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DER ZAHN DER ZEIT ...


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TAUCHEN - epaper ⋅ Ausgabe 100/2022 vom 13.09.2022

TAUCHEN IM ALTER

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Bildquelle: TAUCHEN, Ausgabe 100/2022

Man ist immer so alt, wie man sich fühlt. So will es zumindest die Binsenweisheit, und manch topfitter Senior macht gegenüber endgestressten, wenig trainingsaffinen Mittvierzigern eine ziemlich gute Figur. Dennoch ist es einfach Tatsache, dass graue Strähnen und Hüftleiden auch vor der Tauchszene nicht Halt gemacht haben. Jahrzehnte nachdem ein Weltpublikum erstmals die Welt unter den Wellen präsentiert bekam, James Bond mit den Haien tanzte, und wirklich jeder Strandurlauber Maske und Schnorchel im Gepäck hatte, hat der Tauchsport nie wieder einen vergleichbaren Boom erlebt.

Generationswechsel?

Abseits von Backpacker-Zielen wie Bali, Utila oder Koh Tao und der Apnoe-Sparte mit dem Lockruf »Eins zu sein mit dem Ozean« macht sich die Generation U30 im klassischen Tauchsport eher rar. »Die Alterspyramide im Sporttauchen und auch bei den neuen Tauchlehrern lässt uns immer weiter ...

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... »altern«. Das bedeutet nicht, dass wir nicht auch junges Publikum bekommen. Jedoch spürbar weniger«, bestätigt Fachautor Thomas Kromp als Taucher der ersten Stunde. »Selbst eine zehn Jahre alte Statistik über das Alter von Tauchlehrer*innen erbrachte folgende prozentuale Verteilung: 6,7 Prozent sind unter 30 Jahre, 66 Prozent zwischen 30 und 50 Jahre und 27,3 Prozent über 50 bis über 80 Jahre.«

Die gute Nachricht: Obwohl sich »Für immer jung« mit dem Lebensgefühl von Salz auf der Haut natürlich am werbewirksamsten verkauft, beweist das Beispiel von Altvorderen wie Jacques-Yves Cousteau und Hans Hass sowie auch zahllosen Nicht-Promis, die man in schöner Regelmäßigkeit an Tauchbasen und auf Safarischiffen trifft, dass das Abenteuer Unterwasserwelt nicht einmal nach der magischen 80 enden muss. Sofern die Formkurve stimmt. Das Zauberwort heißt: Adaption. Wer nicht das Privileg hat, von jüngeren Begleitern auf Schritt und Tritt unterstützt zu werden, muss sich irgendwann die Frage stellen, wie sich der Zahn der Zeit mit dem persönlichen Tauchverhalten und dem Weg ins Wasser vereinbaren lässt. Allem voran steht nicht nur die jährliche Tauchtauglichkeitsuntersuchung bei einem qualifizierten Mediziner mit Belastungs-EKG, sondern auch ein grundsätzlicher Gesundheitscheck sowie die Einschätzung der eigenen Fitness. Wie viele Bahnen Flossenschwimmen sind noch drin, wie viele Meter Streckentauchen? Solche Fragen stellt sich längst nicht jeder Urlaubstaucher in der zweiten Lebenshälfte. Und doch sind sie entscheidend, wenn es beim Tauchen zu Belastungen kommt.

Als einziger wirklich leistungssportlich orientierter Tauchsportverband hierzulande bietet der Verband Deutscher Sporttaucher (VDST) nicht nur das umfas-sendste und beste Angebot für ältere Taucher. Dies eben auch, weil der VDST als Pionierorganisation die meisten dienstältesten Taucher vereinigt. Mit dem fit2dive-Test hat die Dachorganisation der deutschen Tauchvereine ein ideales Rahmenwerk zur Selbsteinschätzung und Optimierung der eigenen Fähigkeiten entwickelt. Wer über Jahre pausiert hat – und das wird nicht einmal altersabhängig empfohlen – sollte einen Auffrischungskurs in Betracht ziehen. Hand auf ‘s Herz: Wer kennt 20 Jahre nach der Führerscheinprüfung noch die Formel zur Berechnung des Bremswegs? Eine Automatismus-Devise à la »Fahrradfahren verlernt man nicht« gilt beim Tauchsport nur eingeschränkt. Wer Zeit seines Lebens mit Doppel-12-Liter-Flasche und Trockentauchanzug in strömungsreiche Fluten und Wracks eingestiegen ist, mag womöglich nur schwer auf ‘s Abenteuer verzichten. Doch sind Wirbelsäule, Gewebe (Stickstoffeinlagerung), Muskulatur und Blutdruck im Alter schlichtweg anderer Meinung. Ausrüstung abrüsten und den berühmten Gang zurückschalten ist hier die vernünftigere Alternative. Wer im Umkehrschluss in der Ära der VW-Käfer-Touren in den Sinai mit Steilwandflügen am Ras Mohammed ohne Tiefenmesser dabei war und andere an den Erlebnissen teilhaben lässt, wird mit ziemlicher Wahr- scheinlichkeit am nächsten Tag einen jungen Hüpfer an der Seite haben, der beim Schleppen des Gerödels über den Steg hilft.

DAS SAGT ROLF RICHTER

(SENIORENBEAUFTRAGTER DES VDST UND PRÄSI-DENT DES HTSV):

Der VDST hat sich sehr früh mit diesem Thema befasst. 2014 wurde vom damaligen Vorstand beschlossen, eine Ansprechstelle mit einem Beauftragen zum Thema Tauchen im Alter einzusetzen. Unser Ziel ist es, anzuregen, zu sensibilisieren und diese Altersgruppe im und unter Wasser zu halten. Entsprechend existieren zahlreiche Unterlagen, unter anderem in den Fachbereichen Ausbildung/Medizin, mit dem Flyer 55+, VDST E-Learning Tauchen 55+, Apnoe-Tauchen für Senioren und Flossenschwimmen für jedes Alter. Letzteres ist, neben ganzheitlicher Aktivität, natürlich ein Schwerpunkt, und zwar mit altersgerechter Anpassung von Training und ABC-Übungen. Hierbei empfiehlt sich neben der Tauchtauglichkeitsuntersuchung (TTU) nach GTÜM beim zertifizierten GTÜM-Arzt und der Ermittlung des eigenen Leistungsstands zur verbesserten Selbsteinschätzung (der VDST bietet hierzu Fitnesstests an) auch ein Ausrüstungscheck (z.B. weichere Flossen). Mit dem Leistungsabzeichen Flossenschwimmen (nach Alter gestaffelt bis über 90 Jahre) und der Möglichkeit, an Vereinswettkämpfen teilzunehmen, möchte der VDST auch für ältere Taucher sportliche Anreize schaffen. Davon abgesehen ist es einfach wichtig, den Spaß und die Freude im und unter Wasser nicht zu vergessen! Bei Reisen kommt es auf altersgerechte Tauchplätze an (es muss ja nicht mehr der anspruchsvolle Strömungstauchgang sein), auf komfortable Tauchboote mit entsprechenden Leitern und Hilfsmitteln zum Transport des Equipments. Grundsätzlich empfiehlt sich die Mitgliedschaft in einem Verein oder direkt beim VDST, um auch in den Genuss einer umfassenden Tauchsportversicherung zu kommen, die übrigens eine Notfall-Hotline mit einschließt. Weitere Infos:

DAS SAGT SVEN AUMANN

(GESCHÄFTSFÜHRER AQUA MED):

Grundsätzlich hängt eine Leidenschaft wie das Tauchen nicht vom Alter ab. Gerade der positive Einfluss auf Körper und Seele einer mit Herz und Verstand betriebenen Sportart kann uns helfen, aktiv und damit auch gesünder zu bleiben. Die Leistungen einer medizinischen Assistance für Taucher helfen aber spürbar, die gesundheitlichen Risiken in Schach zu halten. Ein Team aus Spezialisten, das auf umfangreiche Erfahrungen in der Tauchund Reisemedizin zurückgreifen kann, steht unseren Kunden rund um die Uhr weltweit zur Seite und findet immer individuelle Lösungen, die auf jedes Alter und jeden Gesundheitszustand zugeschnitten sind. So prüfen beispielsweise die Ärzte der »Medical Helpline Worldwide« (MHW) in Bremen schon vor der Reise, ob einzunehmende Medikamente den Tauchsport beeinflussen. Medizinische Assistancen wie die MHW legen besonderen Wert auf eine ganzheitliche und persönliche Betreuung. Ob es sich um eine spezielle Beratung vor der Reise, eine Zweitmeinung unterwegs, nach einer Behandlung/Operation oder das Notfall-Management nach einem (Tauch-)Unfall handelt: Die Ärzte der MHW sind ohne Zwischenschaltung eines Servicemitarbeiters immer direkter Ansprechpartner und stehen auch bei vermeintlich harmlosen Fällen für eine ausführliche Beratung zur Verfügung.

Weitere Infos: aqua-med.de

60 ist das neue 40 – mit Training!

Auch abseits von Vereins-Touren gewinnt das Miteinander mit dem Alter an Bedeutung. »Gerade ältere Menschen legen sehr viel Wert auf einen wertschätzenden Umgang, und daher ist die Sozialkompetenz für die meisten von ihnen sehr wichtig«, bestätigt Thomas Kromp. Mit geduldigen und verständnisvollen Buddies, idealerweise im 1-zu-1-Verhältnis, taucht es sich einfach am angenehmsten. Wer nicht wöchentlich dem Vereinstraining frönt und nur gelegentlich Tauchurlaub macht, sollte bei der Buchung nicht unbedingt nur anhand des Tauchgebiets entscheiden. Barrierefreie Basen mit Infrastruktur für »Taucher mit Handicap« sind eine gute Adresse für ältere Taucher, die sich das Prozederr rund um den Tauchgang erleichtern möchten. Oft gilt das auch nach Absprache für Basen, die technisches Tauchen anbieten: Dort, wo das Verladen von schwerem Equipment zum täglichen Ablauf gehört, existieren oft bessere Transportmöglichkeiten auch für normale Ausrüstungen. Und auch wenn helfende Hände an Tauchbasen selbstverständlich sein sollten, ist ein Tauchurlaub in der Nebensaison oft sinnvoller, weil weniger Andrang oft ein Plus an Service erlaubt. Einige Tauchboote wie etwa das der Euro-Divers in Cala Joncols an der Costa Brava oder auch Safarischiffe wie die Palau Aggressor und die M/V Legends in Ägypten verfügen obendrein über absenkbare Tauchplattformen, die das Risiko von Stürzen minimieren und den lästigen Ausstieg über Leitern obsolet machen. Nicht wenige Resorts, etwa auf den Malediven, beschäftigen medizinisches Fachpersonal. Wer auf Nummer Sicher gehen will, bucht seinen Urlaub bei einem der etablierten Tauchreiseveranstalter, die mit ihren Leistungsträgern oft seit Jahren im ständigen Kontakt sind und üblicherweise schnell individuelle Empfehlungen parat haben, die einen Unterschied machen können zwischen einem Reinfall und einem altersgerechten Traumtauchurlaub.

DAS SAGT THOMAS KROMP

(FACHBUCHAUTOR, COACH, TAUCHER DER ERSTEN STUNDE):

Die Alterspyramide im Sporttauchen und auch bei den neuen Tauchlehrern lässt uns immer weiter »altern«. Eine bereits zehn Jahre alte Statistik erbrachte schon damals eine prozentuale Verteilung von 27,3 Prozent auf die Altersklasse 50 bis über 80 Jahre. Nun richten sich die Bedürfnisse eines Tauchers, der in jüngeren Jahren andere Unterwasseraktivitäten unternommen hat als im späteren Taucherleben, oft nach dem aktuellen Gesundheits- und Fitnesszustand. Eben diese Bedürfnisse gilt es bei Angeboten von Tauchausrüstung, -Ausbildung, -Weiterbildung und -Touristik im Blick zu haben. In der Ü50-Gruppe lassen sich folgende Zielgruppen/Prioritäten isolieren: Tauchen ohne Stress, Rückenprobleme/Bootstauchen (Sidemount bietet sich an), Nitrox (Sicherheitsbonus mit Computer im Luftmodus), Handicap (Hilfestellung – materiell, mit Manpower und zur Mobilität), ambitioniert (sicheres Tieftauchen), Scooter (längere Distanz bei wenig Kraftaufwand), Rebreather (sicher und länger tauchen, gut für Foto und Film), Biologie und Wracktauchen (fachliche Hilfe und Begleitung), Entspannung und Apnoe (mentales Training, Atemtechnik, Puls senken), Training für die Tauchsportuntersuchung (Blutdrucksenkung mit Ernährung, Entspannung, Bewegung), Fliegen und Tauchen (Prävention von Thrombose und Dehydrierung, konservative Tauchpause vor Abflug), Tauchen von Land (Transport der Ausrüstung mit Handwagen, Sackkarre, etc.). Die Tauchsportorganisationen unterstützen diese Zielgruppen in vielen Fällen mit entsprechenden Ausbildungskursen. Abschließender Rat: Zu empfehlen ist, gerade im Ausland, eine Tauchsportversicherung, wie sie zum Beispiel aqua med und DAN anbieten.

Weitere Infos: coaching-kromp.de aqua-med.de; daneurope.org

DAS SAGT MARCEL STEINMEIER

VON MARES (MARKETING MANAGER):

So individuell wie die persönlichen Vorlieben sind auch die Ansprüche, die durch fortschreitendes Alter an die Tauchausrüstung gestellt werden. Und natürlich fließen all diese Aspekte in die Entwicklung unseres Equipments mit ein. Das daraus resultierende Lastenheft ist ziemlich lang, wie man sich vorstellen kann. Ein Produkt, das alle Bedürfnisse abdeckt, gibt es nicht. Doch sorgt das breite und tiefe Produktportfolio von Mares dafür, dass Taucher aus dem Vollen schöpfen können. Neopren und Jackets fallen mir als besonders gute Beispiele ein: Beides sollte leicht an- und abzulegen sein. Das ist generell von Vorteil auf engen Booten, bei Seegang oder kalten Händen, kommt aber zusätzlich bei eingeschränkter Beweglichkeit zum Tragen. Bei Jackets ist es obendrein wichtig, unangenehme Druckstellen und ein zu hohes Gewicht zu vermeiden. Das Mares Magellan zum Brispiel erfüllt diese Punkte, weil bewusst auf eine starre Backplate verzichtet wurde, was viel Gewicht spart. Dank der Polsterung und des gut platzierten Flaschengurts liegt die Flasche trotzdem komfortabel und sicher an. Komfort, Ergonomie und Gewicht sind die ausschlaggebenden Faktoren, die früher oder später den Unterschied ausmachen, ob und wie viel Freude man an seinem Equipment und damit an seinem Tauchgang hat.

Weitere Infos: mares.com

DAS SAGT SUSANNE FREUNDL

VON SCUBAPRO (SENIOR MARKETING MANAGER):

Wir entwickeln regelmäßig neue Produkte mit neuen Technologien und haben dabei jede unserer Zielgruppen im Blick. Viele Taucher gehen zwar viele Jahre mit dem selben Equipment durchs Leben. Aber wenn sich ein älterer Taucher eine neue Ausrüstung zusammenstellt, sollten Faktoren wie Leichtigkeit, Robustheit und intuitive Bedienung berücksichtigt werden. Die Frage, welche komplette Scubapro-Ausrüstung für einen Taucher die perfekte ist, sprengt hier den Rahmen und ist zudem immer individuell. Doch bieten unsere Fachhändler mit ihrer kompetenten Beratung die ideale Lösung für den Einzelnen. Ein entscheidender Faktor gerade beim Thema »Tauchen im Alter« ist die individuelle Verfassung des Tauchers. Unser Produktentwicklungs-Ansatz Human Factor Diving™ setzt im Bereich Tauchcomputer neue Maßstäbe, weil das Profil während des Tauchgangs anhand der persönlichen biometrischen Daten berechnet und adaptiert wird. Ein Tauchcomputer, der eben kein »Einheitsgerät« ist, sondern auf den persönlichen Körper abgestimmt ist, erhöht die Sicherheit enorm. Darüber hinaus bieten die intelligenten Tauchcomputer von Scubapro wie etwa das Modell G2 große Bildschirme, benutzerfreundliche Schnittstellen, intuitive Menüs und eine einfache Systemnavigation für komfortables Handling und schnellen Einsatz.

Weitere Infos: scubapro.eu

DAS SAGT PROF. DR. CLAUS-MARTIN MUTH:

WIE EIN FISCH IM WASSER – TAUCHEN IM ALTER

Welcher Leser kennt ihn nicht, den Spruch: Ab 30 geht’s bergab. Oft mag er neckend gemeint sein. Leider ist er auch wahr: Nach

Jahren des Wachstums und Leistungszuwachses setzt ab 30 der Abbau ein, wenn auch zunächst noch langsam. Der Körper ist zwar noch trainierbar und bleibt es auch prinzipiell. Aber Erfolge stellen sich nicht mehr so rasch ein wie früher. Auch braucht man mehr Erholungszeiten. Von nun an verliert der Körper pro Lebensjahrzehnt etwa zehn Prozent seiner Muskelmasse, wenn man nicht aktiv dagegen angeht. Zusätzlich verlangsamt sich der Stoffwechsel, was im Gegenzug den Fettansatz fördert. Etwa ab Mitte 40 kommen die ersten Symptome von chronischen Erkrankungen hinzu wie Bluthochdruck, Arteriosklerose und auch schon Altersdiabetes. In den 50ern steifen die Gelenke langsam ein. Die Zahl der kleinsten Blutgefäße in den Organen ist schon deutlich rückläufig, sodass die Gewebsdurchblutung reduziert ist. Lungenbläschen sind zugrunde gegangen oder mit anderen verschmolzen. Außerdem ist die Leistungsfähigkeit insgesamt ebenso rückläufig wie die Belastbarkeit, und bei manchen gab es schon den ersten Herzinfarkt. In den 60ern sind auch die anderen Organe betroffen, etwa Leber und Nieren, und mit weiter steigendem Alter nimmt der körperliche Verfall weiter zu.

Nun zu den guten Nachrichten: Dieser Ablauf ist zwar allen Menschen vorbestimmt, lässt sich aber beeinflussen und deutlich verlangsamen. Eine Vielzahl wissenschaftlicher Untersuchungen belegt, dass durch eine regelmäßige körperliche Aktivität der Ablauf des Alterns drastisch verlangsamt werden kann. Dazu reicht schon ein moderat, aber regelmäßig betriebener Ausdauersport wie etwa Schwimmen. Wird dazu noch viel frisches Gemüse und Obst gegessen, Fleisch dafür reduziert und auf‘s Rauchen verzichtet, kann man (biologisch gesehen) über 20 Jahre lang 40 Jahre alt bleiben. Zwar spielt hierbei auch die genetische Veranlagung eine Rolle, dennoch hat man es selbst in der Hand.

In der Tauchmedizin gibt es keine Alters-Obergrenze, ab der eine Tauchtauglichkeit nicht mehr gegeben ist. Ist jemand also mit 100 Jahren noch fit, rüstig und frei von sonstigen gesundheitlichen Störungen, die das Tauchen verbieten würden, darf er auch tauchen. Der Pferdefuß dabei ist allerdings, dass sehr viele Menschen im höheren Alter mit chronischen Erkrankungen gestraft sind. Je nach Ausprägung kann das Tauchen aber in sehr vielen Fällen dennoch möglich sein. Um sicher zu gehen, sollte ab 40 jährlich eine Tauchtauglichkeitsuntersuchung durchgeführt werden, wobei auch regelmäßig die Belastungsfähigkeit des Herzens überprüft werden sollte. Auch beim Tauchen selbst gibt es das ein oder andere zu beachten. Denn theoretisch nimmt das Dekompressionsrisiko aufgrund der beschriebenen Veränderungen im Körper im Alter zu. Zumal die Einsteifung der Rippen, die nachlassende Elastizität der Lunge und die verminderte Kapillarisierung dazu führt, dass der Gasaustausch im höheren Lebensalter nicht mehr so gut funktioniert wie in jüngeren Jahren. Tatsächlich sind die älteren Taucher aber im wirklichen Leben nicht öfter als jüngere von Tauchunfällen betroffen, eher im Gegenteil. Das ist aber kein Widerspruch, sondern einfach die Folge dessen, dass viele ältere Taucher es ruhiger angehen lassen und sie sich und anderen nichts mehr beweisen müssen. Generell sollte man seine eigenen Fähigkeiten realistisch einschätzen und gegebenenfalls auf vorhersehbar anstrengende Tauchgänge verzichten. Sonst gibt es eigentlich keine wesentlichen Einschränkungen aus Sicht der Tauchmedizin.

Wichtig: Mit zunehmendem Lebensalter nimmt das Durstgefühl ab. Durst ist ohnehin ein schlechter Indikator für einen Flüssigkeitsmangel des Körpers, und kommt dieser dann noch verspätet, droht ein chronischer Flüssigkeitsmangel. Deshalb sollten ältere Menschen bewusst und regelmäßig etwas trinken - nicht dreimal am Tag zu saufen wie ein Kamel, sondern regelmäßig und immer wieder ein paar Schlucke Wasser oder Tee. Das ist natürlich auch und besonders beim Tauchen wichtig.

Fazit: Gegen das Tauchen im hohen und auch höchsten Lebensalter spricht nichts, solange eine gewisse Leistungsfähigkeit vorhanden ist und chronische Erkrankungen aufgrund ihrer Ausprägung die Tauchtauglichkeit nicht beeinträchtigen. Das Tauchen sollte stressfrei ablaufen, und Extreme im Hinblick auf Tiefe, Begleitumstände und Wiederholungstauchgänge pro Tag sollten vermieden werden.

DAS SAGT MONIKA HOFBAUER

(GESCHÄFTSFÜHRERIN VON OMNEIA TAU-CHEN & REISEN):

Ältere Taucher hatten mir auf einer Tour gesagt, dass sie sich eine Safari mit Gleichgesinnten wünschen, die in einem ähnlichen Alter sind. Entsprechend haben wir pro Jahr eine Tauchkreuzfahrt für über 50-Jährige im Programm. Die Route der »Ü50 Alles kann, nichts muss«-Tour ist bewusst so gewählt, dass es an jedem Tauchplatz der farbenprächtigen Korallengärten von St. Johns im Roten Meer die Möglichkeit gibt, direkt vom Boot zu tauchen, sodass man nicht unbedingt Zodiac fahren muss. Viele ältere Taucher haben Rückenprobleme und finden es beschwerlich, mit dem Schlauchboot zu fahren oder dort einzusteigen. Zusätzlich haben wir ein Zodiac mit Leiter, was für ältere Taucher den Wiedereinstieg vereinfacht. Die Fahrtstrecken zwischen den Tauchgängen sind kurz, und es muss nicht viel über Nacht gefahren werden, sodass man besser schlafen kann. Die nächste Ü50-Safari auf der 42 Meter langen »Spirit of Omneia« nach St. John’s startet am 9. März 2023 in Hurghada und endet am 16. März 2023 in Port Ghalib.

Weitere Infos: omneia.de

DAS SAGT MONIKA RICHTER

(MARKETING EXTRATOUR/REISECEN-TER FEDERSEE):

In unserem Team gibt es »alte Hasen«, die ältere und weitgereiste Taucher bestens beraten können. Unserer Erfahrung nach legen ältere Semester bei der Wahl einer Tauchbasis vor allem Wert auf deutschsprachiges Personal, kurze Wege zum Steg/Hausriff und Boot (eher kein Zodiac), flachere und strömungsarme Tauchplätze und Unterstützung beim Flaschentragen und Anziehen. Abgesehen davon, dass helfende Hände auf all unseren Extra Divers-Basen eine Selbstverständlichkeit sind, haben wir zwei Ägypten-Ziele im Angebot, die all diese Kriterien erfüllen und sich perfekt für ältere Kunden eignen: Die Extra Divers Makadi Bay am Strand des komfortablen Cleopatra Luxury Resort zwischen Hurghada und Safaga decken auf Kurz-, Halb- und Ganztagestrips die besten Riffe der Region ab. Am wunderschönen Hausriff gibt es zwischen Flachbereich und 16 Meter Tiefe Seepferdchen, zwei »Haus«-Schildkröten sowie Adler- und Mangroven-Stachelrochen und noch viel mehr zu sehen. Bonus: Shuttle Service mit dem Golfcar zum Hausriff/Steg, von dem aus auch alle Bootsfahrten starten (komfortabel-geräumiges Tagesboot). Die Extra Divers El Qusseir am Strand des Mövenpick Resorts verfügen über eines der fisch- und korallenreichsten Hausriffe Ägyptens, in dem seltene Makro-Highlights, Höhlen und mit etwas Glück auch Delfine, Adlerrochen, Wal- und Weißspitzenhaie für außergewöhnliche Tauchgänge sorgen. Weil die Flaschen am Einstieg auf die Taucher »warten«, entfällt das Schleppen über den kurzen Steg. Neben dem Haurifftauchen werden Ausfahrten per Speedboot und Tagestrips ab Port Ghalib angeboten. Preisbeispiele: eine Woche Makadi Bay im DZ mit All Inclusive, Flug und Transfers ab 729 Euro; drei Tage Tauchen ab 209 Euro. Eine Woche El Quseir im DZ mit Halbpension, Flug und Transfers ab 832 Euro; drei Tage Hausrifftauchen ab 215 Euro.

Weitere Infos: rcf-tauchreisen.de

DAS SAGT MIRKO OBERMANN (»DIVING.DE«-TAUCHBASEN): KINDER »GRATIS« & SENIORENRABATT

Die Tauchbasen von haben in Ägypten über das Winterhalbjahr spezielle Angebote sowohl für »Junior«- als auch für »Senior«-Taucher. Während die Tauchbasis diving.DE Abu Dabab und das dazugehörige Malikia Hotel Abu Dabab häufig von Familien besucht wird, hat sich das Flamenco Beach Resort eher auf ein erwachsenes Publikum spezialisiert. So gibt es bei den jeweiligen Tauchbasen spezielle Angebote für die jeweilige Zielgruppe. Während es auch diesen Winter in der Bucht von Abu

Dabab heißen wird: »Kinder tauchen gratis« (nur bei Abu Dabab – Details siehe Homepage), heißt es bei diving.DE Flamenco »je oller, desto doller« (ist der Rabatt): Alle Taucher ab 60 Jahren bekommen 20 Prozent Rabatt auf die Tauchpakete, ab 70 Jahren gibt es 25 Prozent Rabatt auf die Tauchpakete, und ab 75 Jahren gibt es 30 Prozent Rabatt auf die Tauchpakete. Natürlich bieten beide Tauchbasen auch die Möglichkeit, mit einem Privatguide zu tauchen. Sowohl bei Kindern als auch Senioren ist der private Divemaster oft sehr beliebt. Gerade wenn das Bücken schon etwas schwer fällt, oder die Flasche auf dem Weg zum Wasser auf die leidgeplagte Lendenwirbelsäule drückt, hilft der Privatguide gern. Beide Angebote sind auf das Winterhalbjahr (1. November 2022 bis 1. Mai 2023) beschränkt und gelten nur bei vorheriger schriftlicher Anmeldung via info@diving.de.

Weitere Infos: diving.de

DAS SAGT CHRISTIAN ROHDE (SSI):

Tauchen ist in nahezu jedem Alter möglich, sofern die Tauchtauglichkeit aus medizinischer Sicht gegeben ist. Dementsprechend natürlich auch »im Alter«. Wir haben eine große Gemeinde »älterer«

Taucher – in unserer aktuellen Datenbank sind rund 30.000 deutschsprachige Taucher Ü60 und etwas unter 6000 im Alter von über 70 Jahren vermerkt. Grundsätzlich ist es ja auch ein Sport, der durch die Schwerelosigkeit im Wasser schonend für die Gelenke ist und in der Regel, je nach Tauchplatz natürlich, auch nicht sehr viel Ausdauer benötigt. »Updates« raten wir jedem Taucher, egal welchen Alters, wenn er eine lange Pause vom Tauchen hatte und wieder »einsteigen« will.

Weitere Infos: divessi.com

Schnorcheln geht (fast) immer

Und selbst wenn medizinische K.O.-Kriterien eine Tauchtauglichkeit ausschließen, ist das nicht immer ein Grund, die Flossen an den Nagel zu hängen. Sofern eine ausreichende Grundkondition gegeben ist, die Beine mitmachen, das Wasser ruhig und strömungsfrei ist, geht entspanntes Schnorcheln fast immer. Einige Tauchreiseveranstalter haben die Zeichen der Zeit erkannt und unterhalten eigene Sparten für Schnorchel-Reisen. Viele Superlative der Unterwasserwelt wie die herrlichen Flachwasser-Korallengärten in Raja Ampat, die Buckelwale in Französisch-Polynesien, Manta- und Riffhai-Rudel unmittelbar unter der Wasserlinie von Yap, ja, selbst neugierige Karpfen-Rudel im heimischen See erlebt man oft am besten ohne Blubberblasen. Und das geht auch in aller Ruhe und ohne Kampfschwimmen.

DAS SAGT KLAUS CEPL (VDST):

Altersgerechte Ausrüstung bedeutet: leicht, bequem, einfach. Leicht: Es reicht eine Zehn-Liter-Pressluftflasche, gegebenenfalls ist ein Achter-Gerät ausreichend. Bequem: Wenn die Tauchgänge nicht zu lang und tief geplant werden, ist ein gutsitzender Nasstauchanzug gegenüber einem Trockentauchanzug mit hohem Tariergewicht auch in unseren Seen eine gute Wahl. Beim Atemregler sind gut gewartete und moderne Produkte zu bevorzugen, die mit geringem Atemwiderstand und hoher Luftlieferleistung hohen Atemkomfort garantieren. Einfach: Ein robuster, gut ablesbarer Computer, der die wichtigsten Tauchdaten übersichtlich darstellt, ist gegenüber ausgefeilten Modellen mit Gaswechseln oft die bessere Wahl. Allerdings ist das Tauchen mit Nitrox bezüglich der Dekompression im Alter klar zu bevorzugen. Wobei man auch mit auf Luft eingestellten Computern mit Nitrox tauchen gehen kann. Damit ist man dann definitiv gesund unterwegs. Anstelle eines Wingjackets mit Innenbebänderung tut es vielleicht auch ein ordentliches ADV- oder vielleicht sogar ein leichtes Reisejacket. Im Umkehrschluss lassen sich mit altersgerechter Ausrüstung nicht mehr alle Arten von Tauchgängen verwirklichen. Aber mit leichteren und damit kleineren Flaschen eben auch flacher zu tauchen, kommt dem Taucher im Alter und den sich verschärfenden Dekompressionsproblematiken entgegen. Beim VDST kann man sich im höheren Alter nicht nur taucherisch fortentwickeln – grundsätzlich gibt es auf dem Weg zum Tauchausbilder, Trainer und Tauchlehrer keine Alterseinschränkung. Beim GDL*** bzw. DTSA*** hat sich der VDST auf ältere Menschen eingestellt, so dass bei Bewerbern ab 55 Jahren die ABC-Übungen lediglich auf dem Level des GDL/DTSA** gefordert werden. Bei der Wahl des Tauchgewässers bzw. des perfekten Tauchurlaubsziels gilt: Man sollte es sich so einfach wie möglich machen. Beschwerliche Einstiege und vor allem Ausstiege sind zu vermeiden, ebenso Tauchen bei starkem Seegang und unbequeme Schlauchboote. Weite Wege und zu hohe Temperaturen sind ebenso beschwerlich bis riskant. Ein guter Service erleichtert hingegen alles. Also ruhig mal Flaschen, Tariergewicht, schlicht die Tauchausrüstung tragen lassen. Viele Reiseanbieter haben sich auf ältere Taucher eingestellt. Bei der nächsten Tauchurlaubsplanung einfach gezielt nachfragen.

Weitere Infos: vdst.de