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Deutsche UL-Meisterschaft: 2019 Sportler im Wetterglück


fliegermagazin - epaper ⋅ Ausgabe 70/2019 vom 21.06.2019

In Mühldorf hat vom 30. Mai bis 2. Juni die 30. Deutsche Meisterschaft im Ultraleichtfliegen stattgefunden, ausgerichtet von DAeC und DULV


Artikelbild für den Artikel "Deutsche UL-Meisterschaft: 2019 Sportler im Wetterglück" aus der Ausgabe 70/2019 von fliegermagazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: fliegermagazin, Ausgabe 70/2019

Steilvorlage Start zu einer der Prüfungen, immer unter den Augen der Jury. Bemerkenswert: Alle Siegerteams bei den zweisitzigen Dreiachsern fliegen C42!


Der Wettergott hat es spannend gemacht: Vor Beginn des Wettbewerbs, von Montagabend bis Mittwochabend, gehen in Mühldorf selbst die Vögel zu Fuß. Doch mit einem Mal wird es heller, der Regen hört auf, und das Himmelblau, für das Oberbayern bekannt ist, lugt langsam zwischen den Wolken hindurch. Donnerstag sind dann ...

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... pünktlich zu Beginn der Meisterschaft um 14 Uhr alle Teilnehmer eingetroffen.

Nach der offiziellen Begrüßung geht es gleich an die erste Aufgabe: Auf dem Programm steht ein Navigationsflug in Form eines Herzens. Nur ein Herz abzufliegen wäre aber zu einfach. Deshalb kommt es dabei darauf an, die selbstbestimmte Geschwindigkeit über Grund möglichst genau einzuhalten und ein Zeittor nur zur vollen Minute zu durchfliegen. Der erste Wendepunkt ist über dem Firmengebäude von Rotax-Franz. Aida und Eduard Franz, die Geschäftsführer, die die Meisterschaft auch als Sponsor unterstützen, winken jeder einzelnen Maschine zu.

Der zweite Tag beginnt mit einem Fotoflug. Beim Briefing bekommen die Teilnehmer acht Bilder mit Landmarken, die sie auf der abzufliegenden Strecke finden müssen. Hört sich einfach an, ist aber eine echte Herausforderung: Wer nicht exakt auf Kurs ist, hat keine Chance, die richtigen Stellen zu finden und auf der Karte einzutragen. Dazu kommt, dass es Petrus noch einmal regnen lässt. Einige Teilnehmer brechen die Aufgabe ab, da sich ihnen der Schauer genau in den Weg drängelt. Trotzdem kommen alle glücklich und zufrieden von ihrem Flug zurück. Ein tolles Flugerlebnis zählt viel mehr, als alle Motive zu finden.

Meisterlich Die Teilnehmer der Deutschen UL-Meisterschaft teilen sich in vier Klassen auf und absolvieren acht Prüfungen – alle scheinen eine Menge Spaß zu haben!


Am Nachmittag wird den Zuschauern am Boden etwas geboten. Ziellandungen und die Hüpfer über das Flatterband sorgen für Spannung. Bei den Ziellandungen, die mit stehendem Triebwerk erfolgen, sind einige dabei, bei denen die Zuschauer fast das Atmen vergessen. Doch auch die krummsten Anflüge landen alle sicher auf der Bahn.

DIE PARTNERBÖRSE
Wer 2020 mitmachen will, aber kein UL oder keinen Team-Partner hat, findet per Partnerbörse das Fehlende. Mail an kania.michael@gmail.com und darin vermerken, wer oder was gesucht wird.

1 Volles Feld Die Maschinen der Teilnehmer zeigen die ganze Bandbreite dessen, was in der UL-Szene möglich ist


Beim Start über das Flatterband geht es darum, eine selbst gewählte, möglichst kurze Startstrecke anzugeben und dann über das in einem Meter Höhe gespannte Band zu fliegen, ohne es zu berühren. Das Band hat nach dem Wettbewerb einige Flickstellen, da manch einer seine Startstrecke zu optimistisch eingeschätzt hat.


Aufgaben lösen, Spaß am Wettkampf und Freunde treffen


Was treibt die Teilnehmer an, bei einem solchen Wettbewerb mitzumachen? Einige sind zum ersten Mal dabei, wie Katrin Kades und Stefan Wilnat, die mit einer gecharterten C42 in der Gruppe AL2 (Dreiachser zweisitzig) antreten: »Als Segelflieger haben wir schon mehrere Wettkämpfe mitgemacht, aber noch nie mit einem UL. Wir lieben es, Aufgaben zu lösen und Kontakte mit Gleichgesinnten zu knüpfen. Im Vordergrund steht klar der Spaß: Fliegen ist viel besser als Strandurlaub!«, erzählen die beiden. Für Michael Amann ist es die dritte DM, an der er teilnimmt. Eine Premiere ist es trotzdem, denn zum ersten Mal ist er als Solopilot dabei: »Leider hatten alle, die ich gefragt habe, keine Zeit. Eine interessante Erfahrung, auf sich alleine gestellt zu sein! Gerade bei den Navigationsflügen ist das eine echte Herausforderung.«

Immer wieder mit Begeisterung und bereits zum 27. Mal dabei ist Viktor Wyklicky – seit Jahren fliegt er mit seinem Eagle Trike die Konkurrenz in Grund und Boden: »Ich mag das ganze Umfeld. Alte Bekannte treffen, neue Teams kennenlernen – das macht mir einfach Freude. Immer wieder toll ist auch die Anreise zu den unterschiedlichen Plätzen.« Mitstreiter Sven Harsch hat keine Fluglizenz, begleitet Viktor aber bereits zum 19. Mal und schätzt die Atmosphäre und die Gemeinschaft. Das routinierte Team gewinnt am Ende nicht nur in der Ka-tegorie Schwerkraftgesteuerter Zweisitzer, sondern sichert sich mit 3565 Punkten sogar klassenübergreifend den Spitzenplatz – Respekt!

2 Bereit! Tragschrauber-Crews machen sich abflugfertig für eine weitere Wettkampf-Aufgabe


3 Ehrung die Siegerteams der Klasse AL2, Dreiachser zweisitzig (von links): Ingo Mierswa und Andreas Rappensberger (3. Platz), Ruth Hahn-Rieger und Reinhold Rieger (1. Platz), Felix Schlenker und Ilia Tkatschenko (2. Platz)


4 Planung ist alles Vorm Abflug berechnen die Wettbewerber ihren Kurs und andere Daten, die für die Aufgabe wichtig sind


5 Pure Freude Nach erfolgreicher Ziellandung ist die Crew dieses M24 Orion glücklich und entspannt


Am dritten und letzten Wettbewerbstag gibt es zunächst eine weitere Navigationsaufgabe, bei der es darum geht, ein am Boden ausgelegtes Zeichen zu finden und in der Karte einzutragen. Natürlich kommen die Meisterschaftsflieger auch bei dieser Aufgabe nicht so einfach davon: Ernst Graf und Robert Meier, die für die Aufgabenstellungen und die Datenauswertungen verantwortlich sind, haben einen Irrläufer ausgelegt. In Sichtweite des zu findenden gelben Dreiecks liegt ein weißes »X«, ein paar Meter östlich der exakten Kurslinie. Wer das »X« in die Karte einträgt, bekommt Punktabzug.

Der am Vormittag weißblaue Himmel ist jetzt nur noch blau, und es wird heiß – zu heiß. Die Schattenplätze unter den Flügeln der Hochdecker sind begehrt. Als letzte Wettbewerbsaufgabe stehen noch einmal Ziellandungen auf dem Plan. Die zwei Durchgänge werden zur Hitzeschlacht und das Warten zur Qual, denn im Hangar wartet schon das kühle Bier. Auch das Spanferkel, das vom Grillmeister seit dem frühen Morgen am Spieß gedreht wird, verbreitet einen köstlichen Duft.

Felix Schlenker und Ilia Tkatschenko, das Team mit der weitesten Anreise (aus Stade, EDHS, zirka 630 Kilometer), stechen das Bierfass an – traditionell ist das der Startschuss für die Party! Essen, Trinken und tolle Gespräche mit Gleichgesinnten führen; die Stimmung ist super, und für manch einen geht die Nacht bis zum Morgengrauen.

Am Sonntag, nach der Siegerehrung, heißt es Servus und pfüa Gott Mühldorf – vier tolle Tage gehen zu Ende. Mit dem Wissen, dass man sich nächstes Jahr bei der 31. UL-Meisterschaft wiedersieht, hebt eine Maschine nach der anderen in den wolkenlosen Himmel ab. Der Wettergott hat heute CAVOK im Angebot.

DM-RESULTATE
In den UL-News auf Seite 92 sind die Ergebnisse der Meisterschaft im Detail zu finden.


FOTOS ROBERT SENTEF