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DER UNMÖGLICHE VERGLEICH


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Auto Bild - epaper ⋅ Ausgabe 20/2022 vom 19.05.2022
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Bildquelle: Auto Bild, Ausgabe 20/2022

KIA SPORTAGE Lang gezogene Monitor-Landschaft, Drehrad als Gangsteller

BEVOR SIE UNGEDULDIG UMBLÄTTERN, verraten wir Ihnen das Ergebnis bereits in Zeile vier: E-Auto gewinnt gegen Plug-in-Hybrid und Benziner. Und bevor Sie jetzt auf den Tisch hauen und schimpfen: „Die kann man doch gar nicht miteinander vergleichen!“, sagen wir Ihnen: Doch, kann man. Und wir können Ihnen alles erklären.

Die Chefredakteure der europäischen AUTO BILD-Partnermagazine treffen sich auf dem Testgelände von Reifenhersteller Bridgestone südlich von Rom – und wir von AUTO BILD Deutschland stellen ihnen diese drei Testwagen hin, verteilen die Bögen unserer Sieben-Kapitel-Wertung (siehe Seite 33) und sagen: eure Sterne, bitte!

Erst mal zu den Autos. Der Elektriker ist der brandneue Genesis GV60, hier noch der Prototyp mit der Folierung in Schwarz-Weiß an Schwellern und Stoßfängern. Es gibt den GV60 in zwei Ausführungen, immer mit Allrad, also jeweils E-Motor vorn und hinten: als Sport mit ...

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... 318 PS für 56 370 Euro und als Sport Plus mit Zehn-Sekunden-Boost und brachialen 490 PS für 71 010 Euro. Letzteren haben sie uns für den Test hingestellt.

Konzernschwester Kia fährt den Kompakt-SUV Sportage vor, der misst genau wie der Genesis 4,52 Meter und hat auch ’ne Steckdose. Als Plug-in-Hybrid hat er neben einem 1.6er-Turbobenziner mit 180 PS einen E-Motor und eine Systemleistung von 265 PS. Dieser Wagen tankt also sowohl Super als auch Strom, soll bis zu 70 Kilometer rein elektrisch fahren. Preis? Bei 44 390 Euro geht’s los, wobei wie beim Genesis noch die Umweltprämie abgeht; beim Plug-in-Hybrid 7177,50 Euro, beim Elektriker von Genesis 7975 Euro (inklusive Steuer).

„Viel Platz, aber dem Multimedia-System im Kodiaq RS fehlen die Kurzwahltasten.“

Błażej Buliński, AUTOŚWIAT Polen

Plug-in-Hybrid, Elektro oder Benziner? Dreikampf zwischen Kia Sportage, Genesis GV60, Skoda Kodiaq

Kia Sportage PHEV 1.6 T-GDI

265 PS Leistung

70 km E-Reichweite ab 44 390 Euro

Genesis GV60 Sport Plus

490 PS Leistung 466 km E-Reichweite ab 71 010 Euro

Skoda Kodiaq RS

245 PS ab 51 100 Euro

Ganz ohne staatliche Zuschüsse fährt der Dritte im Bunde vor. Skoda hat 2021 nach vier Jahren den Kodiaq renoviert und baut dem sportlichen RS nicht mehr den Zweiliterdiesel ein, sondern den 2.0-TSI aus dem Golf GTI. Auf jeden Fall ist der Hochsitz-GTI mit 4,70 Metern der Längste in diesem Test und liegt mit 51 100 Euro in der Mitte, ist also knapp 14 000 Euro teurer als Kia und 12 000 Euro günstiger als Genesis, wenn wir die Förderung miteinrechnen.

Mit unseren Kollegen aus Europa gucken wir uns die drei Typen genauer an, und Błażej Buliński von AUTO ŚWIAT Polen hat gleich die erste Anmerkung: „Das Raumgefühl im Kodiaq ist überragend!“ Wir sagen: Nicht nur das, auch die Sitzposition hinten ist klasse. Nur im Kodiaq liegen die Schenkel auf der Sitzfläche, nur hier müssen die Beine nicht angewinkelt sein. Wie bei den beiden anderen ist beim Skoda die Sitzlehne hinten verstellbar, und weil er 18 Zentimeter länger ist und das Heck nicht derart flach ausläuft, hat er noch weitere Vorzüge: mit 835 Litern (ohne Ersatzrad) den größten Kofferraum, der ist noch dazu komplett mit Filz ausgekleidet. Wobei wir die Schwächen der beiden Korea-SUV schon aufgedeckt hätten. Ja, 432 Liter im Genesis und 540 im Kia sind noch okay, aber nicht überragend viel für die Urlaubsreise. Und nein, dass bei beiden die Kofferraumseitenteile mit Plastik ausgekleidet sind, ist nicht okay. Nach dem dritten Besuch im Getränkemarkt oder dem ersten Fahrradtransport werden wir hier hässliche Kratzer entdecken – wollen wir wetten?

Also, lieber Deckel zu und Tür auf. Kollege Sean Carson von AUTO EXPRESS Großbritannien sitzt im Genesis und schwärmt: „So viel Platz!“ Der Elektriker hat mit 2,90 Metern den größten Radstand, du kannst die Beine über Kreuz schlagen, solltest allerdings kein Sitzriese sein. Unser Testwagen hat das Panoramadach für 1320 Euro, das kostet Innenraumhöhe. Sagen wir so: Ab 1,90 Meter wird’s knapp.

Bevor wir den Fahrersitz entern, schnell noch in den Kia. Und hier wieder ein altes Problem: Ist der Vordersitz zu tief eingestellt, passen die Füße des Hintermanns nicht mehr drunter (übrigens auch im Genesis), dafür hat er wegen der zu tief eingebauten Rückbank (Beine anwinkeln!) ordentlich viel Kopffreiheit, und wir freuen uns über USB-C-Anschlüsse in beiden Vordersitzen und Sitzheizung auch hinten, welch ein Luxus!

Aber der beste Platz in einem Auto ist ja vorne links, also rein da! Zuerst in den alten Bekannten, Skoda Kodiaq kennen wir seit 2017, und unserem finnischen Kollegen Pekka Kaidesoja von AUTO BILD Finnland ist da gleich zweierlei aufgefallen: „Golf-Sitze! Und das Design bräuchte mal ein Update.“

Punkt eins muss ja nicht schlecht sein, die Sportsitze im Kodiaq RS bieten reichlich Seitenhalt, sind unserer Meinung nach die besten in diesem Vergleich. Punkt zwei, also das mit dem Designupdate, können wir fürs Cockpit nur unterschreiben. Das ist in diesem Vergleich alte gegen neue Welt. Im Skoda haben sie die Zeigerinstrumente gegen digitale ersetzt, aber das große Navi sitzt immer noch da, wo es seit 2017 ist: zu tief, kein Drehregler für laut und leise, und die Sprachbedienung war nur seinerzeit okay. Wie es besser geht, zeigen Genesis und Kia: lang gezogener Bildschirm für Tacho und Multimedia. Das System reagiert auf Wort und Touch, beim Genesis sogar über einen Drehregler in der Mittelkonsole, den wir am liebsten iDrive-Controller nennen würden.

„Performance, Raumgefühl und Multimedia im Genesis sind klasse.“

Sean Carson, AUTO EXPRESS Großbritannien

Apropos BMW: Abfahrt! Und zwar im Genesis. Wir sagen nur: 605 Nm Drehmoment, zwischen dem Stromer und den beiden anderen liegen beim Antritt Welten! Tanja Radošević von AUTO BILD Serbien gefällt’s: „Die Performance des Genesis hat mich überrascht.“ Was nicht nur am Durchzug, sondern auch am Fahrverhalten liegt: niedriger Schwerpunkt dank Batterien gleich enorme Bodenhaftung gleich tolle Agilität. Diesem Auto merkt man jederzeit an, dass mit Albert Biermann ein ehemaliger BMW-Entwickler seine Hände im Spiel hatte.

Dem Kia eher nicht. Klar, der Steckdosen-Hybrid ist auf Spritsparen ausgelegt, und Błażej Buliński schreibt: „Entspannend zu fahren, mit 70 Kilometern gute E-Reichweite.“ All dies führt dazu, dass die Lenkung etwas zu wenig Rückmeldung gibt, der 1.6er unter Volllast laut und dröhnig wird. Und so musst du den Kia als das verstehen, was er sein soll: Reiseauto mit Minidurst, kein Sportler.

Das ist eher der Kodiaq. Ralf Petrov aus Bulgarien attestiert dem RS: „Intuitives Handling mit gutem Komfort.“ Oder anders: Der Skoda kann beides, Chill und Thrill. Sagt auch Sean Carson: „Ein wirklich guter Kompromiss.“ Und wir meinen sogar, etwas Fünfzylinderklang rauszuhören, auf jeden Fall müsste man den Kodiaq erfinden, wenn er nicht schon da wäre.

Übrigens: Der Stromer hat 257 Sternchen bekommen, der Plug-in-Hybrid 250, der Benziner 243. Ein knappes, aber klares Votum unserer unvergleichlichen Chefs.

„Am Plug-in-Sportage haben mir besonders die Ruhe und der Komfort gefallen.“

Damiaan Hage, AUTO WEEK Niederlande

FAZIT

ANDREAS MAY

Elektro vorn! Die Chefredakteure der europäischen AUTO BILD-Familie wählen den GV60 im unmöglichen Vergleich auf eins. Der Sportage-Plug-in ist die günstigere Alternative, der Kodiaq RS gefällt als Turbobenziner.

DIE WERTUNG DER CHEFREDAKTEURE

Nanu, im vorigen Heft bekam derselbe GV60 „nur“ eine „2“? Korrekt! In Heft 19 wertete das AUTO BILD-Testteam, diese Woche durften die Chefs der europäischen AUTO BILD-Gruppe ran. Die sind wohl weniger streng …