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DER SÜDEN VOM OSTEN GO EAST!


Golfpunk - epaper ⋅ Ausgabe 3/2019 vom 28.06.2019

Mit „Go West” landeten die Pet Shop Boys 1993 einen Welthit. Damals verständlich, gab es zu dieser Zeit in entgegengesetzter Richtung praktisch keine Golfplätze. Das hat sich geändert.


PLANET GOLF DER SÜDEN VOM OSTEN

GOLFRESORT WEIMARER LAND GOETHE-COURSE 18 Löcher, Par 72, 5.086 bis 5.971 Meter

Adresse:

Weimarer Straße 60 99444 Blankenhain Tel. 036459.61641000 www.golfresort-weimarerland.de

Greenfee:

80 Euro (Mo.- Fr.), 90 Euro (Sa./So.) Das 2013 eröffnete Resort bietet neben einem Dreiloch-Kurzplatz mit dem Goethe-Course und dem Feininger-Course zwei ausgewachsene 18-Loch-Plätze an, von denen der ...

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Bildquelle: Golfpunk, Ausgabe 3/2019

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... Goethe-Course der landschaftlich schönere und etwas anspruchsvol lere ist. Zu ausgewählten Zeiten oder Turnieren wird der „Bobby Jones Champion-Course” gespielt, eine Mischung aus beiden Plätzen.

Postkartenidylle: Die Scorekarte kennt keine Bilder


Doppel-Bogey-Blues: ein Ring, sie zu knechten


Golfurlaub: ein Tag am Strand


Drama, Baby: Es ist angerichtet


Um einfach mal wie die Kabine des FC Bayern ein paar Interna nach außen zu tragen – die Rollenverteilung in der GolfPunk-Redaktion ist eindeutig: Der Herr Chefredakteur fällt in die Kategorie „Feingeist und Kulturattaché”, während ich mehr in der Ecke „Brachialsportler, Mann fürs Grobe” zu verorten bin. Kein Wunder also, dass ich vor meiner Abfahrt zu diesem Trip eine mit erhobenem Zeigefinger dozierte Jobbeschreibung über mich ergehen lassen musste wie der Pennäler ein unangekündigtes Diktat: „Dir ist schon klar, dass es in dieser Gegend nicht nur um Golf gehen kann, da musst du auch etwas von der Kultur transportieren. Goethe, Schiller, Bauhaus…Weimar hat eine Menge zu bieten.” Auch wenn ich in meiner Abiturprüfung Goethes „Faust” seziert habe und das heimische Bücherregal nicht nur aus vollgeklebten Panini-Heftchen besteht, weiß ich noch nicht, ob ich den Ansprüchen des Chefs gerecht wer den kann. Es geht nach Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen mit so schönen wie geschichts- und kulturträchtigen Städten wie Erfurt, Weimar, Jena, Leipzig oder Dresden. Aber eben auch mit Golfplätzen. Und irgendwie, so denke ich, sollte es sich in der Hauptsache dieser Geschichte schon auch darum drehen.

Das Golfangebot in den neuen Bundesländern ist nicht annähernd mit dem in den alten Bundesländern zu vergleichen. In Nordrhein-Westfalen gibt es rund 120 18-Loch-Anlagen. Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt kommen auf 15, nicht jeweils, sondern zusammen. In diesem Punkt ist der Osten immer noch Entwicklungsland. „Wir haben kein Problem, junge Menschen dafür zu begeistern. Aber vielen der Älteren ist Golf noch suspekt”, erklärt Thomas Mönch, Golfmanager im feinen GolfResort Weimarer Land, das in meiner persönlichen „Wow-Rangliste” ganz weit oben steht.

GOLF & COUNTRY CLUB LEIPZIG

18 Löcher, Par 72, 4.857 bis 5.979 Meter Adresse:

Pehritzscher Weg 04827 Machern Tel. 034292.632241 www.gcc-leipzig.de Greenfee:

60 Euro (Mo.- Fr.), 80 Euro (Sa./So.) Ein interessanter Platz Marke Ei genbau. Dass hier kein gelernter Golfplatzarchitekt am Werk war, wird

nur Fachleuten auffallen und tut der Spielfreude kaum Abbruch. Nette Gimmicks sind die aus St. Andrews nachempfundene „Swilcan Bridge” und das bepfahlte Inselgrün vom

TPC Sawgrass. Killerloch:

Das Beste kommt bekanntlich zum Schluss. 348 Meter (Par 4) lesen sich erst einmal geschmeidig, aber jeder weiß selbst, wie weit er bei Ge genwind abschlägt. Danach gilt es, die Restdistanz auf ein Inselgrün di rekt vor der nach Wasserbällen geifernden Meute auf der Clubterrasse zu schlagen.

Vor vielen Jahren haben sich vier Brüder der Familie Grafe nicht nur dazu entschlossen, ihr erfolgreiches Chemie- Unternehmen in Blankenhain anzusiedeln, sondern im Zuge dessen auch dieses prachtvolle Resort zu bauen. Nicht nur ein Golf-Eldorado, sondern vielmehr eine perfekte Urlaubsdestination, die alle Wünsche zu befriedigen weiß. Das Konzept ist so stimmig, das Angebot so vielfältig und hochwertig, das ganze Refugium mit so viel Liebe zum Detail und so geschmackvoll und stilsicher mit ganz viel Holz gleichzeitig gemütlich und doch sehr edel ausgestattet, dass man sich jederzeit und überall wohlfühlt. Eine Warnung an alle Männer: Lasst eure wesentlich besseren Hälften auf keinen Fall in den oberen Stock der Golfhütte pilgern! Ich sage nur: Homestyle-Shop – wir verstehen uns!?

Dass die Nummer ihren Preis hat, versteht sich von selbst. So ist aus Sicht des reinen Golfspielers das Greenfee für die Golfplätze etwas zu hoch. Die beiden gepflegten Kurse sind gefällig gestaltet, bieten schöne Ausblicke aufs Umland und sind nicht allzu schwierig. Die Grüns gehören nicht zu den schnellsten und sind eher sparsam bebunkert. Wer einen guten Tag hat, wird sein Handicap oder sogar besser spielen. „Wir haben hier bewusst keine Monsterkurse gebaut. Erfolgserlebnisse auf dem Golfplatz führen eher dazu, dass man wiederkommt, als Frustrationen”, erklärt Mönch die Philosophie, die Architekt Christoph Städler hier umgesetzt hat.

Der Feininger-Course, benannt nach dem deutsch-amerikanischen Maler Lyonel Feininger, der lange Jahre im Weimarer Umland gewirkt hat, hält als Schwierigkeiten auf den Front Nine viel Wasser und auf den Back Nine ei- nige längere Bahnen bereit. Der Goethe-Course ist to pografisch abwechslungsreicher, schmeichelt dem Auge deutlich mehr und hat in Summe die interessanteren Löcher. Das erste Damen-Tee liegt direkt vor dem Außenpool der Therme. Als ich erfahre, dass Werder Bremen hier bereits einmal Station gemacht hat, sehe ich Max Kruse vor meinem geistigen Auge, wie er bäuchlings ausgestreckt im Pool treibt, beide Ellbogen auf dem Beckenrand abgelegt, mit einem Cocktail in der Hand die Abschläge der weiblichen Golfer aufs Genaueste unter die Lupe nimmt. Selbstverständlich sind die Carts mit GPSMonitoren ausgestattet und es gibt sogar ein Birdie-Book für einen dritten 18-Loch-Kurs, den „Bobby Jones Champion- Course”. Eine nette Idee. Dabei werden die Löcher 1 bis 5 und 15 bis 18 vom Goethe-Kurs und anschließend die Back Nine des Feininger-Platzes gespielt, was natürlich nur morgens früh oder bei speziellen Turnier-Events, nicht aber im normalen Spielbetrieb möglich ist.

Die Pläne für weitere Golfbahnen und einen Reiterhof liegen bereits in der Schublade. Aber schon jetzt ist das Spa & Golf Resort Weimarer Land nicht nur für Golfer eine Top-Destination. Die Wartburg in Eisenach ist ebenso sehenswert wie das nur 30 Kilometer entfernte Erfurt. Und in 15 Minuten ist man mit dem Auto in Weimar, einer der Kulturhauptstädte Europas. Um in dem pittoresken Universitätsstädtchen mit seinen 65.000 Einwohnern allen Fa cetten der Weimarer Klassik, dem Wirken eines Walter Gropius, Johann Sebastian Bach, Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller oder anderer großer Persönlichkeiten der Geschichte auf den Grund zu gehen, sollte man mehrere Tage Zeit mitbringen. Selbst dem größten Kulturbanausen wird im Rokokosaal der Herzogin-Anna-Amalia- Bibliothek mal kurz der Mund offen stehen.

Allerdings ist es auch im Osten eher die zweitbeste Idee, zur Pfingstzeit über die Autobahnen zu ruckeln.

GELD SCHEINT HIER EIN EHER OKTAVIÄRES PROBLEM ZU SEIN, UND SO VERWUNDERT ES NICHT, DASS AUF DER DRIVING RANGE EIN VERGITTERTER PORSCHE MACAN DIE BÄLLE EINSAMMELT.”

Fotobeweis: Ötzi nutzte Werkzeuge


E-Mobilität: vorwärts immer, rückwärts nimmer!


Nur eine Frage: Beißen sie heute?


Zwangsläufig treibt mich auf dem Weg zum Golf & Country Club Leipzig die Frage um, ob man bei Missachtung des Rechtsfahrgebots nicht vielleicht doch wieder den Pranger einfüh ren sollte. Auch Leipzig ist eine wunderschöne Stadt, vollgepackt mit Geschichte, doch weil dort gerade das europa weit größte Gothic-Festival mit über 20.000 Anhängern der schwarzen Szene abgehalten wird und mir diese Bewegung nicht besonders nahesteht, geht es ohne Umschweife zum ersten Tee.

Vor zehn Jahren stand 20 Kilometer östlich des Stadtkerns eine lieblose Golfanlage vor dem Ruin. Dann hat sich das auf Revitalisierungsmaßnahmen spezialisierte Immobilienunternehmen Vicus AG der Sache angenommen und den Laden auf Vordermann gebracht. Entstanden ist ein 18-Loch-Golfplatz Marke Eigenbau, auf dem mit der zur Pro-Golf-Tour zählenden Leipziger Golf Open Anfang Juli schon zum zweiten Mal das einzige Profi- Event der Region ausgetragen wird. Geld scheint hier ein eher oktaviäres Problem zu sein und so verwundert es nicht, dass auf der Driving Range ein vergitterter Porsche Macan die Bälle einsammelt. Immer wenn eines der betuchten 450 Mitglieder von einer Reise zurückkehrte und dort etwas Schönes gesehen hatte, wurde diese Idee auf dem eigenen Golfplatz umgesetzt. So überquert man auf der ersten Bahn die „Swilcan Bridge” und spielt auf der 18 auf ein beplanktes Inselgrün, das jenem vom TPC Sawgrass nachempfunden wurde. Die vier Par-3-Bahnen sind praktisch identisch lang. Dass man von einigen Abschlägen den Spielbahnverlauf nicht erkennen kann und besser über Platzkenntnisse verfügt, gehört ebenso zu den kleineren architektonischen Schwächen des Plat zes wie die Tatsache, dass nahezu alle Spielbah nen geradeaus verlaufen und somit die Unverwechselbarkeit etwas leidet. Unter dem Strich sind das aber nur kleine Härchen in einer insgesamt durchaus schmackhaften Suppe.

GOLFCLUB HALLE IM GOLFPARK HUFEISENSEE

18 Löcher, Par 71, 5.022 bis 5.973 Meter Adresse:

Krienitzweg 16 06112 Halle (Saale) Tel. 034638.612797 www.halle.golf

Greenfee:

48 Euro (Mo.- D o.), 64 Euro (Fr.- So.) Ein junges Projekt direkt vor den Toren von Halle an der Saale. In einem ehemaligen Tagebau-Areal wurde der Golfpark Hufeisensee angelegt. Mit zwei 18-Loch-Fußballgolfplätzen und einer Golfanlage, die neben Driving Range und Sechsloch-Kurzplatz über einen Meisterschaftsplatz verfügt, der in naher Zukunft von aktuell 18 auf 27 Löcher erweitert wird.

Killerloch:

Die 16 schlängelt sich wunderschön um einen See. Das Par 4 ist mit 308 Metern nicht lang, aber hier ist zweimal absolute Präzision gefragt: Den Driver sollte man stecken lassen, gilt es doch, eine sich verengende Landezone im Idealfall in 150 bis 180 Metern Entfernung zu treffen, um dann ein deutlich erhöhtes und gut bewachtes Grün anzuspielen – ein Traumloch!

In Dresden sind keine Gothic-Anhänger, weshalb wir durch die traumhafte Innenstadt mit ihren vielen Prachtbauten schlendern, bevor wir uns zum nächsten Golfplatz aufmachen – vorbei am Zwinger und an der Semperoper über den Theaterplatz zur Kathedrale und zum Residenzschloss bis hin zum Neumarkt und vorbei an der Frauenkirche. Vor deren Ruine hielt Helmut Kohl am 19. Dezember 1989 seine berühmteste Rede. Abschließend noch ein Espresso an den Brühlschen Terrassen am Elbufer; einen schöne ren Spaziergang kann man sich kaum vorstellen. Es ist faszinierend zu sehen, wie die im Krieg stark zerstörte Stadt wieder aufgebaut und selbst viele der neuen Häu serfassaden im Stile des Dresdner Barock rekonstruiert wurden.

Drei Golfclubs machen aus der sächsischen Hauptstadt fast schon ein golferisches Ballungsgebiet. In Herzogswalde im Südwesten der Großstadt vegetierten lange Jahre neun ungepflegte Bahnen ohne Clubhaus vor sich hin. Reinhard Saal, ein Geschäftsmann und Immobilien-Investor aus Siegen, der sich in diversen Projekten in der Region engagiert, hat das marode Projekt 2014 übernommen und nicht gekleckert. Das Clubhaus – eine Wucht, ohne wuchtig zu wirken. Mit Begrünung auf dem Dach sowie TrackMan-Golfsimulator, Sauna, Fitnessbereich, Physiotherapie, schickem Restaurant samt Kaminlounge darunter, fügt es sich harmonisch in die hügelige Landschaft der Sächsischen Schweiz ein. Um den Golfplatz wieder aufzumotzen, wurde kein Geringerer als Christian Althaus engagiert. Althaus hat aus Föhr ein Meisterwerk gemacht, und wer bereits im Hofgut Georgenthal golfen konnte, erkennt die Handschrift des Architekten auch in Herzogswalde sofort wieder. Die neuen neun Bahnen im Vintage-Look verursachen schon beim Anblick Gänsehaut und sind – und ich wähle meine Worte mit Bedacht – schlicht grandios. Ein strategisches Köpfchen ist auf dem laienhaft als Inland-Links bezeichneten Kurs gefragter als pure Längenbolzerei. Golf at its best. Im Moment präsentieren sich dem Golfer praktisch zwei völlig verschiedene Golfwelten auf 18 Bahnen, was durchaus auch seinen Reiz hat. Irgendwann aber sollen die alten neun Parkland-Spielbahnen, die ebenfalls wieder flott gemacht worden sind, angeglichen werden. Damit nicht genug: Mit dem „Little Links” hat Althaus zusätzlich noch den seiner Meinung nach „schönsten Par-3-Kurs Deutschlands” gebaut. Nach meiner Runde dort muss ich anerkennen: Er hat recht! Mehr Liebe und Kunst wurde hierzulande in keinen anderen Neunlochplatz gesteckt, was dazu geführt hat, dass dieses malerisch gelegene Kleinod für totale Anfänger zwar zu schwierig, für alle anderen aber eine perfekte Trainingseinheit ist.

Airbnb-Reinfall: besser das Kleingedruckte lesen


„UM DEM AUFTRAG DES CHEFREDAKTEURS GERECHT ZU WERDEN, LEITE ICH DAS FAZIT MEINES TRIPS MIT FRIEDRICH SCHILLER EIN:,DER MENSCH IST NUR DA GANZ MENSCH, WO ER SPIELT.’”

GOLFANLAGE DRESDENULLERSDORF

18 Löcher, Par 73, 5.536 bis 6.265 Meter Adresse:

Am Golfplatz 1 01454 Ullersdorf Tel. 03528.48060 www.golfanlage-ullersdorf.de

Greenfee:

50 Euro (Mo.), 60 Euro (Di.- Fr.), 80 Euro (Sa./So./Feiertag) Im kommenden Jahr feiert man in Ullersdorf 25-jähriges Jubiläum, was den schönen Parkland-Platz im Südosten Dresdens zu einem der golferischen Urgesteine Ostdeutschlands macht. Aktuell wird noch an einem Neunloch-Kurzplatz gebaut, der spätestens zu Beginn der nächsten Saison fertig sein soll.

Killerloch:

Die 15 (361 Meter, Par 4) ist ein klassisches Risk-and-Reward-Loch. Das Risiko eines langen Abschlags trotz Ausgrenze links und See rechts auf ein sich verengendes Fairway wird im Erfolgsfall damit belohnt, beim Schlag ins Grün nicht noch 150 Meter (oder mehr) carry über einen See vor sich zu haben.

WOHNEN

SPA & GOLFRESORT WEIMARER LAND

Dem ehemaligen Gutshof Krakau aus dem 12. Jahrhundert wurde durch denkmalpflegerische Vorgaben mit viel Hingabe neues Leben eingehaucht. Und zwar vom Feinsten. Die Spa, die Therme mit verschiedenen Pools, Saunen und Ruheräumen, die fünf Restaurants von der Brotzeitstube bis zum Fine-Dining mit Sterneküche, die Bar, die Zigarren-Lounge, die Golfhütte, das Kinder-Spielehaus – alles edel und dennoch gemütlich und bis ins kleinste Detail stil- und geschmackvoll. Das gilt auch für die 76 Doppelzimmer sowie 18 Wellness-, Familien- oder Themensuiten.www.golfresort-weimarerland.de

KIM HOTELS DRESDEN

Der Bauunternehmer Rudolf Kimmerle hat im Südwesten von Dresden zwei „Kim-Hotels” gebaut. Das Viersternehaus im Stadtteil Altfranken bietet 98 Zimmer, zwei Tagungsräume, Fitnesscenter mit Sauna und Dampfbad auf 800 Quadratmetern, ein kostenloses Parkdeck und das gemütliche Restaurant „Kitzo Alpenstüberl”. Das Dreisternehaus in Dresden-Gompitz verfügt über 102 Zimmer, einen Freizeitbereich mit modernem Indoor-Golfsimulator, Sauna, Dampfbad, Driving Range und ein hervorragendes Restaurant.www.kim-hotel.de

GOLF CLUB HERZOGSWALDE

18 Löcher, Par 72, 5.075 bis 5.905 Meter Adresse:

Am Golfplatz 1 01723 Wilsdruff Tel. 035209.310590

www.golfclub-herzogswalde.de

Greenfee:

60 Euro (Mo.- Fr.),

65 Euro (Sa./So./Feiertag)

Eine grandiose Anlage mit einem großen und modernen Clubhaus, das trotzdem wunderbar natürlich in die Landschaft integriert wirkt. Neben einem der schönsten Neunloch- Kurzplätze der Nation (unbedingt spielen!) bieten zwei völlig unterschiedliche Neunlochschleifen Golfgenuss auf höchstem Niveau. Killerloch:

Wer glaubt, er habe es fast geschafft, der muss erst noch die 18 bewältigen: ein 511 Meter langes Par 5, das mit einem Abschlag übers Wasser beginnt und bei ent - spre chen der Fahnenposition mit einer Annäherung übers Wasser endet.

Vom Südwesten geht es in den Osten der Metropole. Die Golfanlage in Dresden-Ullersdorf feiert im nächsten Jahr ihr 25-jähriges Jubiläum und zählt damit zu den Pionierclubs in den neuen Bundesländern. Olcher Knoop hat einen wunderbaren Parkland-Platz gebaut mit altem Baumbestand, Poa-annua-Grüns und vielen Doglegs, was die Sache hier und da knifflig macht. Nicht allein wegen der amtlichen Länge von 6.265 Metern (Par 73) verrät der Slope von 132, dass man hier besser in guter Form aufläuft. „Das An gebot entspricht der Nachfrage”, meint Geschäftsführer Uwe Neumann, angesprochen auf die magere Anzahl der Golf plätze in den neuen Bundesländern. Er freut sich über die 800 Mitglieder und das rege Treiben auf seiner Anlage, hat jedoch berechtigte Zweifel daran, dass mehr Anlagen in dieser Region im Umkehrschluss dann auch mehr Golfer generieren würden.

Auf Halle an der Saale trifft das nicht zu. Keine fünf Kilometer sind es aus der südlichen Innenstadt bis zum jüngsten Golfprojekt des Landes und die Hallenser freuen sich über die neuen Möglichkeiten. Bis in die 60er-Jahre wurden hier Braunkohle und Kies abgebaut. Der 70 Hektar große See in Form eines Hufeisens ist ein Relikt dieser Zeit. In den letzten Jahren ist hier ein Naherholungsgebiet mit Wanderwegen, Bademöglichkeiten, zwei Fuß - ballgolfanlagen und eben dem Golfclub Halle entstanden. Seit 2017 sind die 18 Löcher des Meisterschaftsplatzes von Christoph Städler bespielbar. Bis 2021 sollen weitere neun folgen. Der Kurs ist flach und die Vegetation noch spärlich, was den Platz windanfällig macht. Die Front Nine spielen sich recht einfach, die Back Nine sind etwas anspruchsvoller, aber ein Slope von 118 verrät, dass man hier oftmals besser scoren kann als anderswo. Der erste optische Eindruck haut einen nicht um, was sich aber auf den Schlussbahnen ändert. Die 16 ist für mich eine der schönsten Par-4-Bahnen des Landes und an der 17 (Par 3) gilt es, 150 Meter carry über einen See aufs Grün zu schlagen, den man dann über einen schmalen Steg überquert. Abgerundet wird das Finish im stylish eingerichteten Clubrestaurant mit Dachterrasse.

Ob es die Ost- oder Nordseeinseln sind, der Schwarzwald, die bayerische Seen- und Bergwelt oder eine andere Re gion – Deutschland ist wunderschön. Auch oder erst recht in den neuen Bundesländern. Und um dem Auftrag des Chefredakteurs gerecht zu werden, leite ich das Fazit meines Trips mit Friedrich Schiller ein: „Der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.” Auch wenn es dafür im Süden vom Osten unserer Republik bereits viele schöne An sätze gibt, dürfte es aus des Golfers Sicht ruhig noch „menschlicher” werden.