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Der Wohlfühl-KOMPASS für den Winter


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HÖRZU - epaper ⋅ Ausgabe 47/2022 vom 18.11.2022

GESUNDHEIT

Auf gutem Kurs durch die kalte Jahreszeit

Artikelbild für den Artikel "Der Wohlfühl-KOMPASS für den Winter" aus der Ausgabe 47/2022 von HÖRZU. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: HÖRZU, Ausgabe 47/2022

Es ist wieder so weit: Wir nehmen Kurs auf die langen, dunklen Monate. Wenn wir aufstehen, ist es draußen noch düster, wenn wir Feierabend machen, schon wieder. Kurze Tage, grauer Himmel, nasse Kälte. Freunde sagen Verabredungen ab, weil sie lieber zu Hause bleiben. Wir selbst gehen nicht mehr so oft raus an die frische Luft. Die Weltlage macht auch nicht gerade glücklich. Und wenn die trüben Gedanken zu kreisen beginnen, geht es munter weiter im Abwärtsstrudel: Keiner ruft mich an! Früher war alles besser! Nicht einmal das TV-Programm bietet Abwechslung!

Die Monate bis März können einem ganz schön aufs Gemüt drücken. Der Winter-Blues packt uns. Doch wir sind ihm nicht hilflos ausgeliefert. Wir können ihn aus der Bahn werfen und uns auf neuen Kurs bringen, wenn wir unseren Kompass neu ausrichten – im Inneren wie im Äußeren. Es gibt viel, was Körper ...

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... und Seele nun guttut.

Im Winter beginnt ein neuer Rhythmus

Menschen sind unterschiedlich winterempfindlich. Viele sind jetzt mürrischer oder antriebsloser. Manche schlafen ein bisschen mehr, fühlen sich weniger fröhlich oder nehmen zu. In gewissem Maß ist es sinnvoll, sich dem Rhythmus der Natur anzupassen und dem erhöhten Schlafbedürfnis nachzugeben. Oder der Lust an deftigem Essen. Wer das mit einer Einladung verbindet, handelt doppelt richtig: Denn in Gesellschaft entsteht der Optimismus, der nötig sein kann, um die kürzeren Tage gut gelaunt zu überstehen.

Ein weiteres Wundermittel: Musik! Sie verringert Stressgefühle und das Schmerzempfinden, fördert die Ausschüttung von Glückshormonen. Ob nun „Don Giovanni“ oder Depeche Mode: Musik bringt uns in Schwung. Wer tanzt, vertreibt zugleich die Bewegungsunlust. Ein wunderbarer Ort, um Musik jetzt in Gemeinschaft zu erleben, sind übrigens die Kirchen.

Auch die Stille kann ein Geschenk des Winters sein. Bei Schnee wirkt die Welt gedämpft, sogar in den Städten. Wir kommen zur Ruhe, können wieder besser in uns hineinhorchen. Angenehme Stille besteht aus leisen, wohltuenden, stetigen Geräuschen – zu finden etwa im Winterwald mit leichtem Windrauschen und knirschendem Schnee unter den Füßen.

Zu Hause kann Kerzenlicht Wunder wirken. Aus natürlichem Stearin hat es einen beruhigenden Effekt auf die Nerven, wie Forscher der schwedischen Universität Lund herausfanden: Die Flammen paraffinfreier Kerzen geben den Mineralstoff Kalium sowie Natrium-Ionen ab, die das vegetative Nervensystem positiv beeinf lussen. Schon nach zehn Minuten Kerzenschein.

Perfekt in Balance für die Gesundheit

Vorsicht, jetzt haben Viren Hochsaison! Geselligkeit findet meist in geschlossenen Räumen statt, alle Nasen schniefen. Wie soll man da Infekten entkommen? Mit einem fitten Immunsystem! Wichtig ist dafür ausreichend Schlaf. Leider wird gerade im Winter ein bedeutsamer Unterschied zwischen Nacht- und Tagmenschen erkennbar. Wer zu den Nachteulen zählt, hat mehr zu kämpfen mit kurzen Tagen und Lichtmangel als ein Morgenmensch. Früher zu Bett und dafür früher wieder raus: Ein an die Jahreszeit angepasster Schlaf-wach-Rhythmus synchronisiert die Ausschüttung des Schlaf hormons Melatonin. Schon 30 Minuten können den Ausschlag geben: Wer eine halbe Stunde früher aufsteht, fühlt sich den ganzen Tag wacher und wohler. Einfach mal ausprobieren!

Um das Immunsystem auf Trab zu bringen, geht man am besten gleich am Morgen einmal raus – auch wenn man keinen Hund hat. Selbst dafür genügen schon ein paar Minuten. Die Kälte weckt die Lebensgeister, die Lichtdusche aktiviert den Serotoninspiegel, die Lust an Aktivität und Bewegung bleibt den restlichen Tag erhalten.

An der kalten Luft nehmen wir zudem mit jedem Atemzug mehr Sauerstoff auf als an warmen Tagen – das macht sofort fitter.

Gutes Essen für eine sonnige Stimmung

Ausreichend Sonnenlicht bekommen wir im Winter allerdings alle nicht ab, selbst bei längeren Spaziergängen. Folge: Die Vitamin-D-Produktion fährt jetzt in den Keller – mit Auswirkungen auf die Stimmung und aufs Immunsystem. Wie gut, dass man „Sonne“ auch essen kann: Fetter Seefisch wie Sardine, Lachs oder Makrele, aber auch Champignons, Eier oder Leber gehören zu den Lebensmitteln, die reich am „Sonnenvitamin“ sind. Ein Vitamin-D-Check beim Hausarzt (ca. 25 Euro) gibt genaue Auskunft und ermöglicht die richtige Dosierung von Vitamin-D-Tabletten.

Akuthilfe gegen kalte Hände & Füße

Das wärmt uns auf!

? ROSMARINFUSSBAD Das ätherische Rosmarinöl belebt nicht nur „Eisfüße“, es macht gleichzeitig den ganzen Körper wohlig warm. Neben fertigen Fußbädern mit der herrlich duftenden Essenz kann man auch einen der vielen Badezusätze fürs Fußbad verwenden.

? KÖRNERKISSEN Für die Hände eignen sich die kleinen mit Dinkel oder Kirschkernen gefüllten Säckchen. Im Backofen bei 150 Grad etwa 15 Minuten erwärmen (oder in der Mikrowelle bei 600 Watt ein bis zwei Minuten). Passen in die Manteltasche und bleiben lange warm!

? DER IGELBALL Gegen kalte, steife Finger hilft es, einen Igelball zu kneten oder zwischen den Händen kreisen zu lassen. So wird die Durchblutung nachhaltig angeregt. Nebenbei entstresst uns das Kneten, außerdem fördern die Übungen die Sensibilität der Nerven.

? FUSSGYMNASTIK Wenn die Füße frieren oder kribbeln, ist Bewegung ideal: Im Stehen auf die Fußballen stellen und wippen. Im Sitzen zuerst einige Male die Zehen spreizen und einziehen, dann die Füße strecken und beugen. Anschließend die Füße kreisen lassen, Richtung wechseln. Jetzt ein Bein anwinkeln und den Knöchel auf dem anderen Bein ablegen. Den Fuß mit Handballen und Daumen kräftig massieren. Zum Abschluss mit der flachen Hand leicht auf die Fußsohle klopfen. Das Ganze mit dem anderen Bein wiederholen.

Die richtige Ernährung kann sehr viel tun für uns in der kalten Jahreszeit: Folsäurehaltige Lebensmittel wirken stimmungsauf hellend. Dazu zählen etwa Spinat und Petersilie. Ein gesunder Genuss ist auch heißer Kakao. Er enthält Theobromin, eine dem Koffein ähnliche Substanz, sowie Selen. Das Glückshormon Serotonin stellt unser Körper unter anderem aus der Aminosäure Tryptophan her. Diese befindet sich in Nüssen. Hasel- und Walnüsse samt Nussknacker sollten jetzt nicht nur aus Dekorationsgründen auf dem Sofatisch liegen. Knabbern Sie sich glücklich!

Auch typisches Wintergemüse ist ein Schatz für die Gesundheit. Sauerkraut etwa enthält viel Vitamin C und B6. Seine probiotischen Bakterien stärken die Darmflora, die das Immunsystem unterstützt.

Geliebte Rituale für mehr innere Stärke

Brot kann in der Winterzeit doppelt wertvoll sein: ein Grundnahrungsmittel für Körper und Seele. Stellt man es selbst her, hat es nämlich Therapie-Effekte: Den Teig walken, seine Struktur bewusst wahrnehmen – wer sich ganz auf die Arbeit der Hände konzentriert, vergisst seine Alltagssorgen. Während der Teig ruht und aufgeht, hebt sich auch die eigene Stimmung. Etwas gedeiht, nimmt Gestalt an – aus den simpelsten Zutaten: Mehl, Wasser, Salz. Auch Plätzchenbacken kann ähnlich heilsam sein. Die süßen Naschereien haben zudem den Vorteil, dass sie die Vorfreude auf Weihnachten wecken. Man kann sie in kleine Klarsichtbeutel packen und den Nachbarn als Adventsüberraschung schenken.

Backen, basteln, etwas mit den Händen tun, Karten schreiben: „Das kreative Potenzial ist eine enorme Kraftquelle gerade wenn man nicht mehr so viel im Außen erleben kann“, weiß Dr. Alice Romanus-Ludewig. Für die Psychotherapeutin ist die winterliche Ruhe ideal, um sich Dingen zuzuwenden, die man mit Inbrunst tut.

59% der Deutschen leiden in der kalten Jahreszeit unter Winter-Blues

Quelle: YouGov

Was hilft gegen dunkle Stimmung?

5 schnelle Tipps

Eine Ärztin berät, wie man sich selbst am besten aus dem Wintertief befreit

1Souvenirs aus glücklichen Tagen in die Hand nehmen Sich an Schönes zu erinnern macht fast so glücklich, wie es zu erleben. Von besonderen Ereignissen sollten wir daher Symbole aufbewahren, am besten solche, die man fühlen, tasten, riechen kann. So erinnert etwa das Lavendelöl an die Ferien in der Provence. Die Souvenirs so platzieren, dass man sie oft sieht. Etwa ein Foto als Lesezeichen ins Buch legen.

2 Sich selbst positiv polen Man kann immer etwas tun, um die eigene Laune zu heben. Das Gehirn fokussiert sich eher auf Gefahr, auch die Neigung zum Grübeln ist normal. Aber übernehmen Sie Verantwortung für Ihre Gedanken! Sprechen Sie über Ihre Sorgen – nach 20 Minuten ist jedoch Schluss mit dem Klagen!

3 Sich in Dankbarkeit üben Da auch das eine Aktivität ist, lässt sie sich trainieren. Der Klassiker: Am Abend drei Dinge notieren, für die man dankbar ist. Das hilft der Stimmung – gerade dann, wenn nicht mehr so viel Neues passiert. Funktioniert auch morgens mit drei schönen Dingen, die man schon erlebt hat: Morgenröte, die Amsel am Balkon, ein schmerzfreies Knie. Das Leben wirkt sofort sonniger.

4 Routinen verändern Alles Neue gibt Impulse. Setzen Sie Zäsuren in alltäglichen Belastungen: Gehen Sie raus, nehmen Sie eine Dusche, durchbrechen Sie den Negativzustand.

5 Kleine Ziele setzen Gerade wenn die großen – Schulabschluss, Hausbau – abgehakt sind, brauchen wir kleine Ziele. Solche, die wir selbst erreichen können. Erwartungen an andere sind nicht gut, denn deren Verhalten können wir nicht ändern. Besser ist es, selbst etwas zu schaffen, etwa alle zwei Wochen eine Freundin einzuladen.

Hier finden Sie Hilfe

Die wichtigsten Telefonnummern, wenn die Seele drückt

? Telefonseelsorge Tel. 0800/111 0 111 Rund um die Uhr erreichbar, auch per Chat oder E-Mail.

? Deutsche Depressionshilfe Tel. 0800/33 44 533, auch für Angehörige.

EXPERTIN

PSYCHOTHERAPEUTIN Dr. Alice Romanus-Ludewig Schwerpunkt der Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie mit Praxis in Hannover ist Ressourcenbildung

Ein weiterer stabilisierender Faktor ist laut der Ärztin das Soziale: eine gute Verbindung zu anderen Menschen. „Das aktiviert Lebenskraft“, erklärt die Expertin. In ihrem Buch „Workout für die Seele“ (Junfermann Verlag, 160 Seiten, 22 Euro) gibt sie dazu Anregungen (siehe auch Kasten links). Ihr Rat: Wer enge Beziehungen vermisst, sollte nicht passiv bleiben. „Die Erwartungshaltung macht unbeweglich“, so Romanus-Ludewig. Das gilt für Partnerschaften ebenso wie im Verhältnis der Generationen: Verbitterung droht, wenn man von Kindern oder Enkeln mehr erwartet, als sie geben. Besuche, Anrufe, Aufmerksamkeit. Wer selbst nachfragt und sich kümmert, spürt mehr Lebendigkeit: „Dieser aktive Modus ist einer der stärksten Resilienzfaktoren“, so die Ärztin.

Sich ver wöhnen für mehr Wohlgefühl

Sich in seiner Haut wohlfühlen – das sollten wir im Winter wörtlich nehmen. Durch Kälte und Heizungsluft leidet unsere sensible Hülle: Die Hände sind rau, das Gesicht rötet sich, an diversen Körperstellen spannt es – man fühlt sich unwohl. Unser Äußeres benötigt nun genauso viel Zuwendung wie unser Inneres. Sprich: gute Pflege. Dass in der aktuellen Krise üppige Wannenbäder oder lange heiße Duschen eher Luxus sind, hat aus Sicht von Dermatologen auch Gutes: Die Haut wird weniger gestresst. Das Motto lautet: Weniger einseifen, mehr eincremen. Und dabei auch die Füße nicht vergessen. Harnstoff (Urea) ist ein guter Feuchtigkeitsspender. Wirkstoffe wie Panthenol, Allantoin und Vitamin E wirken rückfettend. Wunderbare natürliche Inhaltsstoffe sind Mandel-, Jojobaund Weizenkeimöl sowie Sheabutter.

Gönnen Sie sich viele solcher Streicheleinheiten für Körper und Seele. Dann sind Sie auf dem richtigen Kurs durch die nächsten Monate. Und der längste Winter kann wunderschön werden.

BETTINA KOCH

MO 28.11. TV-TIPP

20.15

SWR

DOC FISCHER MAGAZIN Dr. Julia Fischer erklärt, was im Winter bei trockener Haut hilft