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Design or what?


Sammler Journal - epaper ⋅ Ausgabe 4/2020 vom 11.03.2020

Ingo Maurer intim Teil II


Seine Vielseitigkeit spiegeln Materialien wie Blattgold, Japan - papier, Porzellanscherben oder Plastik wider, alles brachte er zum Leuchten: Ingo Maurer. Zu Beginn seiner Karriere gestaltete er Leuchten um die klassische Glühbirne herum. Unabhängig vom Leuchtmittel war für ihn die Qualität des im Raum erzeugten Lichts entscheidend. Neben spektakulären Einzelstücken ent wickelte er komplette Beleuchtungskonzepte, sowohl für private als auch öffentliche Gebäude. Die Neue Sammlung - The Design Museum präsentiert die Ausstellung über diesen Pionier des zeitgenössischen Lichtdesigns ...

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Bildquelle: Sammler Journal, Ausgabe 4/2020

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Ingo Maurer mit seiner Leuchte „What We Do Counts“, 2015


Foto: Tom Vack

NIEDERVOLT - HOCH SPANNEND: YAYAHO

Ab den 1980er-Jahren wurden Nie - dervolt-Seilsysteme als flexible und leicht handhabbare Beleuchtungs - systeme hoch geschätzt. Keine Arztpraxis, kein Büro, kein Flur oder Wohnzimmer war ohne die stromführenden Stahlseile mit Niedervolt (meist 12V) Halogenleuchtmitteln denkbar. 1984 kam Ingo Maurer als ei ner der Ersten mit dem Niedervolt- Lichtsystem „YaYaHo“ auf den Markt, viele andere Hersteller sollten ihm bald folgen. Die Idee dazu kam ihm früh morgens bei den Neujahrsfestlichkeiten nach dem Verlassen ei nes Lokals auf Haiti. Er bewunderte den aussichtslosen Kampf zweier 1500W-Glühbirnen gegen das aufgehende Sonnenlicht. Fasziniert war er von der simplen Montage-Idee - die Leuchtmittel waren einfach an zwei Drähten fixiert. Beim „YaYaHo“ werden zwei horizontale Metallseile, ge speist von einem Transformator, meist knapp unter der Decke ge - spannt und mit einer variablen Anzahl frei beweglicher und unterschiedlich gestalteter Halogenleuchtmittel bestückt. Jedes Leuchtmittel kann individuell positioniert und ausgerichtet werden. Es bietet gleichzeitig Funktion und Freiheit. Im Juni 1985 installierte er „YaYaHo“ in Paris im Centre Georges Pompidou für die Ausstellung „Lumières Je pense à vous“. Obwohl das genial einfache System zahlreiche Nachahmer fand, wurde Ingo Maurer da - durch nicht zum Millionär. Er hatte kein Patent dafür angemeldet, lediglich ein Ge brauchs muster.

TRÄUME AUS JAPANPAPIER

Die Lampenschirme der „MaMo Nou chies“-Serie werden aus japanischem Papier aus Dagmar Mombachs Manufaktur solange aufwändig in Handarbeit mit mehreren Arbeitsschritten geformt bis sie die gewünschte Form annehmen. Damit ist jeder Schirm ein Einzelstück. Der Na me MaMo Nouchies verweist auf Ingo Maurer und Dagmar Mombach und würdigt gleichzeitig das Universaltalent Isamu Noguchi (1904- 1988), der schon Mitte des 20. Jahrhunderts Klassiker der Papierschirmleuchten geschaffen hatte. Mit den MaMo Nouchies hat Ingo Maurer subtile Skulpturen aus Papier, Me - tall, Glas, Glasfaserblenden, Kunststoff, Edelstahl und bei einigen Stehleuchten mit kontrastierendem Beton als Sockel geformt. Auffallend schön sind die figürlichen MaMo Nouchies „Walking in the Rain“ aus den Jahren 1998/2017 und „Samurai“ von 1998.

WEITERE PRODUKTE

Die Auflistung aller von Ingo Maurer entworfenen Leuchten ist überwältigend. Alle verbindet eine innovative, kreative und phantasievolle Gestaltung. Das aktuelle Angebot an Tischlampen, Hängelampen, Deckenlampen, Stehlampen, Systemen, Wandlampen, MaMo Nouchies, Einzelstücke und selbst die nicht mehr in Produktion befindlichen Modelle ge - ben einen Überblick über das enorme gestalterische Werk Ingo Maurers. Das aufkommende LED-Zeitalter begrüßte Ingo Maurer bereits 2001 mit dem Modell „EL.E.DEE“, die als erste LED-Tischleuchte in die Designgeschichte eingegangen ist. In der Folge entstanden weitere LEDTische, LED-Bänke sowie LED-Tapeten und LED-Decken, in denen die Lichtquellen in der Fläche verteilt sind. Die „Zettel'z 5“ ist eine interaktive Deckenleuchte, da sie der Besitzer selbst mitgestalten kann. Er kann sie voluminös und locker oder konzentriert und eng stecken. Neben den 31 bedruckten Blättern aus transluzentem Japanpapier in DIN A5 werden 49 unbedruckte Zettel mitgeliefert, auf denen der Nutzer mit eigenen Gedanken oder Zeichnungen die Leuchte individualisieren kann. Eine weitere Spielart ist die „Zettel’z Laughing Buddha“ aus den Jahren 1997/2018. Ganz schön verdreht kommt die papierene Wandleuchte „Oops“ aus dem Jahr 2019, die sich durchaus auf ihren Vorläufer, die metallene „Flames“-Wandleuchte, 1962 von Serge Mouille entworfen, berufen darf.

Dagmar Mombach, Ingo Maurer + Team, MaMo Nouchies


Foto: Anna Seibel

Ingo Maurer + Team, MaMo Nouchies, Walking in the Rain 1998/2017


Dagmar Mombach, Ingo Maurer + Team, Samurai, 1998


Foto: Markus Tollkopf

LICHTINSTALLATIONEN

Seit 1985 plante und realisierte Ingo Maurer auch Lichtinstallationen im privaten und öffentlichen Raum. Er schuf Lichträume, integrierte Objekte in Stadt und Land oder setzte gekonnt Architektur in Szene. Seine Projekte finden sich in Asien, Europa, der Karibik sowie Nord- und Südamerika. Beispiele dieser genialen Ar beiten sieht man aber auch in München. Seit 1998 entwickelte Ingo Maurer mit seinem Team die Farb- und Lichtkonzepte für die UBahnhöfe Westfriedhof (1998), Münchner Freiheit (2008-2009), Ma - rienplatz (2015) und Sendlinger Tor. Für den japanischen Modedesigner Issey Miyake erschuf er 1999 eine Lichtinstallation für eine Modenschau in Paris und ein Lichtobjekt für dessen Londoner Showroom. Auf dem Lester B. Pearson Airport in Toronto vertreibt seit dem Jahr 2003 die Installation „Earthbound - Un - bound“ mit einem großen Wasserbassin mit sich ständig bewegenden und schwebenden Elementen den Wartenden die Zeit im Terminal für internationale Abflüge.

Die imposante etwa 1.500 Kilogramm schwere „Crystal Snowflake“ aus dem Jahr 2005 ist das Gegenteil ei ner leichten Schneeflocke und kann bei Unicef in New York be Strahstaunt werden. Das Lichtobjekt mit ei nem Durchmesser von sieben Me - tern besteht aus beinahe 16.000 Kris tallen von Baccarat und leuchtet aus 16 Halogen-Metalldampf-Spots, 84 Halogen-Spots, 24 Stroboskop- Lichtern und 300 LED-Blitzlichtern mit insgesamt 7.520 Watt. Trotz seines beeindruckenden Gewichts ist es von unglaublicher optischer Leich tigkeit. Im Atomium in Brüssel entstand 2006 die „Friendly Intrusion from Outer Space“. Die neue Firmenzentrale von Linde in München zieren seit 2008 Lichtobjekte im Foyer und eine spektakuläre Außenbeleuchtung mit einem speziellen, energieeffizienten LED-Modul, das nur die Laibungen der Fenster er - hellt. Noch im Jahr 2019 installierte Ingo Maurer die „Silver Cloud“ im Residenztheater in München.

Ingo Maurer, Zettel’z 5, 1997


Foto: Ingo Maurer GmbH

Ingo Maurer, EL.E.DEE, 2001


Foto: Tom Vack

Ingo Maurer, Zettel’z Laughing Bud - dha, 1997/2018


Foto: Anna Seibel

DIE NATUR DES LICHTS

Ingo Maurer ging es nie alleine um den Entwurf von Leuchten, vielmehr um die Gestaltung von Lichtverhältnissen. Seine Faszination dieses Me - diums beschrieb er mit diesen Worten: „Ich glaube, Licht ist so geheimnisvoll, weil es sich so unglaublich schnell und auf so unterschiedliche Weise bewegen kann und man nie wirklich weiß, woher es kommt. Das mag ich sehr gerne.“ Licht ist wie Luft, nicht greifbar und trotzdem le - bensnotwendig. Ohne Licht gäbe es keine Farben und keinen Schatten. Be reits die Abnahme des natürlichen Lichts zum November hin löst bei manchen Menschen den Novemberblues aus, der bei einigen bis zu einer Winterdepression führen kann. Licht ist nicht nur zum Sehen wichtig, vielmehr steuert es auch unsere Körperfunktionen. Lichtempfindliche Zellen auf der Netzhaut veranlassen die Ausschüttung des Glückshormons Se rotonin im Gehirn, das wiederum für die Produktion des für Schlaf und Er holung zuständigen Hormons Melatonin verantwortlich ist und die Schlaf- und Wachphasen steuert. Physikalisch ist Licht als elektromagnetische Strahlung definiert, genauer der für das menschliche Auge wahrnehmbare Teil des elektromagnetischen Spektrums im Bereich der Wellenlängen zwischen rund 380 und 780 nm, also zwischen der UVund der Infrarot-/(Wärme-)Strah lung. Die vielfältigen Eigenschaften des Lichts lassen sich bisher von Physikern nur mit Hilfe zweier unterschiedlicher Modelle erklären, was diese als den Welle-Teilchen-Dualismus bezeichnen. Dies bedeutet, dass Licht sowohl als Teilchen (Photon) als auch als Welle be - trachtet wird, je nachdem, welchen Effekt (zum Beispiel Brechung, Beugung oder Reflexion) es zu modellieren gilt.

Für den Leuchtendesigner sind vor allem zwei Eigenschaften des Lichts von Bedeutung. Die Reflexion er - laubt die Bündelung oder Streuung des Lichts bei entsprechend geformten Reflektoren. Die Brechung an der Grenzfläche zwischen zwei Medien un terschiedlicher optischer Dichte er möglicht die Ablenkung des Lichtstrahls, was bei leistungsstarken Spots zum Beispiel durch Fresnel- Linsen ebenfalls zur Bündelung des Lichts benutzt wird.

Ingo Maurer + Team, Oop’s, 2019


Foto: Tom Vack

Ingo Maurer + Team, Lichtgestaltung Marienplatz, 2015


Foto: Friederike Klesper

Ingo Maurer + Team, Silver Cloud, 2019


Foto: Simon Koy

KUNSTLICHT

Unter Kunstlicht versteht man alles au ßer Tageslicht, das von der Sonne er zeugt wird. Frühe Kunstlichtspender waren Kerzen und Fackeln. Die Er forschung der Elektrizität verhalf der Glühbirne zu ihrem mehr als 100 Jahre dauernden Siegeszug. Sie ist wie die Kerze oder Fackel ein thermischer Strahler, bei dem ein Großteil der Energie in Form von Wärme verloren geht. Als Klima rettende Maßnahme wurde sie deshalb ab 2012 in der Europäischen Union verboten. Als Ersatz wurde zunächst die sehr um strittene Energiesparlampe an - gepriesen, der aber eine Vielzahl ge - sundheitlicher Beeinträchtigungen zu geschrieben wurde. Inzwischen hat sich die LED (Leuchtdiode) als zu - verlässige Alternative durchgesetzt. Sie produziert kaum Wärme, wo - durch sie in etwa mit einem Zehntel der Leistung auskommt, die eine entsprechend helle Glühbirne benötigen würde. Möglich ist dies, da das Licht in diesen Halbleitern nicht durch die Hitze eines glühenden Drahtes entsteht. Mit der Vielzahl an Leuchtmitteln wurde es für den Verbraucher zunehmend schwieriger, das richtige zu finden. Zu Zeiten der Glühbirne wusste man wie wenig hell eine 25-Watt-Birne im Gegensatz zu einer grellen 100-Watt-Birne leuchtet. Um die Helligkeit der un - terschiedlichen Leuchtmittel zu vergleichen, muss der Lichtstrom (angegeben in Lumen) betrachtet werden. Ebenso wichtig ist die Farbtemperatur in Kelvin. Der Glühbirne am ähnlichsten sind LEDs mit 2700 Kelvin (Warmweiß), die meistens im Wohnbereich eingesetzt werden. Je höher der Wert, desto bläulicher und kälter er scheint das Licht. Kunstlicht ist ei - gentlich ein Werkzeug, in seiner ex - tremen Form als Laser schneidet es so gar Festkörper. Die Halogenlampen sind kleine, starke, punktför - mige Lichtquellen, deren starken Blend effekt die Leuchte kompensieren muss. Bei LEDs ist das Licht meist flächig und ausgebreitet. Die ge - ringe Wärmeentwicklung der LEDs schont die Leuchten und gibt dem Designer größere Freiheiten beim Entwurf.

Ausstellung „Ingo Maurer intim. Design or what?“


Foto: Anna Seibel

Ingo Maurer + Team, Torre Velasca Blu, 2019


Foto: Tom Vack

LICHT = LAMPE + LEUCHTE

Zur Erklärung dieser Gleichung hilft die Unterscheidung der Begriffe Lampe und Leuchte. Lampe bezeichnet das Leuchtmittel, also die Lichtquelle. Unter Leuchte versteht man die Umhüllung der Lampe (Ingo Maurer sprach allerdings immer von Lampen, wenn er seine Leuchten meinte). Das Licht entsteht aus der Kombination Lampe und Leuchte.

Die Lampe definiert Eigenschaften wie die Farbtemperatur. Warmweißes Licht mit weniger als 3300K wird als gemütlich empfunden, kaltweißes Licht über 3300K wirkt anregend und eignet sich für den Arbeitsplatz. Durch Dimmer kann die Farbtemperatur bei Glühbirnen auf Kosten der Helligkeit erwärmt werden. Die Leuchte bestimmt die Lichtausbreitung, zum Beispiel ob sie direkt oder in direkt erhellen soll. Das gelungene Zu sammenspiel von Leuchtmittel und Leuchte erzeugt je nach Situation angenehme atmosphärische Stimmung oder zweckmäßige Helligkeit am Arbeitsplatz. Die besondere Herausforderung beim Leuchtendesign ist, dass die Leuchte nicht nur dem Zeitgeist (und im Idealfall darüber hinaus, was man dann zeitlos nennt) entsprechend gestaltet ist, sondern dass sie auch ihren jeweiligen Beleuchtungszweck erfüllt. An ei ne Arbeitsleuchte werden andere An forderungen gestellt als an ein at - mosphärisches Raumlicht spendendes Leuchtenobjekt. Wie beim Mö - beldesign müssen Form und Funktion passen. Wer wünscht sich einen stylish designten Stuhl, auf dem man nicht sitzen kann? Während jedoch ein bequemer Stuhl immer bequem bleibt, unabhängig ob er im Arbeits-, Wohn- oder Esszimmer steht, hängt die Lichtwirkung einer Leuchte stark von ihrer Umgebung und dem Raum ab. Eine zusätzliche Herausforderung für den Leuchten- Designer.

Eckhard Knuth, Ingo Maurer, Holonzki/ Dead Bulb Alive, 2000


Ingo Maurer, Living Vegas, 2007


Ingo Maurer + Team, Ringelpiez, 2017


Alle Fotos: Tom Vack

INGO-MAURER-STIL?

Versuch einer historischen Einordnung: Leuchten blicken in der De - signgeschichte auf wenige Epochen zu rück. Eine erste Blütezeit hatten sie im Jugendstil, der französischen Belle Époque. Vorwiegend florale, na turalistische Ornamente in mehrfarbigem Pâte-de-verre-Glas waren stilprägend, sieht man von den strengeren Entwürfen des Wiener Ju gendstils ab. Die Begeisterung für Ma schinen und Technik führte im Art déco zu strengen geometrischen Formen. Die Namensgebung dieser Epoche erfolgte erst in den 1960er- Jahren und bezieht sich auf die „Exposition internationale des arts décoratifs et industriels modernes“ im Jahr 1925 in Paris. Im anschließenden organischen Midcentury runden sich die Entwürfe und werden durch Holz als zeittypisches Ma terial wohnlicher. Die rebellischen 1960er-Jahre werden wieder bunter und greller. Ingo Maurer hat in über fünf Jahrzehnten ein weiteres Kapitel in der Geschichte des Leuchten- De signs geschrieben. Mal hat er Vorhandenes weiter entwickelt, meist aber gänzlich Neues geschaffen. Mitten im Pop-Art-Zeitalter begann Ingo Maurer und erschuf seinen ei - genen von hintergründigem Humor ge prägten Stil. Inzwischen stößt man bei Leuchten-Recherchen schon auf freche Nachahmer, die ihre Erzeugnisse mit der Bezeichnung „Ingo Maurer Stil“ aufzuwerten versuchen.

DIE AUSSTELLUNG

An der Planung dieser Retrospektive „Ingo Maurer intim. Design or what?“, welche Die Neue Sammlung - The Design Museum, Pinakothek der Moderne, München noch bis 18. Ok tober zeigt, arbeitete Ingo Maurer noch mit. Leider verstarb er knapp drei Wochen vor ihrer Eröffnung am 21. Oktober 2019. Sein Genie wird noch lange in seinen Leuchten und Lichtinstallationen weiter leuchten und die Welt aufhellen.

Katalog:

„Ingo Maurer intim. Design or What?“ Hrsg. Angelika Nollert, Die Neue Sammlung - The Design Museum, München, 2019/20

Ausstellung:

Ingo Maurer intim. Design or what? Die Neue Sammlung - The Design Museum, Pinakothek der Moderne, München. Bis 18. Oktober 2020