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Der Schwindel mit der Liebe


Lea - epaper ⋅ Ausgabe 3/2019 vom 09.01.2019

Wenn Online-Dating zum Horror-Trip wird


Artikelbild für den Artikel "Der Schwindel mit der Liebe" aus der Ausgabe 3/2019 von Lea. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Lea, Ausgabe 3/2019

Dating-Portale wie etwa ElitePartner, eDarling oder Parship versuchen, mit speziellen Filtern Betrüger ausfindig zu machen und zu sperren. Das gelingt nicht immer. Umso wichtiger ist es, trotz Herzklopfens einen kühlen Kopf zu bewahren


Am Anfang steht die Sehnsucht. Nach Verständnis, nach Zärtlichkeit, der großen Liebe. Im Internet auf die Suche zu gehen – so praktisch wie normal. Doch gerade hier verschenken wir oft viel zu schnell unser Herz, fassen allzu rasch zu Fremden Vertrauen. Im harmlosesten Fall machen wir uns einfach Illusionen, was die Wechselseitigkeit ...

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... der Gefühle angeht – der Klassiker: Er will nur Sex, sie mehr. Aber auch Kriminelle finden im Netz leicht arglose Opfer. Beim so genannten „Romance“ oder „Love Scamming“ spielen Täter ihren arglosen Opfern große Gefühle vor, um sie dann auszunutzen. Die Polizei geht davon aus, dass vier von fünf Opfern Frauen mittleren Alters sind. In München standen gerade drei Männer vor Gericht, die mit falschen Online-Profilen Millionen erbeutet hatten. Die Dunkelziffer ist hoch, weil die Betroffenen sich schämen. Auch die folgenden Geschichten wurden uns daher im Vertrauen erzählt.

„Es war der größte Fehler meines Lebens. Wie konnte ich nur so dumm sein!“

Ute (54): „Ich kann nicht sagen, warum ich nichts gemerkt habe. Es war alles so perfekt. Ich hatte vom Online-Dating gar nichts erwartet. Und dann kam Mark. Oder wie auch immer er heißt. Er war so lustig. So einfühlsam. Und er sah richtig gut aus. Zwei Tage nach der ersten Nachricht hatte er mich. Ich war verliebt. Mit Schmetterlingen im Bauch, obwohl wir uns nie gesehen haben. Mal ehrlich: Spätestens, als er nach Geld fragte, hätte ich wissen müssen, was Sache ist. Aber ich habe es ihm geschickt – 11.000 Euro! Dann war er weg. Sein Profil gelöscht. Ich schäme mich. Und ich vermisse einen Mann, den es ja nicht mal gibt.“

Und dann war er plötzlich gar nicht mehr so nett …“


Heike (39): „‚Du zahlst jetzt, oder ich schicke die Fotos deinem Mann!‘ Das war Erpressung. Mir wurde übel. Ja. Ich hatte Tom, mit dem ich seit Wochen chattete, Fotos von mir geschickt, die echt offenherzig waren. Warum? Er nahm sich Zeit für mich, gab mir das Gefühl, sexy zu sein. Das, was mein Mann nicht tat. Ich war eben verknallt. Am Ende blieb nur, alles zu beichten …“

„Nirgendwo fühle ich mich mehr sicher“

Anke (32): „Der Mann ist irre. Dabei war es wie so oft bei Tinder: Geschrieben, getroffen – und für mich passte es nicht. Das passiert. Er lässt aber nicht locker. Ständig kriege ich Nachrichten, jetzt fängt er an, mich nach der Arbeit abzupassen. Ich habe wirklich Angst.“

Ich habe ihr vertraut – sie hat mein Herz gebrochen“

Dirk (53): „Irina ist das, was man sich als Mann wünscht: jung, blond, hübsch. Richtig sexy. Ja, man kann sagen, dass ich blind vor Liebe war. Bis ich die Rechnung kriegte. Wortwörtlich. 867 Euro musste ich zahlen. Für die Chats. Liebe, ha, dass ich nicht lache. Sie war Profi.“

„Er hat mich die ganze Zeit belogen“

Marion (41): „Es war ein verdammtes Jahr. Ein Jahr, in dem ich dachte, ich hätte einen Freund, eine Zukunft mit ihm. Und dann: alles geplatzt. Zu meinem Pech – oder Glück – hatte Lars’ Frau ihn erwischt. Ich dachte, er sei Single. Er musste reinen Tisch machen. Seine Online-Profile: ein Fake. Sein Job, seine tollen Reisen, sogar sein Geburtstag: alles Lüge.“

„Es ist mein Job, mit Männern zu chatten“

Martin (43): „Von 16 bis 22 Uhr bin ich Tamara, Julia, Simone, Michaela oder auch Mara. Dann sitze ich am Computer und versuche, Männer dazu zu bewegen, mir zu schreiben – und zwar über eine kostenpflichtige Website. Dafür werde ich bezahlt. Ich bin ein IKMSchreiber. IKM steht für Internet-Kontaktmarkt. Da kann ich alles sein: von der Abiturientin bis zur Witwe. Auch wenn ich selbst ein Mann bin. Ich weiß ja, was die Kunden lesen möchten.“

Das sagt der Experte

Joachim Schneider (53)
Leiter der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes


Das Internet bietet tolle Möglichkeiten, auf Partnersuche zu gehen. Doch immer wieder kommt es zu Betrügereien oder anderen Straftaten. Davor kann man sich schützen

Was ist die größte Gefahr beim Online-Dating?
 Den gesunden Menschenverstand auszublenden. Wer verliebt ist, denkt nicht rational und verkennt Gefahren. So wird man schnell zum Opfer.

Gibt es Warnsignale, auf die man achten kann?
 Bei Betrug erfolgt die Kontaktaufnahme oft auf Englisch. Auch werden Opfer schnell mit Liebesschwüren überschüttet.

Was kann ich tun, wenn ich betroffen bin?
 Man sollte sofort jeglichen Kontakt abbrechen und nicht mehr antworten. Wichtig ist, Chat-Texte und Mails etwa auf einem USB-Stick zu speichern.

Wo bekomme ich Hilfe und Unterstützung?
 Opfer von Betrug oder anderen Straftaten sollten sich immer an die Polizei wenden. Auch wenn die Scham groß ist.


Fotos: iStockphoto/martin-dm, Monika Johna