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Deutschland: Dem Frühling entgegen


Clever reisen! - epaper ⋅ Ausgabe 1/2021 vom 05.01.2021

Die besten Reisen zur Mandel- und Blumenblüte


Artikelbild für den Artikel "Deutschland: Dem Frühling entgegen" aus der Ausgabe 1/2021 von Clever reisen!. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Clever reisen!, Ausgabe 1/2021

Wochenend und Sonnenschein: Blütenzauber lockt im März und April in die Pfalz und auf die Bodensee-Insel Mainau


Mehr Mandelbäume als auf Mallorca blühen entlang der Deutschen Weinstraße


Winter adé! Und das möglichst schon im Februar. Die Mandelblüte auf Mallorca, auf Zypern oder Sizilien war bislang für viele das erste Frühlingsziel. Doch zu Coronazeiten ist das schwierig. Bleibe im Lande ist der gute Rat. Doch wohin? Wo zieht in Deutschland der Frühling ein? Wo blühen die Mandelbäume zuerst?

Hallo Frühling! Rheinland-Pfalz hat zwar mit der Eifel eine der ...

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... kältesten deutschen Reiseziele. Doch im Süden dieses Bundeslandes blühen schon Ende Januar die ersten Mandelbäume in windgeschützten, sonnigen Gärten und Tälern. Eine halbe Autostunde südlich der Landeshauptstadt Mainz gibt es Deutschlands größte Mandelplantagen und Mandelalleen.

In die „Toscana der Pfalz“

Jedes Jahr fahre ich dort dem Frühling entgegen. Wärmstens für Wochenende Ende Februar oder Anfang März zu empfehlen ist eine Tour zur Deutschen Weinstraße. In der „Toskana der Pfalz mit fast neun Sonnenstunden täglich verläuft der „Pfälzer Mandelpfad“. Rund eine Million Mandelbäume blühen rund um den „Sonnenweg“ von der Dr. Welsch-Terrasse oberhalb des Haardter Schlosses bis zur Wolfsburg.

Die Welschterrasse hat ihren Namen vom Pfarrer Dr. Theodor Welsch, der sich in der Ortsgemeinde Haardt, im 19. Jahrhundert den Traum eines exotischen Gartens erfüllte. Heute wird der rund 12000 Quadratmeter große Park auch „Balkon der Pfalz“ genannt. Nicht weit entfernt im Weindorf Gimmeldingen wird die Mandelblütenkönigin gewählt und ein zünftiges Mandelblütenfest gefeiert (Termine je nach Blütebeginn über Info-Telefon 06321/9268929).

Für jeden ist etwas dabei: Je nachdem, ob man gut zu Fuß ist, lieber radelt oder bequem mit dem Auto fährt, kann hier auf kurzen oder längeren Touren Frühlingsluft geschnuppert werden. Mein Ziel ist der Mandelblütenpfad. Es ist kein kurzer Wanderweg, sondern eine rund hundert Kilometer lange Blütenstraße, auf der spätestens im März unzählige weiße und rosafarbene Blütenblätter fallen. Es weht zarter Duft durch die frische Luft. Bienen summen. Vögel zwitschern.

Nördlichster Ort des „Mandelpfades“ ist Bockenheim, der südlichste Schweigen-Rechtenbach. Dazwischen liegen malerische und verträumte Orte wie St. Martin und Rodt, Bad Dürkheim, Deidesheim, Neustadt mit dem bereits erwähnten Gemeinden Haardt und Gimmeldingen, Heinfeld, Burrweiler Frankweiler und BirrweilerBad Bergzabern und Dörrenbach, dem „Dornröschen“ der Südpfalz mit einem herrlichen Renaissance-Rathaus aus dem 16. Jahrhundert und Oberotterbach, das schon eine Nachbargemeinde der Endstation im Winzerort Schweigen-Rechtenbach ist. Dort kann beim „Burgunderfrühling“ im April schon das erste Weinfest gefeiert werden. Dabei gibt es rund hundert Weine von deutscher und elsässischer Seite zu kosten.

Übrigens auch in Coronazeiten, allerdings mit Sicherheitsvorkehrungen. (Aktuelle Änderungen und Infos im Internet unter www.corona.rlp.de.). Weitere Infos über Sehenswürdigkeiten, Hotels sowie Gaststätten: www.gastlandschaften.de, Pfalz-Touristik www.pfalz.de und Naheland-Touristik www.naheland.net.

Blütenmeere ohnegleichen

Die ganze Welt ein Blütenmeer. Es ist zwar eine kleine Welt, denn die Blumeninsel Mainau ist nur 610 Meter breit und 1,1 km lang. Aber was hier ab Ende Februar bis in den April (später natürlich auch) zu sehen ist, gibt es sonst nirgendwo auf der Welt: unzählige Schneeglöckchen und Krokusse, Millionen Narzissen, mehr Tulpen als in Holland. Darüber taumeln Blütenblätter wie Schneeflocken auf Beete und Rabatten. Neben Mandelbäumen sind Aprikosen-, Zwetschgen-, Kirschen- von Ende März bis Mitte April und anschließend zehntausende Apfelbäume rund um den Bodensee in voller Blüte. Es lohnt sich also, nicht nur auf Mainau den Frühling zu begrüßen, sondern die Reise in Richtung Süddeutschland mit einem Bodensee-Urlaub zu verbinden. Auf Mainau mit bis 1,2 Millionen Besuchern jährlich kann es jetzt zu Einschränkungen kommen. Gruppenspaziergänge sind verboten. Es gilt anderthalb Meter Sicherheitsabstand zu bewahren.

Außerhalb der Insel ist gerade im Frühling viel Platz und die Hotelpreise günstig. In Meersburg, Lindau oder Konstanz kosten drei Tage mit Frühstück in Mittelklassehotels ab 109 Euro (p.P./DZ). Infos: FTI, Reisebüros oder www.fti.de. Die Tageseintrittspreise für Mainau sind für Erwachsenen 22 Euro, für Familien (2 Erwachsene, Kind bis 15 Jahren) 45 Euro, für Schüler ab 13 Jahren und Studenten 13 Euro. Weitere Infos, auch über aktuelle Beschränkungen: www.mainau.de.

Das Rautal bei Jena ist das beliebteste Frühlingsziel in Sachsen


Es lohnt sich auf der Insel Mainau den Frühling zu begrüßen und dann mit einem Bodensee-Urlaub zu verbinden


Blütenzauber in Thüringen

Kaum zu glauben: Deutschlands sonnensicherste Städte liegen nicht im Westen oder Süden, auch nicht auf den Ostseeinseln, sondern im Osten. Halle an der Saale, Chemnitz und Erfurt sind laut Meteorologen die Orte mit den meisten Sonnenstunden im Jahr. Kein Wunder, dass hier schon im April die Eisdielen Saison haben, Mandelbäume blühen, Veilchen, Narzissen und Tulpen die Augen erfreuen. Warum also nicht im kommende Frühjahr eine Tour in Richtung Osten planen.

Vor allem Thüringen blüht in diesem Jahr auf. Nach einigem Hin und Her wird trotz Corona in der Landeshauptstadt Erfurt im April die Bundesgartenschau eröffnet. Die Blütenpracht beschränkt sich allerdings nicht nur auf den Ort, sondern entfaltet sich auch in den Orten ringsum.

Erfurt gilt schon seit dem 19. Jahrhundert als Blumenstadt. Auch in DDR-Zeiten wurden Blütenfeste gefeiert. 1961 fand dort die „1. Internationale Gartenbauausstellung der sozialistischen Länder“ statt. Martin Luther, der zwischen 1501 und 1511 in Erfurt studierte, nannte die Stadt „Garten des Reiches“.

Es blüht schon in Parks und Gärten, wenn im Thüringer Wald noch Schnee liegt. Seit vergangenem Oktober werden Tulpen-, Narzissen- und Krokuszwiebeln gesteckt, Rosensträucher gepflanzt. Im Mittelpunkt des Blütenzaubers steht der Egapark. Schon in den vergangenen Jahren war er das beliebteste Tourismusziel in Thüringen und nicht, wie viele meinen, die Wartburg.

Veilchen, Reseden, Levkojen und Tulpen sorgen für den ersten Frühlingsblütenzauber. Später folgen die Rosen. Sie sind das Gartenschau-Sommerthema mit Duftrosen und einem Mittelmeer-Rosengarten. Zuerst aber geht es dem Frühling entgegen. Geheimtipp für eine Wanderung schon im Februar ist das Rautal bei Jena. Der Buchenmischwald ist dann noch kahl. Sonnenstrahlen erwärmen die Erde und lassen dort einen gelben Blütenteppich sprießen der einmalig ist in Mitteleuropa: sogenannte Winterlinge blühen millionenfach. Nirgendwo sonst wachsen so viele in freier Natur. Daneben blühen Leberblümchen, Blaustern und Buschwindröschen. Schöner kann der Frühling nicht beginnen.

Übernachtungstipp: Hotel „Zumnorde am Anger“ (4*) in Erfurt, 2 Nächte für 2 Erwachsene ab 183 Euro (p.P./DZ). Infos Dertour (Reisebüros) oder www.dertour.de. Allgemeine Infos: Thüringen Tourismus, Internet: www.thueringen-entdecken.de.

GUT ZU WISSEN

Das kann niemand voraussagen: Wird es ein kalter langer Winter oder – wie in den vergangenen Jahren – eher ein kurzer. Mandelbäume und Frühlingsblumen erblühen schon nach wenigen Tagen Wärme, verblühen aber wieder schnell oder erfrieren, wenn ein Kälteeinbruch kommt. Bevor Sie losfahren, sollten Sie also unbedingt die im Text erwähnten Fremdenverkehrsämter oder Tourismusorganisationen anrufen und sich erkundigen, wie weit die Blüte ist. Danach richten sich auch die Frühlingsblütenfeste.


Bild: Dominik Ketz

Fotos: depositphotos, Peter Allgaier, Christian Häcker