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Deutschland: Mümling: Idylle im Odenwald


FliegenFischen - epaper ⋅ Ausgabe 10/2020 vom 29.11.2019

Der Odenwald ist weder das größte noch das spektakulärste deutsche Mittelgebirge. Wir Odenwälder haben kein Problem damit, denn so bleibt es etwas ruhiger. Der Odenwald ist idyllisch, ruhig und sanft, hat aber überraschend viel zu bieten. Zum Beispiel die 15 Kilometer lange Fliegenfischer-Strecke des SF-V „Petri Heil“ Mümlingtal – und dieser Verein nimmt zurzeit Mitglieder auf!


Die Mümling im Odenwald ist ein Traumgewässer, und dies ist „gleich um die Ecke“ der Metropolregionen Rhein-Main und Rhein-Neckar. Der hervorragende Bachforellenbestand der Mümling kann echte Sternstunden bescheren. Allerdings ist ...

Artikelbild für den Artikel "Deutschland: Mümling: Idylle im Odenwald" aus der Ausgabe 10/2020 von FliegenFischen. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: FliegenFischen, Ausgabe 10/2020

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... die Fischerei an dieser Strecke durchaus anspruchsvoll, denn wegen des dichten Uferbewuchses, ist oft wenig Platz für Würfe. Die vielen Hindernisse aus Holz und Stein in und am Wasser, zwingen einen schon mal zu akrobatischen Einlagen und das Backing wird man eher nicht sehen – dafür aber viele Forellen und spektakuläre Drills auf engem Raum!

In der schönen Mümling fühlen sich auch die Bachforellen wohl, die zu guten Größen abwachsen. Ohne Rolloder Speycast wird es allerdings schwierig, sie zu fangen.


Neben vielen jungen Bachforellen gibt es auch solche Exemplare. Der Bachforellenbestand der Vereinsstrecke ist hervorragend!


Neben den Forellen und Äschen gibt es noch einiges zu sehen. Zum Beispiel den Eisvogel, dem begegnet man eigentlich immer. Auch die Wasseramsel kann man öfter beobachten. Die Spuren der Biber sind unübersehbar und in den Teilbereichen, die durch Wald oder Wiesen verlaufen, begegnen einem regelmäßig Füchse, Rehe und Dachse.

FLIEGEN UND AUSRÜSTUNG FÜR DIE MÜMLING

In der Mümling sind, neben Eintagsfliegenlarven und Köcherfliegenlarven, große Mengen an Bachflohkrebsen zu finden. Auch die eine oder andere Steinfliegenlarve gibt es. Je nach Jahreszeit gibt es Schlupfereignisse von verschiedenen Eintagsfliegenarten. Auch Köcherfliegen schlüpfen ab dem Spätsommer in größeren Mengen und bringen die Forellen zum Steigen. Entsprechende Fliegenmuster und die Standards wie Rehhaar-Sedge, Adams, Klinkhammer, Goldkopfnymphen, Pheasanttail Nymphe und Bachflohkrebs-Imitate, gehören daher ebenso in die Box wie einige Terrestials.

Im Schatten der Bäume. Auch im Sommer wird das Wasser der Mümling nicht zu warm, denn das Blätterdach schützt sie an vielen Stellen vor einer direkten Sonneneinstrahlung.


Streamer werden nicht unbedingt gebraucht, da immer mit Nymphe und Trockenfliege gefangen werden kann. Wer aber gerne mit dem Streamer fischt, der wird ebenfalls erfolgreich sein. Ein paar Forellenstreamer und Woolly Bugger können nicht schaden.

Und welche Ausrüstung brauche ich? Die Grundregel: Je kürzer die Rute, desto besser kommt man an bewachsenen Stellen klar, denn die Wege zu den guten Stellen führen auch durch Unterholz und Dickicht. Ruten zwischen 6 und 8 ½ Fuß Länge und den Schnurklassen 4 bis 6 eignen sich am besten.

Ich fische meist eine 8 ½ Fuß lange 5/6er Rute mit kurzer 5er WF-Keule mit beschwerter Nymphe oder Trockenfliege. Mit 7 Fuß kommt man aber auch zurecht. Einige der Vereinsmitglieder fischen auch beschwerte Nymphen an längeren, 9 Fuß langen Ruten, andere bevorzugen 6 Fuß Klasse 5 Ruten für Streamer. Solches Gerät ist ausreichend, um mittelgroße, beschwerte Nymphen über die 10 bis 15 Meter Distanz zu befördern, die hier benötigt wird. Will man trocken fischen, ist eine 5er oder 4er Rute eine gute Wahl.

Eine kapitale Forelle an diesem Gerät ist ein Erlebnis, das einem lange in Erinnerung bleibt! Apropos: Als Vorfachspitzen ist 0,16er zu empfehlen, fischen Sie nicht dünner!

WAS MUSS ICH SONST NOCH ÜBER DIE MÜMLING WISSEN?

Zunächst einmal: Im Gegensatz zu manch überlaufenen Gewässern im Einzugsbereich der großen Städte Frankfurt, Hanau, Offenbach, Heidelberg oder Mannheim, findet man hier Ruhe. Es ist hier eben eher freundlich, idyllisch, ruhig und sanft als spektakulär.

Die Strecke ist insgesamt etwa 15 km lang und in 12 Abschnitte eingeteilt. Der obere Abschnitt reicht von den Quellbereichen der Mümling bei Beerfelden bis zum Zulauf, der vom Marbachsee herabkommt. Dieser Zulauf bis hoch zur Staumauer kann ebenfalls befischt werden. Es handelt sich um 1 bis 2 Meter kleine Wiesenbäche, die auch mal durch Gehölzbereiche führen. Mit der Fliege sind sie zwar schwer zu befischen, weisen aber gute Fischbestände auf. Wer öfter an kleinen Bächen fischt, wird hier mit einer kurzen Rute viel Freude haben!

Für einen Moment steht der Fisch noch über dem Sand, dann schießt er davon …


Dem Bachlauf abwärts folgend an der Eisenbahnbrücke bei der Ortseinfahrt von Erbach bis zum Hammerwehr am Ortsausgang Michelstadt fließt die Mümling durch Ortschaften, man bekommt aber nicht sehr viel davon mit, wenn man sich watend im Wasser bewegt. Die Uferbereiche sind breit genug, die Böschung recht hoch und gut bewachsen.

Im unteren Teil dieses Bereichs führt die Strecke durch die Parkanlagen des Schlosses Fürstenau, dieser Bereich darf nicht befischt werden. Weiter stromab ab Asselbrunn darf sich die Mümling ihr Bett seit vielen Jahren wieder frei gestalten und hat dafür auch genügend Platz. Die meisten Befestigungen wurden auf Initiative des Vereins nach und nach zurückgebaut. Inzwischen zum Flüsschen angewachsen, sprudelt das Gewässer munter über Sandsteinfindlinge, mäandert durch Wiesen und Wald, umspült die Wurzeln großer Weiden und Schwarzerlen und hat sich mal tiefer, mal weniger tief eingegraben. Zwar verläuft ein Fuß- und Radweg entlang des Gewässers, der Weg ist aber weit genug entfernt, damit man ungestört bleibt. Da hier auch das Totholz im und am Wasser liegen bleibt, wie es fällt, kann die Fischerei recht sportlich werden. Watschuhe mit Spikes sind aufgrund der zum Teil hohen rutschigen Böschungen sowie Astwerk und Steinen im Flussbett zu empfehlen. Zusammen mit dem untersten Abschnitt findet man hier die besten Bedingungen zum Fliegenfischen!

Offenere Bereiche mit gutem Wasserpflanzenbewuchs wechseln sich mit Rauschen und ruhigeren, tieferen Zügen ab. Ab der Brücke am Möbel Kempf (Zell) beginnt der letzte Abschnitt des Vereins.

Die Vereinsstrecke endet an einer kleinen Holzbrücke kurz vor dem Ort Bad König, die den Fuß- und Radweg über das Gewässer führt.

Übrigens findet man wenige Meter neben der gerade genannten Brücke das Kaffee Orth, in dem man sich ein Stück Kuchen gönnen sollte. Und einen Biergarten gibt es ebenfalls, nur wenige hundert Meter weiter. Auch dies sollten Sie im Hinterkopf behalten, wenn Sie an unserer Mümling fischen …

Also, wenn da keine steht … Dichter Uferbewuchs macht die Fischerei anspruchsvoll. Ebenso die Tatsache, dass Totholz liegen bleiben darf.


An einigen Stellen hat man an der Mümling auch Platz genug, um mit kurzen Ruten Überkopf zu werfen und den Rücken wieder gerade zu machen …


Auch Äschen sind in der Mümling vorhanden. Um den Bestand aufzubauen, gilt für die Äsche ganzjährig die Regel: keine Entnahme!

AUF EINEN BLICK

Anfahrt: Die Strecke liegt östlich von Mannheim und ist erreichbar über die B45, B47, B38 oder die B426.
Strecke: Rund 15 km Mümling von Beerfelden- Hetzbach bis Zufluss Marbachstausee und vom Ortseingang Erbach bis zur Fuß- und Radbrücke unterhalb Bad-König- Zell (Heubrücke).
Fischbestand: Bachforelle, Äsche, vereinzelt Barsch.
Wasserstand: Bis zum Pegelstand von 60 cm ist die Mümling gut befischbar. Den Pegelstand finden Sie unter www.hnd.bayern.de/pegel/unterer_main/michelstadt-24742206
Entnahme: 2 Forellen, Äsche ganzjährig keine Entnahme, Barsche können entnommen werden.
Bestimmungen: Nur mit Fliegen ohne Widerhaken.
Preis Tageskarte: 35 Euro (inkl. 5 Euro Pfand).
Ausgabestelle: Vom 20. Mai bis 30. September gibt es eine limitierte Anzahl von Gastkarten. Diese können nach vorheriger Absprache (mindestens vier Tage im Voraus) beim Gewässerwart, Markus Theophel, abgeholt werden. Markus Theophel
E-Mail: mt@sf-v.de
Mitglied werden: Derzeit nimmt der SF-V „Petri Heil“ von 1948 e.V. Mümlingtal noch Mitglieder auf. Den Kontakt und weitere Infos zum Verein finden Sie auf der Homepage www.SF-V.deUnterkünfte:
• Logiert man hier in einer der vielen Übernachtungsmöglichkeiten zwischen Erbach und Bad König, kann man das Auto stehen lassen und trotzdem die schönsten Bereiche erkunden. Gut gelegen, um bequem zu Fuß beide Fliegenfischerstrecken zu erreichen, liegt der Gasthof „Zur Krone“ (www.krone-klein.de) in Zell.
• Wer etwas mehr Trubel haben möchte, der steigt besser in Michelstadt, zum Beispiel im Hotel „Drei Hasen“ (www.dreihasen.de) oder der „Grünen Baum“ (www.gruenerbaummichelstadt.com/) ab.
Sehenswertes: In Michelstadt und in Erbach finden Sie eine historische Architektur (wie das berühmte Michelstädter Rathaus und das Erbacher Schloss) sowie eine lebendige und vielseitige Gastronomie und auch ein reichhaltiges kulturelles Angebot. Das Elfenbeinmuseum oder das Schloss seien hier erwähnt. Aber auch die Landschaft der Umgebung mit den prächtigen Mischwäldern, kleinen Dörfern, sanften Bergen und Tälern ist sehr sehenswert.


Fotos: T. Breuer

Foto: S. und M. Theophel

Foto: A. Kusserow

Foto: S. und M. Theophel

Foto: A. Kusserow

Foto: T. Breuer

Foto: S. und M. Theophel