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Deutschland: Sächsische Schweiz: Willkömm’ in Saxn


FliegenFischen - epaper ⋅ Ausgabe 40/2018 vom 01.06.2018

Allein das Elbsandstein-Gebirge ist schon eine Reise wert, doch auch für Fliegenfischer hat diese Region viel zu bieten.Erwin Rießle stellt Ihnen Gewässer in der schönen Sächsischen Schweiz vor.


Artikelbild für den Artikel "Deutschland: Sächsische Schweiz: Willkömm’ in Saxn" aus der Ausgabe 40/2018 von FliegenFischen. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Nebel liegt dem Elbsandstein-Gebirge zu Füßen, darunter verborgen eine Reihe fischereilicher Perlen, die nur darauf warten, von Ihnen entdeckt zu werden!


Foto: Ole Jensen -stock.adobe.com

Es ist mir noch wie heute in Erinnerung! Ich hatte die geniale Idee, ein langes Wochenende in der Sächsischen Schweiz zu verbringen und soweit alles klar gemacht: Urlaub nehmen, ein schönes Zimmer buchen, Guiding organisieren … ...

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... Einzig bei der Anfahrt mit dem PKW habe ich keinen Moment darüber nachgedacht, dass viele andere Leute auch so eine gute Idee haben könnten. Es war definitiv meine längste Anreise in die Sächsische Schweiz, doch ich wurde in den Tagen danach für diese Strapazen wirklich mehr als nur entschädigt.

Für den Tag nach meiner Ankunft hatte ich mich mit Ingolf Augustin zum Gewässer-Guiding (also nur gucken, nicht fischen) verabredet. Rund 120 km Wegstrecke haben wir im Verlauf des Tages zurückgelegt, waren an der Wesenitz, Polenz, Sebnitz, Kirnitzsch, Biela und dem Lachsbach. Und hätte mir Ingolf am Anfang der Tour nicht ausreichend Kartenmaterial zur Verfügung gestellt, dann hätte ich am Ende der hochinformativen Rundtour wohl kaum noch ein halbes Dutzend der oft sehr abgelegenen und idyllischen Ecken wiederfinden können.

Seit dieser Tour war ich oft in der Sächsischen Schweiz und jedes Mal kommen die Aufzeichnungen der damaligen Guidingtour mit.

Einige dieser Gewässer möchte ich nun vorstellen. Sie werden sich wundern, welch schöne, kaum bekannte Reviere diese Region bietet! Doch wie heißt es noch: Wo Licht ist, da ist auch Schatten – teilweise reagieren die Gewässer sehr empfindlich gegenüber Regentagen und schwellen in kürzester Zeit zu beachtlichem Ausmaß an. Wo am Vortag das Wasser bis knapp über die Watschuhe reichte, da kann es nach ausgiebigen Regenfällen in kürzester Zeit bis über die Knie steigen. Ein Blick in den Wetterbericht und die Pegelstände (siehe „Auf einen Blick“) hilft, die Situation richtig einschätzen zu können.

Jetzt noch ein besonders erfreulicher Hinweis: Viele der alten Mühlen in der Sächsischen Schweiz wurden renoviert und zu Gasthöfen umgebaut. Einerseits bleibt dadurch ein Stück Geschichte lebendig, andererseits erleichtert dies die Pausenplanung ungemein!

Ich wünsche viele Freude beim Erkunden dieser Gewässer und beim Fliegenfischen in Sachsen!

Kirnitzsch

Die Kirnitzsch ist ein kleines Gewässer mit schönen und vor allem agilen Bachforellen.


Mein erster Tripp nach Sachsen hat mich zur Mittelndorfer Mühle, direkt an der Kirnitzsch, geführt. Die zu einer Pension und Gasthaus umgebaute Papiermühle liegt in wunderschöner Lage, mitten im Kirnitzschtal.

Besonders verlockend an dieser Unterkunft ist, dass direkt hinter dem Haus die für Gastangler zugängliche Fischereistrecke der Kirnitzsch beginnt. Sie hat eine Länge von gut 4 km und führt später durch das Stadtgebiet von Bad Schandau. Für mich sind die ersten zwei Kilometer der schönste Abschnitt. Die Bachforellen sind vielleicht nicht besonders groß, aber wunderbar gezeichnet und sehr agil. Eine nicht allzu lange Rute der Klasse 4 ist hier genau richtig.

Ein Schmankerl: Durch das Kirnitzschtal führt eine Straßenbahn. Für ein Stadtgebiet wäre das nicht ungewöhnlich, aber die Bahn fährt über die Stadtgrenze hinaus, immer an der Kirnitzsch entlang, bis zu den Lichtenhainer Wasserfällen. Eine schöne Fahrt und eine gute Gelegenheit zur Einkehr im gleichnamigen Gasthof.

Sebnitz

Traumhaft schön, die Sebnitz am Malerweg! Neben Forellen gibt es hier zum Teil beachtenswerte Äschen zu fangen.


Für gewöhnlich wohne ich direkt in Kohlmühle (einem Ortsteil von Hohnstein) und damit auch direkt an der Sebnitz. Schon die Anfahrt ist spektakulär! Von einem Höhenzug mit fantastischem Ausblick auf das Elbsandstein-Gebirge geht es hinunter ins Tal und mitten im Wald – bitte nicht erschrecken – taucht ein gigantischer Klinkerbau auf. Es ist das zwischenzeitlich geschlossene Linoleumwerk von Kohlmühle, ein VEB mit ehemals 2.500 Beschäftigten.

Meine erste Adresse war die Ferienwohnung der Familie Köning. Die Wohnung bietet bis zu 5 Personen ein Obdach und der Blick auf die Sebnitz ist inklusive. Fischen darf man da auch!

Die Sebnitz kommt aus der Böhmischen Schweiz und schlängelt sich durch die Region bis zum Zusammenfluss mit der Polenz, von da ab heißt das Gewässer dann Lachsbach. Doch dazu später mehr. Gäste können, mit wenigen Ausnahmen, auf einer Strecke von rund 20 km fischen. Wichtig: Es gilt Schonhaken-Pflicht, und die Sperrbereiche sind zwingend zu beachten.

Gegenüber der besagten Ferienwohnung führt direkt eine schnelle Rinne vorbei, an der ich sozusagen vom Frühstückstisch aus meine erste Äsche in der Sebnitz gefangen habe. Geht man von dort aus flussauf, kommt man an drei großen Flussbiegungen vorbei, die förmlich nach Fisch riechen! Hier gibt es teils beachtliche Äschen, die sich ganz besonders für Larven der Rhyacophila sp.interessieren.

Da man tief nach unten muss, empfiehlt sich hier ein sinkendes Polyleader. Die Muster selbst sind nicht beschwert und werden in Dead Drift angeboten.

Wer von dieser Stelle aus dem Malerweg (ein Fernwanderweg) folgt, findet flussauf noch viele weitere vielversprechende Stellen. Für mich eine ideale Kombination aus Fischen und Wandern oder Radfahren.

SACHSEN -STANDARD

All die hier vorgestellten Gewässer in Sachsen können Sie mit Standard Forellengerät befischen. Ruten der Klasse 4 bis 6, Längen 8 bis 9 ft, sind ideal.
Als Fliegen gehen alle gängigen Muster der klassischen Trockenfliegen-und Nymphenfischerei. Als besonderes Muster sei die Köcherfliege (Rhyacophila) ans Herz gelegt, gern groß! Sie fängt Larve unbeschwert und in Dead Drift angeboten.

Polenz

Fisch sucht Fahrrad – in diesem Fall an der Polenz. Hier zu sehen ist die obere Fischereigrenze von Abschnitt 1.


Ein guter Ausgangspunkt für ein schönes Naturerlebnis an der Polenz ist der Wandererparkplatz gegenüber der Frinzthalmühle in Porschdorf. Sie können von da aus an der Polenz entlang flussauf in Richtung Hohnstein wandern und die einmalige schöne Landschaft genießen. Das Fischen ist in diesem Bereich zwar nicht mehr erlaubt, aber auch das Spiel „da steht bestimmt eine“ ist doch immer wieder schön.

Ein kleines Trostpflaster: Im Bereich der Mühle kann man ein kurzes Stück der Polenz befischen, so als Ausgleich zur Wanderung. Flussab kann man dann bis zum Zusammenfluss von Sebnitz und Polenz weiterfischen.

Ein Stück nach dem Zusammenfluss wechselt die Gewässerzuordnung und man braucht einen „allgemeinen Erlaubnisschein“ (siehe Infokasten „Auf einen Blick“).

Wenn man dann so richtig an der Polenz loslegen will, dann geht das ab der bewirtschafteten Scheibenmühle flussauf. Hier stehen einige Kilometer Flussstrecke für eine idyllische Fischerei zur Verfügung. Entlang der Polenz findet man auch weitere bewirtschaftete Mühlen (Bockmühle, Knochenmühle …), teilweise kann man von der Hauptstraße über Stichstraßen zu den Mühlen an der Polenz kommen und diese Spots dann abfischen. Es gibt dabei auch wirklich abgelegene Mühlen, die nur zu Fuß erreichbar sind, aber jeder Weg lohnt sich. Insgesamt sind 6 km der Polenz befischbar.

Ach ja, und hier gibt es viele Märzenbecher-Wiesen, die für uns tabu sind! Also immer schön auf die Karte schauen und diese Bereiche wirklich nicht betreten, denn diese Pflanzen (sie sieht den Schneeglöckchen sehr ähnlich) sind trittempfindlich. Das gilt natürlich auch dann, wenn das Gewässer aus der Ferne sehr verlockend ist! Für alle Abschnitte mit Märzenbecher-Wiesen gilt ein Fischereiverbot.

Lachsbach

Der Zusammenfluss von Polenz und Sebnitz bilden den Lachsbach, und in diesen Bach steigen tatsächlich wieder Lachse auf.


Sebnitz und Polenz fließen in Porschdorf zusammen und es entsteht der Lachsbach. Man kann hier regional auch mal „die Lachsbach“ auf Karten finden. Derzeit bin ich mir noch nicht im Klaren, wie sich das mit dem Artikel verhält – sehr wohl aber darüber, dass der Zusammenfluss von Polenz und Sebnitz ein Hotspot ist!

Die Strecke gehört teilweise noch zum Abschnitt der Forellengewässer (Beschilderung beachten) und ist anglerisch durchgängig reizvoll, verliert für mich aber auf dem 6 km langen Weg zur Elbe durch die zunehmende Bebauung etwas an landschaftlichem Reiz.

Der Name „Lachsbach“ selbst kommt nicht von ungefähr, und heute gibt es den Namenspatron wieder in diesem Gewässer. Schön zu wissen, dass die Lachse wieder aufsteigen! Der bislang schwerste Lachs aus diesem Bach war 105 cm lang und gut 9,5 Kilogramm schwer, im Schnitt sind die Lachse 80 cm lang und 4,7 Kilo schwer.

Das Besatzprogramm wird wissenschaftlich begleitet und Berichte hierzu sind öffentlich zugänglich.

Wesenit

Riesig sind die Fische in den Gewässern nicht, doch dafür umso schöner.


Anfällig für Hochwasser, auffällig gut für Äschen. Wenn die Bedingungen passen, sollten Sie einen Abstecher an die Wesenitz machen.


Ingolf Augustin hat sich mit folgendem Satz tief in meinem Gehirn verankert: „In der Wesenitz bei Großharthau hat es so viele Äschen, dass wir die abfischen mussten …“.

Alles klar, da schau ich mal vorbei! Aber beim ersten Mal war es nicht die örtliche Unkenntnis, die eine Chance auf Erfolg verhinderte, sondern Dauerregen. Trotzdem hatte ich ein paar schöne Stunden am Schlosspark von Großharthau. „Beim nächsten Mal wird’s dann wohl klappen…“, war mein Gedanke, als ich die Wesenitz hinter mir ließ. Dabei blieb es. Denn irgendwie komme ich nur an die Wesenitz, wenn sie Hochwasser führt. Aber irgendwann wird es klappen – vielleicht ja auch bei Ihnen …

AUF EINEN BLICK

Auch das ist Sachsen: Sanfte Hügellandschaft auf der Anfahrt zur Sebnitz.


Alle Infos zu den Gewässern und Ausgabestellen finden Sie auf der Homepage des Anglerverband Elbflorenz Dresden e.V., hier der direkte Link:
www.anglerverband-sachsen.de/ anglerverband-elbflorenzdresden-ev/

Angelkarten: Wenn Sie eine Gastkarte kaufen, dann kaufen Sie diese nicht für einen der Flüsse sondern für ein ganzes Gebiet – eine sehr gastfreundliche Regelung! Grob gesagt gibt es zwei Erlaubnisscheine: „Erlaubnisschein für Salmoniden“ (gelbes Schild) und den „allgemeinen Erlaubnisschein“ (grünes Schild). Innerhalb dieser Gewässer sind teilweise reine Fliegenfischerstrecken ausgewiesen, das Schild trägt dann zusätzlich ein „F“.Preise: Tageskarte 10 Euro (Allgemeine Gewässer), 15,34 Euro Salmonidengewässer.
Gewässer-Überblick: Auf der Homepage des Landesverbandes Sächsischer Angler (www.landesanglerverband-sachsen.de) kann man ein PDF mit dem Gewässerverzeichnis herunterladen. Seit kurzer Zeit gibt es auch eine sehr gute App des Landesverbandes Sächsischer Angler für Android und iOS, in der alle Informationen gebündelt zur Verfügung stehen. Da die Gewässer teilweise so abgelegen sind, dass es mit dem Handy-Empfang schlecht aussieht, ist es mit der App möglich, Kartenmaterial und Dokumente wie die Gewässerordnung herunterzuladen – man muss nur rechtzeitig daran denken.
Pegelstände: Diese findet man auf der Seite www.umwelt.sachsen.de, hier der direkte Link: www.umwelt.sachsen.de/umwelt/ infosysteme/hwims/portal/web/ wasserstand-flussgebiet-102
Guiding: Sie erreichen Ingolf Augustin über seine Homepage www.kunstfliegen-augustin.de

Unterkünfte:

• Gasthof & Pension „Zum Kirnitzschtal“ Sebnitzer Straße 5 01855 Ottendorf Tel.: 03 59 71 / 5 45 04 E-Mail: kirnitzschtal@t-online.de
• Mittelndorfer Mühle Herr Uwe Krebs Kirnitzschtalstraße 4 01855 Kirnitzschtal Tel.: 03 50 22 / 58 50
• Ferienwohnung Hohenstein Herr König Sebnitztalstr. 6 01848 Hohnstein Tel.: 03 50 22 / 4 14 20
• Tourismusverband Sächsische Schweiz e.V. Bahnhofstr. 21 01796 Pirna Tel.: 0 35 01 / 47 01 47 E-Mail: info@saechsischeschweiz.de www.saechsische-schweiz.de