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Der schönste Park des Fürsten


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HÖRZU - epaper ⋅ Ausgabe 43/2021 vom 22.10.2021

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Bildquelle: HÖRZU, Ausgabe 43/2021

BEDEUTEND In der Seepyramide fanden Pückler und seine Gattin Lucie ihre letzte Ruhe

Bei dem Namen Fürst Pückler denken die meisten Menschen vermutlich an die nach dem Adligen benannte Eiskreation. Erdbeer, Schokolade, Vanille, gern von knusprigen Waffeln umgeben. Lecker! Doch der 1785 geborene Hermann von Pückler-Muskau, der 1822 in den Fürstenstand erhoben wurde, war viel mehr als nur der Namenspatron einer gefrorenen Süßspeise. Er war Weltreisender, erfolgreicher Schriftsteller – und einer der bedeutendsten Landschaftsarchitekten der Geschichte. In der sehenswerten Doku „Ein Sommer in Branitz: Pücklers persönlichster Park“ (siehe TV-Tipp Seite 30) stellt die Filmemacherin Grit Lederer jetzt den in Cottbus gelegenen Park vor, den der kreative Adlige einst als sein ...

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... „Meisterstück“ bezeichnete. Das sah nicht nur er selbst so: Branitz ist heute ein Gartendenkmal von internationalem Rang.

Großprojekt des Landschaftsbaus

„Hier hat Pückler aus dem Nichts einen beeindruckenden Landschaftsgarten erschaffen“, sagt Grit Lederer im Interview mit HÖRZU. Die Gestaltung begann der Fürst 1846 im Alter von 60 Jahren. „Wegen Geldmangels verkaufte er kurz zuvor sein deutlich opulenteres Anwesen Schloss und Park Muskau. Er zog auf den väterlichen Stammsitz in Branitz, der sich in einem sehr schlechten Zustand befand.“ Als Landschaftsarchitekt hatte Pückler sich da längst einen Namen gemacht. Seine Leidenschaft dafür entdeckte er 1812 bei einer Reise durch England. Er schuf zwischen 1815 und 1845 mit dem heutigen Fürst-Pückler-Park Bad Muskau den größten Landschaftspark Zentraleuropas im englischen Stil. Dieser ist Teil des Unesco Welterbes. Genauso wie der Park Babelsberg, den er ab 1843 ausbaute.

Besuch

Der Branitzer Park ist ganzjährig geöffnet. Informa- tionen zu Schloss und Besucher- zentrum: pueckler- museum.de

Trotz seiner Erfahrung war Branitz für Pückler eine Herausforderung. Der trockene, sandige Boden der Lausitz war für die Anlage eines Parks denkbar ungeeignet. Doch er fand eine Lösung: „Pückler hat das Wasser der Spree wie auch Quellen im Park genutzt, es wurden zudem Brunnen ausgeschachtet“, erklärt Lederer. „Er hat alles getan, um das Wasser durch Stauanlagen im Park zu halten. Er ließ Seen und Kanäle ausheben und aus der ausgehobenen Erde

Hügel modellieren.“ Weil er unbedingt große, charakterstarke Bäume bewundern wollte und nicht wusste, wie lange er noch zu leben hatte, ließ er in der Region ausgewachsene Bäume komplett ausgraben und auf seinem Gelände einpf lanzen. Wenn seine Wagen mit 20 Meter langen Bäumen durch die Straßen ratterten, war das jedes Mal ein Spektakel.

Zwei Pyramiden in der Lausitz

„In Branitz ergeben sich lauter dreidimensionale Landschaftsgemälde“, beschreibt Grit Lederer das 600 Hektar große Meisterwerk. Die Wegeführung verläuft derart geschickt, dass man immer wieder neue Augensensationen erlebt.“ Hinter jeder Kurve und jeder Gabelung gebe es etwas zu entdecken: „Hier einen kleinen Berg, da eine Schlucht, dort Seen mit Inseln. Dabei ist Branitz nicht künstlerisch überhöht und stilisiert wie französische barocke Gärten. Stattdessen ist es wie bei den großen englischen Vorbildern: Alles wirkt wie eine natürliche Landschaft, obwohl der Park bis ins Detail komponiert ist.“

Der Höhepunkt sind zwei Pyramiden aus Erde. Eine an Land, eine auf dem Wasser. Sie sind eine Reminiszenz an Pücklers Orientreisen zwischen 1834 und 1840. Die 13 Meter hohe Wasserpyramide, von ihm „Tumulus“ genannt, ist dabei die etwas bedeutsamere von beiden. Pückler ließ sie 1856 als seine Grabstätte anlegen. 1871 fand er darin seine letzte Ruhe. 1884 wurde seine 1854 verstorbene Frau Lucie aus ihrem Grab dorthin umgebettet. Von der Qualität seiner Grabstätte war Pückler überzeugt. Er schrieb: „Mein Tumulus wird bleiben, solange die Erde steht.“ Bislang hat er recht behalten.

SVEN SAKOWITZ

DI 2.11. TV-TIPP

20.15 RBB

EIN SOMMER IN BRANITZ DOKU Faszinierende Einblicke in Fürst Pücklers persönlichste Parkanlage