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Destroy All Humans! 2 Reprobed


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Play5 - epaper ⋅ Ausgabe 11/2022 vom 05.10.2022

Das Original-Spiel von 2006 wurde noch mit „Make War, not Love“ beworben. Passt zu Crypto, aber nicht in die heutige Zeit. Kennt ihr noch die kleinen grauen Männchen? Wurdet ihr entführt oder habt ihr ein UFO gesehen? Wolltet ihr schon immer mal wissen, wie es sich anfühlt zu einer wirklich überlegenen Spezies zu gehören? Bereits ganze 16 Jahre ist es her, dass … „mysteriöse Ereignisse“ eine Kleinstadt in den USA in Angst und Schrecken versetzt haben! Nun dürft ihr wieder das kleine furonische Großmaul Crypto spielen und versuchen, die Weltherrschaft an euch zu reißen … oder so was Ähnliches. Ob der abgefahrene Mix aus totaler Zerstörung und dem „Sondieren“ von Passanten heute noch zündet, erfahrt ihr in unserem Test.Ein typisches Gespräch mit dem Vorgesetzten. Orthopox ist nicht gerade begeistert. Es waren die späten 1950er, als euer Vorgänger die USA unsicher gemacht und die ...

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Das Original-Spiel von 2006 wurde noch mit ?Make War, not Love? beworben. Passt zu Crypto, aber nicht in die heutige Zeit.
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... Geheimorganisation Majestic zerschlagen hat. Nun ist es 1969 und ihr seid als Cryptosporidium 138 – wohlgemerkt auch Präsident der Vereinigten Staaten – am Zug, dem KGB eins auszuwischen. Nachdem die Sowjets euer Mutterschiff zusammen mit der gesamten so dringend benötigten Furonischen DNS zerstört hat, sinnt ihr auf Rache und kommt einem Komplott auf die Spur, das die Mauern des Kremls übersteigt. Die Geschichte führt euch dabei an verschiedenste Orte und lässt, dank vieler Nebencharaktere, selten Langeweile aufkommen. Bei euren Missionen helfen euch euer miesepetriger Vorgesetzter Orthopox 13 und die abtrünnige KGB-Agentin Natalya Ivanova. Cryptosporidium 138 selbst ist, genau wie sein Vorgänger, ein sprücheklopfender Pyromane, allerdings mit einem Unterschied: Er hat Genitalien(!). Dies wirkt sich nicht nur auf seine Gemütszustände aus, sondern macht ihn zum einzigen zeugungsfähigen Furonen. Diese haben durch den ständigen Einsatz von Atomwaffen zur Unterwerfung anderer Völker in der Vergangenheit das letzte Quäntchen Libido verloren, weshalb sie nun auf das Klonen zurückgreifen.Orthopox wurde bei der Zerstörung des Schiffs getötet – zumindest beinahe, denn da die Furonen Kloner sind, konnte er seinen Verstand in ein schwebendes Modul laden und wartet nun auf einen neuen Körper. Der verrückte Wissenschaftler gibt euch Aufträge und versorgt euch mit neuen Informationen und Waffen. Die auf eigene Faust losgezogene Kreml-Agentin Natalja ist eine exzellente Schützin und hilft euch im Gegenzug für eure Furonischen Dienste. Ihr lernt sie zwar erst in der zweiten Spielwelt Albion kennen, doch es ist Liebe auf den ersten Blick … oder zumindest das, was Crypto darunter versteht. Es gibt wirklich keinen Dialog, in dem ihr nicht wenigstens versuchen könnt, die hübsche Agentin anzugraben. Das führt jedoch selten zu peinlichen Momenten, außer für Crypto, da Natalja immer die Oberhand in den Gesprächen behält. Generell sind die Dialoge mit ihren witzigen Optionen fast komplett dem Original nachempfunden und bieten häufig mehrere Auswahlmöglichkeiten an. Dies ändert zwar selten den Verlauf einer Mission, macht aber Spaß, was vor allem den hervorragenden deutschen Synchronsprechern zu verdanken ist. Der überzogene russische Akzent, die dauerbreiten Hippies oder Cryptos übermännliche Art, ja, das und die teils übertrieben flachen Witze machen den speziellen Humor des Spiels aus. Darüber, ob es zeitgemäß ist, lässt sich sicherlich streiten. Wenn ihr damals schon gelacht habt, werdet ihr es auch heute noch tun. Alle Neueinsteiger sollten unvoreingenommen an die Sache herangehen, das Spiel nimmt sich selbst auch nicht sonderlich ernst, weshalb das meiste eher ironisch zu verstehen ist. Wir hatten jedenfalls denselben Spaß wie schon damals, wenn Crypto zum gefühlt 1000en Mal erwähnt, dass Pox keinen Körper mehr hat und er ja die ganze Drecksarbeit macht. Apropos Drecksarbeit: Der Kern des Spiels ist es natürlich nicht, sich ständig mit seinem Vorgesetzten zu streiten. Das euch zur Verfügung stehende Waffenarsenal ist überschaubar, aber abwechslungsreich. Die Zap-O-Matic ist das Standardgewehr. Sie verbraucht keine Munition und kann mehrere Gegner gleichzeitig schocken. Der Desintegrator hingegen verwandelt alles Getroffene mit seinen Projektilen in Asche, benötigt aber wiederum Mu-nition. Die bekommt ihr, indem ihr Objekte in der Spielwelt transmogrifiziert. Auch der Klassiker, die Analsonde, darf natürlich nicht im Arsenal eines schießwütigen Furonen fehlen. Die Waffe bewirkt bei den Getroffenen nicht nur ungute Gefühle in der Aftergegend, die auch lauthals kommentiert werden, sondern führt letztlich zum Verlust des Gehirns, das dann als Währung eingesammelt werden kann. Die weiteren Waffen reichen von Klassikern wie dem Meteoritenschlag bis hin zur Discobrille, die alles und jeden in der Gegend zum Tanzen bringt. Zielen müsst ihr dabei kaum, Autoaim ist in Destroy all Humans! Reprobed Standard. Alle Wummen können im, durch das UFO erreichbaren, Poxmarkt verbessert werden. Als Währung dienen hier Furonzellen, die ihr in der Spielwelt findet oder durch Abschließen von Missionen freischaltet. Doch als Alien müsst ihr euch nicht nur auf technische Spielereien verlassen, um eure Überlegenheit gegenüber den Menschenaffen geltend zu machen, die körpereigenen Kräfte sind auch sehr nützlich dabei. Die Telekinese-Fähigkeit ist wohl die mächtigste davon. Spielend leicht schleudert ihr Menschen, Objekte und später auch Autos bis zum Horizont. Das Gehirn eines Menschen mit einem markanten „Plopp“ zu entfernen, geht genauso per Tastendruck, wie deren Gestalt anzunehmen. Zweiteres ist essenziell, da andere Passanten Alarm auslösen, wenn sie euch in eurer ganzen außerirdischen Pracht sehen. Dagegen hilft dann entweder die Diskobrille oder den Erschrockenen das Gedächtnis zu löschen. Ist der Alarm erst mal ausgelöst, gibt es vier Eskalationsstufen, von denen euch die vierte dann das Militär auf den Hals hetzt. Flucht ist vielleicht nicht die eleganteste Methode, um mit Feinden fertig zu werden, funktioniert dank Jetpack und S.K.A.T.E. aber relativ gut. Mit dem Jetpack erreicht ihr so gut wie jeden Ort in der Spielwelt und verschafft euch Lufthoheit. S.K.A.T.E. hingegen ist nützlich, um schnell von A nach B zu kommen. Euer Schild lädt sich zum Glück automatisch auf und verträgt, je nach Upgrade-Stufe, so einiges an Schaden.Hilft alles nichts, gibt’s nur eine Lösung: Ab in die fliegende Untertasse und die Reiter der Apokalypse vor Neid erblassen lassen! Der Todesstrahl ist hier meist die erste Wahl, da dieser, ähnlich wie die Zap-O-Matic, keine Munition verbraucht, sondern lediglich eine Abklingzeit hat. Die anderen Bordwaffen haben alle spezielle Eigenschaften, die, je nach Situation, mehr oder weniger nützlich sind. Mit dem Saugmeister V8 könnt ihr Menschen, wie der Name schon sagt, einsaugen. Entweder weil ihr sie loswerden oder weil ihr neue Verbesserungen für Cryptos Fähigkeiten im Genmixer freischalten wollt. Dafür benötigt ihr bestimmte Menschen von bestimmten Schauplätzen. Werden euch Gegner oder die Gebäude in der Umgebung zu viel, dann hilft der Quanten-Dekonstruktor. Der legt wirklich alles mit einem Schlag in Schutt und Asche. Objekte per Traktorstrahl umherzuschleudern, ist übrigens ähnlich wie Telekinese eine günstige und schnelle Alternative, um Gegner aufzumischen. Jedes Gebäude kann zerstört werden und fällt spektakulär in sich zusammen, nachdem man es lange genug in Brand gesetzt hat. Selbst die fallenden Trümmer und die Staubwolke sehen hierbei gelungen aus und heben sich deutlich von der comichaften Grafik ab. Zappt man Gegner, kommt der Comiclook schon mehr durch, da man ihr Skelett erblickt, während sie wild vor sich hin bibbern. Die Effekte sehen großartig aus und leuchten in den verschiedensten Farben und Formen. Auch die Physik funktioniert herrlich witzig und versucht erst gar nicht, uns Realismus vorzugaukeln. Je nach Mission müsst ihr dann entscheiden, ob ihr getarnt vorgeht oder es krachen lasst. Meist gibt es eine Vorgabe, doch letztlich entscheidet ihr, wie viel Gehirn nötig ist, um erfolgreich zu sein. Optionale Missionsziele bieten dabei besondere Herausforderungen und zwingen euch dazu, das ganze Arsenal an Waffen und Fähigkeiten zu nutzen. Am Ende gibt’s dafür auch ein Paar mehr Furonzellen zum Upgraden. Die Abwechslung der Missionen beschränkt sich eher auf Schauplätze und Charaktere als auf das Gameplay. Klar muss man mal Busse auf Dächer stellen oder sich auf eine Kunstausstellung schleichen, doch dann folgt immer wieder ein Kampf. Das ist an sich nicht so schlimm, da durch die vielen Verbesserungen, die man freischalten kann, genug Motivation vorhanden ist. Es zeigt aber auch die Schwächen, die bereits das Original hatte, auf. Erwischt ihr euch mal wieder dabei, zähnefletschend und alles vernichtend durch die Straßen zu wüten, merkt ihr aber, dass das Kampfsystem eigentlich nie langweilig wird, weil es so herrlich chaotisch ist.Schaut ihr euch in der Spielwelt auch mal um, statt alles abzufackeln, seht ihr, wie schön sie eigentlich ist. Ob ihr im sonnigen Bay City durch die abwechslungsreichen Wohnviertel stapft und Hippies aufmischt, oder eine Babushka in den kargen Stalin-Bauten Sowjetrusslands extrahiert. Überall sind kleine und große Details, die die Spielwelt abwechslungsreich machen. Das hat uns gut gefallen und immer wieder zum Erkunden eingeladen. Hier war das Original von 2006 deutlich grauer und leerer. Was dem Original schon ähnlicher ist, sind die menschlichen Klone, die durch die Gegend laufen und sich oftmals nur minimal voneinander unterscheiden. Hier hätte man sich mehr von der Vorlage abheben können. Dennoch sind die paar Charaktermodelle, die es in jeder der fünf Spielwelten gibt, mit vielen Details und Mut zu den Stereotypen des Originals gestaltet. Das ist deshalb gut, weil somit jeder sein Fett wegbekommt, auch wenn Amerikaner, im Gegensatz zum ersten Teil, etwas zu kurz kommen. Genug in den großen, aber überschaubaren Arealen gibt es auf jeden Fall zu tun. Ob ihr nun Furonzellen, Musikstücke und Artworks sammelt oder den Furonischen Gott des mächtigen Gehänges befriedigt, um Landezonen für euer UFO freizuschalten, bleibt euch überlassen. Einen Kult dieses Gottes könnt ihr in Nebenmissionen übrigens auch gründen. Diese sind mit demselben Humor wie die Hauptmissionen gespickt, machen aber meist nichts neu. Ist euch der invasive Ballerspaß allein zu langweilig, könnt ihr die ganze Kampagne auch zu zweit bestreiten. Das finden wir super, da das chaotische Gameplay sich dafür anbietet, es mit einem Freund oder einer Freundin auf der Couch zu genießen. Die zwei weiteren Modi namens Duell und Telekinese-Tennis sind dagegen eher langweilig. Egal, was ihr im Spiel veranstaltet, das Sounddesign macht einfach Laune. Die Waffensounds, das Ploppen der Gehirne oder das Staubsaugergeräusch des UFOs, alles hat einen Wiedererkennungswert und wird nie langweilig. Bei der Musik hingegen sind wir etwas zwiegespalten. Generell hat das Spiel einen Soundtrack, der sich mit der Zeit und den verschiedenen Weltgegenden identifiziert, abwechslungsreich ist und gut ins Ohr geht. Wäre da nicht die Kampfmusik, die selbst bei einem misslungenen Körperwechsel sofort einsetzt und viel zu lange bleibt. Hinzu kommt noch, dass es immer die gleiche, an sich schon sehr eintönige Musik ist. Das klingt zwar wie das Original, für das übrigens der Bioshock-Komponist Garry Schyman am Werk war, nervt aber. Sind eure Ohren von der Musik betäubt, könnt ihr auf das zweitwichtigste Sinnesorgan zum Spielen zurückgreifen: die Augen. Ach, sieht das schön aus, von den bereits erwähnten Waffen- und Zerstörungseffekten bis zu den Kirschbäumen in Takoshima. Die Waffen und die Untertasse glänzen wie in Chrom gebadet und selbst die Poster in Schaufenstern sind gut zu erkennen. Es hat uns selbst überrascht, dass wir manchmal einfach auf einem Hügel standen und auf die Spielwelt starrten, anstatt Tod und Verderben regnen zu lassen. Auch die Animationen können sich sehen lassen. Alles wurde mithilfe von Motion-Capturing aufgenommen und wirkt auf eine stark stilisierte Weise organisch. Leider sind die Lippen nicht immer synchron und die Autos bewegen sich fast immer wie auf Schienen. Das ist schade, da es die Schönheit der Spielwelt aufbricht. Allerdings sind wir auch eher zum Lachen als zum Meditieren gekommen. Die paar kleineren Bugs wie Physikfehler oder durch Berge fahrende Autos können wir daher verzeihen. Dennoch sollte noch behoben werden, da es gelegentlich dazu führen könnte, dass eine Mission fehlschlägt. Dank der gut gesetzten Checkpoints müsst ihr in so einem Fall aber nie ganz von vorn anfangen.Black Forest Games hat sich sehr stark an das originale Destroy All Humans! 2 gehalten und versucht, den Charme sowie den abgefahrenen Humor einzufangen. Sie haben meistens an den richtigen Stellen Verbesserungen vorgenommen und vor allem das Gameplay so geschmeidig wie nie gemacht. Meinung Freier Autor Als ich Destroy All Humans! 2 mit 15 Jahren gespielt habe, musste ich relativ viel lachen und hatte viel Spaß mit der sinnlosen Zerstörung. Heute habe ich zwar weniger gelacht, das Chaos und die Zerstörung haben mir aber mehr Spaß denn je gemacht. An einigen Ecken hätte man zwar noch etwas Feinschliff betreiben können, aber wenn ich in das Lächeln des kleinen Furonen blicke, ist mir das schnell egal und ich widme mich wieder wichtigeren Dingen wie dem Quanten-Dekonstruktor! Pro & Contra Wertung 8 von 10Infos

Kennt ihr noch die kleinen grauen Männchen? Wurdet ihr entführt oder habt ihr ein UFO gesehen? Wolltet ihr schon immer mal wissen, wie es sich anfühlt zu einer wirklich überlegenen Spezies zu gehören? Bereits ganze 16 Jahre ist es her, dass … „mysteriöse Ereignisse“ eine Kleinstadt in den USA in Angst und Schrecken versetzt haben! Nun dürft ihr wieder das kleine furonische Großmaul Crypto spielen und versuchen, die Weltherrschaft an euch zu reißen … oder so was Ähnliches. Ob der abgefahrene Mix aus totaler Zerstörung und dem „Sondieren“ von Passanten heute noch zündet, erfahrt ihr in unserem Test.

Es waren die späten 1950er, als euer Vorgänger die USA unsicher gemacht und die Geheimorganisation Majestic zerschlagen hat. Nun ist es 1969 und ihr seid als Cryptosporidium 138 – wohlgemerkt auch Präsident der Vereinigten Staaten – am Zug, dem KGB eins auszuwischen. Nachdem die Sowjets euer Mutterschiff zusammen mit der gesamten so dringend benötigten Furonischen DNS zerstört hat, sinnt ihr auf Rache und kommt einem Komplott auf die Spur, das die Mauern des Kremls übersteigt. Die Geschichte führt euch dabei an verschiedenste Orte und lässt, dank vieler Nebencharaktere, selten Langeweile aufkommen.

Die Crème de la Crème

Bei euren Missionen helfen euch euer miesepetriger Vorgesetzter Orthopox 13 und die abtrünnige KGB-Agentin Natalya Ivanova. Cryptosporidium 138 selbst ist, genau wie sein Vorgänger, ein sprücheklopfender Pyromane, allerdings mit einem Unterschied: Er hat Genitalien(!). Dies wirkt sich nicht nur auf seine Gemütszustände aus, sondern macht ihn zum einzigen zeugungsfähigen Furonen. Diese haben durch den ständigen Einsatz von Atomwaffen zur Unterwerfung anderer Völker in der Vergangenheit das letzte Quäntchen Libido verloren, weshalb sie nun auf das Klonen zurückgreifen.

Orthopox wurde bei der Zerstörung des Schiffs getötet – zumindest beinahe, denn da die Furonen Kloner sind, konnte er seinen Verstand in ein schwebendes Modul laden und wartet nun auf einen neuen Körper. Der verrückte Wissenschaftler gibt euch Aufträge und versorgt euch mit neuen Informationen und Waffen.

Die auf eigene Faust losgezogene Kreml-Agentin Natalja ist eine exzellente Schützin und hilft euch im Gegenzug für eure Furonischen Dienste. Ihr lernt sie zwar erst in der zweiten Spielwelt Albion kennen, doch es ist Liebe auf den ersten Blick … oder zumindest das, was Crypto darunter versteht. Es gibt wirklich keinen Dialog, in dem ihr nicht wenigstens versuchen könnt, die hübsche Agentin anzugraben. Das führt jedoch selten zu peinlichen Momenten, außer für Crypto, da Natalja immer die Oberhand in den Gesprächen behält.

Flachwitzhaubitzen und andere Eisbrecher

Generell sind die Dialoge mit ihren witzigen Optionen fast komplett dem Original nachempfunden und bieten häufig mehrere Auswahlmöglichkeiten an. Dies ändert zwar selten den Verlauf einer Mission, macht aber Spaß, was vor allem den hervorragenden deutschen Synchronsprechern zu verdanken ist. Der überzogene russische Akzent, die dauerbreiten Hippies oder Cryptos übermännliche Art, ja, das und die teils übertrieben flachen Witze machen den speziellen Humor des Spiels aus.

Darüber, ob es zeitgemäß ist, lässt sich sicherlich streiten. Wenn ihr damals schon gelacht habt, werdet ihr es auch heute noch tun. Alle Neueinsteiger sollten unvoreingenommen an die Sache herangehen, das Spiel nimmt sich selbst auch nicht sonderlich ernst, weshalb das meiste eher ironisch zu verstehen ist. Wir hatten jedenfalls denselben Spaß wie schon damals, wenn Crypto zum gefühlt 1000en Mal erwähnt, dass Pox keinen Körper mehr hat und er ja die ganze Drecksarbeit macht.

„Will man ein Omelette machen, muss man erstmal ein paar Fabergé-Eier zerbrechen!“

Apropos Drecksarbeit: Der Kern des Spiels ist es natürlich nicht, sich ständig mit seinem Vorgesetzten zu streiten. Das euch zur Verfügung stehende Waffenarsenal ist überschaubar, aber abwechslungsreich.

Die Zap-O-Matic ist das Standardgewehr. Sie verbraucht keine Munition und kann mehrere Gegner gleichzeitig schocken. Der Desintegrator hingegen verwandelt alles Getroffene mit seinen Projektilen in Asche, benötigt aber wiederum Mu-nition. Die bekommt ihr, indem ihr Objekte in der Spielwelt transmogrifiziert. Auch der Klassiker, die Analsonde, darf natürlich nicht im Arsenal eines schießwütigen Furonen fehlen. Die Waffe bewirkt bei den Getroffenen nicht nur ungute Gefühle in der Aftergegend, die auch lauthals kommentiert werden, sondern führt letztlich zum Verlust des Gehirns, das dann als Währung eingesammelt werden kann. Die weiteren Waffen reichen von Klassikern wie dem Meteoritenschlag bis hin zur Discobrille, die alles und jeden in der Gegend zum Tanzen bringt. Zielen müsst ihr dabei kaum, Autoaim ist in Destroy all Humans!

Reprobed Standard. Alle Wummen können im, durch das UFO erreichbaren, Poxmarkt verbessert werden. Als Währung dienen hier Furonzellen, die ihr in der Spielwelt findet oder durch Abschließen von Missionen freischaltet.

Doch als Alien müsst ihr euch nicht nur auf technische Spielereien verlassen, um eure Überlegenheit gegenüber den Menschenaffen geltend zu machen, die körpereigenen Kräfte sind auch sehr nützlich dabei. Die Telekinese-Fähigkeit ist wohl die mächtigste davon. Spielend leicht schleudert ihr Menschen, Objekte und später auch Autos bis zum Horizont. Das Gehirn eines Menschen mit einem markanten „Plopp“ zu entfernen, geht genauso per Tastendruck, wie deren Gestalt anzunehmen. Zweiteres ist essenziell, da andere Passanten Alarm auslösen, wenn sie euch in eurer ganzen außerirdischen Pracht sehen. Dagegen hilft dann entweder die Diskobrille oder den Erschrockenen das Gedächtnis zu löschen. Ist der Alarm erst mal ausgelöst, gibt es vier Eskalationsstufen, von denen euch die vierte dann das Militär auf den Hals hetzt.

Flucht ist vielleicht nicht die eleganteste Methode, um mit Feinden fertig zu werden, funktioniert dank Jetpack und S.K.A.T.E. aber relativ gut. Mit dem Jetpack erreicht ihr so gut wie jeden Ort in der Spielwelt und verschafft euch Lufthoheit. S.K.A.T.E. hingegen ist nützlich, um schnell von A nach B zu kommen. Euer Schild lädt sich zum Glück automatisch auf und verträgt, je nach Upgrade-Stufe, so einiges an Schaden.

Das infernale Vehikel

Hilft alles nichts, gibt’s nur eine Lösung: Ab in die fliegende Untertasse und die Reiter der Apokalypse vor Neid erblassen lassen! Der Todesstrahl ist hier meist die erste Wahl, da dieser, ähnlich wie die Zap-O-Matic, keine Munition verbraucht, sondern lediglich eine Abklingzeit hat. Die anderen Bordwaffen haben alle spezielle Eigenschaften, die, je nach Situation, mehr oder weniger nützlich sind. Mit dem Saugmeister V8 könnt ihr Menschen, wie der Name schon sagt, einsaugen. Entweder weil ihr sie loswerden oder weil ihr neue Verbesserungen für Cryptos Fähigkeiten im Genmixer freischalten wollt. Dafür benötigt ihr bestimmte Menschen von bestimmten Schauplätzen. Werden euch Gegner oder die Gebäude in der Umgebung zu viel, dann hilft der Quanten-Dekonstruktor. Der legt wirklich alles mit einem Schlag in Schutt und Asche. Objekte per Traktorstrahl umherzuschleudern, ist übrigens ähnlich wie Telekinese eine günstige und schnelle Alternative, um Gegner aufzumischen.

Jedes Gebäude kann zerstört werden und fällt spektakulär in sich zusammen, nachdem man es lange genug in Brand gesetzt hat. Selbst die fallenden Trümmer und die Staubwolke sehen hierbei gelungen aus und heben sich deutlich von der comichaften Grafik ab. Zappt man Gegner, kommt der Comiclook schon mehr durch, da man ihr Skelett erblickt, während sie wild vor sich hin bibbern. Die Effekte sehen großartig aus und leuchten in den verschiedensten Farben und Formen. Auch die Physik funktioniert herrlich witzig und versucht erst gar nicht, uns Realismus vorzugaukeln.

Eine schöne Welt vernichtet sich nicht von alleine, oder doch?

Je nach Mission müsst ihr dann entscheiden, ob ihr getarnt vorgeht oder es krachen lasst. Meist gibt es eine Vorgabe, doch letztlich entscheidet ihr, wie viel Gehirn nötig ist, um erfolgreich zu sein. Optionale Missionsziele bieten dabei besondere Herausforderungen und zwingen euch dazu, das ganze Arsenal an Waffen und Fähigkeiten zu nutzen. Am Ende gibt’s dafür auch ein Paar mehr Furonzellen zum Upgraden. Die Abwechslung der Missionen beschränkt sich eher auf Schauplätze und Charaktere als auf das Gameplay. Klar muss man mal Busse auf Dächer stellen oder sich auf eine Kunstausstellung schleichen, doch dann folgt immer wieder ein Kampf. Das ist an sich nicht so schlimm, da durch die vielen Verbesserungen, die man freischalten kann, genug Motivation vorhanden ist. Es zeigt aber auch die Schwächen, die bereits das Original hatte, auf. Erwischt ihr euch mal wieder dabei, zähnefletschend und alles vernichtend durch die Straßen zu wüten, merkt ihr aber, dass das Kampfsystem eigentlich nie langweilig wird, weil es so herrlich chaotisch ist.

Schaut ihr euch in der Spielwelt auch mal um, statt alles abzufackeln, seht ihr, wie schön sie eigentlich ist. Ob ihr im sonnigen Bay City durch die abwechslungsreichen Wohnviertel stapft und Hippies aufmischt, oder eine Babushka in den kargen Stalin-Bauten Sowjetrusslands extrahiert. Überall sind kleine und große Details, die die Spielwelt abwechslungsreich machen. Das hat uns gut gefallen und immer wieder zum Erkunden eingeladen. Hier war das Original von 2006 deutlich grauer und leerer. Was dem Original schon ähnlicher ist, sind die menschlichen Klone, die durch die Gegend laufen und sich oftmals nur minimal voneinander unterscheiden. Hier hätte man sich mehr von der Vorlage abheben können. Dennoch sind die paar Charaktermodelle, die es in jeder der fünf Spielwelten gibt, mit vielen Details und Mut zu den Stereotypen des Originals gestaltet. Das ist deshalb gut, weil somit jeder sein Fett wegbekommt, auch wenn Amerikaner, im Gegensatz zum ersten Teil, etwas zu kurz kommen.

Furonen kennen keine Langeweile

Genug in den großen, aber überschaubaren Arealen gibt es auf jeden Fall zu tun. Ob ihr nun Furonzellen, Musikstücke und Artworks sammelt oder den Furonischen Gott des mächtigen Gehänges befriedigt, um Landezonen für euer UFO freizuschalten, bleibt euch überlassen. Einen Kult dieses Gottes könnt ihr in Nebenmissionen übrigens auch gründen. Diese sind mit demselben Humor wie die Hauptmissionen gespickt, machen aber meist nichts neu.

Ist euch der invasive Ballerspaß allein zu langweilig, könnt ihr die ganze Kampagne auch zu zweit bestreiten. Das finden wir super, da das chaotische Gameplay sich dafür anbietet, es mit einem Freund oder einer Freundin auf der Couch zu genießen. Die zwei weiteren Modi namens Duell und Telekinese-Tennis sind dagegen eher langweilig.

Jetzt gibt’s was auf die Ohren!

Egal, was ihr im Spiel veranstaltet, das Sounddesign macht einfach Laune. Die Waffensounds, das Ploppen der Gehirne oder das Staubsaugergeräusch des UFOs, alles hat einen Wiedererkennungswert und wird nie langweilig. Bei der Musik hingegen sind wir etwas zwiegespalten. Generell hat das Spiel einen Soundtrack, der sich mit der Zeit und den verschiedenen Weltgegenden identifiziert, abwechslungsreich ist und gut ins Ohr geht. Wäre da nicht die Kampfmusik, die selbst bei einem misslungenen Körperwechsel sofort einsetzt und viel zu lange bleibt. Hinzu kommt noch, dass es immer die gleiche, an sich schon sehr eintönige Musik ist. Das klingt zwar wie das Original, für das übrigens der Bioshock-Komponist Garry Schyman am Werk war, nervt aber.

… und auf die Augen!

Sind eure Ohren von der Musik betäubt, könnt ihr auf das zweitwichtigste Sinnesorgan zum Spielen zurückgreifen: die Augen. Ach, sieht das schön aus, von den bereits erwähnten Waffen- und Zerstörungseffekten bis zu den Kirschbäumen in Takoshima. Die Waffen und die Untertasse glänzen wie in Chrom gebadet und selbst die Poster in Schaufenstern sind gut zu erkennen. Es hat uns selbst überrascht, dass wir manchmal einfach auf einem Hügel standen und auf die Spielwelt starrten, anstatt Tod und Verderben regnen zu lassen.

Auch die Animationen können sich sehen lassen. Alles wurde mithilfe von Motion-Capturing aufgenommen und wirkt auf eine stark stilisierte Weise organisch. Leider sind die Lippen nicht immer synchron und die Autos bewegen sich fast immer wie auf Schienen. Das ist schade, da es die Schönheit der Spielwelt aufbricht. Allerdings sind wir auch eher zum Lachen als zum Meditieren gekommen. Die paar kleineren Bugs wie Physikfehler oder durch Berge fahrende Autos können wir daher verzeihen. Dennoch sollte noch behoben werden, da es gelegentlich dazu führen könnte, dass eine Mission fehlschlägt. Dank der gut gesetzten Checkpoints müsst ihr in so einem Fall aber nie ganz von vorn anfangen.

Black Forest Games hat sich sehr stark an das originale Destroy All Humans! 2 gehalten und versucht, den Charme sowie den abgefahrenen Humor einzufangen. Sie haben meistens an den richtigen Stellen Verbesserungen vorgenommen und vor allem das Gameplay so geschmeidig wie nie gemacht.

FRITZ BÜTTNER

Meinung

Chaos, makabre Momente und ein nostalgisches Gefühl.

Fritz Büttner Freier Autor

Als ich Destroy All Humans! 2 mit 15 Jahren gespielt habe, musste ich relativ viel lachen und hatte viel Spaß mit der sinnlosen Zerstörung. Heute habe ich zwar weniger gelacht, das Chaos und die Zerstörung haben mir aber mehr Spaß denn je gemacht. An einigen Ecken hätte man zwar noch etwas Feinschliff betreiben können, aber wenn ich in das Lächeln des kleinen Furonen blicke, ist mir das schnell egal und ich widme mich wieder wichtigeren Dingen wie dem Quanten-Dekonstruktor!

Pro & Contra

+ Spaßiges Gameplay

+ Kultige Charaktere und Dialoge

+Schönes Design Abwechslungsreiche Spielwelt

+ Hat auch die Schwächen des Originals

- Teils eintöniger Soundtrack 3

- Mangelnde Abwechslung bei Missionen

Wertung

8 von 10

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