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DER ÜBERZEUGER


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Auto Bild - epaper ⋅ Ausgabe 17/2022 vom 28.04.2022

CHEFSACHE

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Bildquelle: Auto Bild, Ausgabe 17/2022

AUTO BILD- Chef Tom Drechsler und Vize Micha Gebhardt haben sich den neuen BMW i4 geschnappt

„Einsteigen und losfahren – selten war Elektroauto fahren bisher so sorgenfrei“

Micha Gebhardt AUTO BILD-Vize

SIE KENNEN UNS bei AUTO BILD, wir reden selten um den heißen Brei herum. Deshalb wollen wir ehrlich sein: Der BMW i3, seit Jahren Dauergast in unserem Fuhrpark, ist nicht das Lieblingsauto der Autoren hier. Aufsehenerregend bei der Vorstellung 2013, danach nicht mehr. Das Design altert nicht, wenn man was Gutes sagen will, aber schöner wird es eben auch nicht. Immerhin wissen sie seitdem in München: Die Transformation einer Marke in die elektrische, emissionsfreie Welt funktioniert nicht mit einem Auto, das so weit weg vom Markenimage ist.

Der BMW i4 hat dieses Problem nicht. Er ist ein Bilderbuch-Bayer – und gilt als Tesla-Killer! Als M50 hat er sich bei uns mit Elon Musks Model 3 ...

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... Performance herumgeschlagen. Ein 500-PS-Duell mit Stromern, verrückt eigentlich. Aber er hat die Tester überzeugt, viele Punkte gemacht, am Ende Gleichstand – nur viel zu viel Energie verbraucht, und richtig teuer ist der Renner auch. Wir haben uns deshalb den günstigeren i4 eDrive40 gegriffen. Der ist immerhin ab 59 200 Euro erhältlich, davon gehen 7500 Euro Prämie ab. Immer noch viel Geld, aber für eine 4,78-Meter-Limousine mit 470 Liter Kofferraum irgendwie noch ok. Die Karosserie teilt er sich mit dem 4er Gran Coupé, und obwohl er so schnittig aussieht, passt die ganze Familie rein (drei Kinder von fast 6 bis fast 12). Nur im Kofferraum will kein Hund sitzen, zumindest kein glücklicher …

Die Herstellerangaben: 340 PS, WLTP-Verbrauch 16,1 kWh/100 km, 493 km Reichweite. So ganz stimmt das alles natürlich nicht, bis auf die PS, die aber auch nur in der Spitze anliegen. So ist das bei allen E-Autos, die Dauerleistung ist oft überraschend niedrig, beim i4 sind’s 143 PS. Aber keine Sorge. Die reichen. Und beim Tritt aufs Fahrpedal stehen alle Pferdchen wieder bereit.

Und der Verbrauch? Nach 1500 Kilometern kam der Chef auf 24,8 kWh, knapp die Hälfte mehr als angegeben, leider auch keine Seltenheit. Der Vize war ähnlich viel unterwegs, aber etwas sparsamer, schaffte eine 22 vorm Komma. Die gute Nachricht: Schnellladen mit 200 kW geht tatsächlich gut, die meisten anderen E-Autos laden langsamer. Eine Empfehlung: die BMW-Ladekarte, die man gleich mitkaufen kann; ein Jahr lang ist sie sogar inklusive. Die geht von Ionity über Shell und Aral bis Stadtwerke Potsdam fast überall – in unserem Test hat sie nur an der Säule eines kleinen regionalen Anbieters im Emsland versagt. Leider nachts um halb zwei, bei Nebel, null Grad und nur noch 30 Kilometern Restreichweite ...

! Gute Investition: Die Ladekarte von BMW hat fast überall funktioniert

Zum Fahren: „Stell auf Sport und halt das Lenkrad fest, der geht so ab,“ sagt Kollege Gunnar. Hab ich gemacht, stimmt, aber schon nach ein paar Kilometern hat das Auto den Chef wegen etwas anderem überzeugt: dem Fahrwerk. „Mensch, liegt der gut.“ Und noch etwas beeindruckt mich: Ich habe keine neue Brille, dann muss der durchgehende Bildschirm noch mal eine Generation schärfer sein. Ist er, haben nachgeguckt.

Mit der Chef-Gattin am Steuer die ewig gleiche Diskussion: „Schick, schnell, tolle Farbe, aber warum darf ich damit nicht so flott fahren, wie ich will.“ Ich: „Weil wir dann irgendwo laden müssen.“ Sie: „Tanken geht aber schneller.“ Ich: „Ja. Aber wer es kann, muss sich umgewöhnen, und wir können. Deshalb laden wir.“ Sie: „Es muss aber noch andere Lösungen geben.“ Ich: „Ja, e-Fuels, aber das dauert noch viel zu laaaange.“

370 Kilometer haben wir vollbesetzt geschafft. Mit nie mehr als 130 km/h. 290 km mit nie mehr als 150 km/h (fast nur Autobahn) auch. Das ist alltagstauglich. Sagt auch der Vize, der sich zum ers-  ten Mal für die 500-Kilometer-Tour nach Frankfurt keinen Plan gemacht hat, sondern eingestiegen ist, das Ziel diktiert und den Rest dem Auto überlassen hat. Nach rund 250 Kilometern der erste Blick auf den Ladestand: „Oh, wird knapp“ – doch da hat der Wagen schon längst den Stopp am Schnelllader eingeplant. Läuft.

! Wer umsteigen kann, muss umsteigen. Der BMW i4 macht einem den Schritt leicht

Ja, man kann reisen mit dem i4. Und auch das Ladenetz wird immer besser, auch wenn es noch Lücken gibt. Am Flughafen Frankfurt/Main zum Beispiel, oder in Bielefeld. Hotel in der City mit Ladestation? Fehlanzeige …

Gibt’s noch was, über das wir reden müssen? Ja, die Aufpreisliste. Dass Autos immer teurer werden, können wir nicht ändern, es ärgert uns wie Sie, unsere Leser, aber gewaltig. Und nur weil es alle machen, wird’s ja nicht besser. Jedenfalls: Den i4 gibt’s nur in „schwarz uni“ ohne Aufpreis, „weiß uni“ kostet 300 Euro plus, Sanremo Green Metallic (wie auf den kleinen Fotos) kostet 920 Euro extra. Serienmäßig sind 17-Zoll-Räder, die keiner kauft, die schicken 18er gibt es ab 1640 Euro. Und so kostet der i4 am Ende eben doch nich knapp unter 60 000 Euro, sondern deutlich über 70 000.

Bleibt die Frage: Ist der BMW i4 ein Tesla-Killer? Vielleicht – wobei die beiden sich einerseits so ähnlich, andererseits so verschieden sind, dass sie sich kaum in die Quere kommen werden. Wer einen Tesla will, will Zukunft, will neue Wege. Der BMW i4 spricht die an, die einen BMW wollen. Sicher ist: Er ist ein Verbrenner- Killer. Ein E-Auto, das seine Fahrer quasi nicht mehr einschränkt. Es lädt schnell. Es fährt schnell. Es sieht gut aus. Einzige Kritik: Warum gibt’s den erst jetzt?