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Design, aber oho


Stereoplay - epaper ⋅ Ausgabe 6/2019 vom 08.05.2019

Stylische Bauhaus-Optik, flaches Format – kann diese Lyravox echtes High End sein? Und ob! Die neue Karlos Pure speckt bei den Streaming-Funktionen ab und sattelt bei der klangrelevanten Ausstattung drauf – inklusive Raumanpassung.


Artikelbild für den Artikel "Design, aber oho" aus der Ausgabe 6/2019 von Stereoplay. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Stereoplay, Ausgabe 6/2019

1 Ein Air-Motion-Transformer auf der Gehäuseoberseite strahlt Superhochton ab und sorgt somit für ein zusätzliches diffuses Schallfeld. Gleichzeitig lässt er die Boxen größer klingen als sie sind.


Dass Lautsprecher in unserem Hörraum zum ersten mal vorgeführt werden, ist zwar nicht alltäglich, aber auch nicht ungewöhnlich. Dass aber eine Lautsprecher-Weltpremiere nicht nur vor ...

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... den Redakteuren, sondern vor Publikum stattfindet, kommt wahrlich nicht alle Tage vor.

So geschehen am 5. April 2019 im Rahmen unserer High-End-in-Concert-Veranstaltung. Gäste mit VIP-Ticket bekamen neben Vorträgen und einer Führung durch TestLab auch die Gelegenheit, in unserem Hörraum Musik zu hören. Und vorgeführt haben wir mit der Karlos Pure von Lyravox. Die Karlos ist das kleinste Modell der aktiven K-Serie, die Bezeichnung Pure trägt er, weil er in der neuen Version keinen Streamer mehr mitführt. Der Verzicht erklärt sich aus der Zielgruppe. Interessierte Highender waren mehrheitlich der Meinung, dass sie sich nicht auf einen, wenn auch sehr guten, Streamer festlegen wollten – oder sie besaßen schlicht schon einen. Dass die Karlos dennoch nicht günstiger geworden ist, erklärt sich wiederum durch die neuen Treiber.

Keramik + Ambience-AMT

Der nach Lyravox-Vorgaben von Accuton gefertigte Keramik-Hochtöner ist nicht nur von entscheidender Bedeutung für den Klang, insbesondere für die Auflösung und die Durchhörbarkeit, sondern eben auch recht kostspielig. Sein Einsatzgebiet erstreckt sich bis runter zu 1500 Hertz, was ungewöhnlich tief ist. Um den Hochtöner ein wenig zu entlasten, spielt er auf einen Waveguide, was meist zu einem sehr dynamischen Hochton führt.

Eine Besonderheit von Karlos darf auch in der Pure-Variante nicht fehlen: Der Ambience-Air-Motion-Transformer auf dem Gehäusedeckel. Seine Aufgabe ist, Superhochton nach oben abzustrahlen, was zu einer glaubwürdigeren Darstellung von Musik führen soll, da der Schall sich, ähnlich wie in einem Konzert, diffuser ver- teilt, als es bei Einsatz nur eines Hochtöners der Fall ist. Gleichzeitig entsteht der Eindruck, einem größeren Lautsprecher im Sinne von Bauhöhe zu lauschen.

2 Der eigentliche Hochtöner auf der Forderseite des Lautsprechers stammt von Accuton und nutzt ein Keramik-Chassis.


Bedämpfte Membran

Nicht weniger wichtig als die Hochtöner ist natürlich der 10-Zoll-Tief-/Mitteltöner von Scan Speak. Die breite Schallwand erlaubt den Einsatz eines recht ausgewachsenen Modells. Das Chassis ist aus Aluminium und wurde einer „hauseigenen akustischen Modifikation“ unterzogen.

So wurde etwa die Membran bedämpft, was man an den Dämpferelementen auf der Membran sieht. Eine wichtige Eigenschaft des Tief-/Mitteltöners ist sein schnelles Ansprechen, das sich gerade auch bei moderaten Pegeln positiv bemerkbar machen soll.

Verstärkerseitig gibt es keinen Unterschied zwischen Karlos und den größeren Geschwistern. Sprich: Die Entwickler verzichten auf Frequenzwei- chen und nutzen stattdessen moderne DSPs (Digitale Signalprozessoren). Diese beliefern die Chassis mit genau den Frequenzbereichen, die sie wiedergeben sollen, was Frequenzweichen letztendlich auch tun.

Als weiterer Vorteil kommt hier aber noch hinzu, dass passend zugeschneiderte Endstufen sich um die Versorgung der einzelnen Treiber kümmern. Einer der größten Vorteile solcher Aktiv-Box-Konzepte. Sorgt das doch in der Regel für enorme Lebendigkeit und Akkuratesse, insbe- sondere, wenn die Treiber auch noch zeitrichtig angesteuert werden, was beim Einsatz von DSP recht einfach und hier der Fall ist. Im Karlos sitzen vier klangstarke Class-D-Endstufen mit insgesamt 1000 Watt (vier mal 250 Watt). Lyravox-Chef Dr. Götz von Laffert, der die Boxen imstereoplay -Hörraum vorstellte, betonte, dass der Umstieg der Marke Lyravox von passiven auf aktive Lautsprecher nur möglich geworden sei, durch die massiven Fortschritte in der Entwicklung von Class-D-Verstärkern – eine Ansicht, die wir teilen. In allen neuen Modellen finden sich nun folglich aktuellste Amps.

Das Anschlussfeld auf der Rückseite findet Platz auf einer massiven Kupferplatte – ein „Signature Feature“ von Lyravox. Hier finden sich digitale (je 1 x optisch, koaxial und AES) sowie analoge Cinch- und XLR-Eingänge – und zwar auf beiden Boxen. Einer Box wird eine Master-Funktion zugewiesen, die andere ist der Companion.


Die Optik ist bei Karlos kein Zufall: Er soll über dem Boden schweben, insgesamt aber nicht zu hoch werden. Das ist gelungen.


Der Raum, Feind des guten Klangs

Noch klangentscheidender als die verwendete Endstufe ist jedoch der Raum, in dem ein Lautsprecher spielt. Karlos lässt sich auch in der Pure-Variante an den Raum anpassen – jedoch nicht vom Nutzer selbst, sondern von Lyravox-Fachleuten, die diesen optionalen Service für 490 Euro in ganz Deutschland übernehmen. Wir empfehlen dies ausdrücklich.

Druckvoll und detailliert

Beide Lautsprecher sind komplett identisch. Einer wird mit Musiksignalen beliefert und reicht diese über ein beiligendes Link-Kabel an den anderen weiter, ist also der Master.

Farbstandard ist weiß, gegen einen Aufpreis sind aber alle RAL-Farben machbar. Die Standbeine sind aus Stativholz (Esche schwarz/geölt) und aufwendig handgefertigt. Optional gibt es auch Nussbaum geölt. In den Füßen der Serienmodelle werden dann auch versenkbare Spikes stecken.

Downfire Bassreflex: Das Finish der Beine ist hier noch Vorserie.


Von seiner Neutralität und Ehrlichkeit her erinnerte Karlos an einen Studiomonitor. Er zeigt keinen Hang zur Schönfärberei, übertreibt es aber auch nicht mit der Analyse. Das ist eine gelungene Abstimmung, die zusätzlich mit reichlich Feindynamik und druckvoller Impulsivität punktet. Die Karlos Pure löst sehr gut auf und klingt in der Tat deutlich größer als sie ist. Wärmstens empfohlen!