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Der Umstrittene


Gehirn & Geist - epaper ⋅ Ausgabe 8/2021 vom 02.07.2021

Nur wenige, die sich nach einem persönlichen Vorbild im Tierreich umsehen, dürften den Hummer wählen. Jordan Peterson von der University of Toronto beruft sich jedoch regelmäßig auf das Krustentier, wenn er die Welt erklärt. Und das tut er mit Erfolg: Die »New York Times« nannte ihn 2018 einen der »wichtigsten Intellektuellen des Westens«.

Der heute 59-jährige Psychologe erforscht eigentlich die menschliche Persönlichkeit. In einer seiner meistzitierten Studien zeigte er, was kreative Menschen von weniger schöpferischen Geistern unterscheidet: Sie beachten vermeintlich unwichtige Details stärker. In seinem Fach ist er geachtet – mehr als 11 000-mal zitierten andere Wissenschaftler seine Arbeiten. Doch sein Ruhm gründet viel mehr auf einer Art distinguiertem Konservatismus, für den ihn politisch eher rechts stehende Menschen als klugen Vordenker feiern, Linke dagegen als Demagogen verdammen. Wie ...

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Bildquelle: Gehirn & Geist, Ausgabe 8/2021

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... kommt es, dass dieser Mann die Gemüter derart erhitzt?

Peterson protestierte in seinen Videos auch gegen eine viel diskutierte Änderung des kanadischen Menschenrechtsgesetzes, die »Bill C-16«. Sie sollte festschreiben, dass niemand auf Grund seiner Geschlechtsidentität diskriminiert werden darf. Damit könne es laut Peterson strafbar werden, Menschen nicht mit dem von ihnen selbst bevorzugten Personalpronomen anzusprechen. Statt »he« und »she« hat sich im Englischen etwa die Pluralform »they« als neutrales Fürwort im Singular verbreitet, da dies keine Geschlechtsmarkierung beinhaltet (»Kim is my cousin, they work as a doctor.«). Darüber hinaus gibt es aber auch Wortschöpfungen wie »ze« oder »fae«. Analog dazu benutzen manche Personen, die sich keinem Geschlecht zugehörig fühlen, im Deutschen »xier« – eine Art Mix aus »sie« und »er«.

Peterson weigerte sich, Studenten und Lehrkräfte gegebenenfalls mit den genannten Pronomen anzuspre- chen. Nicht weil er etwas gegen Menschen habe, die vom Mann-Frau-Schema abweichen, sondern weil dies seine persönliche Redefreiheit einschränke, wie er betont. Die Universität legte ihm daraufhin nahe, Kritik an der Genderpolitik zu unterlassen. Doch Peterson hatte längst eine heftige Debatte entfacht. Seine verbalen Scharmützel mit aufgebrachten Studenten wurden teils millionenfach im Netz angesehen. Anhänger feiern ihn als Kämpfer gegen politische Korrektheit, Gegner unterstellen ihm eine LGBT-feindliche Gesinnung.

Auf einen Blick: Medienhype und Seelenheil

1 In aufgeheizten Debatten etwa über »politisch korrekte« Sprache oder Feminismus tritt der Psychologe Jordan Peterson oft als Kritiker eines vermeintlich linken Mainstreams auf.

2 Der Bestsellerautor und Vortragsreisende inszeniert sich medial geschickt, scheut aber auch den intellektuellen Diskurs über Gleichheit und Gerechtigkeit nicht.

3 Petersons Ratschläge für ein »gutes Leben« erreichen ein Millionenpublikum. Während er den einen Mut spendet, bringt er andere mit provokanten Thesen gegen sich auf.

Doch was sagt Peterson genau? »Ich sehe es nicht als Recht eines anderen Menschen an, zu entscheiden, welche Worte ich benutze«, erklärte er 2016 in einem Radiointerview mit dem Sender »CBC«. Gefragt nach dem Wunsch queerer Personen, in der Gesellschaft stärker anerkannt zu werden, erwiderte er: »Ich glaube nicht, dass dieses Gesetz ihren Status verbessern wird. Im Gegenteil.« Seine Befürchtung: Die politische Korrektheit nütze dem Zweck nicht, sondern rufe bei vielen Menschen Widerstand hervor.

Rücksichtnahme versus Sprachzensur

War Kanadas liberale Regierung mit ihrem Vorstoß tatsächlich übers Ziel hinausgeschossen? Geriet die Rücksichtnahme zur Sprachzensur? So zumindest klingt es in der flammenden Rede, die Peterson in einem Fernsehinterview hielt: »Wenn sie mir eine Geldstrafe geben, werde ich sie nicht bezahlen. Wenn sie mich ins Gefängnis stecken, werde ich in Hungerstreik treten. Ich mache das nicht. Ich werde nicht die Wörter benutzen, die andere von mir verlangen – vor allem, wenn sie von radikalen linken Ideologen erfunden wurden.«

Allerdings erklärte C-16 die Verwendung von unerwünschten Geschlechtspronomen keineswegs für strafbar. Dass Gerichte dies als »Hassrede« auslegen könnte, hielten Juristen wie Brenda Cossman, eine Kollegin Petersons an der University of Toronto, für höchst unwahrscheinlich. Die Mehrheit der Kanadier schien auch kein Problem damit zu haben. In einer Umfrage des Angus Reid Institute sprachen sich 84 Prozent der Bürger für das Gesetz aus, das 2017 schließlich in Kraft trat.

Hier zeigt sich ein Muster: Petersons teils markige Aussagen treffen den Punkt nur halb, aber umso mehr einen Nerv. Teilen der Bevölkerung geht die Identitätspolitik zu weit; mit Peterson haben sie einen klugen und eloquenten Fürsprecher gefunden.

Seine Kritik an zensurähnlichen Maßnahmen im Namen des Minderheitenschutzes erhielt schon bald neues Futter. Eine Lehrkraft an der Wilfrid Laurier University im kanadischen Waterloo musste sich vor einer Universitätskommission dafür verantworten, dass sie in einem Seminar einen TV-Ausschnitt mit Peterson gezeigt hatte. Damit habe sie durch »transphobe Gewalt« ein »toxisches Klima« für Studierende geschaffen, so ihre Vorgesetzten. Ein Professor hielt der jungen Frau gar vor, sie hätte ebenso gut unkommentiert eine Rede von Adolf Hitler abspielen können.

Wie sehr Jordan Peterson in gewissen Kreisen verteufelt wird, beweist auch sein wohl bekanntester Auftritt: Im britischen Sender »Channel 4« sprach er mit der Journalistin Cathy Newman über Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen. Seine These: Für den Gender-Pay-Gap gebe es auch andere Gründe als strukturelle Benachteiligung und Sexismus. Frauen seien im Schnitt sozial verträglicher und weniger durchsetzungsstark als Männer, was ihnen in Verhandlungen Nachteile verschaffe, so der Psychologe. Außerdem wählten sie freiwillig eher Jobs, die nicht so gut bezahlt werden. Frauen interessierten sich nun einmal oft mehr für Menschen und helfende Berufe. So produziere gerade Wahlfreiheit mehr Ungleichheit – etwa auf Grund der geringeren Karriereorientierung von Frauen. Gleiche Chancen seien natürlich wünschenswert, führten aber gerade nicht zu gleichem Einkommensniveau.

Cathy Newman war damit nicht einverstanden. Sie empörte sich über Peterson, ging auf Angriff und drehte ihm die Worte im Mund um. Doch der Gescholtene verteidigte sich geschickt und beendete die Debatte mit einem gönnerhaften »Gotcha!« – »Hab ich dich!«. Für solche Spitzen lieben ihn seine Fans.

Szenen wie diese untermauerten Petersons Standpunkt: Manche Linken setzten weniger auf Sachargumente als auf Opfermentalität und latentes Beleidigtsein. Eine rationale Auseinandersetzung scheint unter solchen Bedingungen kaum möglich.

Peterson, der nüchterne Rebell, der seine Worte stets mit Bedacht wählt und sich Zeit nimmt, bevor er antwortet, wusste den Hype um seine Person zu nutzen. Er unterbrach seine Lehrtätigkeit, schrieb ein Buch und ging auf Vortragsreisen. Der hagere Mann mit kurzen grauen Locken tritt meist in Maßanzügen auf, trägt manchmal sogar Einstecktuch zum Tweed-Dreiteiler.

»Kleide dich wie der Mann, der du sein willst«, lautet eine seiner goldenen Regeln, die er in dem Bestseller »12 Rules for Life« empfiehlt.

Der Mann weiß offenbar, wie man sich vermarktet. Aufgewachsen in der eisigen Einöde von Nordalberta, habe er vor seiner akademischen Laufbahn als Tellerwäscher, Tankwart, Barkeeper, Imbiss-Koch, Imker, Ölbohrer, in einer Sperrholzfabrik und als Gleisbauer gearbeitet, verrät seine Website. Nach der Schule studierte er zunächst Politikwissenschaften. Mit dem Abschluss in der Tasche reiste er ein Jahr lang durch Europa. Dort begann er sich für die psychologischen Mechanismen des Kalten Kriegs zu interessieren. Dass Menschen sich wegen politischer Überzeugungen gegenseitig das Leben zur Hölle machen, bedrückte ihn. Er war besessen von der Frage: Wie treiben totalitäre Ideologien normale Bürger zu Gräueltaten? Vor allem die Geschichte der Sowjetunion beschäftigte ihn. Er sammelt bis heute sozialistische Malerei und nannte seine Tochter Mikhaila nach Michail Gorbatschow.

Faszination für das kollektive Unbewusste 

In den 1980er Jahren vertiefte sich Peterson außerdem in die Werke von Nietzsche, Solschenizyn, Dostojewski und C. G. Jung. Fasziniert von deren Ideen, dem kollektiven Unbewussten und der Funktion von Religion entschied er sich, Psychologie zu studieren.

Vielleicht zog es ihn auch aus persönlicher Betroffenheit zur Seelenkunde: Peterson kämpft offenbar schon lange mit Depressionen. Als Kind habe er viel geweint, als Dozent sei er oft unsicher gewesen, ob er es schaffen würde, vor seine Studierenden zu treten. »Depressionen wirken wie ein Filter, der die schlechten Dinge durchlässt und die guten draußen hält. Man glaubt nicht, dass es etwas ist, was in einem selbst passiert, sondern dass etwas mit der Welt nicht stimmt.« Seine Tochter Mikhaila litt an Arthritis, die sie nach eigener Aussage mit einer strengen Rindfleisch-Diät in den Griff bekam. Der Vater tat es ihr gleich und propagiert seitdem das »Fleischfressen«.

Den Klimawandel hält er ohnehin nicht für das drängendste aller Probleme, und auch sonst vertritt er Ansichten, die viele reaktionär finden. Männliches Dominanzgebaren etwa verteidigt er mit Verweis auf das Sozialverhalten der eingangs erwähnten Hummer. Die männlichen Krustentiere bekämpfen sich gegenseitig erbittert und bilden so eine straffe Hackordnung. Die Weibchen paaren sich nur mit den erfolgreichsten ihrer Art. Petersons Schlussfolgerung: Hierarchien sind kein bloß soziales Konstrukt. Dass Stärkere den Ton angeben, ist vielmehr ein Gebot der Natur. Männer will er daher Männer sein lassen. Dass dies spätestens seit der MeToo-Debatte vielen übel aufstößt, findet er falsch.

Hier offenbart sich Petersons rhetorische Strategie: Er trifft häufig schwer anfechtbare Aussagen wie »Manche sozialen Hierarchien sind naturgegeben« oder »Frauen sind weniger dominant als Männer«. Darauf angesprochen, ob es deshalb in Ordnung sei, dass gewisse Gruppen über andere bestimmen oder Frauen weniger Gehalt in Kauf nehmen müssten, wiegelt er ab: »Das habe ich nicht gesagt.« Aber gemeint? Und wenn nicht, was meint er dann?

Dieses Herauswinden ist ein wichtiger Baustein seines medialen Erfolgs. Indem Peterson es vermeidet, sich persönlich klar zu positionieren, und sich auf die Rolle des Provokateurs beschränkt, mimt er zugleich den Wissenschaftler, der auf unbequeme Tatsachen pocht, die Schlussfolgerungen aber anderen überlässt. In diese Falle tappte auch Cathy Newman, als der von ihr Interviewte sie mit ihren emotionalen Nachfragen einfach auflaufen ließ. Das geneigte Publikum ergänzt dann den Rest in Gedanken – und kauft in Petersons Fanshop Hummer-Krawatten und -Kissenbezüge.

Der Psychologe sieht sich zwar nicht als Anti-Feminist, bringt Frauenrechtlerinnen aber regelmäßig auf die Palme. Etwa wenn er twittert: »Fragen, für die man heute gekreuzigt wird: Kritisieren Feministinnen deshalb den Islam nicht, weil sie sich insgeheim nach männlicher Dominanz sehnen?« Mit seinem Youtubeund Podcast-Kanal hat sich Peterson längst eine eigene Bühne geschaffen, die Millionen Menschen erreicht. Zudem ist er Dauergast bei Joe Rogan, einem der weltweit meistgehörten Podcaster. Der bullige Ex-Sportkommentator führt oft stundenlang einfühlsame Gespräche mit Menschen verschiedener Weltanschauungen. Gemeinsam mit Peterson, dem Neurowissenschaftler Sam Harris und dem konservativen Journalisten Ben Shapiro ist er Teil des so genannten »Intellectual Dark Web«, einem Zusammenschluss von Freidenkern, die jenseits des »linken Meinungsdiktats« Platz für gehaltvolle Debatten schaffen wollen.

Sinn für ein Leben voller Leiden 

Petersons Fangemeinde verehrt ihn nicht zuletzt auch für die 2018 erschienene Selbsthilfe-Bibel »12 Rules for Life – An Antidote to Chaos« (Untertitel der deutschen Ausgabe: »Ordnung und Struktur in einer chaotischen Welt«). Die Kernbotschaft: Leben heißt Leiden. Statt dem Glück hinterherzulaufen, sollte man sich eine Aufgabe suchen, die dem Dasein einen Sinn verleiht. In seinem Buch gibt Peterson, der als klinischer Psychologe auch Patienten behandelt, Ratschläge wie »Sag die Wahrheit«, »Stehe aufrecht« oder »Vergleiche dich nicht mit anderen«.

Seine Weisheiten schöpft er aus alten Mythen sowie zeitgenössischen Geschichten, von der Bibel bis »Harry Potter«. Sie sind also keineswegs neu, doch die Art, wie Peterson sie vertritt, findet Anklang. Jeden Monat buchen Tausende sein Online-Programm »Self-Authoring«, und die »12 Regeln« verkauften sich weltweit über fünf Millionen Mal. Viele Leser, zumeist junge Männer, schreiben, Peterson habe ihr Leben verändert – oder sogar gerettet.

Wie passt sein Ratgeber zu der politischen Agenda? Peterson appelliert an die persönliche Verantwortung des Einzelnen und widerspricht damit der Anspruchshaltung, man müsse es eigentlich besser haben oder »das System« sei schuld. Stattdessen erklärt Peterson: Ja, die Welt ist ungerecht – also reiß dich zusammen und mach etwas aus deinem Leben. Diese Einstellung könne man sich aber höchstens als weißer Mann leisten, wenden Gegner ein.

Natalie Wynn, eine Youtuberin und Transfrau, die für ihre klugen Video-Essays bekannt wurde, setzt sich auf ihrem Kanal »ContraPoints« differenziert mit Peterson auseinander. Seine Gegner gehen selten auf Inhalte ein, so Wynn, vielmehr empören sie sich nur oder reden an der Sache vorbei. Allerdings: Viele von Petersons Kritikpunkten würden auch innerhalb des politisch linken Spektrums diskutiert. Ein in sich geschlossenes Lager, wie Peterson suggeriert, gebe es nicht.

Der Mann, der sich in vielem so sicher scheint, hat privat längst nicht alles im Griff. 2017 verschrieb ihm sein Hausarzt das Beruhigungsmittel Clonazepam gegen Angstzustände. Solche Benzodiazepine sollten nur für kurze Zeit eingenommen werden, weil sie schnell und stark abhängig machen. Im Extremfall drohen lebensbedrohliche Krampfanfälle. Als Petersons Frau 2019 die Diagnose Nierenkrebs erhielt, erhöhte sein Arzt die Dosis, wie es aus der Familie heißt. Dass Peterson längst abhängig war, merkte der Psychologe erst, als er beim Absetzversuch heftige Entzugserscheinungen litt. Mehrere Versuche, das Mittel auszuschleichen, blieben erfolglos. Anfang 2020 tauchte Peterson ab, besuchte mutmaßlich mehrere Kliniken. Nach einer Lungenentzündung, einem mehrwöchigen Aufenthalt auf der Intensivstation und acht Tagen im künstlichen Koma sei ihr Vater nun endlich auf dem Weg der Besserung, berichtete Mikhaila im Februar 2020.

Dem Image des stoischen Selbsthilfe-Gurus geschadet hat das alles nicht. Viele Fans schätzen gerade Petersons offenen Umgang mit Problemen. Sein Erfolg jedenfalls scheint ungebrochen: Die Einnahmen aus Crowdfunding, Youtube-Werbung und anderen Aktivitäten übersteigen sein Professorengehalt bei Weitem. Ende 2020 meldete sich Peterson persönlich zurück. Die »schlimmste Zeit seines Lebens« habe ihn einiges gelehrt. Seine Familie und das Schreiben hätten ihn über die dunkelste Zeit gerettet. Im März 2021 erschien Petersons neues Buch »Beyond Order« (deutsch: »Jenseits der Ordnung«) mit zwölf weiteren Regeln für ein besseres Leben. 

LITERATURTIPP

Peterson, J. B.: Jenseits der Ordnung. 12 weitere Regeln für das Leben. FBV, 2021. Die deutsche Übersetzung von Petersons neuem Buch

Dieser Artikel im Internet: www.spektrum.de/artikel/1880713 

WEBLINK 

Petersons Website bietet viele weiterführende Links und Texte: www.jordanbpeterson.com