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DER SITUATIONSDESIGNER


TASPO GARTEN-DESIGN - epaper ⋅ Ausgabe 4/2021 vom 20.07.2021

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Bildquelle: TASPO GARTEN-DESIGN, Ausgabe 4/2021

Eigentlich „plane ich eine Zukunft, die ich selbst vielleicht gar nicht erleben werde – besonders wenn es um die Gestaltung neuer Naturräume oder Wälder geht“, sagt Andreas Beerendonk über seine Arbeit: Denn der selbstständige Landschaftsplaner aus den Niederlanden betreibt sein eigenes Planungsbüro „P15“ in Eindhoven und hat sich unter anderem auf sehr langfristige Landgut-Projekte spezialisiert. Im Interview gab er uns Einblick in seine Planungsarbeit und die Besonderheiten der niederländischen Grünraumpolitik.

Die Niederlande haben in den vergangenen Jahren durch außergewöhnliche Architektur und mutige städtebauliche Projekte auf sich aufmerksam gemacht. Was läuft dort anders als in Deutschland?

Ich denke, dass für deutsche Leser besonders die „typisch niederländischen Projekte“ von Interesse sein könnten - die sogenannten „Ruimte-voor-Ruimte“ (Raum-für-Raum) Initiativen. In den Niederlanden ...

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... liegen viele Landgüter, oft mit historischem Charakter. Sowohl die Landgüter, die seit vielen Jahren in Familienbesitz sind, als auch die jüngeren Landgüter tragen zur natürlichen Landschaft des Landes bei. Für Landgüter gibt es oftmals verschiedenste raumplanerische Entwicklungen, die für ihr Fortbestehen zum Teil notwendig sind. So werden beispielsweise neue Nutzungszwecke geschaffen, in diesem Zusammenhang manchmal vom Bebauungsplan abgewichen oder eine Umgebungsgenehmigung beantragt.

Neuen Landgütern liegen häufig „Rot-für-Grün“-Verordnungen zugrunde, die jede Provinz im Rahmen der nationalen Politik aufstellen kann. Gemeinden müssen die Initiative für solche neuen Landgüter beurteilen und in einen Flächennut-zungsplan umsetzen. Die Gemeinden sind oft bereit, dem Projektträger unter bestimmten Vorgaben entgegenzukommen.

Andreas Beerendonk

… Jahrgang 1974, studierte Landentwicklungswissenschaf- ten (Landinrichtingswetenschappen) an der Universität Wageningen und spezialisierte sich während des Studi- ums in Richtung Raumplanung und Landschaftsarchitektur. Neben den Pflichtkursen belegte Beerendonk auch Themen wie Pflanzentaxonomie, Forstwirtschaft, Pflanzenwissenschaften, Kulturgeschichte, Toponomastik (Ortsnamenkunde) und Umweltpsychologie.

Nach dem Studium arbeitete er fast zwölf Jahre lang bei Beratungs- und Planungsbüros im Bereich Stadtplanung, Architektur und Landschaft. Ende 2009 gründete er seine eigene, unabhängige Beratungs- und Pla- nungsagentur namens „P15“ mit Sitz in Eindhoven (http://p15.nl). Wer „P15“ beauftragt, plant in der Regel einen Funktionswechsel: Dass heißt, die Nutzung eines Gebäudes oder eines Landstücks soll geändert werden. Eine Planungsaufgabe, die in den Niederlanden häufig, aber mit besonderen Vorgaben verbunden ist.

Ein Beispiel dafür sind die Raum-für-Raum-Initiativen, denen ein recht einfaches Schema zugrunde liegt, wie sich gut am Beispiel der Provinz Nordbrabant erläutern lässt. Für jeweils 1.000 Quadratmeter abzureißende Stallgebäude und die Abgabe von mindestens 3.500 Kilo Phosphatrechten kann dort ein Haus neu gebaut werden. Der Erlös aus dem Wohnungsbau ermöglicht es finanziell, das Landgut zu ordnen und zu restaurieren.

Da der Wiederaufbau eines Hauses am ehemaligen landwirtschaftlichen Standort nicht immer möglich und wünschenswert ist, wurde ein System von Gebäudetiteln eingeführt. Das ermöglicht den Bau eines Hauses an einem völlig anderen Ort (und damit auch in einer anderen Gemeinde innerhalb der Provinz).

Auf diese Weise wurden in 15 Jahren 1.630 Objekte abgerissen, das entspricht insgesamt 2.000.000 Quadratmetern Gebäude, 9.000.000 Kilo Phosphatrechte vom Markt genommen und 2.600 Gebäudetitel geschaffen. Die Gebäudetitel werden verwendet, um oft luxuriöse Einfamilienhäuser am Rande von Dörfern zu bauen. Von den 2.600 Gebäudetiteln wurden inzwischen 1.500 für den Bau von Häusern verwendet.

45 solcher Projekte habe ich schon vollständig umgesetzt. Es gibt auch nur teilweise abgeschlossene Projekte in den Wohnund Erholungsgebieten und viele, die sich noch in der Pipeline befinden. Es dauert oft lange, bis ein Projekt abgeschlossen ist.

Du erzähltest mir, dass die grundlegenden Möglichkeiten für Planer in den Niederlanden sich sehr von denen in Deutschland unterscheiden – beispielsweise können auch private Leute sehr leicht große Landschaftsprojekte umsetzen. Wie funktioniert das?

Die niederländische Planung basiert weitestgehend auf deutschen und österreichischen Modellen der Stadtentwicklung und -planung. Hier wurde die Nutzung von Grundstücken und Gebäuden in Zonenplänen festgelegt, die aus einem Gesetzestext und einer Planungskarte bestehen. Für neue Entwicklungen gelten Verfahren und Regeln, und häufig müssen umfangreiche Untersuchungen zu Emissions- und Lärmbelastung, Bodenqualität, Einfluss auf das Wassersystem und die Naturschutzgebiete, Archäologie und Kulturgeschichte durchgeführt werden. Die Verfahren dauern manchmal lange, insbesondere, wenn mehrere Parteien oder politische Ebenen beteiligt sind – wie Gemeinde, Provinz und Wasserbehörde.

Was versteht man in den Niederlanden unter Zonenplänen?

Die Bezeichnungen sind anders in Deutschland. In den Niederlanden gibt es wie in Deutschland den Flächennutzungsplan (bei uns: Bestemmingsplan), der die erwünschte und mögliche Nutzung von Flächen und Gebäuden festlegt. Wir haben aber keinen separaten Bebauungsplan. Stattdessen kann ein „Bestemmingsplan“ ähnlich einem Bebauungsplan ausgearbeitet werden, ist dann breiter gefasst. Ein Zonenplan („Zoneringsplan“) dagegen ist quasi ein „Bestemmingsplan“, aufgestellt beispielsweise von einer Provinz, aber auch vom Land.

Pflegefarm De Wederloop

Seit 2010 ist dieses kleine Pflegelandgut in einem gemischten landwirtschaftlichen Betrieb mit Schweinen, Kühen, Ackerbau und Baumproduktion entstanden. Angesichts der begrenzten zukünftigen Möglichkeiten einer intensiven Landwirtschaft an diesem Standort wurde beschlossen, einen Übergang zu sozialen Zielen zu schaffen und die Pflegefarm zu einem integrierten Pflegekonzept mit Tagesaktivitäten, Therapie und häuslicher Pflege auszubauen.

Auf der Grundlage mehrerer Programme zur Einstellung der intensiven Tierhaltung und zur Verbesserung der Natur wurde beschlossen, einen Pflegebereich zu entwickeln und die landwirtschaftlichen Aktivitäten einzustellen. P15 wurde beauftragt, ein integrales räumliches Konzept zu entwickeln, das in Phasen umgesetzt werden kann. Die Pflegegebäude wurden bewusst angelegt, um die Bewegung von Bewohnern und Besuchern zu fördern. Natur, Blumen, Pflanzen und Tiere gehören zum Pflegekonzept dazu. Deshalb wurden neben Naturflächen und neuen Wäldern auch Tierweiden, Obstgärten und Gärten in die Planung einbezogen.

Ein großer Unterschied zur Situation in den deutschen Bundesländern ist die Existenz der sogenannten „Waterschappen“ (Wasserbehörden), die für alle Oberflächengewässer, den Hochwasserschutz und die Wasseraufbereitung zuständig sind. Auch „Hoogheemraadschap“ (wörtlich: „Hochheimratschaft“) genannt, sind sie in den Niederlanden eine besondere Art der örtlichen Selbst- verwaltung.

Ihre Grenzen folgen nicht Gemeinde- oder Provinzgrenzen, sondern Flussge- bieten oder Wasserscheiden. An der Spitze der Waterschap steht ein Dijkgraaf (Deichgraf). Zur Deckung der Kosten erheben Waterschappen Steuern. Niederländische Politiker diskutie- ren seit längerem über eine mögliche Abschaffung dieser sehr alten Selbstverwaltungseinrichtung. Die Aufgaben könnten den Provinzen oder Gemeinden übertragen werden.

In der Provinz Nordbrabant gibt es beispielsweise drei Waterschappen: Brabanter Deltas (Donge, Dintel, Mark, Weerijs und Steenbergsche Vliet), die Wasserbehörde De Dommel (Dommel, Kleine Dommel, Tongelreep, Leijstromen) und die Wasserbehörde Aa en Maas (Aa, Raam, Hertogswetering und Dieze) ). In diesem Jahr hat, um nur ein Beispiel zu nennen, eine Wasserbehörde einen Hochwasserschutz für ein bestehendes Haus neben einer Bachrenaturierungszone ausgearbeitet.

Ein weiterer wichtiger Unterschied liegt in den verschiedenen Optionen, die zur Erreichung spezifischer politischer Ziele festgelegt wurden. Dies betrifft normalerweise Naturschutzziele oder die Verbesserung der Umwelthygiene. So gibt es genaue Regularien dafür, Ställe, Gewächshäuser und andere landwirtschaftliche oder gewerbliche Gebäude abzureißen oder in ihrer Funktion umzuwidmen, sie also zu sanieren und ihnen eine neue Nutzung zu geben.

Planungsziel ist hier oft ein Wohngebiet, kann aber auch ein Freizeit- oder ein soziales Ziel sein. Als Konsequenz gibt es neben „Rot für Grün“ auch Provinzpläne „Rot für Rot“, die den Eigentümern Zug um Zug einen Gebäudetitel für ein Haus pro 1.000 Quadratmeter Stall oder Gewächshaus zugestehen, die abgerissen werden.

Die Genehmigung kommt bei uns erst hintenan. Wir nennen das „Planungsfiguren“, die eine Erweiterung der normalen Planung auf spezifische Ziele richten – zum Beispiel dem Ziel, weniger Gewächshäuser zu haben. Dafür kann eine Gemeinde oder Provinz einen Betrieb sogar enteignen, aber das ist sehr teuer. Deshalb versucht man in der Regel lieber, den Eigentümern erweiterte Möglichkeiten zu bieten und mit ihnen gemeinsam einen Konsenz zu finden.

Dabei gibt es bei uns mit wenigen Ausnahmen eigentlich keine freie Landschaft – alles hat eine Nutzung und diese Nutzung ist rechtsverbindlich festgelegt. Neue Landgüter sieht man bei uns als eine Möglichkeit, mehr Natur zu schaffen. Wo so ein „Nieuw Landgoed“ angelegt wurde, ist reguliert und festgelegt im Flächennutzungsplan oder in einer Planungsnotiz.

Daneben gibt es übrigens auch „Nieuwe Buitenplaatsen“, Landhäuser mit Park oder großem Garten außerhalb der Stadt. Ihr Bau ist nur an ausgewählten Stellen am Stadtrand möglich. Sie dienen der Stadterweiterung, kombiniert mit einem neuen Park oder einem Naturgelände. Oft wird mit ihnen auch ein Wasserspeicher für das Stadtgebiet realisiert.

Die Entstehung solcher Parks oder Naturgelände erfolgt in den Niederlanden im Rahmen besagter „Rot-für- Grün“ Politik, um mehr Natur und Wald zu fördern. Dies beinhaltet den Bau neuer Landgüter in der freien Landschaft und Freiflächen, wobei man im Gegenzug für das Schaffen von 2,5 bis fünf Hektar neuen Naturraums und dessen Öffnung für Wanderer je einen Bautitel für ein neues Landhaus bekommen kann. Auf diese Weise können Privatpersonen mit viel Land oder in Zusammenarbeit mit anderen selbst die Kontrolle über die Umwandlung ihres Eigentums behalten.

Manchmal hat „Rot für Rot“ oder „Rot für Grün“ einen kommerziellen Hintergrund, aber es kommt auch vor, dass Eltern ihren Kindern damit Wohnraum ermöglichen. Viele Gemeinden verfolgen eine aktive Anreizpolitik für neue Landgüter und Freiflächen, da dadurch die Ränder von Städten und Dörfern auf nachhaltige Weise begrünt und den Bewohnern auch zum Wandern oder Radfahren zugänglich gemacht werden können, ohne dass Gemeinschaftsressourcen dafür benötigt werden.

Was sind Deine zukünftigen oder weiteren Projekte?

Meine neuen Projekte basieren hauptsächlich auf älteren erfolgreichen Projekten. Die Bearbeitungszeit ist dabei sehr variabel. Beispielsweise bin ich seit 2010 an einer Gebietsentwicklung in Beusichem beteiligt. Von den fünf Teilen sind drei fertig oder werden gerade realisiert.

Eine weitere Gebietsentwicklung in Esch begann im Jahr 2016 und das Raumplanungsverfahren kann Anfang nächsten Jahres begonnen werden. Ich habe also viele Projekte mit sehr langer Laufzeit, die nicht ständig meine Aufmerksamkeit erfordern.

Der Planungsdurchlauf für neue Landgüter dauert offiziell 3,5 Jahre, aber im Endeffekt mindestens fünf bis sieben Jahre. Darüber hinaus gibt es Anfragen, einen Integrationsplan für eine Zuteilung für einzelne Häuser im Rahmen einer „Raum für Raum“- Lage zu erstellen. Diese sind in der Regel kurzfristig, mit einer Bearbeitungszeit von neun bis 18 Monaten.

Im Rückblick auf die letzten Jahre bediente „P15“ sehr unterschiedliche Schwerpunkte:

• Stadtlandschaft: In- und Expansionsstandorte für Wohn- und Industriegebiete, nachhaltiges Wassermanagement, öffentlicher Raum und Bildqualität (beeldkwaliteit).

• Gebietsentwicklung: Sanierung von mehreren Hektar zur Verwirklichung neuer Naturräume, ökologischer Verbindungen, von Erholungswegen, Freizeiteinrichtungen und Gebäuden für Wohnen, Gastronomie, Pflege und (Klein-) Unternehmen.

• Transformation: Die Umnutzung leer stehender, ehemals landwirtschaftlich und betrieblich genutzter Gebäude wie Ställe, Gewächshäuser und Gewerbebauten.

• Erholung und Erleben: der Bau neuer, zusätzlich zur Sanierung und Erweiterung bestehender Erholungsgebiete, die Realisierung neuer Erholungswege und Erholungseinrichtungen, die gemeinsame Nutzung bestehender Gebäude und Standorte (Wanderwege).

Planst Du, auch in Deutschland zu arbeiten? Oder hast Du es schon getan?

In der Vergangenheit habe ich an mehreren Projekten in Deutschland mitgearbeitet, beispielsweise an Wettbewerben im Aachener Nordraum, Kleve und Avantis, außerdem bei der Planung zweier Ferienparks und mehrerer Gärten. Bei Projekten in verschiedenen Ländern habe ich oft auch bei der Bepflanzung beraten, beispielsweise Spoor Noord in Antwerpen. Neben Projekten in Belgien, Frankreich, Luxemburg und Schweden habe ich auch mit deutschen Kollegen in Maastricht und Arnheim gearbeitet, überhaupt schon mit vielen verschiedenen Nationalitäten. Das ist eine enorme Bereicherung für mein eigenes Wissen und schärft auch meine berufliche Praxis.

Du verfügst über sehr besonderes Pflanzenwissen. Beispielsweise bist Du ein absoluter Efeu-Experte. Woher kommt dieses Interesse und Wissen? Setzt Du es in der Praxis ein?

Ich interessiere mich seit meinem achten Lebensjahr für Pflanzen. Das liegt hauptsächlich an meinem Großvater und meiner Mutter, die den grünen Daumen von ihm geerbt hat. Während meines Studiums habe ich auch Pflanzentaxonomie studiert. Mein Großvater gab mir meine erste Efeupflanze. Später fing ich an, sie näher zu studieren. Ich wollte die Dinge schon in jungen Jahren verstehen – und Efeu erwies sich als Außenseiter in der einheimischen Flora, mit dem ich mich identifizieren konnte.

Ich brauche mein Pflanzenwissen für Bepflanzungspläne und Naturprojekte. Aber mein besonderes Wissen über Efeu hat leider keine direkten Nutzungsmöglichkeiten: Meine Kenntnisse über Hedera helix sind sehr spezialisiert und daher in meiner täglichen beruflichen Praxis nicht von Nutzen, da diese sich hauptsächlich auf Verfahren und die Integration von Funktionen konzentriert. Aber nicht alles muss sofort und immer von Nutzen sein oder zu finanziellen Gewinnen führen. Es sind genau ihre eigenen Interessen, die Menschen zu dem machen, was sie sind.

Pflanzenwissen in unserem Beruf ist wichtig. Ich bin oft überrascht, dass Kollegen einen Baum nicht von einem anderen unterscheiden können. Als Landschaftsarchitekt ist es zwingend, Pflanzen zu kennen. Ich erstelle schließlich Pflanzpläne auf verschiedenen Ebenen – von einem Vorgarten von zwölf Quadratmetern bis zu einer Grundstückszone von 22 Hektar. Und muss die Bedingungen von Boden oder Wasserversorgung und der aktuellen Vegetation abschätzen können. Ich bin ein „Situationsdesigner“ – ich entscheide aus der Einzigartigkeit des Ortes. Das größte Kompliment für meine Arbeit ist, wenn die Leute die neue Vegetation für so selbstverständlich halten, dass sie sich nicht an die alte Situation erinnern können.

Ich benutze mein Pflanzenwissen ganz unterschiedlich. Unter anderem habe ich mehrere öffentliche Texte für botanische Treffen oder Ausstellungen verfasst. Es ist manchmal nicht einfach, Botanik zugänglich zu präsentieren. Aber ich habe es meist geschafft. Ich halte auch Vorträge und habe vor kurzem eine Fachtour für den Niederländischen Dendrologenverband (NDV) organisiert.

Wenn Du Dir etwas wünschen könntest: Welches wäre ein Wunschprojekt für die Zukunft für Dich?

Ich habe mindestens ein Projekt in allen niederländischen Provinzen abgeschlossen, außer in Friesland und Groningen. Aber ich möchte auch mal einen Friedhof entwerfen, der realisiert wird. Ich habe an einem Naturfriedhof gearbeitet, aber leider wurden die Planungen nicht genehmigt. Kürzlich wurde ich nach der Planung eines Familienfriedhofs auf einem Landgut gefragt. Wer weiß, vielleicht bietet sich hier eine zweite Chance in diesem Bereich. Ich werde sehen, was auf mich zukommt.