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Der schönste Platz auf Erden


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Das goldene Blatt - epaper ⋅ Ausgabe 32/2022 vom 06.08.2022

Der große abgeschlossene HEIMAT-ROMAN

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Mittagspause – endlich! Kathrin hatte heute Morgen auf dem Weg ins Büro schon eingekauft und könnte sich mit ihrer Salatschüssel jetzt nach draußen auf eine Bank in die Sonne setzen. Oder aber die Zeit nutzen, um sich ein paar neue Tortenrezepte anzusehen. Ja. Darauf hatte sie mehr Lust.

Sie holte sich den Salat aus dem Kühlschrank, gab das Dressing darüber und kehrte an ihren Platz zurück. Dabei musterte sie gedankenverloren den aufgeräumten und leeren Arbeitsplatz daneben. Ihre Kollegin war krankgeschrieben. Eine ganze Weile schon. Ausgerechnet jetzt, wo so viel zu tun war! Ihr Chef tobte. Das war allerdings fast der Normalzustand. Nicht leicht, mit seinem aufbrausenden Charakter klar zu kommen.

Mit ein paar Klicks an ihrem Computer rief Kathrin ihre bevorzugte Rezeptseite im Internet auf. Sie liebte diese tollen ...

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... Fotos, die selbst den einfachsten Kuchen wie ein Kunstwerk aussehen ließen.

Backen war ihre große Leidenschaft, und hier fand sie immer neue Anregungen. Und Nahrung für ihren kühnen Traum. Irgendwann wollte sie dem ungeliebten Bürojob den Rücken kehren und dieses Hobby zum Beruf machen.

Auch heute blieb sie bei vielen spannenden Vorschlägen hängen, während sie ihren Salat aß.

Da! Eine Pfirsich-Mango-Torte mit einer luftigen Vanillemousse. Das klang gut. Die müsste sie unbedingt mal ausprobieren. Mal sehen, was sie dafür brauchte.

Kathrin beugte sich näher an den Bildschirm, als die barsche Stimme ihres Chefs ihr ins Ohr bellte. „Haben Sie die Abrechnung fertig?“

Kathrin fuhr herum. Sie hatte ihn nicht kommen hören, hatte wohl auch die Zeit vergessen. „Ich, äh, ja, sofort“, stammelte sie und schloss rasch die Rezeptseite. Zu spät. Der missbilligende Zug um seinen Mund sprach Bände.

„In fünf Minuten möchte ich die Unterlagen auf meinem Tisch haben“, schnarrte er im Befehlston. „Falls Sie mit Ihrem privaten Kram bis dahin fertig sind. Im Übrigen ist das hier ist ein Büro, und keine Imbissbude.“ Er warf einen ärgerlichen Blick auf die halb leere Salatschale. Damit drehte er sich um und marschierte davon.

Und wieder einmal ging Kathrin durch den Kopf, warum sie sich dieses cholerisches Gehabe ihres Vorgesetzten immer noch bieten ließ. Sie räumte den Rest ihres Mittagessens weg und machte sich wieder an die Arbeit. Der Appetit war ihr ohnehin vergangen.

Irgendwie ging auch dieser Tag vorbei. Zur Aufmunterung besorgte sich Kathrin auf dem Heimweg die Zutaten für die Mangotorte. Allein das hob ihre Laune schon. Vielleicht würde sie sich später noch daran machen zu backen! Sonst am Wochenende. Da könnte sie sich mehr Zeit nehmen.

Halbwegs versöhnt fuhr sie nach Hause, griff sich im Vorbeigehen noch die Post aus dem Briefkasten und lief hoch in ihre Wohnung.

Der marmorierte Umschlag stach ihr gleich ins Auge. Von Hand beschriftet und mit einer hübschen bunten Marke versehen. Neugierig riss Kathrin ihn auf und hielt eine Karte in Händen, aus dem gleichen Papier und sorgfältig, etwas altmodisch gestaltet. Es war eine Einladung. Ein Name, der ihr nicht spontan bekannt vorkam. Ein 90. Geburtstag. Erst die Adresse der Feier zauberte ihr ein versonnenes Lächeln ins Gesicht.

Die Taunusschänke. Verklärter Ort magischer Kindheitserinnerungen. Seit sie denken konnte, betrieb ihre Großtante Hella die rustikale Wirtschaft in den Hügeln vor Königstein, wo sie selbst ihre Kindheit verbracht hatte und, nachdem ihre Familie weggezogen war, bis ins Teenageralter immer wieder gerne zu Besuch gekommen war.

Besonders zu Tante Hella hatte Kathrin ein enges Verhältnis

Als sie jetzt den Namen der Jubilarin noch mal las, klang er ihr schon vertrauter. Frederike, die alle nur Fredi nannten. Eine der vielen Tanten aus ihrer weitläufigen Verwandtschaft, die immer noch dort im Hessischen wohnte.

Aber vor allem zu Tante Hella hatte sie ein sehr enges Verhältnis gehabt. Und prompt stiegen Bilder hoch, die lange Jahre tief in ihrer Seele geschlummert hatten. Die altersdunklen Balken in der rustikalen Gaststube. Das kleine Zimmer unterm Dach mit dem Holzbett und den bunten Vorhängen. Ihre Streifzüge durch die Wälder rund um die Burgruine. Und lange Nachmittage am Grillplatz, immer mit einer Clique von Cousins und Cousinen oder Nachbarskindern.

Das lag ewig zurück. Doch als sie nun daran zurückdachte, erfasste Kathrin ein bittersüßes Gefühl von Sehnsucht. Das war doch mal der schönste Platz auf Erden! Davon jedenfalls war ihr 14-jähriges Ich überzeugt gewesen. Und bevor sie recht wusste was sie tat, hielt sie schon das Telefon in der Hand und wählte Hellas Nummer.

„Ach Kindchen, wie schön wieder einmal von dir zu hören“, vernahm sie gleich darauf die Stimme ihrer Großtante, froh und überrascht zugleich. „Wie geht es dir?“

Kathrin rang ihr schlechtes Gewissen nieder. Wann hatte sie sich zuletzt bei Hella gemeldet? Das war ewig her. Aber sie hatte immer so viel um die Ohren, der Stress in der Arbeit, und überhaupt, die Zeit verging so rasend schnell…

„Gut“, sagte sie rasch. „Soweit eben. Und dir? Ich hab gerade die Einladung bekommen.“

„Ja, die gute Fredi.“ Hella lachte. „Stramme 90 ist sie in drei Wochen. Ob ich mal so alt werde?“

„Du wirst ganz bestimmt 100“, warf Kathrin ein. „Und dein Jubiläum feiern wir dann natürlich auch in der Taunusschänke.“

„Ach, na ja. Schaun wir mal“, wiegelte Hella leise ab.

Ihr Tonfall ließ Kathrin aufhorchen. Sie hatte Hella zeitlebens nur zupackend und voller Energie erlebt. Immer optimistisch, nie am Jammern. Jetzt aber seufzte sie schwer und klang richtig gedrückt. „Wieso?“, fragte sie alarmiert. „Stimmt irgendwas nicht?“

„Ach, die letzte Zeit war halt ein bisschen schwierig“, räumte Hella nach einer kleinen Pause ein.

Dann erzählte sie, dass ihre Bandscheiben Probleme machten.

Das lange Stehen im Lokal von früh bis spät fiel ihr immer schwerer, überhaupt wäre es viel Arbeit für einen allein, und die Geschäfte gingen auch schon mal besser.

„Eigentlich bin ich ja schon lange im Rentenalter“, schloss sie. „Deshalb drängt Martin auch darauf, ich soll mich zur Ruhe setzen.“

„Und was wird dann aus dem Lokal?“, wollte Kathrin wissen.

„Tja, das möchte mein Sohn wohl am liebsten verkaufen.“

„Verkaufen?“, entfuhr es Kathrin erschrocken. „Aber…“ Das kannst du doch nicht machen, wollte sie sagen. Dann besann sie sich. Es war unfair, aus der Entfernung so ein Urteil zu fällen. Was wusste sie schon von der Arbeit und Mühe, die so ein Betrieb bereitete. Zumal, wenn man nicht jünger wurde.

Trotzdem fühlte es sich so an, als ginge damit ein Teil ihres Lebens, mindestens ihrer Vergangenheit verloren. „Das wäre sehr schade“, sagte sie stattdessen gepresst.

Hella seufzte wieder. „Ja. Schade. Es wäre mir auch lieber, er würde es weiterführen, aber Martin hat mit Gastronomie so gar nichts am Hut. Und einen anderen Nachfolger habe ich nicht. Na ja. Bis zu dieser Geburtstagsfeier habe ich mir Zeit gegeben. Dann werde ich eine Entscheidung treffen. So lange bleibt das Lokal erst mal geschlossen und ich kurier mich aus.“

„Aber warum hast du mir denn gar nichts davon gesagt?“, murmelte Kathrin betroffen.

„Ach, mein Kindchen.“ Sie meinte, Hella lächeln zu sehen. „Was hätte das denn geändert?“

Ja, was hätte das geändert?

Nichts vermutlich. Aber jetzt kam das alles sehr plötzlich. „Ich würde dich gerne besuchen“, hörte Kathrin sich sagen, bevor sie darüber nachgedacht hatte. Im gleichen Moment wusste sie, dass das jetzt das einzig Richtige und Wichtige zu tun war, und sie freute sich, kaum dass sie es ausgesprochen hatte.

Auch Hella schien sich zu freuen. Sie plauderten noch lange, und als Kathrin aufgelegt hatte, erfüllte sie bereits Ungeduld. Sie konnte es auf einmal kaum erwarten, dorthin ins Hessische zu fahren.

Die bösen Blicke des Chefs beeindruckten Kathrin heute nicht

Am Freitag direkt nach der Arbeit brach sie auf. Ungeachtet der Blicke ihres Chefs, der es nicht gewohnt war, dass Mitarbeiter so pünktlich Feierabend machten.

Diesmal aber ließ Kathrin sich nicht beirren. Gleich nach Mittag machte sie sich auf den Weg, im Gepäck ihren Spezial-Apfelkuchen und im Herzen Vorfreude.

Auf der Autobahn konnte es ihr gar nicht schnell genug gehen. Erst nach der Ausfahrt ging sie vom Gas und nahm die Landschaft rundherum ganz bewusst wahr. Die sanften, waldigen Hügel, die schmucken Ortschaften, Burg Eppstein trutzig auf ihrem Hang. Und dann endlich Königstein.

Kathrin drehte nur eine schnelle Runde durch den Ort. Sie blinzelte der Burgruine zu wie einer alten Freundin und nahm dann die Straße hoch zu der Anhöhe, wo sich die Taunusschänke hinter einer Kurve an den Saum des Waldes schmiegte, als wäre sie dort gewachsen.

Kathrin stieg aus ihrem Wagen und atmete erst mal tief durch. War das Einbildung, oder schmeckte die Luft hier draußen frischer und würziger als in der Stadt? Dann wandte sie sich dem Haus zu und ließ den Blick daran hoch und runter wandern. Es war ein kleines Fachwerkgebäude, das Erdgeschoss mit Naturschiefer verblendet, das Obergeschoss fahlgelb getüncht zwischen den mächtigen Balken, die ihr Alter nicht verleugnen konnten. Das Schieferdach hatte Moos angesetzt, und die Fensterrahmen riefen nach einem neuen Anstrich. Der Charme des Gebäudes aber atmete aus jeder Ritze und machte ihr das Herz leicht und schwer zugleich.

„Kathrin! Kindchen!“ Hellas Stimme riss sie aus ihren Gedanken. Da stand sie in der Tür, die Gestalt gebückter als in Kathrins Erinnerung, das Gesicht eine Landkarte gelebten Lebens. Doch ihr Lächeln warm und herzlich wie eh und je. Und auch die Augen blitzten immer noch voll Leben.

Kathrin strahlte froh. „Tante Hella!“ Sie musste sich bücken für ihre Umarmung, ließ auch gleich wieder locker, als Hella leise ächzte, und sah ihrer Tante dann besorgt ins Gesicht. „Wie geht es dir?“

„Unkraut vergeht nicht“, kam die augenzwinkernde Antwort. „Aber komm erst mal rein. Dann können wir in aller Ruhe reden.“

Die Gaststube hatte sich kaum verändert. Die Holzdielen des Bodens waren dunkler als in ihrer Erinnerung, und die rot-weiß karierten Vorhänge vor den Fenstern schienen neu. Die schweren Holztische aber und die rustikalen Stühle weckten in Kathrin kurz das Gefühl, als wäre hier die Zeit stehen geblieben. Bloß fehlte der Duft von frisch gekochten Speisen, allen voran Hellas unvergleichlichem Wildgulasch, für das die Gäste von weit her gekommen waren.

Die Küche lag verwaist, an der Schanktheke wurde kein Bier gezapft, und die Stille in dem Raum hatte etwas Bedrückendes.

„Seit wann hast du das Lokal geschlossen?“, fragte Kathrin.

„Noch nicht sehr lange. Eine Woche vielleicht, oder anderthalb.“

„Fühlt sich irgendwie komisch an“, bemerkte Kathrin.

Hella grinste merkwürdig schief. „Ja. Finde ich auch. Komm, lass uns lieber nach oben gehen.“

Hellas Wohnung sah noch genauso aus wie damals. In der gemütlichen Küche hatte Kathrin ihre ersten Backversuche unternommen, und sie war mächtig stolz, dass Hella manche ihrer Kreationen sogar im Lokal anbot.

Von dem Apfelkuchen, den Kathrin mitgebracht hatte, war Hella ganz begeistert. Sie aßen jede zwei Stücke und wärmten Erinnerungen auf. Kathrin bemerkte es kaum, doch sie verfiel selbst rasch wieder in die weiche hessische Mundart, die sie in der Stadt abgelegt hatte.

Hellas Sohn Martin wollte einen glatten Schnitt – verkaufen!

Später dann, in dem alten klobigen Bett unter der heimeligen Dachschräge, gingen Kathrin tausend Dinge durch den Kopf. Wie oft hatte sie hier gelegen, wohlig erschöpft und zugleich aufgekratzt von den Erlebnissen des Tages.

Rückblickend war das Leben damals ein großes Abenteuer gewesen, die Probleme so wunderbar kindlich unschuldig. Doch das wusste man erst hinterher.

Der nächste Tag begann mit den leckeren Blaubeerpfannkuchen, die Hella früher bei jedem ihrer Besuche zum ersten Frühstück gebacken hatte. Es war ein festes Ritual, auf das Kathrin sich immer schon lange im Voraus freute.

Danach hatte sie Hella zum Einkaufen begleitet und dann zugesehen, wie sie unten im Lokal die Mittagsgerichte vorbereitete, um pünktlich öffnen zu können. Es fühlte sich seltsam an, jetzt keinen Plan für den Tag zu haben. Sie warf Hella einen verstohlenen Blick zu. Wie mochte sie sich dabei fühlen?

„Hast du schon überlegt, wie es mit der Gaststätte weitergehen soll?“, schnitt Kathrin nach dem Frühstück das Thema an.

Hella wiegte unschlüssig den Kopf hin und her. „Nein. Nicht wirklich. Ich schaff die Arbeit nicht mehr so. Aber Martin möchte das Geschäft nicht übernehmen. Bloß alles zu verkaufen, ich glaube, das bringe ich nicht übers Herz.“ „Verpachten?“, fragte Kathrin. „Mein Sohn denkt, das macht nur Ärger, wenn man sich fremde Leute in den Betrieb holt. Der Verkauf, ein glatter Schnitt, das wäre ihm das liebste“, entgegnete Hella. „Dir nicht“, stellte Kathrin fest. „Nein. Mir nicht.“ Hella blickte einen Moment trübe vor sich hin.

Dann rang sie sich ein Lächeln ab. „Wer weiß, manchmal ergeben sich Dinge von selbst ... Ich seh das jetzt als Urlaub und entspannte Zeit, die Geburtstagsfeier zu planen. Danach schauen wir weiter.“

„Hast ja recht“, sagte Kathrin schnell und bemüht zuversichtlich. „Weißt du was? Ich hätte jetzt richtig Lust, Erinnerungen aufzufrischen und zu schauen, was sich verändert hat. Wollen wir ein bisschen durch die Gegend fahren?“

Den Vorschlag nahm Hella gerne an. So unternahmen sie eine schöne Tour durch die Landschaft und machten sogar einen Abstecher bis ins Frankfurter Ostend, um einen Blick auf die Skyline zu werfen. Dabei plauderten sie so dahin und genossen einfach ihr Zusammensein. Auf die Taunusschänke kamen sie nicht mehr zu sprechen.

Bevor sie am nächsten Tag wieder in ihren Alltag zurückkehrte, traf Kathrin sich mit ihrer Cousine Fanny. Früher waren sie unzertrennlich gewesen, und auch später hatten sie stets Kontakt gehalten.

Fanny war hier fest verwurzelt und wusste einiges an Klatsch und Tratsch zu berichten. Was die Taunusschänke anging, hatte sie ihre eigene Theorie. Martin würde ständig mit dubiosen Geschäften jonglieren, erzählte Fanny. Das wäre der wahre Grund, warum er seine Mutter zum Verkauf drängte. Gerade war es irgendein Nahrungsergänzungsmittel, das er groß rausbringen wollte. Und dafür müsste er erst mal investieren.

„Den Erlös aus dem Verkauf des Lokals?“, war Kathrin entgeistert.

Fanny zuckte die Schultern. „Zumindest wohl einen Teil davon.

Quasi einen Vorschuss auf sein Erbe. Ich hab keine Ahnung, wie das im Detail laufen soll.“

„Dann ist es also nur ein Vorwand, dass er nicht verpachten will?“, überlegte Kathrin.

„Gut möglich“, meinte Fanny. „Und es müsste ja kein Fremder sein. Erinnerst du dich an Paul?“

Kathrin hob nur vage die Schultern. „Seine Oma ist eine Cousine von Hella. Er war damals öfter am Grillplatz mit dabei oder beim Baden … na, egal. Jedenfalls ist er Koch und hätte gerne ein eigenes Lokal. Aber was zu kaufen ist nicht drin. Wenn er die Taunusschänke übernehmen würde, bleibt sie ja sozusagen in der Familie.“

Über dieses Gespräch dachte Kathrin noch lange nach in den nächsten Tagen. Wusste Hella von den Absichten ihres Sohnes? Könnte sie sich im Zweifelsfall gegen ihn durchsetzen? Martin konnte starrsinnig und aufbrausend sein, das hatte sie in der Vergangenheit mehrfach erlebt. Zwar hatte Hella gelernt, damit umzugehen, aber vielleicht war sie heute nicht mehr so taff wie in jungen Jahren.

„Lass dich nur nicht kaputtmachen“, riet die Kollegin noch

Gut, dass sie bald wieder vor Ort wäre, um ihrer Tante den Rücken zu stärken. Sie hatten verabredet, dass Kathrin rund um Tante Frederikes Geburtstagsfeier ein paar Tage freinehmen und nach Königstein kommen würde.

Und sie sollte die Torte gestalten! Darauf freute sie sich mächtig. Wobei sie wohlweislich vermied, in ihrer Mittagspause am Schreibtisch nach Rezepten zu suchen.

Das allerdings konnte nicht verhindern, dass die Stimmung im Büro auf einen neuen Tiefpunkt sank. Als nämlich ihre Kollegin vorbeikam, um ihren Schreibtisch zu räumen. Sie hatte die Kündigung eingereicht, war bis dahin krankgeschrieben. Der Chef schäumte. Und Kathrin wappnete sich schon für harte Zeiten. „Lass dich nicht kaputtmachen“, gab ihr die Kollegin zum Abschied mit.

Was allerdings leichter gesagt als getan war, denn die Laune des Chefs war im Keller. Kathrin war nur froh, dass sie ihre freien Tage schon vorher eingereicht hatte. So biss sie die Zähne zusammen und brachte die Zeit irgendwie rum.

Als sie diesmal wieder den Weg nach Königstein nahm, fühlte es sich schon richtig vertraut an. Im Gepäck hatte sie eine ganze Kiste Backzutaten und alles Zubehör für eine dreistöckige Torte. Das schien ihr dem Anlass angemessen.

Sie hatte mit Hella besprochen, dass sie zum Backen gerne die Küche der Taunusschänke nutzen würde und hatte auch angeboten, dort erst mal eine größere Putzaktion zu veranstalten. Deshalb staunte sie nicht schlecht, als sie jetzt dort im Lokal der unverkennbar würzige Duft von Hellas Wildgulasch empfing. Und ein fremder junger Mann, der gut gelaunt in der Küche herumwerkelte.

„Hallo, Kathrin“, begrüßte er sie ganz selbstverständlich und grinste in ihr überraschtes Gesicht. „Ich wollte mich schon mal einarbeiten.

Kathrin sah ihn fragend an, bis es ihr dämmerte. „Bist du Paul?“

„Aber ja, der bin ich. Kannst du dich nicht an mich erinnern?“

Sie betrachtete aufmerksam sein Gesicht, das breite Grinsen, den offenen Blick. Damals am Grillplatz traf sich immer eine große Clique. Möglich, dass er dabeigewesen war. Aber beschwören konnte sie das nicht. Schließlich zuckte sie unschlüssig die Schultern. „Ich weiß nicht. Nicht wirklich.“

Er lachte gutmütig. „Macht nichts. Dann lernen wir uns eben jetzt noch einmal kennen. Nichts verbindet so sehr wie gemeinsam in der Küche zu stehen.“

Jetzt erst bemerkte Kathrin, dass neben dem Gulasch noch zwei andere Töpfe auf dem Herd schmurgelten. Auf der Anrichte lag eine ganze Steige Kartoffeln, daneben diverses frisches Gemüse. Es sah richtig betriebsam aus.

Paul grinste wieder. „Ich werde das Menü für die Geburtstagsfeier zubereiten. Und hab Hella vorgeschlagen, dass ich schon vorher ein paar Arbeitsproben liefern könnte.

Heute Abend kommt eine Handvoll Stammgäste zum Testessen.“

„Oh, äh, super!“, erwiderte Kathrin. „Kann ich dir was helfen?“

„Aber immer!“ Er lachte. „Vielleicht möchtest du erst dein Gepäck verstauen? Und dann sag ich dir, was zu tun ist.“

Es war erstaunlich. Was für eine positive, energiegeladene Atmosphäre die Luft erfüllte. Ganz anders als bei ihrem letzten Besuch.

Während Kathrin Seite an Seite mit Paul in der Küche werkelte, wuselte Hella geschäftig in der Gaststube umher und deckte die Tische ein. Dabei summte sie froh vor sich hin. Es tat richtig gut, sie so unbeschwert zu sehen. In diesem Moment begriff Kathrin tief, wie viel Herzblut Hella in diese Arbeit steckte. Die Gastwirtschaft war ihr nicht Beruf, sondern Berufung.

Und das sollte sie jetzt aufgeben?

Der Abend wurde ein voller Erfolg. Hoch zufriedene Gäste lobten das Essen überschwänglich und versicherten, wie sehr ihnen die Taunusschänke doch gefehlt hätte.

Hella strahlte die ganze Zeit. Und Paul nahm das Lob mit sympathischer Bescheidenheit entgegen.

Auf Frederikes Feier ergriff Hella überraschend das Wort

Anschließend saßen sie zu dritt noch lange zusammen, aßen von den Resten und schmiedeten Pläne. Erst mal für die Geburtstagsfeier. Kathrin hatte jedoch das Gefühl, dass dieser Abend in Hellas Kopf einiges in Gang gesetzt hatte.

Und dann kam der große Tag. Das Lokal war voll wie in besten Zeiten – die gesamte Verwandtschaft, auch wenn Kathrin viele der Leute kaum oder gar nicht kannte.

Paul hatte ein wunderbares Menü gezaubert, und sie legte all ihre Hingabe in das dreistöckige Tortenkunstwerk. Nervös bis zuletzt, ob alles klappte und das Konstrukt nicht vielleicht im letzten Moment zusammenkrachen würde. Was es nicht tat. Im Gegenteil. Glitzernd vor sprinkelnden Wunderkerzen war das Prachtstück ein würdiger Schlusspunkt des Essens. Und Frederike versicherte gerührt, noch nie im Leben eine so schöne Torte gesehen zu haben.

Ja, es war eine gelungene Feier. Bis zu dem Moment, als Hella das Wort ergriff und sich noch einmal bei allen Anwesenden für ihr Kommen bedankte. Und dann fast beiläufig erwähnte, dass die Taunusschänke ab nächster Woche wieder öffnen würde. Sie war sich mit Paul einig geworden. Er würde das Lokal weiterführen.

Überraschte Stille folgte dieser Ansage. Dann erfreute Ausrufe, allgemeine Zustimmung, wohlmeinende Gesichter. Bis auf eines.

Kathrin hatte bei Hellas Worten unwillkürlich zu Martin hingesehen. Er sah so finster, regelrecht fassungslos aus, dass ihr ganz flau zumute wurde. Offensichtlich hatte er von den Plänen seiner Mutter nichts gewusst. Und wie es aussah war er nicht glücklich damit.

Fast war sie froh, dass Martin noch vor dem allgemeinen Aufbruch verschwunden war. Hella schien es gar nicht zu bemerken. Sie unterhielt sich angeregt, war ganz in ihrem Element. Als irgendwann auch der letzte Gast draußen war, legte sich einen Moment friedliche Stille über den Raum. Dann seufzte Hella aus tiefster Seele: „Ach Kinder, was war das für ein wundervoller Abend.“

Paul und Kathrin tauschten einen Blick. In seinem Lächeln lag so viel Stolz und Freude, dass ihr ganz warm wurde. Dann nickte er Hella zu. „Ja, das war es. Und das machen wir jetzt öfter.“

Am nächsten Tag musste Kathrin schon wieder ihre Sachen packen. Nichts zog sie zurück in die Stadt, an einen Arbeitsplatz, so heimelig wie ein Pulverfass. Deshalb zögerte sie ihren Aufbruch auch so lange wie möglich hinaus.

Hatte Martin gedacht, sie wäre schon weg? Jedenfalls schneite er am Nachmittag herein, geladen bis unter die Hutschnur, und kam auch gleich zur Sache. Aus dem Nebenzimmer hörte Kathrin ihn poltern. Wie sie das machen könnte, über seinen Kopf hinweg diese Entscheidung treffen, warf er Hella vor. Und jetzt wäre der beste Zeitpunkt zu verkaufen …!

„Das lass mal meine Sorge sein“, erwiderte Hella eben fest, als Kathrin dazu trat. Martin wirkte kurz irritiert, und Hella nutzte die Gelegenheit, ihm besänftigend ihre Sicht der Dinge zu erläutern.

Die Worte schienen gar nicht anzukommen. Finster starrte Martin zu Kathrin hin, und die hatte das Gefühl, dass er seine Mutter zur Schnecke machen würde, wäre er jetzt mit ihr allein. Dann wandte er sich ab und ging grußlos davon. „Das werden wir ja sehen“, meinte Kathrin ihn murmeln zu hören. Das klang fast wie eine Drohung!

„Alles in Ordnung?“, wandte Kathrin sich besorgt an Hella.

Die zog eine Grimasse. „Aber ja. Er beruhigt sich auch wieder“, meinte sie nur. Und Kathrin wünschte sich, dass sie diese Zuversicht teilen könnte.

Als sie spät abends zu Hause ankam, rief sie noch einmal bei Hella an. Nur hören, ob alles in Ordnung war. Am nächsten Tag wieder. Und auch am Tag darauf. Martins Worte und der düstere Blick gingen ihr nicht aus dem Kopf. Sie wollte sich vergewissern, dass dort im Hessischen alles seinen Gang ging.

Immer wenn der Chef nervte, träumte Kathrin sich weg

Aus diesem Grund telefonierte sie auch täglich mit Paul. Um seine Einschätzung der Lage zu hören. Zumindest war das ein guter Vorwand… denn wenn sie ehrlich war, ging es gar nicht darum. Allein mit ihm zu reden und seine Stimme zu hören, hob ihre Laune.

So rettete Kathrin sich über die Zeit. Immer wenn sie der Job oder ihr cholerischer Chef nervten, träumte sie sich weg, an Pauls Seite in die Küche der Taunusschänke. Das war vielleicht eine süße Illusion. Aber hier fühlte sie sich wie tief gefangen in einer Sackgasse.

Bis das Fass überlief.

Es war eine Kleinigkeit eigentlich. Eine Reklamation, die schon bearbeitet und vom Tisch war, bis der Kunde mit einer telefonischen Nachfrage bei ihrem Chef landete – und der förmlich in die Luft ging.

Warum er davon nichts wusste? Was sie sonst noch hinter seinem Rücken anstellte? Es war verstörend und zugleich lächerlich, wie er sich in seinen Anfall hineinsteigerte. Kathrin fühlte, wie sie innerlich auf Distanz ging, als hätte das mit ihr gar nichts zu tun. Bis schließlich das Stichwort fiel: Fristlose Kündigung.

„Wie Sie meinen“, hörte sie sich sagen. Ganz ohne Emotionen. „Ich gehe dann am besten gleich.“

Sie fuhr ihren Rechner herunter, nahm ihre Handtasche aus der Schublade, verließ das Büro. Ganz spontan aus dem Bauch heraus. Kathrin agierte einfach.

Die Fragen kamen erst später. Wie ging es jetzt weiter? Stand sie nun ohne Job da? Und wie war das überhaupt arbeitsrechtlich?

Kathrin schob sie weg. Nicht nachdenken jetzt. Erst mal hatte sie anderes zu tun. Packen nämlich.

Hella staunte nicht schlecht, als Kathrin nachmittags mit einer großen Tasche in der Taunusschänke auftauchte. „Kann ich eine Weile hierbleiben?“, fragte sie. „Ich mach mich auch nützlich.“

„Aber Kindchen!“ Hella lachte übermütig. „Selbstverständlich. So lange du möchtest.“

Als wenig später Paul eintraf, wirkte er nur kurz überrascht. Sie hatten sich am Telefon auch ausführlich über ihren krassen Chef unterhalten, und er fand ganz pragmatisch, dass sie sich so ein Verhalten nicht bieten lassen sollte.

„Ist gut, dass du aus dem Laden raus bist“, meinte er zufrieden. „Ich wollte ohnehin Verstärkung hier. Du kannst dich um Kuchen und Desserts kümmern.“

Er sagte es mit einem Augenzwinkern, doch Kathrin hörte hinter dem Schalk auch die Frage, die Hoffnung vielleicht. Tatsächlich hatte sie selbst auch schon in diese Richtung gedacht. Also, für den Anfang. Bis sie einen Plan hatte, wie es jetzt weitergehen sollte.

„Geht klar, Chef“, gab sie mit einem frechen Grinsen zurück.

Paul lachte. Und Kathrin war auch zum Lachen zumute. Weil das alles so verrückt war. Und zugleich so herrlich aufregend, so beglückend und einfach wunderbar.

Den Spezial-Apfelkuchen beherrschte sie aus dem Effeff. Dazu zauberte Kathrin einen Bienenstich und eine schnelle Biskuitroulade.

Paul war hoch zufrieden und setzte alles drei sofort auf die Karte.

So verlief dieser Abend fast genauso wie in ihrer Fantasie, einträchtig und kreativ mit Paul in der Küche. Nur die Blicke, die immer wieder hin und her gingen, begleitet von seinem warmen, manchmal fast scheuen Lächeln, waren noch prickelnder als in ihrer Vorstellung.

Zeit zu reden fand sich aber erst, als alle Gäste gesättigt waren und das Lokal sich leerte. Dauernd hatte Kathrin an Martin denken müssen, und an ihr ungutes Gefühl bei ihrer letzten Begegnung. Jetzt drängte es sie zu erfahren, wie die Sache weitergegangen war.

Als sie dann endlich zusammensaßen und sie von Martins drohender Äußerung erzählte, und dass sie sich wirklich Sorgen gemacht hatte, winkte Paul ab. „Der Martin ist ein Hitzkopf“, sagte er. „Aber im Grunde harmlos. Außerdem hat er gerade Grund zur Freude.“

Er erzählte, dass sein Vater Martin ein Angebot gemacht hatte, damit er sich künftig aus den Angelegenheiten der Gaststätte raushielt.

„Apropos Glück – es ist toll, dass du da bist“, fügte Paul an

Jedenfalls hatten sie vereinbart, dass Martin in den beiden Tankstellen von Pauls Vater einen Platz für Aufsteller mit seinem Nahrungsergänzungsmittel bekommen sollte. „Papa hält das Ganze zwar für so ein typisches brotloses Martin-Projekt, aber er möchte ihm trotzdem helfen. Und wer weiß, vielleicht klappt es ja endlich mit seinem großen Business.“

Er grinste ihr zu, und Kathrin fiel wirklich ein Stein vom Herzen. „Das wollen wir ihm wünschen“, warf sie ein und nickte heftig.

„Genau. Jetzt ist erst mal Ruhe im Karton und Martin glücklich. Apropos glücklich“, fügte Paul an. „Es ist toll, dass du da bist.“

Dabei sah er sie so an, dass Kathrin gar nichts sagen konnte. Weil in ihrer Brust ein ganzes Geschwader von Maikäfern abhob und ihr vor lauter Summen und Brummen alles schwirrte. „Find ich auch“, brachte sie endlich hervor.

Das Kichern gluckste diesen Worten einfach hinterher. Es musste raus, sie wäre sonst geplatzt.

Oder an einem Maikäfer erstickt.

Dieser alberne Gedanke spülte einen neuerlichen Kicheranfall hoch. Aber nach diesem chaotischen, verrückten und dann so wunderbaren Tag musste die ganze Anspannung einfach irgendwo hin.

Paul musterte sie amüsiert. „Geht’s wieder?“, fragte er, als Kathrin einmal tief Luft holte.

Sie sah ihn an, zwang das Lachen nieder. „Ja. Geht wieder.

Sorry. Wow. Es ist nur – also, es ist wirklich toll, dass ich da bin.“

Paul grinste breit. Und Kathrin durchzuckte plötzlich die flüchtige Vision, dass hier gerade etwas ganz Großes passierte. So ein Moment für die Ewigkeit, wovon sie irgendwann versonnen lächelnd ihren Enkeln erzählen würden…

Stand ihr diese Fantasie etwa auf die Stirn geschrieben? Paul jedenfalls sah sie aus blitzenden Augen so wissend an, als könnte er tatsächlich ihre Gedanken lesen.

Aber hey, wenn es so wäre – auch gut. Dann müsste sie ihm nicht so viel erklären. Und alles andere würde sich schon finden …

ENDE

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