechslungsreich ist die Reise, auf die das Trio Goldberg den Hörer mitnimmt. Das aus prominenten Musikern des Orchestre Philharmonique de Monte Carlo bestehende Ensemble tut dies mit viel Engagement, Stilsicherheit und Sensibilität. Mal wird es witzig wie in Françaix’ Streichtrio, mal ausdrucksstark wie in Kodálys Intermezzo, mal stillvergnügt wie in Schuberts Streichtriosatz D 471. Diese detailreich aufgenommene CD ist eine unvergessliche Reise in der ersten Künstler-Klasse. Andreas Fritz

\8. DOMENICO SCARLATTI SONATE IN E (aus dem Album „Ballade“)

Warum die Harfe als Instrument der Engel gilt, wird beim Hören dieser Produktion sofort deutlich: Die Britin Emily Hoile spielt auf ihrer ersten Solo-CD die Harfe so eloquent, dass die Töne wunderbar fließen, glitzern und rauschen. Passend zum Albumtitel „Ballade“ spürt man in jeder Note ihre große Freude am Erzählen. Dabei greift Hoile einerseits auf Originalwerke für Harfe zurück – Casellas Sonate und Zabels Fantasie über Motive der Oper „Faust“–, andererseits aber auch auf eigene gelungene Bearbeitungen von Bach-, Scarlatti- und Debussy-Werken. Das natürliche Klangbild rundet den sehr guten Gesamteindruck ab. Einfach himmlisch. Andreas Fritz

9. SERGEJ RACHMANINOV ÉTUDES-TABLEAUX OP. 39 NR. 3 FIS-MOLL (aus dem Album „Ivan Bessonov Plays Tchaikowsky, Rachmaninoff, Prokofiev“)

Mit nur 19 Jahren bereits international preisgekrönt: Ivan Bessonov aus St. Petersburg lässt gewaltig aufhorchen. Schon im Andante maestoso aus der „Nussknacker“-Suite von Tschaikowsky, arrangiert für Tasten, entwickelt er ein Gefühls-Crescendo, das einen vom Sitz fegt. Hochvirtuos und mit Grandezza wirbelt er durchs Allegro agitato aus Rachmaninows Études-Tableaux op. 39 und setzt im Lento assai einen meditativen Gegenpol. Er kann auch Prokofjew, dessen 7. Sonate (Finale) er als Alptraum einer entfesselt hämmernden, zerstörerischen Kriegsmaschine inszeniert. Sensationell. Otto Paul Burkhardt KLANG TIPP

10. FRANCIS POULENC SONATE POUR FLUTE ET PIANO PRESTO GIOCOSO (aus dem Album „Matvey Demin spielt Werke von Poulenc, Dutilleux u.a.“)

Von Matvey Demin (28), einem Wahlschweizer aus Sibirien, wird man noch viel hören. Ihm ist es gelungen, beim Tschaikowsky-Wettbewerb als erster die 2019 neu eingeführte Flöten-Disziplin zu gewinnen. Sein Debüt eröffnet er mit der Poulenc-Sonate – teils virtuos gepfeffert, teils wunderbar verträumt. Mit seinem kongenialen Klavierpartner Gleb Koroleff gelingt es ihm, technische Präzision und Stimmungszauber spielend zu verbinden – so in der Flötenfassung von Tschaikowskys „Sérénade Mélancolique“ oder, mit viel Schmelz, in der Bearbeitung von Francks „Violin Sonata“. Otto Paul Burkhardt

11. ROBERT SCHUMANN MÄRCHENBILDER OP. 113, NR. 2 LEBHAFT (aus dem Album „Märchenbilder“)

Den Titel gibt dieser SACD Schumanns viersätziges Opus 113 für Viola und Klavier, hier in der Fassung für Cello und Klavier von Robert Hausmann. Tatjana Uhde und Lisa Wellitsch kombinieren es klug mit den Fantasiestücken op.73, mit Schuberts „Arpeggione“-Sonate, Paul Juons „Märchen“ op.8 und einem Arrangement von Griegs „Solveigs Lied“. Die Interpretinnen setzen bei den eingängigen Werken „im Volkston“ auf eng verzahnte Harmonie. Ausbrüche oder Kontrastverschärfungen in den erzromantischen Stücken? Die Klangschönheit von Père- Cello und Bösendorfer-Flügel hat Vorrang. Lothar Brandt

12. THOMAS OEHLER TRUMPET SONATA 3. SATZ NACH R. STRAUSS (aus dem Album „Blumine“)

Eine eindrucksvolle Zusammenstellung, ein Fest für Trompetenfans. Mahler sah „Blumine“ als Satz für seine erste Sinfonie vor; Alisa Kratzer arrangierte es für Klavier zu vier Händen und Trompete. In den anderen Werken wie „Sonate nach Richard Strauss“ (Oehler, Freeman- Attwood) oder dem wunderbaren „Concertino“ (Jongen) spielt die brillant-musikalische Eriko Takezawa allein den Klavierpart. Reinhold Friedrich fasziniert auf vier Trompeten mit unglaublich variablem Ton, Elan und Charme. Die schön ausbalancierte SACD endet mit Mahlers „Wo die schönen Trompeten blasen“. Hier! Lothar Brandt

13. RICHARD STRAUSS DER ROSENKAVALIER (aus dem Album „Opernsuiten für Nonett“)

Oper ohne Gesang, rein instrumental? Geht gut, wenn die Musik so sangselig, so temperamentvoll durchfühlt wird vom Ensemble Minui. Dieses Nonett aus Musikern des Kärtner Sinfonieorchesters spielt eigens arrangierte Suiten aus drei bekannten Musiktheaterwerken. Und siehe – alles wirkt in der reduzierten Besetzung durchsichtiger und näher als in gewohnt orchestraler Fülle. Das Lied der Wassernixe an den Mond („Rusalka“): hauchzart in der ersten Violine „gesungen“. Der Walzer aus dem „Rosenkavalier“: leicht und perlend wie Champagner. Das Lento appassionato („Vissi d’arte“) aus „Tosca“: auch ohne Worte hinreißend zelebriert. Otto Paul Burkhardt

14. MAURICE RAVEL CONCERTO IN G, 3. SATZ (aus dem Album „Ravel/Bizet: Klavierkonzert G-Dur/Sinfonie C-Dur“)

Ravels vom Jazz inspiriertes G-Dur-Konzert (1929 –31) zählt zu den virtuosen Schwerstgewichten des frühen 20. Jahrhunderts. Es verlangt Respekt, wie bravurös die weitgereiste Ravel-Enkelschülerin Uta Weyand sich gegen die immense Konkurrenz mit höchst differenziertem Spiel behauptet. Die Nordwestdeutsche Philharmonie gerät dank Abels umsichtiger Führung auch in Georges Bizets Jugendwerk, der erst posthum erfolgreichen C-Dur-Sinfonie, zwar nirgends aus dem Tritt, doch manches hätte man sich instrumental delikater gewünscht. Dafür ist dies nach Kenntnis des Verfassers die am besten klingende Surround-Aufnahme beider Werke. Lothar Brandt

15. GUSTAV MAHLER SINFONIE NR. 10, SCHERZO (aus dem Album „Mahler 10“)

Mahlers unvollendeten Torso, die Zehnte, im Booklettext als „powerful statement of humanity and hope“ zu bezeichnen, kann man als Missverständnis abtun. Die bestechend kongruente und gnadenlos transparente Fassung für Kammerorchester von der Dirigentin und Komponistin Michelle Castelletti zeigt die ganze Verzweiflung und Trauer des todkranken, von seiner Frau betrogenen Mahler in aller Schärfe und Drastik, mit aller zu Herzen gehenden Abgründigkeit. Das hervorragend besetzte, engagiert-hingebungsvolle Ensemble Mini bringt das in dieser Welt-Ersteinspielung großartig rüber. Die superbe Klangtechnik trägt dazu entscheidend bei. Lothar Brandt

16. IVÁN FISCHER DEUTSCH-JIDDISCHE KANTATE: GRABSCHRIFT

Diese zeitgenössischen Werke, die Trompeter Reinhold Friedrich mit dem GKO Ingolstadt unter Ruben Gazarian brillant eingespielt hat, sind von Spiritualität geprägt. Das titelgebende Werk (Benjamin Yusupov), in dem Friedrich auch ein Schofar bläst, setzt sich mit den drei großen Monotheismen auseinander. Iván Fischers „Deutsch-Jiddische Kantate“ (Sopran: Dorothee Mields) ist zweisprachiger Dialog und Spiel mit barocken Formen. Ebenso tiefschürfend sind die berückenden „Nachtgebete“ (Giya Kancheli), das als wortlose Arie konzipierte „Haroutioun“ (Alan Hovhaness) und das in Andenken an Abbado komponierte „Predah“ (Luca Lombardi). Miquel Cabruja