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Der Westen des Ostens


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Abenteuer Philosophie - epaper ⋅ Ausgabe 4/2022 vom 29.09.2022

Reportage

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Bildquelle: Abenteuer Philosophie, Ausgabe 4/2022

? Die ?Skyline? der Stadt Lemberg mit ihren vielen Kirchtürmen erinnert noch an die ursprüngliche ?völkische Buntheit?

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Karl Emil Franzos, aufgeklärter jüdischer Publizist und Schriftsteller, aß gegen Ende des 19. Jahrhunderts im Bahnhofsrestaurant von Przemyśl das seltsamste Schnitzel seines Lebens: gefüllt mit einem rostigen Nagel und garniert mit einem Büschel Haare. Kein Wunder, dass er seine Reiseberichte „Aus Halb-Asien“ nannte, obwohl er selbst aus Czortków stammte, das damals zum russischen Reich gehörte, während Przemyśl Teil der Habsburger Monarchie war. Ungefähr hundert Jahre später, in den 1990er-Jahren, aß ich in einem Nachfolger dieses Bahnhofsrestaurants, das noch den unterkühlten Charme des Sozialismus versprühte, einen guten Borschtsch, allerdings mit einem Blechlöffel, der mir die Zähne zog. Aus dem Lautsprecher kam die samtene Stimme von Elivs Presley … Das war ebenso surreal wie das Schnitzel von K. E. Franzos.

Seit dem Zweiten ...

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... Weltkrieg liegt Przemyśl, diese alte Festungs- und Handelsstadt, in der äußersten Südostecke Polens, direkt an der ukrainischen Grenze. Bei meinem Besuch damals warteten Frauen, die in Polen eingekauft hatten, mit voll bepackten Taschen auf den Zug nach dem nur ungefähr 70 km entfernten Lwiw. Für mich war die Reise hier zu Ende, aber der Zug würde über Gorodok fahren, dem „Grodek“ , wie Georg Trakls letztes Gedicht hieß und das mit der Zeile schließt: „Alle Straßen münden in schwarze Verwesung.“ Am 3. November 1914 ist Trakl, lebensmüde und irre vom Krieg, an einer Kokainvergiftung im Spital von Krakau gestorben, das ebenfalls bis 1918 zum habsburgischen Kronland „Königreich Galizien und Lodomerien“ gehörte. Auf der anderen Seite der Front lag damals sein nur zwei Jahre älterer russischer Dichterkollege Welimir Chlebnikow, der 1922 an den Kriegsfolgen starb. Dieser Dichter der Zukunft, der die russische Literatur wie kaum ein anderer beeinflusst hat, war noch 1987 auf der documenta 8 in Kassel mit einem offiziellen Beitrag vertreten. „Im äußersten winkel der alten karte liegt das land, nach dem ich mich sehne. Es ist die heimat der äpfel, der hügel, der trägen flüsse, des herben weins und der liebe. Leider hat eine riesige spinne darüber ihr netz gesponnen und mit ihrem klebrigen speichel die schranken der träume geschlossen“, schrieb der polnische Dichter Zbigniew Herbert, der 1924 in Lwiw geboren wurde und 1998 in Warschau starb. Ein schönes, aber auch ein malträtiertes Land.

Erst im September 2014 konnte ich mit dem Flugzeug über Wien nach Lwiw in die Westukraine reisen. An Bord sprach ich mit einem jungen Inder, einem Studenten in der damals schon umkämpften ostukrainischen Großstadt Charkiw. Dort studierten zahlreiche Chinesen und Inder, für die ein Studium in einem anderen westlichen Land unerschwinglich war.

AN DEN RÄNDERN DER ZEIT

Langsam brach der Abend herein und es nieselte leicht. Ich stand mit meinem Gepäck am Straßenrand im Stadtzentrum von Drohobytsch. Nach einem Achtstundentag auf der ukrainischen Landstraße war ich müde und hungrig und brauchte eine Unterkunft. Hinter mir befand sich ein großes Hotel, aber es war voll, voll mit ukrainischen Binnenflüchtlingen. Ich hielt ein Taxi an und bedeutete dem Fahrer, was ich suchte. Er beratschlagte sich mit einem Mann, der zufällig vorüberkam, und da sie sich offenbar einig wurden, stieg ich in das Taxi, das nach ein paar Minuten in einem Bauhof hielt. Ich öffnete eine Tür und betrat, nein, keine Lobby, sondern eine Kneipe voller Männer. Nur hinter der Theke stand eine Frau. Sie verstand mich und zeigte mir ein Zimmer, das vermutlich das Beste war, was es in Drohobytsch gab. Ich war an eine Baufirma geraten, die für ihre auswärtigen Kunden ein paar Zimmer bereithielt.

Aber warum sollte jemand überhaupt nach Drohobytsch, südwestlich von Lwiw, reisen? Wegen Bruno Schulz.

Photo 225729669 © Andriy Nedelko | , https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Schulz_autoportet.jpg

Trotz seines so deutschen Namens war Bruno Schulz (1892 – 1942) ein jüdischer, polnisch schreibender Autor. Seine unter dem Titel „Die Zimtläden“ zusammengefassten Erzählungen zeugen von einer surrealen, überbordenden Fantasie, die ihn in die Nähe von Franz Kafka rückt. Er verdiente seinen Lebensunterhalt als Kunstlehrer an einer Schule, und als die Nazis kamen, ließ sich der SS-Mann Felix Landau von ihm das Kinderzimmer seiner Villa mit deutschen Märchen ausmalen. (Die Malereien wurden später nach Israel verbracht.) Dann aber erschoss Landau den „Leib“-Juden eines anderen Nazi, einfach so – war ihm fad? – und der wiederum erschoss Bruno Schulz. Ein Tod, ein bisschen absurder noch als die vielen anderen unsinnigen Tode, die zur selben Zeit gestorben wurden. In einer seiner Erzählungen kommt der Ausdruck „An den Rändern der Zeit“ vor, so passend für die Stadt Drohobytsch, die einmal das „Texas der Ukraine“ war. Noch bevor man in Texas oder auf der arabischen Halbinsel Erdöl fand, trat es hier in Erdgruben an die Oberfläche und wurde zuerst als Schmieröl und später für Lampen verwendet. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde klar, wofür man es noch brauchte: für Autos und Panzer. Die Erdölfelder rund um Drohobytsch waren die Hölle für viele, und ein sprudelnder Geldquell für wenige. Noch heute sieht man die Villen der Ölbarone in der Stadt. Öl fließt allerdings schon lange keines mehr …

Drohobytsch hatte, wie fast alle Orte Galiziens, einen hohen jüdischen Bevölkerungsanteil. Hatte … Im Jahr 2011 erschien in Wien ein Dokumentarfilm von Paul Rosdy (auch als DVD erhältlich): „Der letzte Jude von Drohobytsch“. Darin führt ein alter, distinguierter Herr namens Alfred Schreyer (1922 – 2015) durch seine Stadt und erzählt von ihr und seiner Familie.

VERFALLEN WIE IN BRODY

Wollen Sie Brody kennenlernen? Dann lesen Sie „Das falsche Gewicht“ von Joseph Roth. Auch der zweite Teil seines Romans „Radetzkymarsch“ spielt in Brody, wenn auch unter dem Namen Zlotograd. Damals, also vor dem Ersten Weltkrieg, fuhr jede Stunde ein Zug durch Brody, und im Bahnhofsrestaurant aßen die Offiziere. Brody war Garnisonsstadt; kurz dahinter begann Russland. Ich kam mit einer Marschrutka, einem Sammeltaxi, aus Lwiw und stieg am Bahnhof aus, der heute einsam und der Stadt entrückt im Nirgendwo steht. Also machte ich mich auf den Weg. Roth hatte ihn ja beschrieben: „Die Straße führt vom Bahnhof schnurgerade in die Stadt. Wo sie sich mit einer Querstraße kreuzt, ist der Marktplatz.“ Nur dass es heute keinen Marktplatz mehr gibt. Die letzte große Vernichtungswelle, die über die Stadt hinwegfegte, die der Nazi-Herrschaft, hat fast alle Häuser zerstört. Jetzt sieht man vor allem Wohnblocks in schlechtester sowjetischer Manier. Wahrscheinlich hätte mir Roth „westeuropäischen Zivilisationshoch-mut“ vorgeworfen. Ich nehme den Vorwurf an, aber ich hätte ihn auch daran erinnert, dass er sich sein Leben lang nicht zu seiner Geburtsstadt bekannt hat.

Im äußersten winkel der alten karte liegt das land, nach dem ich mich sehne. Es ist die heimat der äpfel, der hügel, der trägen flüsse, des herben weins und der liebe. Leider hat eine riesige spinne darüber ihr netz gesponnen und mit ihrem klebrigen speichel die schranken der träume geschlossen.

Zbigniew Herbert (1924 - 1998, geboren in Lemberg)

Umso erstaunlicher, dass hier der Grundstein zu einer Schriftstellerlaufbahn gelegt wurde, die einen der besten Virtuosen der deutschen Sprache hervorgebracht hat. Daran hatte vermutlich das Gymnasium „mit deutscher Vortragssprache“ seinen Anteil. Es liegt am Ende der Ul. Zolota, der „Goldstraße“, die jetzt wieder so heißt wie zu Roths Zeiten, nachdem sie Namen wie „Hitler-Straße“ und „ul. Lenina“ ertragen musste. Am Gymnasium informiert uns ein Schild darüber, dass Roth hier im Jahr 1913 maturiert hat.

In Brody ist eigentlich nichts mehr erhalten geblieben von dem, was die Stadt ausmachte: Die Freihandelszone, die sie reich gemacht hatte, der als „ideale Stadt“ gegründete Messeplatz, die Stadt der Handwerker und Fernhändler und nach Lemberg und Krakau die drittgrößte Stadt Galiziens, gab es nicht mehr.

Zwischen Gymnasium und Stadtmitte liegt der Kastanienpark. In einer Ecke steht ein Kiosk. Ich kaufe einen Kaffee im Pappbecher, mit dem ich mich auf eine der Bänke setzte. War es so ein Kiosk, wo die Jungs zu Roths Zeiten bei einer blonden Frau die Liebe lernten? Wohl eher nicht, dazu scheint er mir wirklich zu eng. Nicht dass es dieser Kiosk sein müsste. In Brody ist so wenig, eigentlich nichts mehr erhalten geblieben von dem, was die Stadt einmal ausmachte. Als Roth 1894 geboren wurde, war sie schon im Niedergang begriffen. Aus welchen Gründen auch immer war die Freihandelszone, die sie reich gemacht hatte, 1880 aufgehoben worden. Der im 18. Jahrhundert als „ideale Stadt“ gegründete bedeutende Messeplatz, die Stadt der Handwerker und Fernhändler und nach Lemberg und Krakau die drittgrößte Stadt Galiziens, gab es bereits nicht mehr. Die Stadt, in die Roth hineingeboren wurde, war eine Grenzstadt, über die die Wellen der Flüchtlinge zusammenschlugen, die den Pogromen im Zarenreich entkommen wollten. Der Ausdruck „verfallen wie in Brody“, der ganz allgemein einen trostlosen Ort bezeichnet, hängt ihr immer noch an.

Joseph Roth und der große, 1894 in Odessa geborene Schriftsteller Isaak Babel sind sich nie persönlich begegnet, obwohl ihre Lebenswege fast parallel verliefen. Babel kam in den 1920er-Jahren als offizieller Berichterstatter mit General Budjonnys Kosaken auch durch Brody. Über seine Erfahrungen schrieb er ein berühmtes Buch („In Budjonnys Reiterarmee“), das den Herrschenden nicht gefiel. 1940 verschwand Babel in einem stalinistischen Lager. Roth führte nach außen ein rasantes Leben als gefragter Journalist und erfolgreicher Autor, aber seine Verzweiflung wuchs mit dem Erstarken der Nazis, vor allem, nachdem seine Frau in einer Nervenheilanstalt getötet worden war. Er, der „heilige Trinker“ – eine seiner Novellen heißt „Die Legende vom heiligen Trinker“ –– starb alkoholkrank und vereinsamt 1940 in Paris.

Foto 51701689 © Nikirov |

LEMBERG, EIN BUNTER FLECK IM OSTEN EUROPAS

So hat Josef Roth die Stadt genannt, die seit 1772 die Hauptstadt des österreichischen Kronlandes „Königreich Galizien und Lodomerien“ war. Wenn ich hier den zu Habsburger Zeiten gebräuchlichen Namen Lemberg verwende, so deshalb, weil sie wirklich „bunt“, d. h., von Menschen verschiedener Herkunft bevölkert, nur bis zum Ersten Weltkrieg war. Jüdische, griechische und armenische Händler organisierten den Fernhandel; die „Skyline“ der Stadt mit ihren vielen Kirchtürmen erinnert noch daran. Die schönste, älteste und berühmteste der Lemberger Synagogen war die „Goldene Rose“. Sie wurde 1582 von einem italienischen Architekten errichtet und von den Nazis zerstört. Nur eine Wand mit zwei gotischen Spitzbögen blieb erhalten. Als Alfred Döblin 1925 das alte Judenghetto von Lemberg besuchte, schrieb er in seiner „Reise in Polen“: „Welch imposantes Volk, das jüdische. Hier fließt alles um das Geistige.“ Nicht alle dachten so, wir wissen das. Doch der eingangs erwähnte Karl Emil Franzos (1848 – 1904), selbst Jude, hat uns in seinen Schriften ganz unsentimentale und doch zu Herzen gehende Einblicke in das jüdische Leben seiner Zeit geschenkt. Besonders hervorheben möchte ich seinen Roman „Der Pojaz“, ein unbekanntes Juwel! Ein anderer nichtjüdischer Philosemit war der 1836 in Lemberg als Sohn des Polizeidirektors geborene Leopold von Sacher-Masoch, einer der profundesten Kenner des galizischen Judentums. Martin Buber ist zwar in Wien geboren (1878 – gestorben 1965 in Jerusalem), aber als sich seine Eltern 1881 trennten, nahmen seine Großeltern den Dreijährigen zu sich nach Lemberg. Sein Großvater war Privatgelehrter mit Schwerpunkt auf der ostjüdischen Tradition des Chassidismus, was sicher zu Martin Bubers Interesse daran beigetragen hat. Wir verdanken ihm u. a. „Die Erzählungen der Chassidim“. Der Science-Fiction-Autor und Philosoph Stanislaw Lem wurde 1921 in Lwów geboren – das ist der polnische Name der Stadt, denn zum Zeitpunkt von Lems Geburt gab es das Habsburger Lemberg nicht mehr und das ukrainische Lwiw noch nicht. Lem hat uns über seine Kindheit in Lwów ein Buch hinterlassen, „Das hohe Schloss“. Später wurde die Familie nach Krakau repatriiert, wo Lem 2006 starb.

Das Leben ist eine Komödie für den Reichen, ein Spiel für den Narren, ein Traum für den Weisen, ein Trauerspiel für den Armen.

Scholem Alejchem (1859 - 1916), Pseudonym von Schalom Yakov Rabinowitsch

Das Zentrum von Lwiw ist Weltkulturerbe und dementsprechend herausgeputzt. Nach der Unabhängigkeit der Ukraine 1991 wurden wieder einmal viele Straßen umbenannt, einiges ist allerdings gleichgeblieben: An einem Ende der Flaniermeile befindet sich das 1908 fertiggestellte Opernhaus, am anderen das 1901 eröffnete Luxushotel George. Hier steht ebenfalls das Iwan Franko-Denkmal. Der 1856 in einem Dorf bei Drohobytsch geborene Franko war der Sohn eines Schmieds, ging in Lemberg auf die Universität und ist bis heute als Schriftsteller, Journalist und Übersetzer (er hat Goethes „Faust“ übersetzt) von überragender Bedeutung für die Ukraine. Er war ein unermüdlicher Vermittler zwischen den verschiedenen Kulturen seiner Heimat. 1916 ist er gestorben.

Zum Schluss möchte ich noch Scholem Alejchem erwähnen. Der jiddisch schreibende Schriftsteller (auf „Tewje, der Milchmann“ geht das Musical „Anatevka“ zurück) ist 1859 in der Nähe von Kiew geboren. Während seiner teils freiwilligen, teils erzwungenen Wanderungen durch die Ukraine lebte er auch in Lemberg, bevor er nach Amerika emigrierte und 1916 in New York starb. Der Name, unter dem wir ihn kennen, ist ein Pseudonym, d. h. eine freiwillig gewählte Bezeichnung, der eine besondere Bedeutung zukommt: Scholem Alejchem, Friede sei mit Euch.

ap

LITERATURHINWEIS: Viele Lektüreanregungen sind bereits im Text enthalten. Erwähnen möchte ich noch das bereits 1993 erschienene Reisebuch von Verena Dohrn: Reise nach Galizien. Grenzlandschaften des alten Europa. Fischer Taschenbuch Verlag, 2015 Ich verdanke diesem Buch viel. Es enthält noch eine Fülle weiterführender Buchtipps.