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Devialet hoch 2


Stereo - epaper ⋅ Ausgabe 3/2020 vom 03.02.2020

Devialet zählt zu den innovativsten Verstärkerproduzenten und bietet seine Hightech-Amps auch im Doppel-Mono-Set an. Das kleinste heißt Expert 210 Pro Dual und konnte im Duett seine gewohnten Single-Qualitäten statt zu addieren geradezu potenzieren.


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Bildquelle: Stereo, Ausgabe 3/2020

Das kreisrunde Display informiert über alles - wirklich alles -, was mit den Amps zu tun hat (s.r.).


Es klingt wie eine Ulk-Anfrage bei Radio Eriwan: Was ist besser als ein Devialet-Verstärker? Antwort: zwei Devialet-Verstärker! Stimmt genau, denn hier geht es nicht ums reine Stapeln, sondern um die Zusammenlegung der beiden Kanäle je eines Stereo-Verstärkers ...

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... zum Mono-Block. Ein Hauptaspekt ist dabei das so erzielbare Mehr an Leistung. Doch das Verfahren bietet noch weitere Vorteile, unter denen die gesteigerte Kanaltrennung noch zu den geringeren zählt. Und wenn die Verschaltung auf der hochinnovativen, umfänglich DSP-gestützten sowie vielfältigst programmierbaren Devialet-Basis erfolgt, darf man etwas ganz Besonderes erwarten.

Dies bezieht sich beim 210 Pro Dual aus der gegenüber der vorherigen Linie an vielen Punkten optimierten aktuellen „Expert “- Serie zunächst mal auf den Bedienungskomfort. Wie üblich sind die Eckdaten der beiden fl achen, dunkel verchromten Verstärker, die selbst aufeinandergestellt kaum die halbe normale Gerätehöhe erreichen, auf je einer SD-Karte abgelegt, die in einem Slot auf der Rückseite steckt und sich über die Homepage des französischen Spezialisten in beinahe beliebiger Weise für mannigfachste Optionen relativ simpel umprogrammieren lässt. Mit dem nächsten Start übernimmt das jeweilige Gerät dann die aktualisierte Konfi guration. Flexibler geht’s nicht!

Master & Companion

Wer den in zwei Kartons gelieferten Expert 210 Pro Dual erwirbt, erhält das Doppel so voreingestellt, dass ein Amp die „Master“- Funktion übernimmt, während der andere ihm als begleitender „Companion“ zur Seite steht. Ein beim Einschalten, das bei diesem Chip-basierten Konzept eher einem „Hochfahren“ entspricht, kurz aufleuchtender Hinweis im kreisrunden Display gibt Auskunft über die Rollenverteilung. Da die gesamte Signalaufbereitung digital ist, erfolgt die Verkopplung der Verstärker mittels eines koaxialen Digitalkabels über je eine Cinch-Buchse.

Wer nun den großen Lautstärkeknopf an der nach wie vor einfach genialen Funkfernbedienung dreht, kann verfolgen, wie die in Dezibel angezeigten Pegelwerte zugleich auf und ab wandern sowie sämtliche weitere Funktionen bis hin zu Daten- oder Temperaturabfragen perfekt synchronisiert sind. Sämtliche Quellgeräte - seien sie digitaler oder analoger Art - werden ausschließlich mit dem Master-Gerät verbunden. Dessen Kompagnon gerät zur reinen Endstufe. Wie bei Stereo-Verstärkern, die zum Mono-Block mutieren, üblich, werden die Boxenkabel auch in diesem Fall mit den beiden „heißen“ Plusleitungen verbunden. Das nun ohne Massebezug „fl oatende“ Verfahren bringt wohl den Großteil an Klanggewinn in der unabhängig von der Lautstärke überlegenen Performance des Mono-Modus.

ENTDECKE DIE MÖGLICHKEITEN

Im Display sind Seriennummer und Softwaredaten abrufbar.

Die Grundeinstellung ist hier Mono-Master mit 210 Watt/6 Ohm.

Die Balance ist in Prozentschritten verschiebbar.

Bässe und Höhen lassen sich feinstufi g bis +/- 18 dB regeln.

Nach dem Einschalten fährt zuerst der „ADH“-Amp hoch.

FUNKSTRECKE

Bei ihrem Erscheinen war sie ein kleines Wunder, und auch heute noch erstaunt die verzögerungsfreie Reaktion der Devialet- Amps auf die Signale der Funkfernbedienung mit dem großen Lautstärkerad.

Im „Confi gurator“ kann man den Devialet online in vielfältigster Weise einstellen. Am Schluss wird das Resultat auf eine SD-Karte gespeichert.


Übrigens kann jeder Besitzer eines Devialet- Amps durch den Zukauf eines identischen Modells zu Doppel-Mono wechseln. Den 210 Pro Dual bilden zwei 140 Pro - alles nur eine Sache der Konfi guration. Mengenrabatt gibt’s nicht wirklich: Wer sich von vornherein fürs 9900 Euro teure Zweier-Set entscheidet, spart gerade mal 80 Euro.

Dass Devialet-Amps, ob stereo- oder monofon, auf die digitale Generation und die Neuen Medien abzielen, verdeutlicht nicht nur die Vielzahl von Möglichkeiten in diesem Sektor über UPNP-Streaming per Ethernet, hochbitfähiges „AIR“-WLAN, USB-Schnittstelle und einen koaxialen sowie zwei optische Digitaleingänge. Und natürlich sind Devialets Expert Pro-Amps „Roon ready“ und eröffnen ihrem Besitzer so einen ganzen Medienkosmos inklusive wichtiger Streaming-Dienste. Zudem lief die „Roon“- App tadellos fl üssig.

Fast ist es Sünde, an dieser Stelle nur ganz kurz die vielfältigen und einzigartigen Technik- und Austattungs-Highlights des 210 Pro Dual zu streifen, die wir ja bereits in früheren Devialet-Tests ausführlich behandelt haben. Doch für eine tiefergehende Beschäftigung bräuchte es mehr Platz, und die exzellente deutsche Website hält ohnehin umfassende Infos bereit

Deshalb sei hier vor allem „SAM“ erwähnt. Über das „Speaker Active Matching“ kompensiert der Verstärker Fehler vieler Lautsprechermodelle im Frequenzwie auch Phasenbereich. Aktuell sind 984 Boxenmodelle erfasst. Diese wurden sukzessive individuell durchgemessen, und die Korrekturkurven können auf die SD-Karte heruntergeladen werden. Beim nächsten Start weiß der Amp dann, was zu tun ist. Die Verbesserungen reichen je nach Güte des Lautsprechers von subtil bis „Hammer!“.

Den einzigen Analogeingang des 210 Pro Dual kann man für ein Hochpegelgerät, etwa einen CD-Player, oder auch für einen Plattenspieler mit MM- oder MC-Tonabnehmer nutzen. Der Clou: Per „Record Active Matching“ (RAM) lassen sich im „Confi gurator“ online viele gängige MM- und MC-Abtaster aufrufen, sodass sich die Phonostufe hinsichtlich der Anschlusswerte und der Verstärkung automatisch auf diese einstellt. Manuelle Veränderungen bleiben jederzeit möglich. Zudem kann man seine Analogscheiben mit bis zu 192 Kilohertz Taktrate digitalisieren, und Vinyl-Freaks stehen 13 verschiedene Entzerrungskurven zur Verfügung. Noch Wünsche offen?

Dabei ist es beinahe Ironie des Schicksals, dass all diese faszinierenden wie nützlichen Features nur das Drumherum der eigentliche Sensation sind: dem „Analog Digital Hybrid“- Verstärker (ADH). Dieser verbindet in einer raffi nierten,

Devialets „Expert“-Amps sind Hightech pur. Schmuckstück ist der komplexe, hochinnovative „Analog Digital Hybrid“-Verstärker (Detail) im Zentrum (Pfeil).


einzigartigen Schaltung eine extrem verzerrungsarme ClassA-Stufe mit einem hocheffektiven ClassD-Amp, der in Verbindung mit dem so kompakten wie potenten Schaltnetzteil in diesem Fall bis zu knapp 450 Watt Impulsleistung entwickelt.

Und dies geschieht auf die ganz lockere Art, wie wir etwa an B&Ws ausgewachsenen 800D3 erfahren durften. Denn was das Mono-Doppel im großen STEREO-Hörraum abzog, war eine kleine Sensation und hatte nicht mehr viel mit dem zu tun, was ein Expert 140 Pro solo auf die Beine stellt. Im Mono-Duett erweiterte sich die Bühne in jede Richtung, gewann die ohnehin quicklebendige Performance an Strahlkraft, Souveränität und Nachdrücklichkeit. Der Schritt zum Expert 210 Pro Dual war nicht Devialet 140 mal zwei, sondern eher hoch zwei.

Ins Schwarze getroffen

Konkret bedeutete dies, dass das Amp-Set die deftigen Impulse von Monty Alexanders „Moanin’“ mit trockener, punktgenauer und selbst bei Party-Pegeln ungerührter Vehemenz umsetzte. „Saturday Night“, jene fantastisch spritzige Jazznummer des Red Norvo Quintet mit wie Knallbonbons zwischen den Boxen zerplatzenden Vibrafonanschlägen, kam bestechend livehaftig, flink und zugleich extrem transparent und durchhörbar rüber, sodass das in einigem Abstand zur Band brabbelnde Publikum definiert in der Raumtiefe erschien. Und bei „Malvina“ traf Devialets homogen und aufgefächert agierendes Doppel-Pack nicht nur die elegische Stimmung sowie das typische Timbre der Sängerin, hinter der sich dunkle Syntheziser- Schwaden wie Gewitterwolken türmten; man konnte gleichsam um sie herumhören. So plastisch, organisiert und doch selbstverständlich leicht in den Raum gestellt, hört man das selten. Großes Kino!

Obgleich naheliegend, sollte man die flachen Verstärker nicht nur aus Gründen des Klangs nicht stapeln, sondern jedem eine solide Unterlage spendieren. Sie heizen sich nämlich ziemlich auf. Ihre volle Qualität erlebt zudem nur, wer die korrekte Netzphase beachtet (siehe Schema) - sonst tönt’s leicht glasig und diffus. Ist alles top, bilden „Master& Companion“ - kein Witz - ein mit allen Schikanen ausgerüstetes Amp-Team, das absolut jeden Cent wert ist. ■

Devialet Expert 210 Pro Dual

Preis: um 9900 € Maße: 39 x4 x38 cm (BxHxT) Garantie: 5 Jahre Kontakt: Devialet Tel.: +49 421 83679736 de.devialet.com

Dieser Doppel-Mono-Verstärker verfolgt nicht nur ein interessantes Konzept, sondern unterstreicht die technische und klangliche Reife wie Besonderheit von Devialet. Dieser Test lässt nur ein Fazit: Nimm zwei!

TEST-GERÄTE

Plattenspieler: Thorens TD1601 mit Audio-Technica AT-ART9 Media-Player: T+A MP3100HV Vor-/Endstufe: Accustic Arts Tube PreampII-MK2/AmpII- MK4 Lautsprecher: B&W 800D3, DALI Epicon 6, Dynaudio Confidence 50 Kabel: HMS Suprema (Netz, NF & LS)

Diese Anzeige stellt den Eingangspegel kanalgetrennt dar.

Interessant: der Temperaturmonitor für Amps und Netzteil

Der Devialet bietet Zugriff auf viele weitere Optionen.