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Details und Hingucker


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MIBA Miniaturbahnen - epaper ⋅ Ausgabe 11/2022 vom 21.10.2022
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Bildquelle: MIBA Miniaturbahnen, Ausgabe 11/2022

Neben feinen Inneneinrichtungen und interessanten Beleuchtungen, wie wir sie ja bereits in den früheren Teilen des Modellbahn-Events kennengelernt haben, bieten sich noch viele weitere Dinge an, um aus einfachen Standardbausätzen echte Unikate und interessante Hingucker zu machen. Vorbildnah bewegte Elemente wie z.B. Türen und Tore nehmen dabei eine besonders interessante Rolle auf der Modellbahn ein. Einbau und Steuerung sind kein Hexenwerk und lassen sich auch von Neueinsteigern in der Modellbahnwelt bewältigen.

Bewegliches Rolltor für gewerbliche Gebäude von Viessmann

Als praktisches Beispiel für die gewerblich geprägte Modellbahn möchte ich Ihnen und Euch nun gerne Schritt für Schritt den Aufbau einer kleinen Lagerund Industriehalle mit moderner Aluminiumfassade inkl. Einbau eines elektrischen Rolltores vorstellen.

Der Gebäudebausatz aus Kunststoff stammt von kibri in Form der Lager- bzw. ...

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... Industriehalle 39250. Der Bausatz kann auch mehrfach aufgebaut und zur Darstellung einer größeren Lager- und Industriehalle oder eines größeren Hallenkomplexes herangezogen werden.

Das zur Halle passende Rolltor trägt die Artikelnummer 5172 und wird von Viessmann beigesteuert. Fantasievoll eingebunden in den Arbeitsablauf unserer Preiserlein wird aus dem funktionsfähigen Rolltor ein interessantes Detail, welches in Verbindung mit der vorbildgetreu kolorierten Aluminiumfassade besonders gut zur Geltung kommt.

Bausatzmontage und Einbau des beweglichen Rolltors

Noch bevor die ersten Bausatzteile zusammengefügt werden, sollten sie farblich behandelt werden. Die einzelnen Spritzlinge kommen vom Grundfarbton her dem großen Vorbild zwar schon recht nahe, für ein perfektes Finish greifen wir aber trotzdem noch zur Airbrushpistole und entfernen mit einem dünnen Lackauftrag den bei den Bauteilen kaum vermeidbaren leichten Kunststoffglanz.

Die Fassadenteile spritzen wir in einem Aluminiumfarbton von Revell, Vallejo o.Ä., wobei auch das Rolltor nicht vergessen werden darf. Vor dem Farbauftrag werden beim Rolltor die beiden Fensterelemente ausgeclipst und die Verglasung darunter mit Abklebeband vor Sprühnebel geschützt. Nach der Trocknung der Farbe werden die lackierten Rolltorelemente wieder in die Folie eingedrückt.

Die Fensterrahmen und die senkrechten Standprofile der Hallenkonstruktion werden in Dunkelblau übernebelt, während sich die hellen Dachelemente über einen dünnen Farbauftrag mit hellgrauer Farbe freuen. Die Dachteile werden erst wieder zum Ende der Bauphase benötigt und können daher zunächst zum Trocknen beiseitegelegt werden.

Im ersten eigentlichen Montageschritt werden die Seitenwände der Industrieund Lagerhalle mit sämtlichen Einzelteilen versehen und mit den Verglasungen komplettiert. In das Element mit der Toröffnung setzen wir nun auch gleich noch den Panzer des funktionsfähigen Rolltors ein. Das alte Trägerelement aus dem originalen Lieferumfang des Rolltors wird bei diesem Bausatz nicht verwendet und ist zur Nachrüstung von anderen Basismodellen wie z.B. einer Fahrzeughalle, Feuerwache o.Ä. vorgesehen.

Nachdem der Kleber ausgehärtet ist, werden die Seitenwände aufgestellt und miteinander verklebt. Die großen Fensterflächen an den Seiten und im Dach gestatten einen großzügigen Einblick in das Geschehen im Inneren des Gebäudes. Wer mag, installiert daher nun am besten gleich noch eine lichtstarke Beleuchtung und rüstet die moderne Halle mit einer Inneneinrichtung aus.

Zum guten Schluss kann das vormontierte Dach auf den Trägern aufgelegt werden. Eine abschließende Behandlung mit stark verdünnter Acrylfarbe und Trockenfarbe sorgt für Verwitterungsspuren, die Wind und Wetter an der modernen Konstruktion in Abhängigkeit ihres Alters hinterlassen haben.

Steuerungsmöglichkeiten im Analog- und Digitalbetrieb

Das funktionsfähige Rolltor von Viessmann bringt ab Werk bereits einen frei programmierbaren Digitaldecoder mit. Dieser versteht die Formate Märklin-Motorola und DCC und kann die angeforderte Soll- oder Ist-Stellung per RailCom an geeignete Digitalzentralen zurückmelden. Die Geschwindigkeit und der Bewegungsablauf sind elektronisch gesteuert und gewährleisten ein realistisch langsames Öffnen und Schließen.

Zusätzliche Schaltausgänge für konventionelle Stellungsrückmeldungen oder zusätzliche Funktionen wie z.B. Blinkund Blitzlichter vervollständigen den interessanten Funktionsumfang. Die Funktionsausgänge sind vielfältig über die klassische CV-Programmierung konfigurierbar. Damit können z.B. auch Stoppspulen für Fahrzeuge eines Carsystems angeschlossen und Kollisionen mit dem Tor sicher verhindert werden.

Selbstverständlich kann das Viessmann-Rolltor auch rein analog z.B. in Verbindung mit einem marktüblichen Tastenstellpult bedient werden.

Vollmer Lokschuppen mit bewegten Toren und Beleuchtung

Auf der Suche nach einem zweiten schönen Projekt für unser Modellbahn-Event wurde ich mit dem zweiständigen H0-Lokschuppen 45752 im Gesamtkatalog der Firma Vollmer fündig. Der Bausatz eignet sich in meinen Augen hervorragend für die Nachrüstung von digital steuerbaren beweglichen Einfahrtstoren.

Die digitale Steuerungstechnik kommt auch hier wieder von der Firma Viessmann in Form des Schaltdecoders 5285, welchen wir ja schon aus MIBA 9/2022 kennen. Die nachfolgend vorgestellten Produkte und beschriebenen Arbeitsschritte lassen sich mit ein wenig Fantasie und bastlerischem Geschick selbstverständlich auch auf andere Gebäudemodelle übertragen und sollen hier nur als Beispiele und Anregungen dienen.

Servos als Torantriebe

Bei dem ausgewählten Lokschuppen ist eine mechanische Betätigung der beiden Einfahrtstore durch die Lokomotiven vom Hersteller bereits vorgesehen, sodass das „Rad hier nicht gänzlich neu erfunden werden muss“.

Die erste Aufgabe besteht lediglich darin, das Antriebskonzept so zu modifizieren, dass die Betätigung der Tore nicht mehr über die ein- und ausfahrenden Lokomotiven, sondern über einzeln ansteuerbare Servos erfolgt.

Nach der Grundmontage des Bausatzes inkl. der beiden Einfahrtstore wird die ab Werk vorgesehene Torbetätigung mittels Zugstange und Türschließfeder sichtbar.

Dabei fahren die Lokomotiven am Ende der Gleise gegen einen einfachen Schließmechanismus und sorgen für die nötige Torbewegung. Ohne eingefahrene Lokomotive stehen die Tore demnach offen.

Da die Verbindung zwischen Tor und Zugstange über die Türschließfeder weiter benutzt werden soll, kann der Schuppen bis auf den Prellbockersatz am Gleisende zunächst gemäß der reich bebilderten Montageanleitung gebaut werden.

Für den neuen Antrieb montieren wir im hinteren Teil des Lokschuppens knapp unter dem Dach zwei kleine handelsübliche Servos aus dem RC-Modellbau und verbinden die ursprünglichen Zugstangen der Tormechanik mit den Ruderhörnern der beiden Servos. Das Dach des Lokschuppens wird nur geclipst und bleibt abnehmbar.

Innen- und Außenbeleuchtung

Wer mag, versieht den Bausatz am besten vor der ersten Inbetriebnahme gleich noch mit einer ansprechenden Beleuchtung. Die Ausleuchtung größerer Gebäude gelingt recht einfach mithilfe von LED-Streifen, wie sie von verschiedenen Herstellern u.a. als Wagen-Innenbeleuchtungen angeboten werden. Um bei der Marke Viessmann zu bleiben, benutze ich hier die ca. 25 cm langen warmweißen LED-Streifen mit der Artikelnummer 5050. Da das Dach des Lokschuppens später abnehmbar sein soll, verklebte ich die Beleuchtung nicht direkt am Dach, sondern an den Querträgern zwischen den Seitenwänden.

Ergänzend zur Innenbeleuchtung bekommt unser Modell oberhalb der Tore noch passende Spur-N-Industrieleuchten (Viessmann 6489). Die Spur-N-Ausführung wirkt von den Abmessungen her in meinen Augen wesentlich harmonischer als die ungleich größere H0-Ausführung. Der kleine Anbau des Lokschuppens erhält zum guten Schluss noch zwei eigene Lichtquellen in Verbindung mit den Viessmann-LED-Hausbeleuchtungen 6017 (Gelb) oder 6021 (Warmweiß).

Servo- und Lichtsteuerung

Zur digitalen Steuerung der Servos und aller Beleuchtungsfunktionen habe ich mich für den Multiprotokoll-Schaltdecoder 5285 von Viessmann entschieden. Mit vier potentialfreien Schaltausgängen und zwei zusätzlichen Servoausgängen bringt dieser Baustein alle notwendigen Voraussetzungen für den Anschluss der beiden Torantriebe und sämtlicher Beleuchtungseinrichtungen mit. Alle Funktionen können damit im späteren Digitalbetrieb einzeln und unabhängig voneinander gesteuert werden.

Der universell einsetzbare Decoder versteht die Digitalprotokolle DCC und Motorola und lässt sich über die klassische CV-Programmierung weitreichend allen gängigen Wünschen anpassen. Als Besonderheit kann für jeden Ausgang ein intelligenter Zufallsbetrieb hinterlegt werden – eine nette Funktion, um unserem Lokschuppen ohne weitere Bedienung von außen so ganz nebenbei zu mehr Lebendigkeit zu verhelfen.

Programmierung und Betrieb

Im „Standardmodus“ erfolgt die Adressvergabe für den Digitalbetrieb über eine Programmiertaste am Decoder in Verbindung mit einer marktüblichen DCC- oder Motorola-Zentrale. Hier belegen die vier Schaltausgänge und die zwei Servoausgänge dann sechs Digitaladressen in zwei aufeinanderfolgenden Vierergruppen.

Im „Expertenmodus“ ist per CV-Programmierung zusätzlich eine individuelle Adressvergabe vorgesehen. Auch die Kombination von Servo- und Schaltausgängen auf einer gemeinsamen Digitaladresse wäre als Sonderfall auf der Modellbahn möglich und kann je nach Anwendung durchaus interessant sein. Dass die Endlagen und Stellgeschwindigkeiten der einzelnen Servos präzise eingestellt werden können, gehört heute bei den meisten Herstellern zwar zum Standard, soll abschließend an dieser Stelle für den Neueinsteiger aber trotzdem nicht unerwähnt bleiben.

Nette Bastelei nach Feierabend: Ladeguteinsätze zum Wechseln

Unabhängig von den beiden Projekten mit den funktionsfähigen Torantrieben möchte ich Ihnen und Euch gerne noch eine kleine entspannte Feierabendbastelei ans Herz legen. Diese kommt ganz ohne Technik aus, sorgt aber trotzdem für höhere Vorbildtreue bei Güterwagen.

Leere Güterwagen ohne Beladung wirken auf der Modellbahn sinnlos und wenig vorbildgetreu. Viele Modelleisenbahnhersteller bieten ihre hauseigenen Güterwagen zwar auch mit individuellen Ladegütern an – die meist in Großserie hergestellten Produkte lassen jedoch hinsichtlich eines individuellen und damit deutlich vorbildgetreueren Erscheinungsbildes einiges zu wünschen übrig.

Für den anspruchsvollen Modellbahner bietet sich daher zur Aufwertung seines betrieblichen Güterverkehrs ein Selbstbau vorbildnaher Ladegüter geradezu an. Selbsthergestellte Ladegüter können dabei nicht nur wesentlich abwechslungsreicher gestaltet, sondern auch besonders gut dem eigenen individuellen Anlagenthema angepasst werden,

Austauschbare Ladeböden sorgen für Flexibilität und Abwechslung

Für größtmögliche Flexibilität und Abwechslung im Modellbahnalltag habe ich es mir zu Eigen gemacht, meine Ladegüter nicht fest mit den Wagen zu verbinden, sondern sie auf austauschbaren Ladeböden zu montieren.

Die dabei nicht immer ganz vorschriftsmäßig einzuhaltende Ladungssicherung tut dem Erscheinungsbild in meinen Augen keinen allzu großen Abbruch, wie ich gerne zum Abschluss des 11. Teils unseres Modellbahn-Events anhand einiger ausgewählter Beispiele für die offenen Güterwagen meiner eigenen Modelleisenbahn vorstellen möchte.

Ladeboden aus Karton und Holz

Jeder einzelne Ladeguteinsatz besteht aus passgenau zugeschnittenem festem Bastelkarton. Der hölzerne Ladeboden entsteht, sofern auch beim großen Vorbild vorhanden, aus Abfallstücken von Echtholzfurnier, wie es z.B. preisgünstig im Internet angeboten wird.

Die dünnen Holzstreifen werden dazu mit dem Cuttermesser oder einer Tischkreissäge zugeschnitten und mit Holzleim auf den zuvor passgenau auf den Güterwagen abgestimmten Ladeboden aus Karton geklebt. Damit sich der Bastelkarton beim Trocknen des Leims nicht zu sehr verzieht, kommen auf der Unterseite zwei oder drei lange Furnierstreifen in Längsrichtung zum Einsatz.

Ganz lässt sich eine Krümmung in Längsrichtung damit zwar nicht verhindern, jedoch fällt diese lange nicht mehr so stark aus wie ohne diese Maßnahme. Der Ladeguteinsatz kann später mit ein wenig Druck zurückgebogen werden.

Für jeden Wagen die richtige Ladung finden

Nach dem Trocknen und Richten des Ladebodens kann er mit den gewünschten Ladungen bestückt werden. Eine kleine Vorbildrecherche gehört bei mir immer mit dazu, nicht zuletzt auch, um die maximalen Ladegewichte des großen Vorbilds nicht zu überschreiten und die zur Bauart des Wagens passenden Ladungen zu finden.

Als typische Ladegüter eignen sich viele haushaltsübliche Gegenstände wie z.B. Trinkhalme, Schaschlikspieße oder auch Streichhölzer in verschiedenen Größen. Letztere können dabei übrigens gut als Verladehilfe und Ladeguthalterung eingesetzt werden. Zur Ladegutsicherung eignen sich je nach Ladegut z.B. Linienband aus dem Modellbau oder auch einfaches Nähgarn.

Die Möglichkeiten sind vielfältig und Anregungen sind beim großen Vorbild oder im Internet schnell gefunden. Oft hilft auch ein Besuch im Baumarkt oder ein Blick in die Bastelkiste, um aus alten Bausatzresten und vermeintlichen Abfällen interessante Ladegüter zu zaubern.

Noch mehr Details in MIBA 12

Im letzten und abschließenden Teil 12 des Modellbahn-Events erwarten Sie weitere attraktive Details rund um die eigene Modellbahn. Bleiben Sie weiterhin dabei!

Maik Möritz