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Der zieht was weg


Auto Bild allrad - epaper ⋅ Ausgabe 4/2019 vom 01.03.2019

Kein Diesel mehr im Porsche Cayenne. Der V6-Turbobenziner des neuen Cayenne S zieht brachial am Anhänger – aber auch am Vorrat an 98er Super Plus


Artikelbild für den Artikel "Der zieht was weg" aus der Ausgabe 4/2019 von Auto Bild allrad. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Auto Bild allrad, Ausgabe 4/2019

Anhängerziehen mit einem starken Benziner? Kann man machen, muss man aber nicht – halt: muss man doch. Jedenfalls beim Porsche Cayenne. Denn offenbar war es Porsche zu mühselig, einen Diesel, der die neuen Euro-6d-Grenzwert schafft, so hinzutrimmen, dass er „Porsche-mäßig“ aufs Gas reagiert.

Und das war den Entwicklern und Produktplanern in Zuffenhausen offenbar wichtiger als ein paar tausend mehr oder weniger verkaufte Cayenne in Deutschland – wo sich, seit es ...

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... den Cayenne Diesel gab, stets die überwiegende Mehrheit für den Selbstzünder entschied. Und sei es nur, um den Nachbarn locker ein „Na ja, so um die 8-9 Liter“ auf die Frage nach dem Verbrauch hinzuwerfen. Seit aber Dieselmotoren von unbedarften Zeitgenossen pauschal als Teufelszeug angesehen werden, kommt das nicht mehr so gut.

So gibt es also den Cayenne nur noch mit Benzinmotoren – einen der vier verfügbaren zusätzlich mit Elektromaschine als Hybrid. Den konnte Porsche aber noch nicht für den Zugfahrzeugtest liefern – dafür den Cayenne S. Stand das S früher das Kennzeichen für einen – im Gegensatz zum Turbo – frei saugenden V8, arbeitet hier nun, wie im Basis-Cayenne, ein Sechszylinder. Mit Turbolader.

Beachtlich ist, wie gut Porsche das hinbekommen hat. Der S ist kein Turbo alter Schule, bei dem der Tritt aufs Pedal erst mit einer Luftholpause, dann mit umso gewalttätigerem Losstürmen quittiert wird. Nein, der V6, bei dem Porsche den Lader zwischen die Zylinderreihen versenkt und damit besonders kurze Abgaswege realisiert hat, spricht spontan an wie ein Saugmotor. Das macht nicht nur Spaß, sondern auch das Anhängerziehen einfach. Der fein dosierbare, dabei aber stets hellwache Motor arbeitet vergnüglich mit der Achtstufen-Automatik zusammen – auch ohne das nette Fahrprogrammwahl-Drehrädchen im Lenkrad auf eines der Sportproramme stellen zu müssen wirkt der Antriebsstrang ständig, als stünde er mit gespannten Muskeln parat.

Kleiner Schönheitsfehler: Die Anhängersteckdose sitzt nicht im Kugelhals, sondern unterm Stoßfänger. Dort ist sie passabel, aber nicht exzellent zugänglich


Was mit Anhänger nicht ganz so perfekt klappt wie solo, ist das lässige Dahinrollen in großen Gängen mit wenig Drehzahl. Nur eine winzige Gaspedalbewegung – schon holt der Automat eifrig einen niedrigeren Gang. Das führt zwar nicht zu ungebührlichem Lärm – der V6 ist generell leise, freilich ohne das Klangcharisma des alten Saug-V8 liefern zu können; dennoch würde man im Sinne der Fahrkultur gern den ein oder anderen Rückschaltvorgang unterbinden.

Vielleicht könnte das sogar ein wenig Sprit sparen. Spätestens beim Nachtanken wird man nämlich wieder aus der Traumwelt des faszinierend fehlerfreien Antriebsstrangs in die Realität zurückgeholt: Speziell im ersten, überwiegend aus hügeligen und kurvigen Landstraßen bestehenden Teil unserer Verbrauchs-Testrunde langt der Motor recht ungeniert zu und genehmigt sich 18,05 l/100 km – vom feinen Super Plus, bitte schön. Deutlich bescheidener benimmt er sich im zweiten Teil der Runde mit viel Konstantfahrt auf Bundesstraßen und Autobahnen – da sind es überschaubare 15,12 l/ 100 km. Macht insgesamt 16,56 – nicht schockierend und angesichts der gebotenen Zug- und Spurtkraft durchaus angemessen, aber eben doch gut drei Liter über dem stärksten Diesel der Gegenwart, dem weit schwereren und fast exakt gleich schnellen Bentley Bentayga Diesel.

Weitere Nachteile muss man suchen – sieht man vom hohen Preis ab, der sich mit einer wahren Flut an teuren Extras mühelos noch viel weiter steigern lässt. Das Fahrverhalten ist exzellent, der Fahrkomfort hoch; man reist zügig, kommt erholt an. Kleine Punktabzüge gibt’s für ein paar Details der anhängerspezifischen Ausrüstung: Schade, dass man die Anhängersteckdose in der Heckschürze suchen muss; und schade auch, dass die Heckkamera die Kupplungskugel nicht mehr im Blick hat. Das war bei den früheren Cayenne so praktisch beim Anhängerankuppeln.


Motor und Automatik sind stets tatendurstig


+• Herausragende Fahrleistungen • sehr sicheres Fahrverhalten • erstaunlich hoher Fahrkomfort • geräumige und praxisgerechte Karosserie • hohe Anhängelast

-• Hoher Preis • unübersichtliche Aufpreisgestaltung • teure Kraftstoffsorte • relativ hoher Verbrauch • kleinere Schwächen bei der Anhängerausrüstung

Fazit

Der neue Cayenne bietet für seinen hohen Preis exzellente Zugwageneigenschaften. Bei den Fahrleistungen verfehlt der S nur knapp die Bestmarke; angesichts dessen erscheint sogar der happige Verbrauch akzeptabel.[trö]

VERSTECKT

Vom Motor sieht man nichts, der versteckt sich unter quadratmeterweise Plastik. Dabei ist er ein echtes Sahnestück: wach ansprechend, temperamentvoll – nur etwas durstig

VEREDELT

So fein wie hier macht sich der Cayenne nur, wenn man mit den Kreuzchen in der Aufpreisliste nicht spart. Das kleine Fahrprogramm-Drehrädchen im Lenkrad macht was her – die Rückfahrkamera glotzt leider über die Anhängerkupplung hinweg

VERBLÜFFEND

Toll, wie spontan und kraftvoll der Turbo-V6 aufs Gas reagiert. Man muss schon genau hinfühlen, um eine winzige Turbo-Ansprechverzögerung zu spüren. So bringt der Cayenne den Anhänger auch an steilen Anstiegen souverän in Gang – auch auf losem Untergrund, wo der Allrad superschnell reagiert

Für Platz 1 reicht’s als Benziner nicht

Bestenliste

Niemand hat mehr Zugfahrzeuge gründlicher getestet als AUTO BILD ALLRAD. Natürlich alle mit Allradantrieb: weil man ohne nicht ernsthaft Anhänger ziehen kann. – Der Cayenne II war lange Spitzenreiter unserer Bestenliste: als 382 PS starker V8 Diesel. Der neue Cayenne S liegt zwar in der Performance drei Plätze besser – nicht weit hinter dem Zwölfzylinder-Bentayga; aber der drei Liter höhere Verbrauch wirft ihn zurück auf Rang fünf.

Ratgeber