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DEUTSCH IM BERUF: Du oder Sie? SCHWER PLUS


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Deutsch perfekt - epaper ⋅ Ausgabe 2/2019 vom 23.01.2019

Das ist eine gute Frage! Denn manchmal ist sie gar nicht so leicht zu beantworten. Oft hängt die Antwort nämlich von der Situation ab. Und auch die Trends in der Arbeitswelt verändern sich.


Artikelbild für den Artikel "DEUTSCH IM BERUF: Du oder Sie? SCHWER PLUS" aus der Ausgabe 2/2019 von Deutsch perfekt. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Deutsch perfekt, Ausgabe 2/2019

Allgemein

Das vertraute und nahe Du wird immer beliebter in Deutschland, auch in der Arbeitswelt. Denn natürlich macht ein Du das Gespräch einfacher und lockerer. Hierarchien wirken flacher, die Arbeitsatmosphäre offener gegenüber neuen Kollegen und das Klima wird partnerschaftlicher.

Trotzdem gibt es aber noch immer den großen Unterschied zum respektvollen und distanzierten Sie. Und vielen Deutschen ist dieser ...

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... Unterschied wichtig, vor allem im Geschäftsleben. Denn in manchen Situationen sind ihnen Distanz und Respekt wichtiger als Vertrautheit.

Regeln

Allgemein sagt man: Das Du wird in der Familie und unter guten Freunden benutzt, das Sie in Kontakt mit erwachsenen Fremden. Doch so leicht ist es im Arbeitsalltag leider nicht. Soziale Regeln bestimmen, ob man duzt oder siezt. Man muss den Kontext und die Situation beachten. Normalerweise gilt:

• Man siezt Personen, die älter sind als man selbst.
• Man siezt Personen, die einen höheren Status in der Firma haben, in der man arbeitet – auch, wenn die Vorgesetzten jünger sind als man selbst.
• Ältere Kollegen (beziehungsweise Kollegen, die schon länger als man selbst in der Firma arbeiten) und Vorgesetzte bieten das Du an. Man kann nicht einfach selbst das Angebot zum Du machen.
• Im Umgang mit Kunden gilt: Der Kunde bietet das Du an, unabhängig vom Alter.

Es hängt auch von der Branche ab, ob in einer Firma geduzt oder gesiezt wird. An Arbeitsplätzen wie Banken oder Anwaltskanzleien wird meistens gesiezt. In Firmen mit flachen Hierarchien, in Start-ups und in der IT-, Medien-und Modebranche wird oft von Anfang an geduzt. Und egal, wo man arbeitet: Nach einiger Zeit ist es meistens so, dass sich die Kollegen untereinander duzen.

Manchmal werden auch Zwischenformen wie Sie plus Vorname verwendet: „Hannah, haben Sie kurz eine Minute?“ In manchen Produktionsbetrieben hört man auch Du plus Nachname: „Schmidt, hast du die Lieferung schon rausgeschickt?“ Diese Fälle sind aber eher die Ausnahme.

Das Du anbieten

So können Sie das Du anbieten. Lassen Sie Ihrem Gesprächspartner dabei immer die Option, Nsa em inm zu. sagen:
Wir arbeiten jetzt schon so lange zusammem Wollen :wir uns nicht einfach duzen? Wenn Sie das aber nicht möchten, können wir auch gern beim Sie bleiben.
Wir können gern Du sagen. Wenn Sie das aber nicht wollen, sagen Sie es mir bitte. An unserer guten Zusammenarbeit wird sich deshalb nichts ändern.
In unserem Team duzen sich alle. Ich heiße Annette.
Ich möchte Ihnen das Du anbieten. Mein Name ist Peter.
Wie wäre es, wenn wir uns ab jetzt duzen? Wenn Ihnen das unangenehm ist, ist das Sie für mich natürlich auch in Ordnung.

Das Du annehmen

Und so können Sie das Du annehmen:
Gern, vielen Dank.
Sehr gerne. Ich bin Jakob.
Das ist mir (sehr) recht. Danke.
Vielen Dank. Ich heiße Barbara, aber alle nennen mich Bärbel.

Das Du ablehnen

Sie können ein Angebot zum Duzen auch ablehnen. Seien Sie dabei aber sehr höflich und respektvoll. Eine Begründung ist nicht nötig, Sie können aber eine geben:
Vielen Dank für das nette Angebot. Verstehen Sie mich nicht falsch, aber ich möchte im beruflichen Alltag eine professionelle Distanz wahren und deshalb lieber beim Sie bleiben. Bitte haben Sie Verständnis.
Danke für Ihr Angebot! Aber mir wäre es lieber, wenn wir damit noch bis zum Ende meiner Probezeit warten würden, bis ich sicher weiß, ob wir auch in Zukunft zusammenarbeiten werden.
Vielen Dank, ich freue mich über Ihr Angebot. Aber im Beruf duze ich grundsätzlich nicht. Deshalb möchte ich gern beim Sie bleiben.

Wenn Sie das Du aber einmal angenommen haben, gilt diese Regelung fürs ganze Leben. Was aber tun, wenn man das Du zuerst angenommen hat, dann aber doch wieder zum Sie zurück will? Eigentlich hat man dafür nur rund 24 Stunden Zeit. Wenn Sie eine Nacht darüber nachgedacht haben, können Sie das Du noch ablehnen, danach eigentlich nicht mehr. Seien Sie dabei aber extrem höflich. Und geben Sie eine Erklärung, zum Beispiel:

Es ist mir schrecklich unangenehm, aber ich möchte doch lieber beim Sie bleiben. Ich habe noch einmal darüber nachgedacht, und ich fühle mich mit dem Du einfach unwohl. Und wir können doch bestimmt auch so weiterhin gut zusammenarbeiten.

Lösungen:

1.

richtig: 2, 3, 4, 6 falsch: 1, 5

2.

1. arbeiten, duzen, heiße, nennen
2. anbieten, freut
3. Wollen, bleiben


Illustration: mauritius images/Icon Images/Mark Airs

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