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Desktoptipps für Gnome & KDE


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LinuxWelt - epaper ⋅ Ausgabe 1/2022 vom 26.11.2021

Hinter Gnome und KDE stehen unterschiedliche Bedienkonzepte der Entwickler. Gnome soll möglichst übersichtlich und reduziert sein, KDE spricht eher Individualisten an. Viele Benutzer bevorzugen Gnome trotzdem, wünschen sich aber an der einen oder anderen Stelle etwas mehr Komfort und Einfluss. Das sehen auch andere so, weshalb es für Gnome etliche Erweiterungen gibt, mit denen sich die Oberfläche anpassen lässt. Die muss man jedoch erst finden und einrichten. KDE bietet dagegen schon von Haus aus zahlreiche Möglichkeiten, die man aber erst entdecken muss. Bei beidem hilft dieser Artikel.

Gnome-Desktop erweitern

Gnome unterstützt Schnittstellen, über die sich der Desktop ausbauen lässt. Einzelne Bestandteile kann man ersetzen, beispielsweise das Menü. Das Panel lässt sich mit zusätzlichen Icons und Funktionen ausstatten. Wir haben die Tipps und Anleitungen unter Ubuntu 20.04 LTS ausprobiert. Bei ...

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Bildquelle: LinuxWelt, Ausgabe 1/2022

Der Standard-Gnome-Desktop: Gnome schneidet optisch insgesamt nicht schlecht ab, jedoch ist die Anwendungsübersicht mit großen Icons für Desktop-PCs kaum geeignet.
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... anderen Systemen mit Gnome können eventuell abweichende Schritte nötig sein.

Schritt 2: In einem Terminal (Strg-Alt-T) installiert man ein zusätzliches Paket:

Schritt 3: Zur Verwaltung der Erweiterungen und für einige weitere Einstellungen empfiehlt sich das weitere Tool Gnome Tweaks. Es lässt sich im Terminal mit installieren. Deutschsprachiges Ubuntu zeigt das Tool bei einer Suche nach „Tweaks“ oder „Optimierunge“n über „Aktivitäten“ als „Optimierungen“ an. Zusammen mit Gnome Tweaks wird unter Ubuntu 20.04 automatisch das Paket „gnome-shellextension-prefs“ eingerichtet. Dabei handelt es sich um ein neueres Tool zur Verwaltung und Konfiguration. Sie finden es über eine Suche nach Erweiterungen.

Hinweis: Die Gnome-Erweiterungen müssen zur verwendeten Gnome-Shell passen. Bei der Installation über https://extensions. gnome.org wird die Version automatisch ermittelt. Ist die Erweiterung dafür noch nicht verfügbar, wird der Hinweis „Incompatible“ angezeigt. Welche Gnome-Version installiert ist, kann dieser Terminalbefehl ermitteln: Bei Ubuntu 20.04 LTS handelt es sich zur Zeit um Version 3.36.9.

Gnome: Schwebendes Dock für Ubuntu

Die Erweiterung Floating Dock ermöglicht ein frei platzierbares Dock auf dem Gnome- Desktop. Es lässt sich nicht nur beliebig verschieben, sondern auch horizontal oder vertikal positionieren und ausblenden. Zur Installation gehen Sie auf https://extensi ons.gnome.org/extension/2542, setzen den Schalter rechts oben auf „On“ und klicken auf „Installieren“. Floating Dock wird sofort mit einem blauen, verschiebbaren Icon mit drei weißen Punkten sichtbar. Ein Klick darauf öffnet das Dock. Nach einem rechten Mausklick auf das Icon erscheinen einige Symbole. Über die Pfeile lässt sich die Ausrichtung ändern. Außerdem gibt es Icons für Abmelden, Sperren, Ausschalten und Bereitschaft.

Gnome: Ubuntu Dock ersetzen

Ubuntu 20.04 verwendet standardmäßig die Gnome-Erweiterung Ubuntu Dock für die Favoritenleiste am linken Rand des Bildschirms. Dabei handelt es sich um eine modifizierte Version von Dash to Dock. Das Original ist aber eigentlich besser und funktionsreicher. Zur Installation gehen Sie auf https://extensions.gnome.org/extensi on/307, setzen den Schalter rechts oben auf „On“ und klicken auf „Installieren“. Die neue Leiste wird sofort aktiviert, was an den etwas größeren Abständen der Icons zu erkennen ist.

Öffnen Sie „Optimierungen“ und gehen Sie auf „Erweiterungen“. Oder Sie starten „Erweiterungen“, was die gleichen Optionen bietet. Klicken Sie auf das Zahnradsymbol bei „Dash to dock“. Auf der ersten Registerkarte „Position und Größe“ lässt sich die Position des Docks auf dem Bildschirm festlegen. Alle vier Seiten sind möglich.

Es lässt sich außerdem einstellen, ob das Dock automatisch ausgeblendet werden soll. Bei der Option ist eine Schaltfläche mit Zahnradsymbol zu finden, das zu weiteren Einstellungen führt. Standardmäßig ist „Fester ausweichen“ aktiviert. Das Dock wird dann nur ausgeblendet, wenn kein Fenster es überdeckt. Ist die Option deaktiviert, lässt sich das Dock einblenden, indem man mit dem Mauszeiger schnell an die Bildschirmkante fährt.

Standardmäßig stellt ein Klick auf ein Dock- Icon das minimierte Fenster einer Anwendung wieder her. Ein weiterer Mausklick auf das Icon hat keine Wirkung. Sind mehrere Fenster einer Anwendung geöffnet, wechselt jeder Mausklick zwischen den Fenstern.

Auf der Registerkarte „Verhalten“ lässt sich das hinter „Wirkung bei Mausklick“ ändern. Ist „Minimieren“ eingestellt, werden alle Fenster per Mausklick minimiert und bei einem erneuten Klick wiederhergestellt. Das entspricht der Funktion der Taskleiste in Windows.

GNOME-ERWEITERUNGEN IN UBUNTU 21.10

Bei Ubuntu 21.10 (siehe dazu auch den Beitrag ab Seite 22) gibt es einige Änderungen, die die Installation von Gnome-Erweiterungen erschweren. Zur Zeit lässt sich die Erweiterung Gnome Shell Integration in Firefox nicht nutzen. Eine Abhilfe ist es, zuerst die Snap-Version von Firefox entfernen und diesen als DEB-Paket zu installieren: Alternativ dazu kann man auch Google Chrome (https://www.google.de/chrome) und die dazugehörige Erweiterung installieren (https://m6u.de/GNCH). Der Chromium-Browser wäre theoretisch auch möglich. Der liegt aber ausschließlich als Snap-Paket vor und auch hier funktioniert Gnome Shell Integration nicht. Über das Gnome- Tweak-Tool lassen sich Erweiterungen nicht mehr verwalten. Dafür dient jetzt ausschließlich das Systemtool „Erweiterungen“.

Ubuntu Dock entfernen: Es ist möglich, Dash to Dock und Ubuntu Dock parallel zu installieren. Das Ubuntu Dock lässt sich allerdings nicht vollständig deaktivieren, läuft im Hintergrund weiter und benötigt RAM. Außerdem wird es im Hintergrund manchmal sichtbar, etwa wenn man auf „Aktivitäten“ klickt. Wen das stört, der kann das Ubuntu Dock im Terminal mit beseitigen. Dabei werden auch die Pakete „ubuntu-desktop“ und „ubuntu-desktopminimal“ deinstalliert. Das hat keine weiteren Auswirkungen, außer bei einem System upgrade auf die nächste Ubuntu-Version. Sobald dieses ansteht, sollten Sie die entfernten Pakete mit wieder nachinstallieren.

Gnome: Panelleiste statt Dock verwenden

Eine eher traditionelle Taskleiste lässt sich mit der Erweiterung Dash to Panel nachbilden, die das Favoritendock mit dem Hauptpanel zusammenführt. Gehen Sie auf https://extensions.gnome.org/extension/ 1160 und aktivieren Sie die Erweiterung. Die Leiste erscheint sofort am unteren Bildschirmrand.

Ganz links ist das Icon „Anwendungen anzeigen“ zu sehen, das als Startmenü dient und zur Anwendungsübersicht und zur Suche führt. Ein rechter Mausklick darauf blendet ein Menü für die schnelle Navigation ein, beispielsweise zu „Energieoptionen“ und „Festplattenverwaltung“ sowie zu „Extensions“ und „Erweiterungseinstellungen“.

Auf „Anwendungen anzeigen“ folgen die Favoriten-Icons aus dem Dock. Laufende Programme erscheinen hier ebenfalls mit ihren Icons und die aktiven Programme sind mit einem farbigen Strich an der Unterseite des Icons markiert.

Dash to Panel lässt sich auf dem gleichen Weg konfigurieren wie zuvor bei Dash to Dock beschrieben. Es lässt sich die Position der Leiste, deren Höhe und Länge festlegen. Auf der Registerkarte „Verhalten“ kann man die Option „Anwendungsmenü- Schaltfläche anzeigen“ aktivieren. Damit wird das Menü der jeweils aktiven Anwendung angezeigt, das sonst bei Gnome standardmäßig im Panel untergebracht ist. Bei Gnome enthält dieses allerdings nicht viele Menüpunkte. Meist ist nur „Neues Fenster“ oder Ähnliches enthalten. Wenn Sie das Anwendungsmenü einblenden, sollten Sie auf der Registerkarte „Position“ die Reihenfolge der Elemente anpassen. Ansonsten verschiebt sich die Leiste ständig, wenn das Menü seine Breite ändert. Bewegen Sie „Taskbar“ mit der Pfeil-Schaltfläche über „Left Box“. Das Anwendungsmenü wird dann weiter rechts untergebracht und seine Größe wirkt sich nicht mehr auf die Taskbar aus.

Auf der Registerkarte „Aktion“ bietet Dash to Panel Einstellungen für „Klickaktion“. Standard ist die Option „Fenster durch-wechseln + minimieren“. Ein Klick auf das Icon holt ein minimiertes Fenster in den Vordergrund, ein erneuter Klick minimiert es wieder. Sind mehrere Fenster einer Anwendung geöffnet, wechselt jeder Klick zum nächsten Fenster. Beim letzten angekommen, wird es minimiert. Stellt man „Fenster umschalten“ ein, werden einzelne oder alle Fenster einer Anwendung bei jedem Klick minimiert oder wiederhergestellt. Fährt man mit der Maus über eine Icongruppe, sieht man in jedem Fall eine Vorschau und kann per Klick zum gewünschten Fenster wechseln.

Gnome: Startmenü nachrüsten

Die Auswahl eines Programmstarters oder die Suche über „Aktivitäten“ ist sicher für viele Benutzer ausreichend. Bei Bedarf lässt sich aber auch ein klassisches Startmenü einbauen. Dafür installieren Sie Arc Menu über https://extensions.gnome.org/ extension/3628. Bei einer Standardinstallation ersetzt Arc Menu das bisherige „Aktivitäten“, die sich aber weiterhin über die Super-Taste (Windows-Taste) aufrufen lassen. Das Menü zeigt die angehefteten Anwendungen und auf der rechten Seite gelangt man beispielsweise schnell zu „Persönlicher Ordner“ oder zu „Downloads“. Schaltflächen für Neustart oder Ausschalten sowie ein Suchfeld sind ebenfalls vorhanden. Ein Klick auf „Alle Programme“ führt zu einer Übersicht der installierten Anwendung in einer Kategorienansicht. Für die Konfiguration klickt man im Menü auf „ArcMenü-Einstellungen“. Der Dialog ist – wie bei den anderen Erweiterungen auch – ebenfalls über Gnome Tweaks oder Erweiterungen ansteuerbar. Unter „Menü-Layout“ stehen zahlreiche Ansichten zur Verfügung. Gehen Sie auf „Modern-Menü-Layouts“ und wählen Sie „Windows“ für ein Menü im Windows-10-Stil. Hinter „Elf“ verbirgt sich ein Design ähnlich dem von Windows 11.

Das Gno-Menü ist ein weiteres, angenehm gestaltetes Menü für Gnome. Es zeigt ein Layout in einem ähnlichen Stil wie Windows 10. Zusätzlich baut die Erweiterung die Schaltflächen „View“ („Aktivitäten“) und „Apps“ („Anwendungen anzeigen“) in das Panel ein. Die Installation über https:// extensions.gnome.org/extension/608 funktioniert derzeit nur bis Gnome Shell 3.34 und somit nicht unter Ubuntu 20.04. Eine angepasste Version für Gnome 3.36, 3.38 und 40 kann man unter https://giacomoblog.info/ blog/gnomenu-revisited herunterladen. Für die Installation verwenden Sie diese Befehlszeile im Terminal, und dies im Download-Verzeichnis.

Gnome: Anzeige der Tray-Icons verbessern

Bei Ubuntu ist die Gnome-Erweiterung Ubuntu Appindicators bereits vorinstalliert. Anwendungen können daher Icons etwa für Benachrichtigungen im Panel anzeigen. Das funktioniert jedoch nicht mit einigen älteren Programmen, außerdem lässt sich die Darstellung nicht verändern.

Eine Alternative ist die Erweiterung Tray Icons Reloaded, die Sie über https://exten sions.gnome.org/extension/2890 installieren. Über „Erweiterungen“ oder Gnome Tweaks deaktivieren Sie anschließend Ubuntu Appindicators und aktivieren stattdessen Tray Icons Reloaded. In den Einstellungen der Erweiterung lassen sich beispielsweise die Größe der Icons, Kontrast und Helligkeit anpassen.

Gnome: Icons auf dem Desktop

Gnome zeigt standardmäßig keine Icons auf dem Desktop. Bei Ubuntu sind immerhin die Icons für „Persönlicher Ordner“ und „Papierkorb“ zu sehen. Dafür sorgt die bereits vorinstallierte Gnome-Erweiterung Desktop Icons. Auch dafür gibt es einen leicht verbesserten Ersatz. Installieren Sie Desktop Icons NG über https://extensions. gnome.org/extension/2087. Über „Erweiterungen“ deaktivieren Sie die bisherige Erweiterung und aktivieren stattdessen Desktop Icons NG.

Die Konfiguration erreichen Sie per rechtem Mausklick auf einen freien Bereich des Desktops und „Einstellungen“. Sie können festlegen, ob Sie den persönlichen Ordner oder den Papierkorb auf dem Desktop unterbringen wollen. Das konnte aber auch schon die Ubuntu-Erweiterung. Bei Desktop Icons NG lässt sich aber zusätzlich die Anzeige externer Laufwerke und von Netzwerklaufwerken aktivieren oder deaktivieren.

Gnome: Verknüpfungen auf dem Desktop

Über das Kontextmenü des Gnome-Desktops oder per Drag & Drop vom Dateimanager aus ist es nicht möglich, Starter-Verknüpfungen zu Programmen oder Ordnern auf dem Desktop abzulegen. Mit einem Trick geht es aber doch. Für Programmverknüpfungen gehen Sie so vor:

Schritt 1: Öffnen Sie den Dateimanager und gehen Sie in den Ordner „/usr/share/ applications“. Suchen Sie die gewünschte Anwendung, beispielsweise Firefox („firefox.desktop“).

Schritt 2: Kopieren Sie die Datei in den Ordner „Schreibtisch“ in Ihrem Home-Verzeichnis. Direktes Kopieren auf den Desktop ist nicht möglich.

Schritt 3: Klicken Sie die Datei mit der rechten Maustaste an, wählen Sie „Eigenschaften“ und gehen Sie auf „Zugriffsrechte“. Setzen Sie ein Häkchen vor „Datei als Programm ausführen“.

Schritt 4: Klicken Sie die „.desktop“-Datei auf dem Desktop mit der rechten Maustaste an und wählen Sie „Start erlauben“. Wenn Sie eine Verknüpfung zu einem Ordner erstellen möchten, öffnen Sie ein Terminal. Folgender Befehl genügt, um am Desktop eine Verknüpfung zum Ordner „Downloads“ in Ihrem Home-Verzeichnis anzulegen.

KDE individuell konfigurieren

KDE Plasma ermöglicht von Haus aus und ohne zusätzliche Tools zahlreiche Anpassungen. Die gewünschten Elemente oder Designs lassen sich über die grafische Oberfläche einrichten. Was fehlt, kann man bequem herunterladen und mit wenigen Mausklicks installieren. Die Tipps und Anleitungen haben wir unter Kubuntu 20.04 ausprobiert. Bei neueren Versionen können die Beschriftungen und Menüpunkte abweichen.

KDE: Leisten hinzufügen und bearbeiten

KDE Plasma 5 liefert in allen Linux-Distributionen einen traditionellen Desktop mit einem horizontalen Panel am unteren Bildschirmrand. Darin enthalten sind das Anwendungsmenü, die Taskleiste und der Infobereich beispielsweise mit Uhr und Lautstärkeregler. Vor allem bei eher breiten als hohen Notebookdisplays ist das nicht optimal. Hier ist eine zusätzliche seitliche Leiste beispielsweise als Favoritenstarter für häufig benötigte Anwendungen sinnvoll. Das schafft dann auch Platz auf der horizontalen Leiste für die laufenden Programme, die man dann nicht mehr gruppieren muss. In KDE ist der kleine Umbau ohne Erweiterungen möglich.

Schritt 1: Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die vorhandene Leiste am unteren Bildschirmrand und gehen Sie auf „Kontrollleiste bearbeiten“. Fahren Sie mit dem Mauszeiger über die Leiste. Sie sehen dann die Bezeichnungen der unterschiedlichen Elemente. Bei „Fensterleiste“ klicken Sie auf „Entfernen“. Klicken Sie auf die Schaltfläche „Bildschirmkante“, halten Sie die Maustaste gedrückt und ziehen Sie die Leiste an den linken Bildschirmrand. Dann klicken Sie auf das Symbol „Schließen“ (rotes Kreuz) oder einfach auf einen freien Bereich des Desktops, um die Bearbeitung zu beenden.

Schritt 2: Jetzt kommt die zweite Leiste nach einem Rechtsklick auf den Desktophintergrund und „Kontrollleiste hinzufügen –› Leere Kontrollleiste“ hinzu. Die neue Leiste erscheint unten auf dem Bildschirm. Nach einem rechten Mausklick darauf wählen Sie „Kontrollleiste bearbeiten“, klicken auf „Bildschirmkante“ und ziehen die Leiste an den oberen Rand.

Schritt 3: Sie befinden sich weiter im Bearbeitungsmodus und klicken auf die „+“-Schaltfläche („Miniprogramme hinzufügen“). Per Doppelklick fügen Sie „Fensterleiste“ zur horizontalen Leiste hinzu.

Schritt 4: Die horizontale und die vertikale Leiste überlappen sich in der linken Ecke. Um das zu ändern, klicken Sie – weiterhin im Bearbeitungsmodus der horizontalen Leiste – auf den rechten Anfasser im grauen Bereich.

Reduzieren Sie die Länge um die Breite der vertikalen Leiste. Ein Klick auf das Regler- Symbol rechts unter der Leiste öffnet das Menü „Ausrichtung der Kontrollleiste“. Klicken Sie auf „Rechts“. Damit entsteht auf der linken Seite der gewünschte Abstand zur vertikalen Leiste. Beenden Sie den Bearbeitungsmodus.

Schritt 5: Öffnen Sie das Anwendungsmenü, suchen Sie häufig genutzte Anwendungen und klicken Sie jeweils im Kontextmenü auf „Zu Kontrollleiste hinzufügen (Miniprogramm)“.

Schritt 6: Gehen Sie bei der vertikalen Leiste im Kontextmenü auf „Kontrollleiste bearbeiten“. Fügen Sie einen Abstandshalter zwischen dem Systemabschnitt und den Anwendungsstartern hinzu. Der Systemabschnitt wird damit nach unten verschoben.

KDE: Das Menü austauschen

Das Anwendungsmenü von KDE 5.16 in Ubuntu 20.04 ist mit seiner Kategorienansicht und den Favoriten-Icons zwar funktional, wirkt aber nicht mehr besonders modern. Über einen rechten Mausklick und „Alternativen anzeigen“ lässt sich das Menü ändern. Zur Auswahl stehen das großformatige Menü „Anwendungs-Starter“ und die „Anwendungsübersicht“ für eine Vollbilddarstellung.

Noch mehr Auswahl gibt es über einen rechten Mausklick und „Miniprogramme hinzufügen“. Gehen Sie auf „Neue Miniprogramme herunterladen“ und installieren Sie beispielsweise „Menu 11“ im Windows- 11-Stil oder „Tiled Menu“ im Stil von Windows 10. Gehen Sie erneut auf „Miniprogramme hinzufügen“ und wählen Sie das gewünschte Menü per Doppelklick aus. Im Bearbeitungsmodus schieben Sie es dann an die gewünschte Position und entfernen dann das bisherige Menü.

KDE: Neue Icons

Die Icons sind bei KDE Plasma standardmäßig recht ansehnlich. Wer möchte, kann aber auch andere Icon-Sammlungen installieren. Dazu geht man in den Systemeinstellungen auf „Symbole“. Hier kann man dann eines der vorinstallierten Pakete wählen und per Klick auf „Anwenden“ aktivieren. Eine größere Auswahl weiterer Icon-Sets erhält man nach einem Klick auf „Neue Symbole herunterladen“. Beim gewünschten Angebot, beispielsweise „Win11 Icon Theme“ genügt dann ein Klick auf „Installieren“. Zurück in den Systemeinstellungen lässt sich die neue Icon- Sammlung aktivieren.

DESKTOPUMGEBUNG WECHSELN

Linux-Nutzer sind nicht auf eine Desktopumgebung festgelegt. Sie können sogar mehrere Desktopumgebungen nebeneinander installieren und dann die gewünschte Arbeitsfläche im Anmeldebildschirm auswählen. Das funktioniert unter Ubuntu und Linux Mint. Bei der Installation einer kompletten Desktopumgebung werden allerdings zahlreiche Pakete heruntergeladen und beim ersten Start legt jede Variante eigene Konfigurationsdateien an oder ändert bestehende Einstellungen. Der Eingriff in das System ist relativ umfangreich und nicht immer vollständig rückgängig zu machen. Eine erwartbare Nebenwirkung ist beispielsweise, dass Theme-Elemente der einen Desktopumgebung auch in einer anderen auftauchen. Es ist daher grundsätzlich die bessere Wahl, gleich eine Distribution mit der bevorzugten Desktopumgebung zu installieren.

Wer trotzdem einen weiteren Desktop installieren möchte, sollte in jedem Fall – wie vor allen größeren Änderungen am System – ein Backup der Dateien im Home-Verzeichnis oder besser des gesamten Systems erstellen.

Am einfachsten ist die Installation der Meta-Pakete. Damit wird aus einem Ubuntu mit Gnome-Desktop beispielsweise ein Kubuntu oder Xubuntu. Die Meta-Pakete heißen „kubuntu-desktop“ (KDE), „xubuntu-desktop“ (XFCE), „lubuntu-desktop“ (LXQT) und „cinnamon“ (Cinnamon-Desktop). Die Installation erfolgt einfach im Terminal mit Danach müssen meistens noch einige Sprachpakete eingerichtet werden, was in den „Einstellungen“ über „Region und Sprache –› Installierte Sprachen verwalten“ erfolgen kann.