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DEUTSCH IM BERUF: Liebe Lerner …


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Deutsch perfekt - epaper ⋅ Ausgabe 5/2018 vom 25.04.2018

… und die Lernerinnen? Frauen spielen im Deutschen sprachlich oft keine Rolle. Was kann man dagegen tun? Es gibt einige Möglichkeiten, so zu formulieren, dass beide Geschlechter berücksichtigt sind.


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Bildquelle: Deutsch perfekt, Ausgabe 5/2018

Illustration: mauritius images/Ikon Images/Rocco Baviera

Allgemein

Immer wieder wird auf die Asymmetrie in der deutschen Sprache hingewiesen (siehe auch Seite ♀ 9). Denn im deutschen Sprachraum dominiert das sogenannte generische Maskulinum, also die Verwendung eines maskulinen Substantivs oder Pronomens, wenn das Geschlecht der betreffenden Personen unbekannt oder unwichtig ...

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Immer wieder wird auf die Asymmetrie in der deutschen Sprache hingewiesen (siehe auch Seite ♀ 9). Denn im deutschen Sprachraum dominiert das sogenannte generische Maskulinum, also die Verwendung eines maskulinen Substantivs oder Pronomens, wenn das Geschlecht der betreffenden Personen unbekannt oder unwichtig ist – oder wenn Männer und Frauen gleichermaßen gemeint sind. Beispiele dafür sinddie Studenten oderdie Lehrer . Die Kritik daran: Frauen werden durch die Verwendung des generischen Maskulinums nicht erwähnt und bleiben deshalb in der (Arbeits-)Welt unsichtbar. Der Mann wird hingegen als Norm dargestellt.

Das Ziel einer gerechten Gendersprache ist also, Frauen und Männer gleichermaßen anzusprechen, damit Frauen auch sprachlich sichtbar werden.

Gendern

Wie kann man einen Text geschlechtergerecht formulieren? Es gibt verschiedene Möglichkeiten,
• das Geschlecht sichtbar machen: Man nennt: explizit die maskuline und die feminine Form:
die Studenten → die Studentinnen und Studenten
geschlechtsneutrale Formulierungen:
die Studentinnen und Studenten → die Studierenden
das Binnen-I:
die Studentinnen und Studenten → die StudentInnen
Sternchen, Querstrich, Unterstrich, Endung-x :
die Studenten → die Student*innen, Student/-innen, Student_innen, Studentx
konsequente Nutzung der femininen Form, auch wenn Männer (mit)gemeint sind:
die Studentinnen und Studenten → die Studentinnen

Was tun?

Wie kann man also im beruflichen Alltag richtig gendern? Hier sind ein paar Tipps:
• Achten Sie darauf, keine traditionellen Rollenklischees (z. B.Frauen sind das schwache Geschlecht …) und Stereotypen zu benutzen.
• Ist der Kontext klar, verwenden Sie nur die weibliche oder männliche Form:
schwangere Mitarbeiter → schwangere Mitarbeiterinnen
• Verwenden Sie Paarformen oder genderneutrale Bezeichnungen:
Liebe Mitarbeiter → Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ; Liebe Beschäftigte
Verwenden Sie Schrägstriche, Klammern, Binnen-I und Sternchen am besten nur in Formularen, aber nicht in längeren Texten. Diese Formen kann man nämlich schlecht lesen oder vorlesen.
• Verwenden Sie Pluralformen, wenn möglich:
Für den oder die Angestellte gibt es neue Passwörter, die er oder sie abholen kann. → Für die Angestellten gibt es neue Passwörter, die sie abholen können.
Verwenden Sie Wörter, die beide Geschlechter beinhalten: Mütter und Väter → Eltern/Elternteile
Verwenden Sie die direkte Anrede, wenn möglich:
Die Daten stehen den Angestellten ab jetzt zur Verfügung. → Die Daten stehen Ihnen ab jetzt zur Verfügung.
Verwenden Sie unpersönliche Pronomen, wenn Sie eine Gruppe direkt ansprechen:
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die … → Alle, die / Diejenigen, die / Wer …
Verwenden Sie Verben oder neutrale Bezeichnungen statt des generischen Maskulinums:
Es gab gestern fünf Teilnehmer. → Fünf Personen haben gestern teilgenommen.
• Verwenden Sie Adjektive statt des generischen Maskulinums:
Die Sprechstunde des Betriebsarztes ist um 16 Uhr. → Die betriebsärztliche Sprechstunde ist um 16 Uhr.
Verwenden Sie Substantive mit den Endungen-kraft ,-person(al) ,-berechtigte ,-ung ,-hilfe :
Lehrer → Lehrkräfte
Wähler → Wahlberechtigte
Leiter → Leitung
Haushälterin
(wenn nicht klar ist, ob Mann oder Frau) → Haushaltshilfe
Verwenden Sie den Infinitiv oder das Passiv:
Jeder Mitarbeiter sollte seine Tassen nach der Arbeit selbst … → Bitte das Geschirr nach der Arbeit selbst …
Die Angestellten bekommen den Bonus mit dem Gehalt. → Der Bonus wird mit dem Gehalt bezahlt.


Illustration: mauritius images/Ikon Images/Rocco Baviera