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Deutschlands schönste Herbstwälder


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HÖRZU - epaper ⋅ Ausgabe 42/2022 vom 14.10.2022

REISE

Artikelbild für den Artikel "Deutschlands schönste Herbstwälder" aus der Ausgabe 42/2022 von HÖRZU. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: HÖRZU, Ausgabe 42/2022

HÖRZU-AKTION Gruppenfoto von unseren Leserinnen und Lesern, die in diesem Jahr an dem exklusiven HÖRZU-Waldseminar mit Peter Wohlleben (Mitte) in Wershofen in der Eifel teilgenommen haben

1 KELLERWALD-EDERSEE

HESSEN Der Wald wandelt sich wie ein Chamäleon – von grün zu gelb bis rot changierend. Die Natur wird zum Schauspiel. Seit 2011 gehört der Nationalpark Kellerwald-Edersee zum Unesco-Weltnaturerbe – als einer der letzten großen, nicht von Straßen und Siedlungen zerschnittenen Buchenwälder Mitteleuropas. Auf Erlebnispfaden kann man mit oder ohne Führung ins Buchenmeer eintauchen: zu Fuß auf 19 Rundwanderwegen, mit dem Fahrrad auf den Ederseeradwegen, die in Abschnitten durch den Wald führen. Info:

Esist ein Anblick, der vielleicht tiefer berührt als jeder andere: Wenn die Strahlen des Sonnenlichts durch große Laubbäume fallen und die letzten Blätter in Rot, Gelb, Orange zum Leuchten bringen. Dann wirkt der Wald fast mystisch – und doch auch romantisch und so friedlich.

Wo Buchen, Eichen, Kastanien und Ahorn wachsen, kann es richtig bunt werden. Doch alte Buchen- oder ...

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... Mischwälder sind hierzulande selten. Wo man sie noch finden kann, zeigt unsere Auswahl auf diesen und den folgenden Seiten. Und was das Besondere an einem Laubwald im Herbst ist, verrät Peter Wohlleben, Deutschlands berühmtester Förster und Bestsellerautor („Der lange Atem der Bäume“, Ludwig).

EINE REISE IN DIE NATUR

„Im Herbst schöpft die Natur aus dem Vollen“, sagt der 58-Jährige. „Wer jetzt aufmerksam durch den Wald geht, bekommt überraschende Einblicke.“ Der studierte Forstwirt selbst öffnet anderen die Augen für die Naturschätze, etwa den jährlich über 7000 Gästen der von ihm gegründeten Waldakademie in Wershofen in der Eifel – und kürzlich auch 24 Lesern, die auf Einladung von HÖRZU an dem Seminar „Das geheime Leben der Bäume“ teilgenommen haben. „Peter Wohlleben hat uns – kompetent, ganzheitlich denkend und packend schildernd – mit auf eine Reise in die Natur genommen“, sagt Teilnehmer Jörg Wilms aus Hennef. Sie startete mit einem dreistündigen Vortrag in einem lichtdurchf luteten Raum des Plusenergiehauses der Akademie und endete nach einem zweistündigen Waldspaziergang.

2 JASMUND

RÜGEN Blau leuchtet das Meer, weiß der Kreidefelsen, bunt das Laub der Bäume – die Kulisse hat schon den Maler Caspar David Friedrich zu Herbstbildern inspiriert. Im 30 Quadratkilometer großen Nationalpark Jasmund reichen die Buchenwälder bis an die Küste. Sie sind Unesco-Welterbe. Tipp: die Wanderung von Sassnitz über den Hochuferweg bis zum Königsstuhl. Info:

3 WERSHOFEN

THÜRINGEN Er ist die grüne Lunge des Landes, doch im Herbst präsentiert sich der Höhenzug Hainich als ein Meer in allen Nuancen von Rot, Gelb und Orange. Mit 130 Quadratkilometern gilt er als größtes zusammenhängendes Laubwaldgebiet Deutschlands. Sein Südteil ist seit 1997 Nationalpark, seit 2011 Unescogeschützt. Tipp: Der 540 Meter lange Baumkronenpfad schlängelt sich durch die Wipfel. Info: national

4 HAINICH

EIFEL Die Sonne geht auf. Noch liegt zarter Morgennebel über den Bäumen. Hier darf die Natur walten, wie sie will: Das Urwaldprojekt in Wershofen, von Peter Wohlleben 2006 ins Leben gerufen, hat zum Ziel, dass sich heimische Baumarten wieder verbreiten. Besonderer Schutz gilt Buchen, die 120 bis 200 Jahre alt sind. Keine Chemie, keine schweren Vollerntemaschinen, Totholz bleibt hier im Wald. Info:

FRAGE DER EIGENART

Ein Sommer der Brände und Dürre ist zu Ende, doch hier in Wershofen sieht der Wald aus, als sei nichts gewesen. Oder? Wohlleben erfasst genau, wie es den Bäumen geht – zu jeder Jahreszeit, so auch im Herbst. „Mit der Verfärbung lässt sich herausfinden, über wie viel Power die Bäume noch verfügen“, sagt er. „Wenn sie das Laub besonders lange an ihren Ästen lassen, haben sie nach wie vor Hunger.“ In diesem Jahr tun es laut Wohlleben mehr Bäume als sonst, weil es in den Sommermonaten sogar trockener als 2020 gewesen sei.

Auch entdeckt man Unterschiede bei Exemplaren einer Art: Die einen sind mutig, andere ängstlich. Letztere, die sich rechtzeitig vor dem ersten Sturm und dem ersten Frost wappnen wollen, fangen frühzeitig an, die Reservestoffe aus den Blättern zu ziehen, das Chlorophyll, den grünen Farbstoff, zu zerlegen und den Zucker für das kommende Jahr in den Zweigen, dem Stamm und den Wurzeln einzulagern – als Winternahrung. „Die Mutigeren behalten die Blätter länger an den Zweigen. Es ist der Versuch, noch ein paar Extrakalorien mit den letzten warmen Sonnenstrahlen zu bilden, nach dem Motto: Ein bisschen mehr Zucker kann nicht schaden, und es wird schon gut gehen“, sagt Wohlleben. „Während der Dürre war das allerdings anders. Da wurden viele Bäume hektisch und warfen ihre Blätter gelb, wenn nicht grün ab, also ihre Reservestoffe.“ Das sei zwar ein Alarmzeichen, heiße aber nicht, dass sich der Baum davon nicht erholen könne.

5 BAD URACH

SCHWÄBISCHE ALB Einen Wettstreit um die schönsten Blattfarben liefern sich auch die Bäume der Hang- und Schluchtwälder am bis zu 1000 Meter hohen Albtrauf im Biosphärengebiet der Schwäbischen Alb. Tipp: Bei Bad Urach führen Pfade zu atemberaubenden Wasserfällen, die über 30 Meter in die Tiefe stürzen. Info:

ROTE FARBE ALS TRICK

Ein anderes Beispiel, an dem man erkennen kann, wie die Bäume durch den Sommer gekommen sind, ist die rote Verfärbung. Einige, wie zum Beispiel Kirsch- und Birnbäume, sollten jetzt orange beziehungsweise feuerrot sein. Wozu eigentlich? „Um Blattläuse abzuwehren“, weiß Wohlleben. „Die Bäume pumpen rote Farbstoffe in die Blätter – und tarnen sich damit. Denn, so zeigen neue Forschungen, Blattläuse können die Farbe Rot nicht sehen, sehr wohl aber Gelb oder Grün.“ Doch die Bildung dieser Tarnfarbe koste viel Energie. Der rote Farbstoff müsse vor dem Blattfall eigens eingelagert werden, das schaffe der Baum nur, wenn er mit vielen Reservestoffen durch den Sommer gekommen sei. „Die Intensität der Rotfärbung“, so Wohlleben, „zeigt also den Gesundheitszustand solcher Bäume an.“

»

MIT DER VERFÄRBUNG lässt sich herausfinden, über wie viel Power die Bäume noch verfügen.“

PETER WOHLLEBEN Forstwirt und Bestsellerautor

6 BAYERISCHER WALD

BAYERN Goldene Laubbäume recken ihre Äste über die dunkle Ilz, „schwarze Perle“ genannt. Braungelbe Linden, knallrote Ahornbäume, orangefarbene Rotbuchen – der Bayerische Wald mit insgesamt 1100 Kilometern Wegen verzaubert durch seine Vielfalt. Naturkino hat man vom 1373 Meter hohen Lusen. Info:

7 PFÄLZERWALD

RHEINLAND-PFALZ Wenn das kein Märchen ist! Die mittelalterliche Burg Trifels erhebt sich aus einem rauschenden Blätter-Flammenmeer. Annweiler gilt als Tor zum Biosphärenreservat Pfälzerwald, wo Flora und Fauna sich ungestört entfalten. Es locken nachhaltige Erlebnisangebote. Info:

Nach der Verfärbung dauert es rund zwei Wochen, bis die Bäume die Blätter abwerfen. „Auf diese Weise entsorgen sie auch Giftstoffe, die aus der Umwelt oder dem Stoffwechsel ins Innere gelangt sind“, sagt der Experte. Laubbäume lassen damit, das zeigen Untersuchungen, sozusagen bewusst mehr Regen auf die Erde durch. „Sie speichern das Wasser im Boden – viel mehr, als sie brauchen“, sagt Wohlleben. Mit ihren Blättern und Wurzeln regulieren Bäume auf diese Weise den Grundwasserpegel. Auch deshalb setzt der Förster sich für eine stärkere Bewaldung Deutschlands ein.

Lebensretter Wald. „Dieser Tag mit Peter Wohlleben“, resümiert Seminarteilnehmerin Uschi Rose aus Rheydt, „macht Hoffnung, dass trotz des Klimawandels mit all seinen Auswirkungen doch noch eine Chance besteht, mit einem gesunden und wachsenden Wald Mutter Erde vor dem Kollaps zu bewahren.“

ANJA MATTHIES

8 ELBSANDSTEIN-GEBIRGE

SACHSEN Die Brunft setzt ein. Der Rothirsch röhrt. Neben diesem Klangereignis verspricht der herbstliche Nationalpark Sächsische Schweiz alten Buchenwald und imposante Sandsteinformationen. Tipp: Morgens ziehen Nebelschwaden geheimnisvoll übers Tal, ist die Bastei noch menschenleer. Info: